Was bedeutet homöopathisch ??

7 Antworten

Hallo Schattenfell,

in dem Wort "homöopathisch" steckt das griechische Wort für "gleich" drin.

Dieser Name bezieht sich auf die Wahl des Mittels in dieser vor 200 Jahren erfundenen Lehre: Die Homöopathie behauptet, man könne "Ähnliches mit Ähnlichem" heilen. Ein Mittel bekämpfe diejenigen Symptome beim Kranken, die es beim Gesunden hervorruft. Diese Säule der Homöopathie geht auf ein falsches(!) Selbstexperiment mit Chinarinde des Erfinders der Homöopathie, Samuel Hahnemann, zurück, das so nie wiederholbar war.

In der Medizin ist dieses sogenannte Ähnlichkeitsprinzip als allgemeingültiges Heilungsprinzip inzwischen widerlegt. Die allermeisten gesundheitlichen Probleme werden verschlimmert durch Medikamente, die ähnliche Symptome hervorrufen, nicht verbessert. 

Die Homöopathie ist allein schon deshalb kein Naturheilverfahren. Denn in Naturheilverfahren werden die natürlichen Inhaltsstoffe von Pflanzen, Tieren oder Mineralien ihrer nachweisbaren Wirksamkeit entsprechend eingesetzt.

Die Homöopathie dagegen wählt ihre Mittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip - genau daher hat sie ihren Namen.

Und nein, sie verwendet keineswegs ausschließlich natürliche Stoffe.

Homöopathische Arzneien stammen aus folgenden Gruppen:

  • Pflanzen (auch giftige wie zum Beispiel die Tollkirsche (Belladonna))
  • Tiere (z.B. Honigbienen, die lebend verarbeitet werden, um ihre "Lebenskraft" einzufangen)
  • Mineralien (z.B. verschiedene Salze)
  • Hochgiftiges (Nitroglycerin, Thallium, Arsen,...)
  • Ekliges (Hundekot, Leopardenurin)
  • Unsinniges (Berliner Mauer, Licht des Polarsterns, Supernova, Antimaterie,...)

Damit die keineswegs immer harmlosen Stoffe nicht schaden, erfand Hahnemann das Prinzip der Verdünnung.

Das ist die zweite Säule der Homöopathie: Die Wirkstoffe werden in mehreren Schritten verdünnt. Entweder in Schritten 1:10 (sogenannte D-Potenzen) oder in Schritten 1:100 (sogenannte C-Potenzen, C wie "centum"). Die Zahl dahinter gibt die Anzahl der Verdünnungsschritte. D6 bedeutet also 6 mal im Verhältnis von 1:10 verdünnt, was 1:1000 000 ergibt, also 1 einziges Wirkstoffmolekül auf 1 Million Moleküle Lösungsmittel (Wasser oder Wasser/Ethanol).

D12 wäre 1:1000 000 000 000, also nur ein Wirkstoffmolekül auf eine Billion Lösungsmittelatome. C6 = D12 entspricht bei vielen natürlich vorkommenden Stoffen ungefähr der natürlichen Verunreinigung unseres Trinkwassers mit dem Wirkstoff, wenn es sie nicht schon übersteigt.

Ab D24 oder C12 = 1:1000 000 000 000 000 000 000 000 ist in einem Fläschchen Globuli kein einziges Molekül des auf der Packung genannten Wirkstoffes mehr enthalten.

Dabei ist das in der Homöopathie sogar noch ein recht niedrig verdünntes Mittel. Eine häufig angewendete Potenz ist "C30". Das entspräche einem Tropfen Wirkstoff in mehreren Erdvolumina Lösungsmittel.

Tatsächlich gehen Homöopathen sogar davon aus, dass diese höheren Potenzen - obwohl reiner Zucker - eine noch tiefgreifendere Wirkung auf den Patienten habe, als niedrigere Verdünnungen. Hier spielen naturromatische Vorstellungen aus Hahnemanns Zeit (um 1800) eine Rolle: In dieser Vorstellung soll ein nicht näher definiertes "Wesen" der Arznei irgendwie auf das Lösungsmittel und von dort auf die Zuckerkügelchen übertragen werden.

Hahnemann wusste vor 200 Jahren noch nicht, dass Verdünnen irgendwann einfach keinen Sinn mehr macht, weil man nur noch Lösungsmittel mit Lösungsmittel verdünnt. Er lebte zu einer Zeit, als man in der Chemie noch nicht die Zahl der Moleküle in einer bestimmten Stoffmenge berechnen konnte. Er lebte zu einer Zeit, als in der Medizin geschröpft wurde - und im Vergleich dazu war die Homöopathie gut: Reiner Zucker schadete den Patienten wenigstens nicht. Daher begannen sich Erfolgsgeschichten um den heilenden Zucker zu bilden.

Mit unserem heutigen Wissen über Atome und ihre Eigenschaften sind diese Vorstellungen der Potenzierung nicht mehr in Einklang zu bringen. Die Grundprinzipien der Homöopathie sind im Laufe der letzten 150 Jahre in expliziten Widerspruch zum sich täglich bewährenden Wissen der Physik, der Chemie und anderer Naturwissenschaften geraten.

Die Erfolgsgeschichten bleiben, denn meist werden Bagatellen, die von selbst ausheilen mit den Globuli behandelt. Oder sie werden parallel zu anderen, gezielt wirksamen Therapien eingesetzt. Erlebt man dann irgendwann nach der Einnahme eine Besserung, so wird diese nur allzu leicht den Globuli zugesprochen. Solche Placebo- und Kontexteffekte täuschen nachweislich sehr leicht gezielte Wirksamkeit vor.

Zum Weiterlesen ein guter Link aus der naturwissenschaftlichen Rundschau:

http://www.naturwissenschaftliche-rundschau.de/navigation/dokumente/Stichwort0806.pdf

Ich hoffe, die Prinzipien der Homöopathie sind jetzt etwas klarer geworden.

Grüße

Vielen lieben dank für diesen ausführlichen text!!

3

Also der Begriff bedeutet "ähnliches Leiden“ In dem Fall Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden!

So wird z:B. auch Arsen / Salpetersäure.  in der Homöopathie verwendet!

http://homoeopathie-naturheilkunde.vitanet.de/homoeopathie/homoeopathische-mittel

Bedingt durch die extrem hohe Verdünnung passiert da nichts KNO3 + H2SO4 -> HNO3 + KHSO4 .Salpetersäure ist hochgiftig. Kommt in der Natur so nicht vor. Als natürlichen Stoff nimmt man z.B. Eisenhut , Schöllkraut usw..

Nun die Homöopathie udgl. ist so ein wenig umstritten weil man Impfungen eher ablehnt. Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde > Heilpraktikergesetz von 1939,

Da bei Erkrankungen z.T. auch die Psyche eine Rolle spielt kann sie in Teilgebieten auch eine Rolle spielen. Bei gefährlichen Infektionskrankheiten.  sieht das aber deutlich anders aus Zumindest nach der Epidemie in Berlin usw.. 

Da wir als Volk keine Lobby (die Normalsterblichen) haben ist das natürlich schwierig! Also werden solche Erkrankungen weiter in Kindergärten, Schulen Arztpraxen usw. verbreitet. Wenn man nicht gleich z.B. Masernpartys macht

Danke auch dir !!

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Die Homöpathie sagt quasi, dass ein Stoff umso stärker wirkt, desto Weniger (!) er konzentriert ist. Homöpathen arbeiten oft mit Mittelchen, in denen durch Verdünnung sich nur noch wenige Atome des Ausgangsstoffes befinden, teilweise ist der Ausgangsstoff gar nicht mehr nachweisbar.

Danke auch dir für deine antwort :-)

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