J1 Untersuchung?

3 Antworten

Hallo Healthy81,

normalerweise erzählt der Arzt nichts deinen Eltern, wenn du es nicht möchtest. Nur wenn du eine gefährliche Krankheit hättest, bei der du noch zu jung bist um Entscheidungen zu treffen, wird er sich an deine Eltern wenden.

1. Ich bin deutlich untergewichtig und habe auch Symptome von Magersucht. Wird er es meinen Eltern erzählen, auch wenn ich es nicht will?

Wenn dein Untergewicht schon im gefährlichen Bereich liegen würde und du uneinsichtig wärest, dann müsste er das deinen Eltern erzählen.

2. Ich habe vielleicht eine Soziale Phobie. Soll ich das dann auch ansprechen? Was macht der Arzt dann, wenn man starke Soziale Ängste hat?

Die J1-Untersuchung ist eine sehr gute Gelegenheit mit dem Arzt über deine Ängste zu sprechen und dir Tipps von ihm zu holen. Das muss er nicht deinen Eltern mitteilen, wenn du es nicht möchtest.

3. Es gibt ja am Ende so ein Gespräch, wo man alle Ergebnisse auswertet. Müssen da die Eltern dabei sein?

Normalerweise sind die Eltern beim Abschlussgespräch dabei. Du kannst dem Arzt aber genau sagen, was du mit und was du ohne deine Eltern besprechen möchtest. Dann nimmt er darauf Rücksicht und holt die Eltern erst später zum Gespräch dazu.

LG Emelina

Vielen Dank :)

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Hallo Healthy,

wenn du möchtest, kannst du ohne Eltern zur J1 Untersuchung gehen und alles vertraulich besprechen. Sie unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht, auch wenn du unter 18 bist.

Ich bin deutlich untergewichtig und habe auch Symptome von Magersucht.

Ich kann es nun nicht beurteilen, wie stark du an Gewicht verloren hast.

Prinzipiell ist Magersucht eine schwere und oftmals langwierige Erkrankung, die natürlich unbedingt behandelt werden muss. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Dauer im Schnitt relativ kurz, weil die Essstörungen ihren Eltern auffallen. Entweder hattet ihr nur wenig gemeinsame Mahlzeiten eingenommen und du konntest bislang deine Figur gut verheimlichen oder deine Eltern haben die Gefahr einer Magersucht unterschätzt.

Ich habe vielleicht eine Soziale Phobie. Soll ich das dann auch ansprechen? Was macht der Arzt dann, wenn man starke Soziale Ängste hat?

Ein aufmerksamer Arzt erkennt deine Angst auch schon an deinem Auftreten und Verhalten. Zudem fühlen sich Magersüchtige nicht oder falsch verstanden. Aus Angst vor Ablehnung oder Ausgrenzung verheimlichen sie ihre Probleme und ziehen sich von ihren sozialen Kontakten zurück. Oder knüpfen insbesondere Kontakt zu Gleichbetroffenen.

Es gibt ja am Ende so ein Gespräch, wo man alle Ergebnisse auswertet. Müssen da die Eltern dabei sein?

Dein Arzt wird mit dir über deine individuelle Situation sprechen, um die bestmögliche Behandlungsoption für dich zu finden. Wie bereits o.g. müssen die Eltern nicht zwingend dabei sein.

Mit dem Kinderarzt kannst du über ales sprechen. Der Arzt liegt unter ärztlicher Schweigepflicht. Also wird er auch über nichts erzählen. Einzig, was er erzählen muss, wenn Lebensgefahr besteht. Dann muss er mit den Eltern darüber reden. Ansonsten hat er seine Klappe zu halten.

Bei mir ist das ein Problem. Der Hausarzt bekommt einen Arztbericht. Und der Hausarzt ist meine Mutter. Also wenn der Kinderarzt in Überlingen gegen meine Eltern in Mannheim schweigt, bekommen sie trotzdem alles gesagt. Und meine Psychotherapeutin in Überlingen spricht sich jetzt mit meinem Onkel ab, dass er mit als Psychiater richtig helfen kann, wenn ich wieder mal in Mannheim einen zu viel bekomme im Hirn.

Aber Angst solltest du nicht haben, was der Arzt den Eltern sagen könnte, in der Regel sagt er aber nichts.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Es wächst und gedeiht.