Flecainid oder nicht?

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2 Antworten

Hallo, Flecainid ist ein Medikament zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Ich habe auf dem Beipackzettel lediglich diesen etwas schwammigen Hinweis gefunden

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob dieses Arzneimittel für Sie geeignet ist. Insbesondere bei Kindern, älteren Patienten, schwangeren oder stillenden Frauen sowie Patienten, die Erkrankungen an Herz, Kreislauf, Niere, Leber oder aber eine Blutzuckerkrankheit haben, sollte diesbezüglich vor der Anwendung Klarheit herrschen

Solltest Du Dir aufgrund der Äußerung dieser Krankenschwester jetzt Sorgen um Deine Nieren oder Leber machen, sprich mit Deinem Arzt. Durch eine Blutuntersuchung kann man ganz einfach feststellen, ob Deine Nierenwerte bzw. die Leberwerte in Ordnung sind. Unter den gegebenen Umständen (Event Recorder) würde ich evtl. doch mal eine Herzklinik aufsuchen, dann hast Du eine Zweitmeinung von Spezialisten. Es geht um Deine Gesundheit - Du solltest Dir da mal keine Gedanken bezügl. Loyalität gegenüber Deinem Krankenhaus machen. Wenn ich noch irgendwelche hilfreichen Hinweise zu diesem Medikament finde, stelle ich sie Dir als Kommentar rein. lg Gerda

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Kommentar von gerdavh
05.09.2014, 08:23

Jetzt bin auf etwas gestoßen,was mir zu stark denken gibt. In nachstehendem Link steht, dass man durch Flecainid Herzrhythmusstörungen als Nebenwirkung bekommen kann. Von den anderen unschönen, evtl. auftretenden Nebenwirkungen mal ganz abgesehen. Ich kann die Krankenschwester jetzt verstehen - vielleicht hatte die schon öfter Patienten mit diesen Nebenwirkungen? Kennst Du diesen Link schon?

http://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Flecainid/nebenwirkungen-medikament-10.html

Hier wird beschrieben,dass es während der Behandlung zu einem Anstieg der Leberwerte kommen kann (der lt. Hersteller nach Absetzen wieder verschwindet).,

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Kommentar von Taigar
05.09.2014, 18:29

Hi Gerda,

Danke für deine Antwort.

Der Ex Freund der Krankenschwester hatte wie sie mir erzählte (sie war mir gegenüber sehr offen, weiß nicht warum) wohl ein ähnliches Leiden, da sollte ihm auch Flecainid verschrieben werden und sie hat sich dann mal schlau gemacht und die furchtbarsten Storys gehört. Deswegen hat sie mich eindringlich vor dem Zeug gewarnt was mir natürlich im Gedächnis blieb.

Ich habe mir deinen Link angesehen, den Beipackzettel von Flecainid hab ich nie gelesen weil ich dies generell nicht tue. Aber als ich deinen Link durchlas hab ich einige Nebenwirkungen doch wiedererkannt.

Mein Hausarzt meint dass Flecainid unbedenklich wär und die Leber / Nieren nicht so stark angreift.

Ich hab aber entschieden dass ich das ganze mal von einer Fachklinik abklären lassen will, ich hab vor mich in einer Herzklinik vorzustellen und das ganze dort mal untersuchen zu lassen. Eine Zweitmeinung ist sicherlich verkehrt.

Danke für deine detaillierte Antwort, ich find dich einfach klasse :)

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Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung ist keine wirklich geeignete Methode, Episoden mit Vorhofflimmern aufzudecken, da hier die Herzfrequenz ja nur sporadisch im Rahmen der Blutdruckmessungen erfasst wird. Es läuft keine EKG-Analyse mit, somit kann man hieraus allenfalls den Verdacht auf Vorhofflimmern ableiten. Tachycard ist nicht automatisch Vorhofflimmern ! Ich würde die Entscheidung zur Rhythmuskontrolle mit Flecainid jedenfalls nicht von der Dokumentation von Tachycardien im Langzeitblutdruckprofil abhängig machen.

Da Sie ja einen Eventrecorder tragen, lässt sich die Frage, ob Sie paroxysmales Vorhofflimmern haben vergleichsweise leicht beantworten.

Flecainid gibt man bei paroxysmalem (anfallsartigem) Vorhofflimmern um die Episoden des Vorhofflimmerns zu unterdrücken. Das gelingt nicht immer zuverlässig. Ihre Lebensprognose ist als 20 Jähriger bei "lone atrial fibrillation" , also Vorhofflimmern ohne sonstige Herzerkrankung ohne Therapie nicht schlechter als mit. Die Entscheidung, ob man Flecainid einsetzt (oder Dronedarone oder eine Ablation durchführt, ...) ist eine Frage des Leidensdruckes !

Flecainid hat seinen schlechten Ruf durch die sogenannte CAST-Studie. 1989 musste der Studienarm der Flecainidgruppe nach 10 Monaten abgebrochen werden, weil in dieser Gruppe mehr Todesfälle auftraten, als in der Placebogruppe. Ursache war die proarrhythmogene Wirkung des Antiarrhythmikums. Die Studienteilnehmer waren damals Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit, die im Vorfeld einen Herzinfarkt durchgemacht hatten. Daher darf Flecainid nicht mehr bei Postinfarktpatienten eingesetzt werden. Für Herzgesunde, die nur anfallsartiges Vorhofflimmern haben besteht keine Gefahr mit Flecainid.

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Kommentar von Taigar
05.09.2014, 18:17

Du hast da etwas falsch verstanden GeraldF .. Vorhofflimmern steht fest, es wurd sowohl vom Notarzt als auch vom Krankenhaus diagnostiziert da ich mit akuten Vorhofflimmern eingeliefert wurde damals ..

Es besteht also kein Verdacht auf Vorhofflimmern sondern es ist eine 100% gesicherte Diagnose. (leider) Flecainid hab ich ja schon monate genommen nachdem ich mit dem Vorhofflimmern damals ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Nun ist halt die Überlegung im Raum Flecainid wieder einzusetzen zur vorbeugung von weiteren Vorhofflimmer Episoden UND weil mein Puls sehr sehr häufig (die meiste Zeit also) tachykard ist.

Den Event Recorder trag ich nicht um Vorhofflimmern abzuklären sondern weil darüber hinaus eine unabhängige Arrithmye besteht die man näher beobachten will damit man geeignete Schritte anschließend einleiten kann.

Danke für die Aufklärung bzgl. Flecainid.

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