Nacken knackt und knirscht?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Der Facharzt ist der Orthopäde, aber ein guter Hausarzt kann auch helfen.

Was Du brauchst ist die professionelle Hilfe durch einen Masseur und Physiotherapeuten. Die Muskeln müssen gelockert werden, das geht am schnellsten mit Wärmeanwendungen und klassischer Massage. Sind diese Muskeln dann wieder einigermaßen locker ist der Physiotherapeut an der Reihe, er sollte überprüfen,ob kleine Wirbelblockaden vorliegen und diese dann beseitigen. Darüber hinaus sind Dehnungstechniken zu erlernen. Er zeigt sie Dir und kontrolliert die korrekte Durchführung. Diese Übungen solltest Du nachher immer weiter fortführen, regelmäßig täglich, eventuell auch mehrmals täglich. Das ist aber abhängig von der Ursache die zu diesen Verkrampfungen führen.

Der Hausarzt kann Dir die Wärme mit Massage verordnen, leider machen die Hausärzte dies sehr ungern, da sie deren Budget belasten und den Massagetherapien viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird.

Der Orthopäde kann Dir eine Verordnung ausstellen die wird D1 genannt. Das D steht simpel für Dauer (Zeit) und die 1 bedeutet eine Stunde. Also jede Behandlung dauert sechzig Minuten. Das Besondere bei dieser Verordnung ist, dass der Therapeut am Termintag entscheidet, was an diesem Tag für Anwendungen gegeben werden. Dabei entscheidet dies nach Deinem momentanen Befinden. Es müssen zwei sein, aber höchstens drei Anwendungen innert dieser sechzig Minuten. Da sind also, je nach Deinem momentanen Befinden, Kombinationen möglich wie: dreissig Minuten Massage plus dreissig Minuten aktive Dehnungen. Oder zwanzig Minuten Fangopackung, zwanzig Min. Massage, zwanzig Min. Gymnastik am Gerät (Kraftmaschinen um die Muskeln aufzubauen). 

All diese (und noch etliche mehr) genannten Therapieformen können natürlich auch separat vom Doc. verordnet werden, das ist aber nicht so optimal für den angestrebten guten Behandlungserfolg.

Dein Problem am Nacken sind verkrampfte Muskeln, so wie Du es ja auch selbst empfindest, als Druck, sowie das Bedürfnis den Kopf bewegen zu müssen. Das Knacken/Knirschen entsteht an den Knorpeln der kleinen Wirbelgelenke, denn durch die Verkrampfung (=Verkürzung) der Nackenmuskeln werden die einzelnen Wirbel unnötig stark aufeinander gepresst. Dabei kommen dann logischerweise auch die Knorpel der kl. Gelenke in hohen Druck und winzige Unebenheiten werden beim Drehen des Kopfes übereinandergerieben, das ist das Knirschen. Ist der Druck aber stärker, dann blockieren die Wirbel etwas, durch verstärkte Anstrengungen des Kopfdrehens  werden die Blockaden dann wieder gelöst, das macht dieses Knacken (wie wenn jemand einrenkt). 

Du selbst solltest auch mal nachforschen und beobachten wann dieses Knirschen/Knacken stärker wird, und wann die Verkrampfungen stärker werden, - alles hat ja schließlich eine Ursache. Das kann (angenehm kühlende) Zugluft sein, das kann eine einseitige Arbeitshaltung sein, das kann ein für Dich ungeeigneter Sport sein, das können aber auch Probleme mit den Zähnen und dem Kiefergelenk sein. 

Also denk gut nach, seit wann diese Probleme bestehen, seit dem offenen Autofenster neulich in der Hitze, seit dem letzten Zahnarztbesuch, seit dem (ungewöhnten) Tapezieren neulich,...usw. Solltest Du zu einem Ergebnis Deiner Überlegungen kommen, dann schildere dies unbedingt dem Arzt, denn er kann dann eine besser "passende" Therapieform verordnen. 

Falls Du noch jung bist (u30), dann lass Dich nicht billigst mit ein paar Pillen (z. B. Ibu.... oder Diclo...) abspeisen, denn das ist eine gerne genommene Masche der Ärzte, eben wg, dem Heil- und Hilfsmittelbudget. Aber so wird mMn zum völlig falschen Zeitpunkt gespart, das große Erwachen der betroffenen Patienten kommt dann ein paar Jahre später, wenn die Knorpel irreversible zerstört sind. Dann sind die Menschen, die in jungen Jahren nicht ausreichend therapiert wurden Dauergast in den Arztpraxen. Ist jemand ein Schelm, wenn er an ein böses System dabei denkt?  VG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?