Hallo Benut,

in Kürze:

"Global Diagnostics" beruht auf naturwissenschaftlich und medizinisch nicht haltbaren Vorstellungen über den Körper. Die von Dir genannten Diagnosegeräte abeiten nicht nach wissenschaftlich sinnvollen Konzepten und haben nie nachgewiesen, dass sie zuverlässige Diagnosen beim Patienten liefern.

Ausführlicher:

"Global Diagnostic" bzw. die sogenannte "Vitalfeldtherapie" beruht auf der Vorstellung, dass der Mensch wesentliche Teile der Energie, die der Körper täglich verwurstet, nicht durch die Nahrung aufnimmt, sondern durch Licht, bzw. elektromagnetische Strahlung. Der Patient leide - so das Prinzip - unter einem Energiemangel in seinem Vitalfeld - einen Begriff, den weder Medizin noch Naturwissenschaft kennen und der auch vom Verfahren nicht näher eräutert wird. Dieser Energiemangel ("energetische Störung" oder "Blockade", die Begriffe variieren hier etwas) werde durch Behandlung mit den entsprechenden "energetischen" Maßnahmen des Verfahrens wieder behoben.

Es sollte eigentlich selberverständlich sein, dass schon die Voraussetzung einfach nicht stimmt. Zwar fällt natürlich eine Menge Licht auf unseren Körper, doch reflektieren wir fast alles davon. Aus gutem Grund ist unsere Haut ein sehr wirksamer Schutz und verhindert das Eindringen elektromagnetischer Strahlung tiefer in den Körper als die allerobersten Hautregionen. Zudem strahlt der Körper ständig selbst aufgrund seiner Körpertemperatur Wärmestrahlung ab - was ja auch elektromagnetische Strahlung ist. Die Bilanz ist hier also eher negativ.

Eigentlich sollte man hier überhaupt nicht mehr erläutern müssen: Unser täglicher Energiebedarf wird über die Nahrung gedeckt - und NICHT über Licht.

Ein "Vitalfeld" ist als solches ebenfalls einfach nicht nachgewiesen. Es sollte eigentlich auch selbsterklärend sein, dass es eine Voraussetzung für die Anwendung eines Phänomens ist, dieses Phänomen erst mal nachzuweisen. Anwendung setzt voraus, dass wir gezielt und systematisch austesten, welche Einflussnahme welche Reaktionen eines Phänomens triggert. Ohne Nachweis des Phänomens KANN ein solches Austesten nicht erfolgt sein. Entsprechend sollte man als Patient das Ausnutzen nicht nachgewiesener angeblicher Phänomene immer als "red flag" wahrnehmen.

Prompt gibt es keine einzige wissenschaftlich sauber durchgeführte Studie, die den Geräten wie Vitatec & Co. nachweist, dass man überhaupt saubere Diagnosen damit stellen kann.

Es gibt eine einzige Arbeit, die Therapeuten ihren Patienten gegenüber nicht selten als Beleg der Sinnhaftigkeit des Verfahrens vorgelegt wird, die sogar den Briefkopf der Uni Graz trägt. Das überzeugt Viele, weil es wissenschaftlich aussieht.

Die Arbeit selbst erfüllt aber keineswegs wissenschaftliche Standards: Die Patienten wurden hier VOR der Untersuchung mit dem Gerät befragt, woran sie leiden... was die anschließende unverblindete "Diagnose" ihrer Beschwerden mit dem Gerät schon sehr vereinfacht. ;-) Arbeiten, die wissenschaftliche Standards einhalten, findet man vergebens. Auch ein solches Verhalten von Herstellern und anwendenden Therapeuten sollte für den Patienten immer ein Warnsignal darstellen: Hier wurden aussagekräftige Tests des Gerätes vermieden, dem Patienten aber etwas anderes gesagt.

Ein dem Verfahren im Geiste sehr ähnliches Verfahren ist die sogenannte Bioresonanz. Alle je getesteten Bioresonanzgeräte sind in wissenschaftlichen Untersuchungen als zur Diagnostik vollkommen ungeeignet durchgefallen. (https://www.researchgate.net/profile/Brunello_Wuethrich/publication/254198495_Bioresonanz_-_wirksam_oder_unwirksam/links/00b7d51fea5c1f3417000000.pdf)

Ist das nur Geldmacherei und Placebo oder funktioniert das tatsächlich, also unabhängig von einem möglichen Placeboeffekt?

Es ist vor allem keine echte Diagnose, die die Geräte machen. Was da hinten rauskommt, ist eine reine Fantasieaussage. Die Gefahr ist hier also nicht nur, dass Dir eine teure und (außer Placeboeffekten) nutzlose Behandlung empfohlen wird, die Gefahr besteht vor allem darin, dass Du keine echte Diagnose für die Ursache Deiner (vermutlich vorhandenen - oder warum machst Du das?) Beschwerden hast.

Geldschneiderei ist schlimm - die Hauptgefahr besteht aber im Fehlen einer echten Klärung Deiner Beschwerden. Ob Du Dir ein bissi scheinwissenschaftlichen Spaß leisten willst oder nicht, das kannst Du Dir selber überlegen. Du solltest aber nicht das Risiko einer Therapieverzögerung eingehen, indem Du parallel nicht auch noch echte Ursachenabklärung machen lässt.

Ich habe bald einen Termin beim Arzt (beziehungsweise Heilpraktiker)

Du weißt, dass nur einer von beiden eine medizinische Ausbildung hinter sich hat? Würdest Du bei einem Pilot einsteigen, der keine mehrjährige und praxisbezogene Ausbildung hat, sondern dem nur "Unbedenklichkeit" bescheinigt wurde? Nein? Warum machst Du es dann hier so?

Grüße

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Hallo sebo123,

Schüssler-Salze sind Scheinmedikamente, reine Placebos. Das Verfahren beruht auf völlig unhaltbaren und überholten Vorstellungen über die Vorgänge in unserem Körper.

Entsprechend gibt es keine sinnvolle Dosierungsvorschrift: Egal, wie Du das Produkt einnimmst... es bleibt immer ein Scheinmedikament ohne gezielte Wirksamkeit.

Nachlesen über die "Salze" kannst Du übrigens hier alles Wichtige:

http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Biochemie_nach_Schüßler

Alle wissenschaftlich fundierten Expertisen zum Verfahren fallen ernüchternd aus, die Stiftung Warentest schreibt zum Beispiel:

Biochemie nach Schüssler ist zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet.

Und Edzard Ernst schrieb:

Schüssler-Salze sind seit Jahren ein kommerzieller Renner – sie enthalten so gut wie nichts, kosten aber ordentlich. Manche meinen vielleicht, dieser Erfolg sei bereits eine Art Nachweis: Wenn nichts helfen würde, würden es die Leute nicht kaufen. Einer kritischen Analyse hält diese Logik jedoch nicht stand. Selbst wenn sich jemand nach der Einnahme von Schüssler-Salzen subjektiv besser fühlt, mag das an Placebo-Effekten liegen. Und natürlich kann man nie wissen, ob der Krankheitsverlauf ganz ohne Therapie nicht ebenso oder vielleicht sogar besser ausgefallen wäre. Fest steht nur Folgendes: Es gibt bis heute keinen Nachweis, dass Schüssler-Salze wirken.

Damit wären wir bei Deiner ersten Frage: Natürlich finden sich im Web eine Menge Berichte. Die sind teils reine Werbung, teils tatsächlich von Leuten gepostet, die Besserungen irgendwann nach oder während einer mehr oder weniger langen Einnahmezeit erlebten.

Nun ist es aber einfach so, dass Besserungen bei vielen Beschwerden auch dann vorkommen, wenn wir sie nicht oder nur mit nutzlosen Mitteln behandeln. Gerade die Schüssler Produkte werden oft bei leichten Beschwerden zur Selbstbehandlung eingesetzt... aber genau diese leichteren Beschwerden vergehen oft von selber.

Entsprechend ist es auch bei nutzlosen Produkten wie den Schüssler Salzen __unvermeidbar__, dass sich immer auch Menschen finden, deren Beschwerden halt nach Einnahme von Schüssler Salzen verschwanden. Anders als der medizinische Laie leider sehr oft meint, belegt das aber keine Wirksamkeit von Produkten. Auch in den Placebogruppen medizinischer Studien gibt es Patienten, die Besserungen erleben und gar nicht glauben können, dass sie in der Placebogruppe waren, wenn sie es nach der Studie erfahren sollten. "Wirksamkeit" liegt aber erst vor, wenn Patienten bessere Chancen auf Genesung haben mit einem Produkt als unter Placebo. Und das haben die Schüssler Salze nicht. Die durchaus kursierenden Berichte führen da in die Irre.

Hier ist das schön erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=-n73LHjCh-A

FALLS Deine Blässe um die Augen durch einen Mineralstoffmangel verursacht sein SOLLTE... dann kannst Du den mit diesen Produkten nicht beheben.

Sehr viel sinnvoller als die monatelange Einnahme eines Placebos wäre es aber, wenn Du das einmal einem echten Hautarzt zeigen würdest... keinem Heilpraktiker.

Hinter auffallend blassen Hautstellen kann ein harmloser Mineralstoffmangel stecken, aber auch eine Funktionsstörung der Nieren oder Vitiligo. Das sollte zumindest einmal seriös ausgeschlossen sein, BEVOR man eventuell wertvolle Zeit mit Placebos vergeudet. (https://www.onmeda.de/krankheiten/vitiligo.html )

Grüße

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Hallo Regina64,

wenn Deine Schilddrüse entfernt werden musste, fehlt Deinem Körper das in der Schilddrüse produzierte Hormon Thyroxin.

Du musst deswegen dieses normalerweise vom Körper produzierte Hormon zuführen, also durch Tabletten.

Es dauert nach der OP meist etwas, bis der Thyroxin-Spiegel optimal eingestellt ist, bis Du also zusammen mit dem betreuenden Arzt die genau nötige Menge an Thyroxin gefunden hast.

Globuli ... also homöopathische Mittelchen... enthalten dagegen einfach in aller Regel gar keinen Wirkstoff - es handelt sich um Scheinmedikamente (Placebos). Viele Anwender halten Homöopathie für Naturheilkunde oder Pflanzenheilkunde... das ist sie aber nicht. Die intensiv beworbenen Mittel haben keine eigene Wirksamkeit.

Hier nachzulesen:

https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq

https://easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC_Homepathy_statement_web_final.pdf

Weil die homöopathischen Mittel wirkstofffrei sind, können sie eben auch das von Deinem Körper benötigte Thyroxin auch nicht ersetzen. Es wäre in derartigen Fällen fatal, aufgrund der leider immer noch von Homöopathen behaupteten Wirkversprechen das Thyroxin nicht einzunehmen und die notwendigen Tabletten durch Placebos zu ersetzen. Wo der Körper eine echte Behandlung braucht, geht es Dir ohne diese nicht gut - allen homöopathischen Versprechen von "sanft" und "nebenwirkungsfrei" zum Trotz. Weil es sich um Placebos handelt ist es auch nicht nötig, die echte Behandlung durch Homöopathika "zu unterstützen".

Hab' einfach etwas Geduld, bis der optimale Pegel für das Thyroxin gefunden ist... und denke daran, dass es sich um einen Stoff handelt, den der Körper eben ansonsten selber herstellt, weil er ihn braucht.

Grüße

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Hallo Kyrschenmus,

würde ich darauf hingewiesen das mein Zustand sich erst einmal verschlechtern kann.... und es ist ein gutes Zeichen.

Nein!

Das ist leider eine oft zu lesende Aussage, hinter dem sich unwirksame Therapien verstecken... und die alles andere als ungefährlich für den Patienten ist.

Der Reihe nach:

Was sind Bachblüten?

Der Name "Bachblüten" hat mit einem Bach nichts zu tun, sondern stammt von ihrem Erfinder, einem Dr. Bach.

Ganz wichtig: Die Bachblüten-Therapie zählt NICHT Pflanzenheilkunde. Bach verwendete keineswegs Pflanzen mit bekannter Heilwirkung (Heilpflanzen); die Pflanzen wurden von ihm allein aufgrund seiner persönlichen, esoterisch geprägten Naturdeutung gewählt, nicht selten nach ihrem Namen. So soll die "Zitter"pappel bei der Angst vor dem Unbekannten helfen.

Hergestellt werden die Bachblüten, indem man sie nach rituellen Vorschriften sammelt, in Wasser einlegt und ein paar Stunden der Sonne aussetzt. Manchmal werden auch auch Äste und Blätter gekocht. Der so hergestellte Sud soll eine nicht näher definierbare “Blütenenergie“? enthalten. Worin diese "Energie" bestehen soll, darüber schweigt sich das Verfahren bis heute, etwa 80 Jahre nach seiner Entstehung, aus. Oft liest man von "Schwingungen", wobei in guter esoterischer Tradition die Frage, was da denn eigentlich schwingen soll, ausgeklammert wird. 

Das Ganze wird zuletzt noch deutlich verdünnt, meist im Verhältnis 1:240. Der Name "Blütenessenzen" ist also schon mal irreführend - unter einer Essenz versteht man im Allgemeinen ein Konzentrat - nicht etwas, das bis zur pharmakologischen Unwirksamkeit herunterverdünnt ist.

Bachblüten werden in schönen bunten ratgeberbüchlein oder sich mit Schlagwörtern wie "natürlich" oder "sanft" schmückenden Webseiten oft mit vollmundigen Wirkversprechen verkauft. Nicht selten so, wie Du es hier beschreibst, macht man das Verfahren dem Kunden dadurch schmackhaft, dass man ihm "seine ganz persönliche" Mischung andreht.

Fakt ist: Bachblüten wirken überhaupt nicht gegen oder bei verschiedenen Ängsten. Es handelt sich um Placebos, Scheinmedikamente mit einem hanebüchenen esoterischen Überbau.

Studien zeigen eindeutig, dass die Produkte nicht besser sind als andere Scheinmedikamente:

https://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/2009/08/12/studie-untersucht-bachblueten-wirkung-bei-pruefungsangst-und-adhs.html

Ich zitiere einmal den zentralen Abschnitt:

"Für das Review wurden drei Studien beigezogen, welche sich mit der Wirksamkeit von Bachblüten gegen Prüfungsangst befassten, und eine Studie, welche die Wirkung gegen ADHS untersuchte. (...) Alle vier Studien kamen zum Schluss, dass Bachblüten nicht besser gegen Prüfungsangst oder ADHS wirken als Placebo. Bei allen therapierten SchülerInnen und StudentInnen zeigte sich zwar eine Verbesserung der Symptome, aber diese Verbesserung stellte sich sowohl bei der Einnahme von Bachblüten als auch von Placebo ein."

Also: Keine Meinungsfrage, sondern fundiertes Ergebnis.

Nachlesen kannst Du alles Wichtige zu den Bachblüten hier:

http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Bach-Blütentherapie

leide ich an einer Psychischen Angsstörung (Emetophobie). Und habe nun beschlossen mit einer Für mich angefertigte Mischung der Bachblüten zu starten und es auf mich wirken zu lassen.

Bedeutet im Klartext:

Du hast eine diagnostizierte Angststörung - also eine echte und reale psychische Erkrankung.

Und Du beschließt für Dich, allein daran herumzudoktern... und das mit einem esoterischen Placebo.

Das ist keine vernünftige Entscheidung.

Was Du brauchst, das ist ein seriös arbeitender Therapeut (also bitte kein Heilpraktiker), der auf Angststörungen spezialisiert ist... und der mit Dir zusammen anhand des Umfangs der Beschwerden entscheiden kann, ob man es zur Zeit mit einem Placebo versuchen kann. - Der Dir in einer psychologischen Behandlung parallel aber auch echte und reale Hilfe bietet.

würde ich darauf hingewiesen das mein Zustand sich erst einmal verschlechtern kann.... und es ist ein gutes Zeichen.

Und jetzt kommen wir wieder zum Ausgangspunkt der Frage zurück:

Jetzt kannst Du vielleich nachvollziehen, warum Verfahren OHNE Wirksamkeit oft mit solchen aus medizinischer Sicht wirklich hanebüchenen Aussagen gegen Kritik geschützt werden?

Wenn Du ein wirkungsloses Mittel einnimmst... dann passiert im Großen und Ganzen dasselbe, als wenn Du gar nicht behandelt hättest. Du hast temporär ein paar Placeboeffekte, aber langfristig verändern die am Krankheitsverlauf nichts oder nicht viel.

Du beobachtest in etwa die natürlichen Krankheitsverläufe, die normal schwankenden Symptome oder die Effekte anderer Behandlungen oder auch die Effekte von Umstellungen in der Lebensweise. All das spielt für den Verlauf von Beschwerden ja eine große Rolle.

Nun kann es sein, dass all die genannten Faktoren dazu führen, dass sich die Symptome mit der Zeit tatsächlich bessern. Bei Bachblüten ist das allein schon dadurch der Fall, dass sie oft bei Prüfungsängsten eingesetzt werden und die Prüfung dann halt auch beizeiten rum ist und die Angst dann auch weg ist. Weil man nicht jede Prüfung, die einem Angst macht, auch gleich deswegen versemmelt, machen viele Leute "positive Erfahrungen" mit den Bachblüten: Sie erleben Besserungen NACH der Einnahme... und deuten als "Wirkung" der Präparate, was in Wahrheit auf all die anderen Faktoren zurückgeht.

Daneben gibt es bei wirkungslosen Produkten eben halt auch immer Kunden, die die Mittel nehmen... und ihre Beschwerden werden schlimmer, weil sie einfach bislang unbehandelt sind, weil eben nur Scheinmedikamente genommen wurden.

Denen redet man ein, es handele sich um "ein gutes Zeichen" und es sei diese Verschlechterung "am Anfang".

Tatsächlich beobachtest Du wie im positiven Fall aber nur den natürlichen Verlauf der Beschwerden.

Wenn sich Dein Zustand verschlechtert, dann bedeutet es genau das: Dir geht es schlechter. Und nichts anderes. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Herumdoktern mit einem wirkungslosen Scheinmedikament in diesem Falle nicht der richtige Weg sein könnte und man möglicherweise mal besser eine richtige Behandlung anstreben sollte.

Verbraucherschützer, Ärzte und Wissenschaftler kritisieren derartige esoterischen Verfahren wie die Bachblüten sogar vor allem wegen solcher Märchen von der "Erstverschlimmerung", weil die eben das Risiko des Patienten auf Verzögerung oder Unterlassung einer notwendigen Therapie drastisch vergrößern.

Lass Dir nichts einreden!

Grüße

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Hallo takeru22,

Du weißt, was D6 bedeutet? Das ist eine Verdünnung von 1: 1 000 000.

Entsprechend bedeutet, dass 1 ml Deiner Tropfen 10^-6 ml =10^-9 l =10^-12 m³ Iodum enthält. Das bedeutet:

Molares Volumen von Iod = 25,7 * 10^-6 m³

(Bedeutet 1 mol Iod hat das Volumen 25,7* 10^-6 m³)

Und damit für Deine Tropfen: 1ml der Tropfen entspricht einer Iodmenge von 0,039 *10^-6 mol.

Die molare Masse von Iod ist 127 g/mol. 

Und damit enthält 1 ml Deiner Tropfen 0,039 *127 * 10^-6 g = 4,9 μg.

(wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe)

Weil im ganzen Fläschchen 20 ml der Lösung enthalten sind, enthält das ganze Fläschchen also knapp 100 Mikrogramm Iod. 

Mit 1,5 solchen Fläschchen kämst Du also recht nahe an Deinen Tagesbedarf an Iod. Falls Du schwanger sein solltest, am besten noch ein Fläschchen mehr. Einzelne Tropfen bringen da nichts, das ginge in den Schwankungen der täglichen Nahrungszufuhr unter. 

Und da hast Du richtig Glück: D6 ist eine recht geringe Verdünnung für die Homöopathie. Bei handelsüblichen D30 würden Millionen Fläschchen nicht reichen...

Übrigens: Weißt Du, was Homöopathie ist? Der Glaube, dass das Mittel etwas heilt, was es beim Gesunden hervorruft... Wenn Du also denkst, mit einem Homöopathikum Iodmangel bekämpfen zu können, musst Du gleichzeitig glauben, dass die Einnahme von Iod beim Gesunden Iodmangel erzeugt. 

Man muss wohl wirklich Heilpraktiker sein, um so etwas zu glauben...

Also: Fazit:

1 ml Deiner Tropfen enthält etwa 4,9 μg Iodum. Soweit die Frage. Wenn Du zusätzlich einen guten Rat willst (dafür ist gf schließlich da):

1) Lass erst einmal von einem echten Arzt mittels Blutbild abklären, ob wirklich ein Iodmangel besteht. Die Diagnoseverfahren, die Heilpraktiker da anwenden, sind alles andere als sinnvoll. Nicht selten sind da kinesiologische Verfahren oder Bioresonatoren im Einsatz - oder noch unsinnigeres. Gut möglich, dass die Heilpraktikerin da einfach einen Schuss ins Blaue gefeuert hat, nicht wenige Leute in Deutschland haben tatsächlich Iodmangel.

2) FALLS wirklich ein Bedarf besteht: Nimm Iodtabletten, in denen eine vernünftige Menge Iod drin ist, kein pseudowissenschaftliches Homöopathikum. "Alternativ" kannst Du auch 2x die Woche ein Fischgericht zu Dir nehmen. Das deckt den Bedarf eigentlich ganz gut und ist außerdem noch lecker.

Grüße
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Wechselwirkungen unter bestimmten Homöopathischen Ergänzungsmitteln?

Guten Abend,

wie oben beschrieben habe ich eine Frage zu bestimmten Homöopathischen Ergänzungsmitteln und deren Verträglichkeit untereinander. Als Basic: Ich bin 25 Jahre jung und war/bin Übergewichtig. Bei einer Größe von 167cm habe ich bis vor einem dreiviertel Jahr 103kg gewogen. Durch Sport und eine Ernährungsumstellung bin ich mittlerweile bei 87kg angekommen.

So, also zur Unterstützung und für die Gesundheit nehme ich ein paar Homöopathische Ergänzungsmittel ein. Außerdem beschäftige ich mich viel mit Heilkräuter etc.

Ich nehme: Klettenwurzelextrakt in Kapselform ,Mariendistel,Ingwerpresslinge, Omega 3; Knoblauchkapseln, Manchmal nach nem Stück Torte oder so Zimtkapseln ( kein Diabetes), Aloe Vera Kapseln ,Chilli kapseln ( mir fällt der Wirkstoff nicht ein) ,Magnesium nach dem Sport ,OCP Kapseln, Acai Kapseln

Außerdem trinke ich viel: Weißdorntee, Grüntee, Senneskraut manchmal, Löwenzahn, Kamille.

Esse oft Knoblauch und verspeisen täglich eine Grapefruit.

Kann mir jemand sagen ob sich irgendwas von den Sachen untereinander ausbremst oder schädlich ist? Ich nehme alle die Sachen noch nicht, nur einiges, habe es aber vor und wollte mich vorher informieren. Zum Anhang - das soll keine Dauerangelegenheit sein - nur vorübergehend um meine Leber und Galle zum Beispiel in Gang zu bringen. Dinge wie Knoblauch allerdings nehme ich schon länger& kann natürlich auch vorbeugend nicht schaden:)

Ich hoffe mir kann jemand helfen. Lg

Julia

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Hallo Julia23945,

Die erste wichtige Information für Dich:

Ich nehme: Klettenwurzelextrakt in Kapselform, Mariendistel, Ingwerpresslinge, Omega 3; Knoblauchkapseln, Manchmal nach nem Stück Torte oder so Zimtkapseln ( kein Diabetes), Aloe Vera Kapseln ,Chilli kapseln ( mir fällt der Wirkstoff nicht ein) ,Magnesium nach dem Sport ,OCP Kapseln, Acai Kapseln

KEINES dieser Präparate hat auch nur das Geringste mit Homöopathie zu tun.

Allensbachumfragen haben ergeben, dass etwa die Hälfte der Anwender pflanzliche Präparate für Homöopathie hält. Das ist falsch, Homöopathie ist keine Naturheilkunde, sondern eine 200 Jahre alte Lehre, in der alle möglichen Stoffe (auch gänzlich unnatürliche wie Maschinenöl) verarbeitet werden - und dabei meist so stark verdünnt werden, dass der Kunde gar nichts mehr davon einnimmt. Das ist dann natürlich neben- und wechselwirkungsfrei.

Bei pflanzlichen Mitteln schaut das ganz anders aus: In denen sind tatsächlich chemische Stoffe in pharmakologisch relevanter Dosis enthalten. Trotzdem verspricht auch hier die Werbung Nebenwirkungsfreiheit - ein Versprechen, das garantiert nicht alle pflanzlichen Präparate einhalten können, auch wenn der Glaube an diese Nebenwirkungsfreiheit weit verbreitete ist ("kann ja nicht schaden, ist ja pflanzlich").

Insofern ist Deine Frage also sehr berechtigt. Ich würde sie sogar noch weiter fassen, falls Du regelmäßig echte Medikamente einnimmst (z.B. die "Pille"). Auch da können Wechselwirkungen eintreten.

Allerdings: Bei diesem "Cocktail" wird Dir die Frage seriös wirklich nur ein Apotheker beantworten können. Ich rate Dir deshalb, Dich in Deiner Apotheke hierzu einmal beraten zu lassen. Dort kann man Dir dann auch sagen, ob sooo viel Nahrungsergänzungsmittel auf einmal dann überhaupt Sinn ergeben - der Körper dürfte das meiste davon "zuviel" bekommen und einfach wieder ausscheiden. Du möchtest schließlich nicht den teuersten Urin der Welt produzieren, sondern Dir etwas Gutes tun...

Grüße

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Hallo schhaalsy,

beide werden keinerlei Einfluss auf den Genesungsprozess und die Narbenbildung haben. Globuli sind nachweislich Placebos und z.B. auf Narbenbildung haben Placebos halt gar keinen Einfluss.

Hier zum Beispiel eine Meta-Studie (also Studienübersicht, das ist aussagkräftiger als einzelne Studien) zu Arnica:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9820349

"The claim that homeopathic arnica is efficacious beyond a placebo effect is not supported by rigorous clinical trials."

Bei anderen Homöopathika sieht das genauso aus

https://motherboard.vice.com/de/article/studie-entzaubert-homoeopathie-forscher-finden-keinen-beleg-fuer-wirksamkeit-749?utm_source=vicefbde&utm_medium=link

Einmal ganz davon abgesehen, dass Hahnemann (der Erfinder der Homöopathie vor 200 Jahren) einfach nur im Grab rotieren würde. Er würde Dir schön erklären, wie wenig eine prophylaktische und nicht individualisierte Anwendung mit seiner Methode zu tun hat.

Dass aber rund 98% der sogenannten homöopathischen Anwendungen heute NICHT nach seinen Regeln stattfinden  - und das gänzlich ohne Einfluss auf die "Erfolgsmeldungen" - zeigt deutlich den Placebocharakter der "Arzneien": So lange man Placebos bei Beschwerden einnimmt, die der Körper alleine (unbehandelt) übersteht, so lange hat man unvermeidlich damit Erfolg: Die natürlichen Genesungsprozesse führen nahezu immer dazu, dass man irgendwann nach der Einnahme Besserungen erlebt. Auch Deine OP-Wunden werden abheilen. Und wenn Du tatsächlich Globuli nehmen wirst, wirst Du das als "Erfolg" der Kügelchen deuten... dabei stünde das Lob allein Deinem Körper zu, der das ohne Placebo ganz genauso hinkriegt. ;-)

Grüße

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Hallo NinaPeter,

Traumeel ist eine Salbe zur äußerlichen Anwendung. Eine gezielte Wirksamkeit ist nicht nachgewiesen. Selbst die Hersteller von Traumeel behaupten aber nicht, man könne die Salbe bei Weisheitszahn-OPs einsetzen. Definitiv gehört die Salbe nicht in die Mundhöhle. Sie wirkt auch nicht desinfizierend und auch nicht blutstillend, abschwellend,  etc.

Typischerweise wird sie bei Verstauchungen oder blauen Flecken eingesetzt, also Beschwerden, die einerseits auch von selbst abheilen, bei denen aber vor allem allein das Eincremen bzw. das Einmassieren der Salbe gut tut.

Arnica als homöopathisches Einzelmittel wird zwar intensiv beworben, doch auch hier zeigt die Studienlage eigentlich eindeutig, dass es keine Effekte über Placebo hinaus gibt. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9820349 Zitat: "
The claim that homeopathic arnica is efficacious beyond a placebo effect is not supported by rigorous clinical trials.")

Arnika-Globuli sind Placebos. Es gibt auch hier also keinerlei Einfluss auf Dein Befinden oder das Ausheilen der Zahnwunden. Ein Mittel also, das Du Dir sparen kannst.

Von den vielfältigen Empfehlungen von Homöopathen in der Zahnheilkunde ist keine durch seriöse Daten abgedeckt - ein Umstand, der dazu führt, dass die Empfehlungen wiederholt als unethisch kritisiert wurden. (http://www.nature.com/bdj/journal/v209/n10/full/sj.bdj.2010.1032.html)

Was macht Sinn?

  • Kühlen nach einer Zahn-OP verhindert die Schwellung. Besorge Dir in der Apotheke ein paar Kühlpads und lege die kalt. Immer einen rausnehmen, in einen Waschlappen stecken und drauf auf die Backe. Wenn der warm ist, wieder kühlen und durch den nächsten austauschen.
  • Sehr sorgfälige Mundhygiene. Besorge Dir ein desinfizierendes Mundwasser und benutze es auch regelmäßig, vor allem nach den Mahlzeiten. In den ersten 2 Wochen besteht ein erhöhtes Risiko einer Infektion der Wunde durch Lebensmittelteilchen.
  • Wenn die Wunde plötzlich wieder stark anschwillt (das geht oft recht schnell, innerhalb von 2 - 3 Stunden) oder Du Fieber kriegst, ist genau das passiert: Es sind Keime in die Wunde eingedrungen. Dann gehst Du möglichst schnell zum Arzt. Der wird die Wunde professionell reinigen und Dir dann ggf. auch ein Antibiotikum mitgeben. Vorbeugend bekommt man heute eigentlich bei Zahn-OPs keines, weil derartige Fälle wirklich sehr selten sind.
  • Ansonsten: Abwarten und keine Angst. Die ersten zwei Tage sind unangenehm, aber mit einem guten (wirksamen(!)) Schmerzmittel zu überstehen. Danach dauert es ein paar weitere Tage, bis die Schwellung wirklich ganz weg ist.


Mein Sohn hat das letzten Februar genauso hinter sich gebracht. Das Ziehen aller 4 Zähne war in einer guten Stunde erledigt. Danach bist Du wahrscheinlich ziemlich "groggi". Lass Dich nach Hause bringen von einem Bekannten oder Verwandten. Danach und am Wochenende viel Ruhe und sehr weiches Essen - Du wirst den Mund nicht richtig aufmachen können. Das wird aber von Tag zu Tag besser.

Grüße und toitoitoi


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Hallo ELinchen,

bei der hCG-Diät ist ohnehin Vorsicht geboten, weil hier dazu geraten wird, die tägliche Kalorienzufuhr auf etwa 500 KKalorien abzusenken.

Das ist zu wenig, um den Körper wirklich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Klar, man nimmt ab. Aber gesund ist anders.

Und Jojo-Effekte sind vorprogrammiert, weil man die drastische Reduktion des Essens nicht beliebig lange durchhält.

Bei der aus Hollywood zu uns geschwappten Diätform wird das hCG-Hormon in normaler Dosis verabreicht; Promis lassen es sich z.B. spritzen.

Der Witz: Bereits das ist vollkommen sinnlos. Denn der Nutzen des hCG-Hormons als Hilfe beim Abnehmen lässt sich überhaupt nicht belegen. Man strapaziert hier den Körper lediglich zusätzlich zu einer drastischen Diät auch noch mit einer nicht ungefährlichen Hormondosis.

Immerhin die Nebenwirkungen vermeidet man also, wenn man hCG nur homöopathisch einnimmt. Empfohlen werden in den Diätplänen meist die "Potenzen" C12, C30 oder C60.

Was bedeutet das?

C bedeutet "verdünnt im Verhältnis 1:100" - und das so oft, wie die Zahl dahinter angibt.

Eine C12 wirde also 12 mal im Verhältnis 1:100 verdünnt. Das gibt 1 hCG Molekül auf 1 000 000 000 000 000 000 000 000 Lösungsmittelmoleküle.

Ungefähr dieselbe Menge Moleküle ist in einem 10g-Globulifläschchen enthalten. Oder anders ausgedrückt: Im ganzen Fläschchen ist bei C12 rein statistisch vielleicht 1 Molekül des angeblichen Wirkstoffes.

Die C30 ist von dieser Verdünnung ausgehend noch einmal 18 mal im Verhältnis 1:100 weiterverdünnt, so dass Du hier schon 1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 kaufen und essen müsstest, bevor Du das erste Molekül des Wirkstoffes zu Dir nimmst.


Ein "Kügelchen" in einer Verdünnung von C30 müsste um 1 Wirkstoffmolekül zu enthalten etwa den Durchmesser des Abstandes Erde-Sonne haben. Das lässt sich schwer schlucken.

Eine C60 entspricht einem Verdünnungsverhältnis von 1 hCG auf mehr Teilchen als es im beobachtbaren Universum gibt.

Und nein: Gerne werden angesichts solcher absurden Zahlen nun "Information", "Schwingungen" oder gar die Quantenphysik ins Spiel gebracht, um beim Patienten irgendwie den Eindruck zu erwecken, da gäbe es etwas, was wirkt. Aber ab hier wird es dann einfach nur noch pseudowissenschaftlicher Humbug.

Die Antwort lautet daher:

Nein, die homöopathsichen Potenzen der hCG-Diät haben keinerlei Wirkung auf Dich, auf Deine Schilddrüse oder auf den Abnehmprozess, die über irgendwelche Placeboeffekte (bei der Diät also v.a. Durchhalteeffekte über den Glauben an die Diät) hinausgehen.

Die ganze hcG-Diät ist aber von ihrem Wesen her äußerst bedenklich und programmiert Jojo-Efffekte vor.

So unangenehm das ist: Abnehmen geht am besten über gesunde Ernährung mit wenig Fett und viel Obst und Gemüse, ergänzt mit Bewegung. Und beides als langfristige Umstellung des Ernährungsplans - nicht über ungesunde Blitzdiäten.

Grüße

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Hallo SandraTieraku,

eigentlich ist das gar nicht so.

Auf Wiki kann man nachlesen:

""C-Potenzen werden heute noch am häufigsten verwendet. Dazu gehören die Potenzen der so genannten Kent-Reihe: C6, C12, C30, C200, C1'000.""

Alle diese Potenzen außer der C6 enthalten keinerlei Wirkstoff mehr, die C12 gerade so nicht mehr. Und die C6 bereits zu wenig, um noch pharmakologische Relevanz zu haben. Also scheinen die Potenzen, in denen "noch was drin ist" zumindest unter den klassischen Mitteln nicht die am häufigsten verwendeten zu sein.

Weil aber einfach weder in der C12, noch in der C30, noch in der C200 oder jeder höheren Potenz auch nur irgendein Wirkstoffatom drin ist, ist es eigentlich auch nicht richtig zu sagen, die höheren Potenzen (wie eine C10 000) enthielten "viel weniger" Wirkstoff als diese niedrigeren. Richtiger ist: Weder eine C30 noch eine C1000 enthalten den Wirkstoff. Die sind in dieser Beziehung bereits gleichwertig.

Und nein, die enthalten auch keine "Information" oder sonst irgendein imaginäres Wesen des Wirkstoffes. Das wissen wir heute.

Vielleicht meinst Du mit Deiner Frage die oft gelesene Empfehlung, der Laie solle nicht mit Hochpotenzen an sich herumdoktern? Entsprechend werden auch bei Kindern gerne D-Potenzen, auch unter der D6 eingesetzt.

Und ja: Das ist tatsächlich nicht unproblematisch, denn unter der D6 ist tatsächlich noch so viel von manchen Stoffen enthalten, dass allergene Wirkungen und andere (eben auf der pharmakologischen Wirkung beruhende Effekte) nicht auszuschließen sind.

Warum ist das so?

Nun, im Bilde der Homöopathie sind die Hochpotenzen die besonders tiefgreifend wirkenden Mittel. Solche, die auf Körper und Geist wirken und das angeblich auch noch nach Monaten.

Wäre das richtig, dann wäre es natürlich sehr sinnvoll, wenn der Laie nicht mit solchen Mitteln an sich selbst herumdoktert. Das ist eigentlich unmittelbar klar.

Auch wenn man einmal akzeptiert hat, dass hier mit Placeboeffekten gearbeitet wird, machen solche Unterscheidungen tatsächlich Sinn, denn auch Placeboeffekte sind dosierbar.

Wenn nun der Therapeut vor der Gabe einer C1 000 betont, was für ein außerordentlich starkes Mittel er gibt, wenn er außerdem noch ein paar Anweisungen gibt, was zu tun ist, falls die Wirkung "zu stark" sein sollte und auch sonst noch ein paar Verhaltensregeln, bevor er sein eines(!) Kügelchen höchstpersönlich rituell bedeutungsvoll dem Patienten höchstpersönlich unter die Zunge schiebt - ja! Dann löst das sehr viel stärkere Placeboeffekte aus als die C30, die allgegenwärtig ist. Ein Placeboverfahren braucht solche Mittel, um die ein Brimborium gemacht wird.

Also: Es macht Sinn, einige Mittel nicht im Laiengebrauch einzusetzen. Egal, ob man aus der homöopathischen oder aus der naturwissenschaftlich fundierten heraus argumentiert.

Ungefähr klar?

Grüße

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Hallo Daskleinelch,

ganz unabhängig davon, dass Du Deine Eltern bisher noch nicht überzeugen konntest, zum Arzt zu gehen:

Du selbst solltest die Bedürfnisse Deines Körpers äußerst ernst nehmen.

Und einfach blind irgendwelche - egal welche - Medikamente einzuwerfen, das ist keine gute Problemlösungsstrategie.

Gerade Antidepressiva sind keine harmlosen Medikamente. Sie greifen in unser Wohlbefinden und in unser Urteilsvermögen ein. Sie können sogar abhängig machen. Wenn nicht körperlich, dann zumindest seelisch.

Es gibt also gute Gründe, warum wirklich wirksame Präparate verschreibungspflichtig sind. Ein ausgebildeter Therapeut muss sehr genau prüfen, ob ein bestimmtes Medikament indiziert (also notwendig) ist - und wenn ja, welches.

Auch pflanzliche Präparate sind nicht so nebenwirkungsfrei, wie man oft hört. Pflanzen enthalten schließlich chemische Verbindungen - dieselben Verbindungen, die dann isoliert und genauer dosiert in Medikamenten Anwendung finden. 

Pflanzliche Präparate wirken also genauso über chemische Stoffe, wie Präparate, in denen die Stoffe künstlich hergestellt wurden. Und entsprechend gibt es auch bei pflanzlichen Präparaten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln.

Das oft bei Depressionen empfohlene Johanniskraut ist alles andere als harmlos. Es kann die Wirkungen anderer Medikamente herab- oder heraufsetzen, so dass diese nicht mehr wirken - oder viel zu stark. Beides kann lebensgefährlich werden.

Gerade deshalb ist es

  • besser, gar nichts auf eigene Faust zu nehmen
  • wenn man etwas nehmen möchte, dies mit dem Arzt abzuklären

Hier kannst Du nachlesen, dass das so auch stimmt:

http://www.fem.com/gesundheit/news/johanniskraut-andere-medikamente-wechselwirkungen

Es ist frustrierend, nicht ernst genommen zu werden. Dennoch hast Du gute Chancen, keine echte Depression zu haben. Das ist eine schwere Erkrankung, die in Deinem Alter zum Glück sehr selten ist. Das heißt aber nicht, dass man nicht auch unter depressiven Vertimmungen sehr leiden kann.

Du könntest noch einmal versuchen, Deine Eltern zu überzeugen, mit Dir zum Arzt zu gehen. Du kannst sogar alleine gehen. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht. Oder Du kannst Dich als ersten Schritt an den Vertrauenslehrer Eurer Schule wenden. Normalerweise hat jede Schule einen Vertrauenslehrer und/oder einen zuständigen Schulpsychologen. Dort könntest Du Dich aussprechen und vielleicht Adressen für weitere Anlaufstellen in Deiner Gegend bekommen.

Dieser Weg bringt Dir meiner Meinung mehr als Pillen, die die Ursache Deiner Probleme gar nicht erreichen können.

Grüße

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Hallo Sonnenblume21,

13 kg nimmt man nicht einfach so zu.

Und keinesfalls allein durch Einnahme eines Placebos. Das ist vollkommen ausgeschlossen.

Du solltest eine Gewichtszunahme in die ser Größenordnung nicht unbeachtet lassen, das ist ungewöhnlich.

Zuerst: Frage Dich ehrlich, ob Du in diesem Jahr zu viel und/oder zu fettreich gegessen hast. Kann es sein, dass Du Dir das angefuttert hast?

Falls Du eher den Eindruck hast, dass Du so gegessen hast, wie zuvor, kann es nämlich sein, dass eine Erkrankung oder Stress der Auslöser für die Gewichtszunahme sind.

Da auch ernstere Erkrankungen in Frage kommen, sollte man unerklärliche Gewichtszunahmen beim Arzt abklären lassen.

"Geduld haben", der Rat Deiner HP ist, falls es sich wirklich um eine Gewichtszunahme handelt, die Du Dir nicht erklären kannst, der denkbar schlechteste Ratschlag. Bei ernsten Erkrankungen kann ein solcher Rat dazu führen, dass man abwartet und nichts tut, während sich ein wertvolles Zeitfenster einer einfachen Behandlungsmöglichkeit auch ernster Probleme langsam aber unwiederbringlich schließt.

Bitte: Wenn Du Dir nicht erklären kannst, wo das Gewicht herkommt, gehe zu einem seriösen Arzt!!

Lies einmal hier nach: http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Symptome/Gewichtszunahme/

Grüße

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Hallo sarah1609,

nach Deiner Beschreibung ist nicht auszuschließen, dass es sich um einen Hörsturz handelt.

http://www.apotheken-umschau.de/hoersturz beschreibt die Symptome so:

"Ein Hörsturz kommt plötzlich. Als stecke auf einmal ein großes Stück Watte oder ein Ohrstöpsel im Gehörgang, so beschreiben es Betroffene. Sie hören deutlich schlechter oder fast gar nichts mehr – meistens nur auf einem Ohr."

Das liest sich sehr ähnlich zu Deiner Beschreibung. Auf der Seite sind auch mögliche Therapien beschrieben. Keine Panik, dort steht auch "Bei einem leichten Hörsturz, der den Patienten wenig beeinträchtigt, wird der Arzt üblicherweise dazu raten, erst einmal ein paar Tage abzuwarten. Denn in etlichen Fällen heilt der Hörsturz von alleine wieder aus."

Du solltest aber zum frühest möglichen Zeitpunkt die Sache von einem HNO Arzt überprüfen lassen. Am besten gleich morgen. Falls eine Therapie notwendig ist, wirkt sie umso besser, je weniger fortgeschritten das Problem ist. Lass es also baldmöglichst vom Arzt untersuchen und mach' Dir keine Sorgen.

Grüße und gute Besserung

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Hallo Adhideva,

jede C 200 ist reiner Zucker, mehr nicht. C 200 bedeutet 200 mal im Verhältnis 1:100 verdünnt. Am besten verdeutlicht man sich, was das bedeutet, wenn man es Schritt für Schritt betrachtet:

Im 1. Verdünnungsschritt kommt 1 Calciumatom auf 100 Lösungsmittelmoleküle (1:100)

Im 2. Schritt kommt 1 Calciumatom auf 10 000 Lösungsmittelmoleküle (1:10 000)

Im 3. Schritt kommt 1 Calciumatom auf 1 000 000 Lösungsmittelmoleküle (1:1 000 000)

Im 4. Schritt kommt 1 Calciumatom auf 1 00 000 000 Lösungsmittelmoleküle (1:1 00 000 000) Bereits jetzt hast Du im Trinkwasser eine höhere Konzentration vorliegen. Es fehlen aber noch 96 Verdünnungsschritte.

... (In jedem Verdünnungsschritt kommen 2 Nullen dazu)

Im 100. Schritt kommt 1 Calciumatom auf 10^200 Lösungsmittelmoleküle, eine 1 mit 200 Nullen dahinter. Zum Vergleich: Im beobachtbaren Universum befinden sich eher zwischen 10^80 ... 10^100 Teilchen. Und nicht vergessen 10^200 ist nicht das Doppelte, also nicht nur eine Verdünnung auf 2 Universen, sondern auf 10^100.

Im Klartext bedeutet das, dass in einem Fläschchen C200 einfach kein Atom der genannten Substanz drin ist. Keines, kein einziges. Du hast reinen Zucker erworben.

Die Annahme, dass eine Substanz in kompletter Abwesenheit noch eine gezielte Wirksamkeit (also über Placebo hinaus) ausüben kann, widerspricht umfangreich unserem sich täglich bewährenden Wissen in Physik, Chemie und Biologie.

Homöopathika sind reine Placebos. Es wird bei einer Entwicklungsverzögerung nicht helfen. Als Placebo kann es Deine Nerven beruhigen, weil Du Dich durch das Geben eines Mittels an sich (also über das Ritual "Behandlung" und die damit verbundenen bewussten und unbewussten Therapieeffekte) besser fühlst.

Die Entwicklungsverzögerung selbst sollte aber unbedingt ein guter Kinderarzt mit entsprechenden Förderprogrammen angehen (Logo, Ergo, ....). Das C 200 wird darauf keinerlei Einfluss nehmen können. Placebos helfen nicht bei Entwicklungsverzögerungen. Egal, wie oft und wann Du es gibst.

Weitere Informationen findest Du hier, ebenso wie weiterführende Links:

http://www.konsumentenbund.de/themenseite-hom%C3%B6opathie.html

Grüße und alles Gute!

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Hallo Rosenrot1,

nein, Magnetschmuck ist mitunter hübsch, aber eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus ist nicht zu erwarten. Das belegen erstens große Studien - wie zum Beispiel hier berichtet:

http://www.aponet.de/aktuelles/forschung/20131119-magnetschmuck-hilft-nicht-gegen-rheuma.html

"Keines der Armbänder hatte einen deutlichen Einfluss auf den Verlauf der entzündlichen Gelenkerkrankung, der über den eines Placebos hinausging. Sie wirkten sich weder auf die Schmerzen noch auf die Entzündung, die körperlichen Funktionen, die Krankheitsaktivität oder die Verwendung von Medikamenten nennenswert aus, wie die die Forscher online im Fachjournal PLOS ONE berichten."

Zweitens muss man darauf hinweisen, dass Webseiten, die für Magnetarmbänder werben, dies meist mit physikalisch völlig falschen Aussagen tun - was den meisten Patienten gar nicht auffällt, liegt doch der Physikunterricht aus der Schule lange zurück ...

Oft liest man beispielsweise, die Magnete könnten deshalb die Blutzirkulation beinflussen, weil das Blut ja auch Eisen enthalte. Das ist falsch. Das Eisen liegt im Blut in gebundener Form ("Hämoglobin") vor - und diese Verbindung ist nicht magnetisch. Auch ist die typische Stärke der verwendeten Magnete so, dass die Magnetfelder ohnehin nur minimale Eindringtiefen besitzen, meist nicht tiefer als die Haut. Die tiefer liegenden Gelenke können also allein schon deshalb nichts von den Magneten "bemerken".

Die wahrgenommenen "Wirkungen" lassen sich aber sehr gut mit dem Placeboeffekt erklären, der gerade bei Schmerzpatienten oft nicht unerheblich ist. Der Patient führlt sich beruhigt, der Situation gegenüber nicht hilflos, er hat das Gefühl "etwas für sich zu tun". So lange vorher(!) vom Arzt abgeklärt wurde, dass kein behandlungsbedürftiges Problem vorliegt (es also durch das Placebo nicht zu einer Therapieverzögerung kommt), ist grundsätzlich nichts dagegen zu sagen.

Ob man die Vertreiber der Magnetarmbänder mit ihren nicht haltbaren Versprechen und physikalisch nicht korrekten Aussagen finanziell unterstützen sollte/möchte, muss jeder für sich entscheiden.

Grüße

P.S.: "Positive Energie" solltest Du Dir übrigens auch nicht davon versprechen. Auch dieser Begriff stammt ebenso wie die "negative Energie" nicht aus der Physik, sondern der Esoterik...

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Hallo Dancergirl,

Warzen sind mitunter ansteckende Infektionen der Epidermis. Dass sich Deine Warzen vermehren, spricht dafür, dass bei Dir diese durch sogeannten Papillomviren verursachte ansteckende Variante vorliegt.

Du kannst die Warzen vereisen. Entsprechende "Vereiser" bekommst Du in der Apotheke. Sicherer und schnell macht es ein Arzt. Es tut während der wenigen Sekunden des Vereisens weh, sonst aber nicht.

Der Vorteil, es durch den Arzt machen zu lassen ist, dass er geübter ist, wirklich alles infiziertes Gewebe zu erwischen. Sterben nicht alle Viren ab, kommt die Warze nämlich wieder.

Unterstützen kannst Du die Behandlung durch Abfeilen der Hornhaut (nicht mehr als bis es blutet(!)) und durch Verätzen, zum Beispiel mit "Clabin". Halte die Hornhaut außerdem so trocken wie möglich, also zum Beispiel nach dem Baden gut abtrocknen.

Beachte auch: Wenn Du barfuß läufst und es sich tatsächlich um Papillomviren handelt, können sich auch Andere, die ebenfalls barfuß unterwegs sind, anstecken. Im Sommer, wenn man öfter in der Wohnung keine Schuhe trägt, sollte man vielleicht darauf achten.

Homöopathische Globuli, gerade in Potenzen über C12 sind absolut wirkstofffrei und reine Placebos. Gegen Warzen werden sie Dir nicht helfen. Reine Zeit- und Geldverschwendung, an eine Warze mit einem Placebo ranzugehen. Sorry.

Grüße und gute Besserung!

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Das klingt nach einer Reizung des Trigeminusnerves.

Der Trigeminus ist eine große Nervenleitung, die genau dort verläuft, wo Du die Schmerzen beschreibst: Von der Schläfe kommend genau unter der Augenbraue entlang, zu beiden Seiten die Nase entlang Richtung Eckzahn.

Ein drückender Schmerz, der manchmal auch ins Auge strahlt und schlimmer wird, wenn Du in Richtung Nerv, also in Richtung Nase (auf der schmerzenden Seite) blickst.

Wenn das den Schmerz gut beschreibt, könnte es ein etwas nervöser Trigeminus sein. In diesem Fall macht es Sinn, den Nerv etwas zu verwöhnen, indem Du Zugluft konsequent vermeidest.

Wenn der Schmerz so ist, dass Du Wärme angenehm empfindest, dann ist es gut, die schmerzende Gesichtshälfte wann immer es geht zu wärmen - und wenn es nur durch Handauflegen ist. Tut dagegen Kälte gut, besser gar nichts machen, den Nerv keinesfalls kühlen.

Ein HNO-Arzt müsste in der Lage sein, die Diagnose entgültig zu stellen. Im Prinzip ist die Sache harmlos; man sollte den Nerv halt schonen, um zu vermeiden, dass es chronisch wird.

Grüße

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