Hallo gretel33,

die homöopathische Lehre ist alles andere als einheitlich. Jeder kocht sozusagen sein eigenes Süppchen. Entsprechend divergieren auch bei den sogenannten "Taschenapotheken" die Empfehlungen, welches Homöopathikum darin vertreten sein sollte.

Die normale DHU-Taschenapotheke enthält deswegen einige andere Homöopathika als das Produkt, das auf den Empfehlungen des Homöopathen Dr. Bansa beruht.

Konkret enthält das Täschchen nach Dr. Bansa 2 Röhrchen mit Zuckerkügelchen mehr und zum Teil anders beschriftete:

Die Beschriftungen Drosera, Ignatia, Phosphorus, Pyrogenium, Staphisagria, Tartarus, und Viburnum sind nur nach Dr. Bansa enthalten

Die Beschriftungen Euphrasia, Hypericum, Luffa, Natrium chloratum und Okoubaka sind dagegen nur in der normalen Tasche enthalten.

Da es sich in beiden Fällen um Verdünnungen im Grad C30 (also 1:10^60) handelt, sind die genannten Stoffe natürlich wie alle anderen NICHT enthalten. In beiden Produkten findet sich in allen Röhrchen ausschließlich Zucker und keinerlei Wirkstoff. Wissenschaftlich gesehen enthalten alle Röhrchen Placebokügelchen. Der Unterschied ist also wirklich wie gesagt nur der, dass Du bei Dr. Bansa 2 Röhrchen mit Zuckerkügelchen mehr bekommst. Wissenschaftlich gesehen ist die Bezeichnung als Taschenapotheke deswegen sehr irreführend.

Du solltest zusätzlich, egal welche von beiden Du erstehst, stets noch ein paar medizinisch sinnvollere Produkte in die Reiseapotheke packen. Und in der Handtasche unterwegs reicht ein einfaches Pflaster, Tücher zur Desinfektion, ein paar Halsbonbons und vielleicht ein Kopfschmerzmittel.

Grüße

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Hallo Ungeheilt,

C30 bedeutet 30 mal im Verhältnis 1:100 verdünnt.

Das entspricht einer Verdünnung von einem "Wirkstoffteilchen" auf 1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 Lösungsmittelteilchen. Das Ganze wird dann noch mal im Verhältnis 1:100 auf die Zuckerkügelchen aufgesprüht. Von denen sind 10g (oder etwa ein mol) in einem Gläaschen.

Das bedeutet, dass Du ungefähr 1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 Fläschchen von dem Mittelchen kaufen musst, bevor Du Chancen hast, das erste Wirkstoffmolekül erstanden zu haben. Zum Vergleich: Im Lotto muss man nur 14 000 000 Tipps abgeben, um 6 richtige zu haben.

Was bedeutet das?

Du hälst ein Placebo in der Hand. Ein Mittel ganz ohne eigene Wirksamkeit für oder gegen etwas.

Genau deshalb kommen auch derart unterschiedliche Einnahmeempfehlungen zustande. Bei einem Placebo - in diesem Falle Kügelchen reinen Zuckers - ist es im Hinblick auf medizinische Wirksamkeit völlig wurscht ob Du einmalig 5 Kügelchen nimmst oder über mehrere Tage mehrmals 2 Kügelchen. Die Kügelchen haben so oder so keinen Effekt auf die Beschwerden, weil es Placebos sind.

Solche Vorschriften sollen nur den Respekt vor dem Mittel und damit die Chance auf Placeboeffekte steigern. Nicht selten finden sich bei Homöopathika deswegen noch kompliziertere Vorschriften: Man solle die Kügelchen unter der Zunge zergehen lassen, man solle Plastik- und keine Metalllöffel verwenden, man solle sie in Wasser verkleppern... etc. Gerade die Vielfalt der Empfehlungen ist einer der vielen Belege für den Placebocharakter. Auf den übrigens auch die EASAC (eine Dachorganisation Europäischer Wissenschaftsakademien) in ihrer Stellungnahme zur Homöopathie hinweist.

Mein HNO-Arzt sagt, dass ich für einen längeren Zeitraum täglich morgens und abends 2 Kugeln einnehmen soll.

Wenn mir mein HNO-Arzt so was fragen würde, würde ich ihn fragen, warum er mir nicht einfach sagt, dass meine Beschwerden so leicht sind, dass ein Placebo genügt. Und wenn er dann versucht, mir einzureden, reiner Zucker wäre ein wirksames Medikament, wäre er unmittelbar danach nicht mehr mein HNO-Arzt, sondern mein Ex-HNO-Arzt.

wie oft habt ihr es eingenommen?

Ich bin Naturwissenschaftler. Ich nehme solche Mittel nicht. Wenn ich ein Placebo will, dann eines ohne pseudowissenschaftlichen Überbau. ;-)

Grüße

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Hallo Benut,

in Kürze:

"Global Diagnostics" beruht auf naturwissenschaftlich und medizinisch nicht haltbaren Vorstellungen über den Körper. Die von Dir genannten Diagnosegeräte abeiten nicht nach wissenschaftlich sinnvollen Konzepten und haben nie nachgewiesen, dass sie zuverlässige Diagnosen beim Patienten liefern.

Ausführlicher:

"Global Diagnostic" bzw. die sogenannte "Vitalfeldtherapie" beruht auf der Vorstellung, dass der Mensch wesentliche Teile der Energie, die der Körper täglich verwurstet, nicht durch die Nahrung aufnimmt, sondern durch Licht, bzw. elektromagnetische Strahlung. Der Patient leide - so das Prinzip - unter einem Energiemangel in seinem Vitalfeld - einen Begriff, den weder Medizin noch Naturwissenschaft kennen und der auch vom Verfahren nicht näher eräutert wird. Dieser Energiemangel ("energetische Störung" oder "Blockade", die Begriffe variieren hier etwas) werde durch Behandlung mit den entsprechenden "energetischen" Maßnahmen des Verfahrens wieder behoben.

Es sollte eigentlich selberverständlich sein, dass schon die Voraussetzung einfach nicht stimmt. Zwar fällt natürlich eine Menge Licht auf unseren Körper, doch reflektieren wir fast alles davon. Aus gutem Grund ist unsere Haut ein sehr wirksamer Schutz und verhindert das Eindringen elektromagnetischer Strahlung tiefer in den Körper als die allerobersten Hautregionen. Zudem strahlt der Körper ständig selbst aufgrund seiner Körpertemperatur Wärmestrahlung ab - was ja auch elektromagnetische Strahlung ist. Die Bilanz ist hier also eher negativ.

Eigentlich sollte man hier überhaupt nicht mehr erläutern müssen: Unser täglicher Energiebedarf wird über die Nahrung gedeckt - und NICHT über Licht.

Ein "Vitalfeld" ist als solches ebenfalls einfach nicht nachgewiesen. Es sollte eigentlich auch selbsterklärend sein, dass es eine Voraussetzung für die Anwendung eines Phänomens ist, dieses Phänomen erst mal nachzuweisen. Anwendung setzt voraus, dass wir gezielt und systematisch austesten, welche Einflussnahme welche Reaktionen eines Phänomens triggert. Ohne Nachweis des Phänomens KANN ein solches Austesten nicht erfolgt sein. Entsprechend sollte man als Patient das Ausnutzen nicht nachgewiesener angeblicher Phänomene immer als "red flag" wahrnehmen.

Prompt gibt es keine einzige wissenschaftlich sauber durchgeführte Studie, die den Geräten wie Vitatec & Co. nachweist, dass man überhaupt saubere Diagnosen damit stellen kann.

Es gibt eine einzige Arbeit, die Therapeuten ihren Patienten gegenüber nicht selten als Beleg der Sinnhaftigkeit des Verfahrens vorgelegt wird, die sogar den Briefkopf der Uni Graz trägt. Das überzeugt Viele, weil es wissenschaftlich aussieht.

Die Arbeit selbst erfüllt aber keineswegs wissenschaftliche Standards: Die Patienten wurden hier VOR der Untersuchung mit dem Gerät befragt, woran sie leiden... was die anschließende unverblindete "Diagnose" ihrer Beschwerden mit dem Gerät schon sehr vereinfacht. ;-) Arbeiten, die wissenschaftliche Standards einhalten, findet man vergebens. Auch ein solches Verhalten von Herstellern und anwendenden Therapeuten sollte für den Patienten immer ein Warnsignal darstellen: Hier wurden aussagekräftige Tests des Gerätes vermieden, dem Patienten aber etwas anderes gesagt.

Ein dem Verfahren im Geiste sehr ähnliches Verfahren ist die sogenannte Bioresonanz. Alle je getesteten Bioresonanzgeräte sind in wissenschaftlichen Untersuchungen als zur Diagnostik vollkommen ungeeignet durchgefallen. (https://www.researchgate.net/profile/Brunello_Wuethrich/publication/254198495_Bioresonanz_-_wirksam_oder_unwirksam/links/00b7d51fea5c1f3417000000.pdf)

Ist das nur Geldmacherei und Placebo oder funktioniert das tatsächlich, also unabhängig von einem möglichen Placeboeffekt?

Es ist vor allem keine echte Diagnose, die die Geräte machen. Was da hinten rauskommt, ist eine reine Fantasieaussage. Die Gefahr ist hier also nicht nur, dass Dir eine teure und (außer Placeboeffekten) nutzlose Behandlung empfohlen wird, die Gefahr besteht vor allem darin, dass Du keine echte Diagnose für die Ursache Deiner (vermutlich vorhandenen - oder warum machst Du das?) Beschwerden hast.

Geldschneiderei ist schlimm - die Hauptgefahr besteht aber im Fehlen einer echten Klärung Deiner Beschwerden. Ob Du Dir ein bissi scheinwissenschaftlichen Spaß leisten willst oder nicht, das kannst Du Dir selber überlegen. Du solltest aber nicht das Risiko einer Therapieverzögerung eingehen, indem Du parallel nicht auch noch echte Ursachenabklärung machen lässt.

Ich habe bald einen Termin beim Arzt (beziehungsweise Heilpraktiker)

Du weißt, dass nur einer von beiden eine medizinische Ausbildung hinter sich hat? Würdest Du bei einem Pilot einsteigen, der keine mehrjährige und praxisbezogene Ausbildung hat, sondern dem nur "Unbedenklichkeit" bescheinigt wurde? Nein? Warum machst Du es dann hier so?

Grüße

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Hallo schhaalsy,

beide werden keinerlei Einfluss auf den Genesungsprozess und die Narbenbildung haben. Globuli sind nachweislich Placebos und z.B. auf Narbenbildung haben Placebos halt gar keinen Einfluss.

Hier zum Beispiel eine Meta-Studie (also Studienübersicht, das ist aussagkräftiger als einzelne Studien) zu Arnica:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9820349

"The claim that homeopathic arnica is efficacious beyond a placebo effect is not supported by rigorous clinical trials."

Bei anderen Homöopathika sieht das genauso aus

https://motherboard.vice.com/de/article/studie-entzaubert-homoeopathie-forscher-finden-keinen-beleg-fuer-wirksamkeit-749?utm_source=vicefbde&utm_medium=link

Einmal ganz davon abgesehen, dass Hahnemann (der Erfinder der Homöopathie vor 200 Jahren) einfach nur im Grab rotieren würde. Er würde Dir schön erklären, wie wenig eine prophylaktische und nicht individualisierte Anwendung mit seiner Methode zu tun hat.

Dass aber rund 98% der sogenannten homöopathischen Anwendungen heute NICHT nach seinen Regeln stattfinden  - und das gänzlich ohne Einfluss auf die "Erfolgsmeldungen" - zeigt deutlich den Placebocharakter der "Arzneien": So lange man Placebos bei Beschwerden einnimmt, die der Körper alleine (unbehandelt) übersteht, so lange hat man unvermeidlich damit Erfolg: Die natürlichen Genesungsprozesse führen nahezu immer dazu, dass man irgendwann nach der Einnahme Besserungen erlebt. Auch Deine OP-Wunden werden abheilen. Und wenn Du tatsächlich Globuli nehmen wirst, wirst Du das als "Erfolg" der Kügelchen deuten... dabei stünde das Lob allein Deinem Körper zu, der das ohne Placebo ganz genauso hinkriegt. ;-)

Grüße

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Hallo Sonnenblume21,

13 kg nimmt man nicht einfach so zu.

Und keinesfalls allein durch Einnahme eines Placebos. Das ist vollkommen ausgeschlossen.

Du solltest eine Gewichtszunahme in die ser Größenordnung nicht unbeachtet lassen, das ist ungewöhnlich.

Zuerst: Frage Dich ehrlich, ob Du in diesem Jahr zu viel und/oder zu fettreich gegessen hast. Kann es sein, dass Du Dir das angefuttert hast?

Falls Du eher den Eindruck hast, dass Du so gegessen hast, wie zuvor, kann es nämlich sein, dass eine Erkrankung oder Stress der Auslöser für die Gewichtszunahme sind.

Da auch ernstere Erkrankungen in Frage kommen, sollte man unerklärliche Gewichtszunahmen beim Arzt abklären lassen.

"Geduld haben", der Rat Deiner HP ist, falls es sich wirklich um eine Gewichtszunahme handelt, die Du Dir nicht erklären kannst, der denkbar schlechteste Ratschlag. Bei ernsten Erkrankungen kann ein solcher Rat dazu führen, dass man abwartet und nichts tut, während sich ein wertvolles Zeitfenster einer einfachen Behandlungsmöglichkeit auch ernster Probleme langsam aber unwiederbringlich schließt.

Bitte: Wenn Du Dir nicht erklären kannst, wo das Gewicht herkommt, gehe zu einem seriösen Arzt!!

Lies einmal hier nach: http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Symptome/Gewichtszunahme/

Grüße

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Hallo Dancergirl,

Warzen sind mitunter ansteckende Infektionen der Epidermis. Dass sich Deine Warzen vermehren, spricht dafür, dass bei Dir diese durch sogeannten Papillomviren verursachte ansteckende Variante vorliegt.

Du kannst die Warzen vereisen. Entsprechende "Vereiser" bekommst Du in der Apotheke. Sicherer und schnell macht es ein Arzt. Es tut während der wenigen Sekunden des Vereisens weh, sonst aber nicht.

Der Vorteil, es durch den Arzt machen zu lassen ist, dass er geübter ist, wirklich alles infiziertes Gewebe zu erwischen. Sterben nicht alle Viren ab, kommt die Warze nämlich wieder.

Unterstützen kannst Du die Behandlung durch Abfeilen der Hornhaut (nicht mehr als bis es blutet(!)) und durch Verätzen, zum Beispiel mit "Clabin". Halte die Hornhaut außerdem so trocken wie möglich, also zum Beispiel nach dem Baden gut abtrocknen.

Beachte auch: Wenn Du barfuß läufst und es sich tatsächlich um Papillomviren handelt, können sich auch Andere, die ebenfalls barfuß unterwegs sind, anstecken. Im Sommer, wenn man öfter in der Wohnung keine Schuhe trägt, sollte man vielleicht darauf achten.

Homöopathische Globuli, gerade in Potenzen über C12 sind absolut wirkstofffrei und reine Placebos. Gegen Warzen werden sie Dir nicht helfen. Reine Zeit- und Geldverschwendung, an eine Warze mit einem Placebo ranzugehen. Sorry.

Grüße und gute Besserung!

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