Warum glauben so viele an Homöopathische Medikamente?

8 Antworten

Mir geht es auch so, dass ich nicht verstehen kann, dass homöopathische Mittel so häufig angewandt werden. Die Wirkung ist nicht bewiesen, bzw. sie wirken nicht über den Placebo-Effekt hinaus. Ich glaube das Problem ist, dass viele Menschen mit kleinen Beschwerden zum Arzt gehen und auch eine Heilung erwarten. Manche haben auch große Angst vor den Nebenwirkungen richtiger Medikamente oder meinen gar sie würden den Körper komplett vergiften. Natürlich sind Wirkung und Nebenwirkung richtiger Medikamente nicht zu unterschätzen, aber sie können wirklich die Lebensdauer und Lebensqualität von Menschen mit einer Erkrankung verbessern. Die Risiken sind dem Nutzen abzuwägen, d.h. man sollte nur dann Medikamente einnehmen, wenn es wirklich notwendig ist.
Homöopathische Medikamente haben keine Nebenwirkungen (außer man ist/war Alkoholabhängig oder man verträgt einen Bestandteil nicht). Damit sind schon viele zufrieden.

Hallo Silberfisch,

manche Menschen "glauben an die Homöopathie", weil sie ihnen schon mal geholfen hat. Ob diese Hilfe über den Placeboeffekt hinaus geht, kann man nicht mit Sicherheit sagen.

Tatsache ist, dass man zum heutigen Zeitpunkt nicht beweisen kann, ob Homöopathie überhaupt wirkt und falls doch, wie sie wirkt.

Ich habe schon viel über die Pros und Contras der Homöopathie gelesen. Meistens waren die Darstellungen einseitig in die eine oder einseitig in die andere Richtung geprägt.

Diese Dokumentation aus der ARD-Mediathek fand ich sehr interessant, weil sie über beide Seiten relativ neutral berichtet und auch gut recherchiert ist:

https://www.ardmediathek.de/rbb/video/die-wahrheit-ueber-homoeopathie/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvd2FocmhlaXQvMjAyMC0wNS0yNVQyMToxNTowMF84ZGMzNzdhNi05ZGM5LTRkOTgtYTEzMi1lZmVhZTgzNzI3NzkvZGllLXdhaHJoZWl0LXVlYmVyLS0tLWhvbW9lb3BhdGhpZQ/

LG Emelina

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Diese Dokumentation aus der ARD-Mediathek fand ich sehr interessant, weil sie über beide Seiten relativ neutral berichtet und auch gut recherchiert ist:

Entschuldige, wenn ich da widersprechen muss. Diese Sendung ist leider sehr schlecht recherchiert und strotzt vor Falschaussagen.

Es wird der Eindruck erweckt, es träten Wissenschaftler vor die Kamera. Tatsächlich bewegen sich alle Interviewpartner (außer den 5 Sätzen, die man Natalie Grams zugestanden hat) ausnahmslos innerhalb der homöopathischen Filterblase

  • Die Aussagen von Frau Schlingensiepen zu den Nanopartikeln sind scheinwissenschaftlich: Weder sind mittelabhängige Nanopartikel in den Homöopathika nachgewiesen, noch wäre das eine sinnvolle Erklärung: Das Herstellungsverfahren (abwechselndes Schütteln und Verdünnen) wäre das Dümmste, was man machen kann, um Nanopartikel zu erzeugen: Die mühevoll erschüttelten Nanopartikel würden bei jedem Schritt zu 99% im Ausguss landen.
  • Zudem widerspricht sich die Sendung komplett selbst, wenn man erst Frau Schlingensiepen behaupten lässt, die Mittel würden über Nanopartikel wirken, dann hinterher aber Harald Walach eine VT konstruieren lässt, weil die nichtmatrielle Wirkweise eben nicht sein dürfe. Nanopartikel sind sehr wohl matriell...
  • Die Sendung erweckt den Eindruck, die "Tagung" "Science meets Homeopathy" wäre von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften organisiert. Tatsächlich ist der Veranstalter der homöopathische __Verein__ um Frau Schlingensiepen. Und das schon seit vielen Jahren.
  • Die Sendung erweckt den Eindruck, dort kämen Wissenschaftler zusammen, um neueste Ergebnisse zu diskutieren. Tatsächlich existiert die eine der beiden erwähnten Studien gar nicht, die andere ist 15 Jahre alt - und so schlecht, dass sie schon in der Vergangenheit heftig aufgrund ihrer Fehler kritisiert wurde.
  • Die EU-Verordnung zur Tierhaltung in Biobetrieben wird falsch zitiert.
  • Bei der Untersuchung von Paul Doesburg (Biokristallisation) "vergisst" man, zu erwähnen, dass Biokristallisation ein nicht anerkanntes Verfahren der Anthroposophen ist. Und keineswegs eine wissenschaftlich anerkannte Analysemethode.
  • Die VT, mit der homöopathische Lobbygruppen die große NHMRC-Untersuchung diskreditieren, wird völlig kritiklos nachgeplappert.
  • Die Apothekerin erzählt schlicht Falsches, wenn sie behauptet, Homöopathika enthielten keine Packungsbeilage und die Apotheke würde nicht viel daran verdienen. Tatsächlich sind die Prozente vom Verkaufspreis, die beim Apotheker bleiben, bei Homöopathika höher als bei anderen OTC-Produkten.

Demgegenüber kommen die wissenschaftlichen Argumente nicht vor:

  • Die Stellungnahme der EASAC (Dachorganisation der Europäischen Wissenschaftsakademien) wird nicht einmal erwähnt.
  • Überhaupt kommt nicht ein einziger Mitarbeiter eines wissenschaftlichen Gremiums (also außerhalb homöopathischer/anthroposophischer Lobbygruppen) zu Wort.
  • Anstatt dem Zuschauer die Bedeutung verschiedener Evidenzklassen zu erklären, bewegt man sich ausgiebig auf dem untersten Evidenzniveau - der anekdotischen Einzelfallschilderung.

Wo, bitte siehst Du da eine "neutrale" Berichterstattung über "beide Seiten"? Im Übrigen wäre selbst das schlechter Journalismus, "false balance" genannt... aber wie gesagt: Die Sendung spart sich die Betrachtung der wissenschaftlichen Seite ganz.

Grüße

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@uteausmuenchen

Mein Anliegen war es dem Fragesteller eine Doku zu empfehlen, die ich nicht als so reißerisch und einseitig empfinde, wie es viele andere leider sind.

Ich habe keine Zeit und keine Lust hier Diskussionen zu führen oder auf irgendwelche Behauptungen einzugehen, die mir ungefragt unter meine Antwort geschrieben werden.

Ich bin weder ein Homöopathie-Gegner, noch ein Befürworter. Ich lasse mich überraschen, was die Wissenschaft in der Zukunft zu diesem Thema herausfinden wird.

Belassen wir es also dabei... Gruß

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@Emelina

Das heißt, es interessiert Dich nicht, dass viele Aussagen in der Sendung falsch sind? Hand auf's Herz: War Dir wirklich klar, dass da nirgends ein wissenschaftliches Gremium Seite zu Wort kommt?

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@uteausmuenchen

Was bitte hast du an

Ich habe keine Zeit und keine Lust hier Diskussionen zu führen oder auf irgendwelche Behauptungen einzugehen, die mir ungefragt unter meine Antwort geschrieben werden.

nicht verstanden? (Das ist eine rhetorische Frage. Ich erwarte keine Antwort!)

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Hallo Silberfisch,

da hast Du ja eigentlich 2 Fragen in eine gepackt:

1) Wenn man sich den Herstellungsprozess ansieht, ist in den meisten Homöopathika doch gar nichts mehr drin. Kann da noch etwas spezifisch wirken? Was spricht dafür/dagegen?

2) Warum glauben so viele an Homöopathische Medikamente?

Weil das zwei verschiedene Fragen sind, beantworte ich sie der Reihe nach, ok?

1) Wenn man sich den Herstellungsprozess ansieht, ist in den meisten Homöopathika doch gar nichts mehr drin. Kann da noch etwas spezifisch wirken? Was spricht dafür/dagegen?

Nicht spezifisch (also abhängig vom (nicht mehr enthaltenen) Wirkstoff) und nicht über Placebo hinaus. Placeboeffekte - treten bei einer Behandlung natürlich auf.

Gegen eine spezifische Wirksamkeit sprechen mehrere Argumente, die sich ergänzen und ineinander greifen:

  • Homöopathische Hochpotenzen würden einen Mechanismus benötigen, bei dem Wirkstoffe in Abwesenheit gezielte Wirksamkeit besitzen müssten. Dafür müsste es verschiedene Formen der Abwesenheit ein und desselben Stoffes geben (denn eine C30 soll ja anders wirken als eine C200 desselben Ausgangsstoffes). Es müsste eine Rolle spielen, welcher Stoff nicht da ist (denn eine nicht enthaltene zerstampfte Honigbiene soll anders wirken als eine nicht enthaltene Küchenzwiebel). Dabei soll der Körper die Abwesenheit eines Stoffes auch dann bemerken, wenn er den Stoff dauernd zu sich nimmt (wie etwa nicht enthaltenes Kochsalz), aber auch nur, wenn er ein Zuckerkügelchen schluckt, das den Ausgangsstoff eben nicht mehr enthält. (Denn was immer da wirken soll, müsste ja unabhängig vom Ausgangsstoff werden, aber __nicht__ unabhängig vom eingenommenen Zucker.) All diese Voraussetzungen widersprechen umfangreich dem, was die Naturwissenschaften - vor allem die Physik - seit der Erfindung der Homöopathie über die Welt entdeckt hat und erfolgreich anwendet. Unsere gesamte Atomphysik, unsere gesamte Quantenmechanik (die in jedem einzelnen elektronischen Gerät zum Einsatz kommt) müsste grob falsch oder unvollständig sein, ohne dass wir bei ihrer Anwendung auch nur das Geringste davon bemerken würden.
  • In Übereinstimmung mit dieser naturwissenschaftlichen Unplausibilität konnte trotz hunderter Studien zur Homöopathie in der Gesamtsicht kein Unterschied zu Placebo belegt werden. Um das deutlich zu sagen: In klinischen Studien hätte eine Überlegenheit der Homöopathika gegen Placebo sich auch dann gezeigt, wenn der Wirkmechanismus komplett unklar ist. Die Homöopathie hatte also quasi eine zweite Chance nach dem naturwissenschaftlichen Scheitern, in Studien doch noch zu belegen, dass sie mehr ist als Placebos. Trotzdem ergeben verschiedene Auswertemethoden der Gesamtstudienlage (Systematische Reviews und p-Kurven-Analysen) übereinstimmend: Homöopathika unterscheiden sich nicht von Placebos.
  • In Übereinstimmung mit diesen beiden Befunden zerfällt die Homöopathie in einander widersprechende Strömungen. Das ist ganz typisch für Placeboverfahren: Bei der Anwendung eines echten Naturphänomens müssten die Erfahrungen konvergieren, nicht auseinanderlaufen.

Für eine Wirksamkeit spricht nichts, was einer wissenschaftlichen Überprüfung stand hielte. Zwar werden von Verbänden und Anwendern einige Punkte vorgebracht, doch handelt es sich dabei ausschließlich um Fehlschlüsse.

Womit wir bei Punkt 2 wären.

2) Warum glauben so viele an Homöopathische Medikamente?

Homöopathika werden intensiv beworben.

Und zwar leider sehr oft unter der Behauptung einer Wirksamkeit über Placebo hinaus.

Verbände stellen Politik und Patient gegenüber leider sehr oft die wissenschaftliche Erkenntnislage zur Homöopathie falsch dar. Traurige Beispiele sind der sogenannte Forschungsreader des DZVhÄ oder die Verschwörungstheorien, die HRI oder Carstens-Stiftung zur großen Untersuchung des NHMRC verbreiten.

Daneben benutzt die Homöopathiewerbung oft gezielt positiv besetzte Begriffe wie "sanft" oder "natürlich", oft in Kombination mit Bildern von Pflanzen. Bis zu 40% der Anwender, so haben Umfragen ergeben, sagen "Homöopathie" und meinen "Naturheilkunde" - zu der die Homöopathie gar nicht zählt. Die Homöopathie kann aber dem Patienten gegenüber über die Verwischung dieses Unterschieds in der Kundenwahrnehmung ihre Unplausibilität in den Hintergrund drängen. Viele meinen, sie würden mit der Homöopathie "halt was Pflanzliches" einnehmen.

Zu dieser Desinformation des Patienten trägt auch bei, dass Ärzte und Apotheken Homöopathika anbieten und die Kassen die Kosten für homöopathische Behandlung und Mittel auch übernehmen. Der Fehlschluss ist "wenn die das anbieten, müsse doch was dran sein". Die wenigsten wissen, dass die Apothekenpflicht und die Kassenübernahme nur durch gesetzliche Sonderregelungen ermöglicht wird, die die Mittel gerade dafür vom Wirksamkeitsnachweis befreien.

https://www.youtube.com/watch?v=7tEoehixGvk

Untersuchungen zeigen auch, dass die meisten Ärzte, die die Mittel anbieten, sehr wohl um den Placebocharakter wissen - und sie als solche einsetzen:

Unter den Verschreibenden beabsichtigten nur 50 % eindeutig, spezifische homöopathische Wirkungen herbeizuführen, nur 27 % hielten fest an der homöopathischen Verschreibungslehre fest, und nur 23 % waren der Meinung, dass es wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie gibt. Die Homöopathie als ein Mittel zur Herbeiführung von Placebo-Effekten zu sehen, fand die stärkste Zustimmung unter den Verschreibenden und Nichtverschreibenden der Homöopathie (63% bzw. 74%).

Der Hauptfehlschluss ist aber der sogenannte Post-hoc-Irrtum: Weil eben sehr oft prinzipiell vorübergehende Beschwerden homöopathisch behandelt werden - oder die Homöopathika bei ernsteren Beschwerden zusätzlich zu anderen Maßnahmen eingenommen werden - treten unvermeidbar Besserungen ein. Diese erfolgen zeitlich nach der Einnahme der Globuli und werden von den Patienten als Besserung __wegen__ der Globuli empfunden. Viele Anwender haben daher tatsächlich den Eindruck, die Mittel hätten ihnen geholfen.

Hier findest Du diesen häufigen Fehlschluss genauer erklärt:

https://www.swissdentaljournal.org/fileadmin/upload_sso/2_Zahnaerzte/2_SDJ/SMfZ_2003/SMfZ_01_2003/smfz-03-01-praxis_1.pdf

https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-020-01637-6

Oder wenn Du es lieber anschauen willst:

 https://youtu.be/-n73LHjCh-A 

https://youtu.be/LB_X3jXZC8I

Grüße

Medikamente und Homöopathie schließen sich schon mal gegenseitig aus.

Gleiches mit gleichem heilen, ist das Prinzip. Die Vordenker wollten einen anderen Weg der Heilung beschreiten. Einen energetischen. Von Globuli und homöopathischen Mitteln bekommt man keine zusätzlichen Beschwerden (Nebenwirkungen) und somit ist es sicher sie auszuprobieren.

Eine Heilung findet bei Medikamenten außer vielleicht bei Antibiotika meist nicht statt.Ein nicht enden wollender Leidensweg beginnt.

Wenn die Homöopathie nachweisbar hilfreich ist wird sie mMn die normalen Medikamente mit bewiesenen Haupt und Nebenwirkungen ablösen. Da dies nie der Fall sein wird geht es weiter so wie bisher.

Für mich ist Erfahrungsmedizin meist von Heilpraktikern angewandt, meist "sanfter" als es die Schulmedizin. Wem man sich anvertraut ist Geschmacksache und auch vom Geldbeutel abhängig, da homöopathische Behandlungen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.

Dabei darf man nicht außer acht lassen, dass wenn es um Operationen natürlich die moderne Medizin im Vorteil ist und manche Dinge sind mit Homöopathie infach nicht zu behandeln ist.

Homöopathie generell als unwirksam wegzuschieben, halte ich für einen fatalen Irrtum .

Aber jeder wie er mag.

Gegensätze:

  • Die Wirkung von Homöopathie ist erleb - aber nicht beweisbar
  • Schulmedizin untersucht, weiß vielleicht um was es geht, kann jedoch oft nicht helfen.

Keine Ahnung warum das heutzutage so ist ......

Es gibt auch nichtstoffliche Wirkmöglichkeiten. Wenn dich ein Song zu Tränen rührt, oder wenn ein Horrorfilm dir Angst macht, ist auch nichts Stoffliches die Ursache, sondern die Information, die du erhalten hast. So läuft es mit der Homöopathie - einer Erfahrungsmedizin, in der vieltausendfach erlebt wird, dass die richtige Information eine heilende Wirkung haben kann.
Allerdings wird das hier vehement abgestritten, warum genau weiss ich nicht - zu dem Thema herrscht seit vielen Jahren ein Glaubenskrieg, und hier wird sehr einseitig informiert.

sondern die Information, die du erhalten hast.

Informationen nehme ich aber nicht ein. Mein Magen-Darm-Trakt kann eben gerade keine "Informationen" auslesen. - Noch sind solche in wirkstofffreien Zuckerkügelchen enthalten.

Allerdings wird das hier vehement abgestritten, warum genau weiss ich nicht

Weil das eine pseudowissenschaftliche Scheinerklärung ist, die einer physikalischen Überprüfung nicht standhält.

zu dem Thema herrscht seit vielen Jahren ein Glaubenskrieg,

Ja, leider. Genau wie bei der Evolutionsbiologie und den Kreationisten.

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