Wieso haben manche Menschen so eine Fasade?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Heutzutage wird Jeder wegen Jedem und Allem gern vom Umfeld kritisch beäugt und bekrittelt. Sogar hier im Forum tauchen oft Fragen auf, die in diese Richtung gehen. Im Tenor beinhalten dann so etwas wie: "macht der Andere da nicht was falsch?"

In unserer Ellbogen-Gesellschaft wird es immer mehr Mode, sich über das Tun und Lassen anderer Gedanken und "Sorgen" zu machen, und dabei nach einem Haar in der Suppe zu suchen. Erst wird bekrittelt, dann geschludert, und zuletzt gemobbt.

Ich denke, manche Menschen halten vorsorglich eine Fassade aufrecht, als Schutzwall. So kann niemand wissen, was die Person wirklich tut und denkt, und damit ist kein Angriffsfeld vorhanden.

Es wird heutzutage immer schwerer, sich einer anderen Person zu öffnen. Was, wenn dieser Mensch dem ich heute offenherzig etwas von mir erzähle, das dann weiterträgt, und mir damit irgend wann einmal jemand ein Bein stellt?

Das ist wohl die eigentliche Befürchtung hinter der Fassade.

Dieser Tipp im Forum gutefrage.net macht es wohl am deutlichsten:

Vielen Menschen steht ihre eigene Schüchternheit oft im Wege. Jeder sagt, du musst mehr aus dir herausgehen, Freunde findet man ganz leicht... aber,

Für einen schüchternen Menschen ist das eben nicht ganz easy, denn...

Schüchternheit kommt von innen.

Ich denke, man geht nicht so leicht auf andere Menschen zu, weil man annimmt, von ihnen abgewiesen zu werden. Warum ist man aber nicht so offen?

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass schüchterne Menschen sehr feinfühlig, tiefsinnig, rücksichtsvoll... sind. Sie haben sehr viele wertvolle Charaktereigenschaften und sind die besten Freunde, die man haben kann.

Schüchterne überdenken ihre Worte vorher, wägen die Wirkung ab. Sie tönen Kritik nicht laut heraus, sie suchen nach feinfühligen Worten. Sie sind selbst sensibel, und halten andere daher für noch sensibler. Sie nehmen sich zu sehr zurück.

Oftmals ist die Schüchternheit auch irrational. Dann meint man, bei einer Person eine Grenze zu übertreten. Mann will niemandem zu nahe treten, und das ist der Punkt, um den es geht.

Was kann man dagegen tun. Man kann zunächst einmal die eigene Sicht auf sich und andere Menschen verschieben. Diesen Satz sagte meine Oma einmal zu mir, und das hat mir unglaublich gut geholfen:

Die Menschen sind nicht so verletzlich, wie du glaubst.

Mehr hatte sie nicht gesagt, nur diesen einen Satz. Dazu muss man sich erst einmal ein paar Gedanken machen. Nimmt man diesen Satz in seinen Kopf und beobachtet die Menschen um sich herum, findet man heraus, dass er stimmt.

Man wird dabei einige Erkenntnisse bekommen wie z.B. Auch die ganz coolen Typen haben ihre Zweifel, Unsicherheiten, Sorgen, Nöte; sie lassen es nur nicht jeden sehen. Man wird seine Mitmenschen anders sehen, anders begreifen. Und dann gilt auch:

Man hat es immer so, wie man es haben will. Will man es anders haben, dann muss man etwas ändern.

Also einmal nachdenken:

  • wie sehen mich Andere
  • wie möchte ich von Anderen gesehen werden
  • was möchte ich anders haben.

Dann kann man daran gehen und seine Situation ändern. Vielleicht muss man erst üben, aber die Anderen sind nicht so verletzlich, wie du glaubst. Man kann ihnen einiges zumuten, sie werden von selbst sagen, wo die Grenze ist. Also nicht erst eine Grenze suchen, die vielleicht gar nicht da ist, und dann erst ein Gespräch anfangen, Freundschaft schließen ...

das ist eine sehr gute antwort!! doppel-DH!

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Diese Menschen glauben, dass sie so weniger angreifbar sind. Entweder sind sie so erzogen worden oder sie sind anderen gegenüber misstrauisch und wollen sich so abschotten.

Ich glaube das Menschen mit einer aufgesetzten Fassade ihr geringes oder gar nicht vorhandenes Selbstbewusstsein überspielen wollen, sind meist in Wirklichkeit ganz klein. Wer ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein hat braucht sich nicht verstellen und kommt so wie er ist sehr gut durch´s Leben. Die Psychologen hier im Forum mögen mir bitte verzeihen wenn ich ganz arg danebenliege:-)

muss nicht unbedingt mit dem selbstbewusstsein zutun haben können auch andere probleme sein oder irgendwelche charakterschwächen oder angst.

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Die Psychologen hier im Forum mögen Dich loben, weil Du genau richtig liegst!

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Zu meiner Vergangenheit:

  • jetzt 19 Jahre alt, weiblich

  • als Kind von Mutter (todunglücklich, verzweifelt, ich schätze depressiv) geschlagen und häufig angeschrien - habe sie trotzdem geliebt und tue es immernoch

  • Trennung der Eltern, als ich 10 war, Streitereien gingen vor mir und meinem kleinen Bruder weiter

  • Mutter starb nach langer Krankheit (Krebs), als ich 14 war - wohne seitdem bei meinem Vater bzw. jetzt seit einem halben Jahr alleine

  • mein Vater war schon immer sehr viel am arbeiten (min. 70h pro Woche), daher wenig Zeit - seit Krankheitsbeginn von meiner Mutter war ich deshalb sehr oft alleine (Bruder im Internat)

  • nie richtiges Vertrauensverhältnis zu beiden Eltern

  • beginnend mit 15/16: sexuelle Belästigung (verbal und körperlich), 2 1/2 Jahre lang - ist jetzt zum Glück vorbei, jedoch realisiere ich erst jetzt, wie sehr mich das belastet und "geschädigt" hat

  • in den belastendsten Situationen (Krankheitsbeginn meiner Mutter sowie kurz nach ihrem Tod) wurde ich jeweils von meinen damaligen besten Freundinnen quasi im Stich gelassen, einfach ein, pardon, schei* Timing...

Nun zu meinen psychischen Symptomen, wenn man das so nennen kann...:

  • Ich habe seit etwa 2 Jahre ein extremes Essverhalten. Regelmäßig überkommen mich richtige Fressanfälle, bei denen ich alles (vorwiegend süßes) in mich reinstopfe bis zum Geht-nicht-mehr. Dass ich dennoch "nur" etwa 10 Kilo zu viel auf den Rippen hab, kann ich mir nicht erklären. Anschließend habe ich solche Schuldgefühle, dass ich in letzter Zeit auch schon mit dem Finger im Hals vor der Toilette gekniet habe - es belastet mich sehr, aber anstatt besser zu werden verschlimmern sich diese Attacken nur (häufiger und heftiger). Ansonsten esse ich eigentlich relativ gesund - viel Gemüse, bes. Salat, Fisch, Vollkornprodukte, ich rauche nicht und trinke nur Wasser und Saft, seeehr selten Alkohol.

  • Des weiteren habe ich in letzter Zeit immer öfter an Panikattacken - mir schießen bestimmte, eigentlich nicht allzu schlimme oder verstörende Bilder durch den Kopf (habe - leider - ein sehr gutes bildliches Gedächtnis..) die mir extreme Angst machen. Ich habe vorhin z.B. eine Stunde gebraucht, bevor ich mich getraut habe, die Dusche zu betreten. Nur mit runtergelassenem Rollo am Badfenster und verschlossener Türe (nochmal - ich wohne alleine), aus Angst, die Bilder könnten plötzlich irgendwo auftauchen und JA ICH WEIẞ, ich bilde mir das ein!! Ansonsten bin ich immer sehr schreckhaft, vor allem was Geräusche angeht, des ist zT schon lächerlich...

den zweiten Teil poste ich in die Kommentare...
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