Ist der Alkohol aus vergorenen Beeren ohne Bedenken genießbar? Oder ist das "schlechter" Alkohol?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Hooks,

Früchte die schlecht geworden sind werden von Fäulnisbakterien verzehrt. Dabei entsteht noch nicht zwangsläufig sofort Alkohol, dazu müssen die Früchte schon recht weitgehend gefault sein, die isst Du dann sicher nicht mehr. Außerdem müssen sich zur Gärung erst mal ganz bestimmte Pilze ansiedeln, meist als weiße Punkte auf den Faulstellen zu sehen.

Für die Alkoholproduktion ohne Destille braucht man eine spezielle Hefe und einen gläsernen Gärballon mit einem speziellen Verschluss, der die Gärgase rauslässt, aber nichts hinein lässt. Die Gärung braucht dann schon so seine 3 bis 6 Wochen, je nach Frucht und gewünschter Alkoholstärke. Die Winzer stoppen die Wein - Gärung bei einem bestimmten Punkt des Alkoholgehaltes durch Schwefeln. Will man Weinessig, lässt man komplett durchgären. Hab das mal mit unseren Trauben von der Veranda gemacht, ist eine spannende Angelegenheit. Mangels Schwefel hatten wir dann Essig/Wein.

Der so gewonnene Alkohol ist das sog. Ethanol, in Brasilien wird er massenhaft aus Zuckerrohr hergestellt und die meisten Autos damit betrieben. Bei uns wird er dem Sprit beigemengt, als Super E5 oder E 10 bekannt. Ethanol ist Bestandteil der alkoholischen Getränke und schadet in Massen genossen, oder langfristig getrunken, nicht nur der Leber, sondern auch den Nerven und dem Gehirn.

Fusel ist nur eine regional begrenzte Bezeichnung für Alkohol, man meint damit billigen Alkohol, der zu dickem Kopf führt.

Der billige Alkohol ist der nicht versteuerte, der ist dann aber auch vergällt, also ungenießbar. Auch wird hin und wieder das billige chemische Methanol zu teuren Wodka beigemischt um den Profit zu erhöhen. Methanol ist ein industriell durch Katalyse erzeugter Alkohol, er ist giftig und führt zu Blindheit oder gar zum Tode. War vor einigen Wochen mal wieder in Polen im Gerede, es gab deshalb sogar ein kurzfristiges Einfuhr-Verbot bei uns. Upps, jetzt ist mal wieder ein Roman draus geworden, liebe Grüße, Herbert

Aha, vielen Dank für den Roman! interessant!

Hm, jetzt möchte ich nur gerne wissen, was da in meinen Schüsseln entsteht! Der Möhrensalat ist wieder im Kühlschrank gelandet (vom Tischabräumer, ohne zu prüfen), und da prasselt es ein bißchen in der Soße. Genauso bei gewissen Marmeladen, die eben nicht im Kühlschrank waren (wir kochen mit Zucker ein, 1:7 etwa, dazu meist mit Äpfeln als Beigabe). Manchmal kommt es vor, daß ein Glas nach hinten rutscht und vergessen wird. Solange es noch irgendwie genießbar ist, essen wir es, aber man fragt sich doch, was da so bitzelt, und was das im Körper anrichten könnte...

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@Hooks

Hallo Hooks, danke für den Stern. Das was da so bitzelt und prasselt dürfte die Gärungskohlensäure sein, die unter bestimmten Umständen bei einer Gärung in der Maische entsteht. Da müsste man mal einen Winzer fragen, die können Dir das genau erklären, lG

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Essen kannst du die vermutlich schon noch, ob sie schmecken ist eine andere Frage. Alkohol in Obst bzw. Früchten entsteht ja eben erst durch diesen Gärungsprozess. Soviel ich weiss, bildet sich z.B. in Apfelsaft, den man lange ungekühlt stehen lässt auch Alkohol. Da hat man dann irgendwann Apfelwein. Das gleiche passiert auch mit anderen Fruchtsäften.

Klar, mir ging es nur darum, ob da "ordentlicher" Alkohol entsteht, oder sowas Fusel-ähnliches. Man hört ja immer wieder von Vergiftungen durch billigen Alkohol. Ist das nun ein guter oder ein billiger, der da in den Beeren oder in meinem Salat entsteht?

In den Beeren ist ja nichts sonst; im Salat ist ja noch Säure (Zitrone oder Essig) und Öl. Wer weiß, was da sonst noch alles entsteht...

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@Hooks

In den Beeren entsteht guter Alk, also Ethanol.

Die Möhren aus der Plasteschüssel möchte ich nicht essen, denn in allen Plastikschüsseln, - auch in den guten, teuren Tuppersachen -, sind Weichmacher. Wenn die mal nicht durch die Säuren noch rascher gelöst werden, als sie es ohnehin von allein tun :~/

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@Winherby

@ Winherby:

Bei meiner Mutter ist der Salat viel länger frisch als meiner. Und sie benutzt genauso Tupperschüsseln oder billiges Plastik wie ich.

Ich habe mal darüber nachgedacht: ich benutze natives Rapsöl (meine Mutter Olivenöl, aber das schmeckt mir nicht so gut) - ob da vielleicht ein Lösungsmittel drin ist?

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Manchmal habe ich auch einen Möhrensalat mit Apfel, und wenn der einen Tag in fest verschlossener Dose war (Kühlschrank), riecht er nach Aceton oder sowas (Nagellackentferner) - das ist ja dann wohl nichts gescheites mehr... ist das eigentlich auch Alkohol? Gibt es überhaupt irgendwie guten oder schlechten Alkohol? - Ab wann ist das "Fusel"?

Was man in Plastikbehältern aufbewahrt, kann die Weichmacher aus dem Kunststoff herauslösen. Besonders Fruchtsäuren greifen die Oberfläche des Kunststoffs an und das setzt die Weichmacher in der Oberfläche frei. Sie verursachen den typischen Platikgeruch und -geschmack. Alkohol bildet sich dabei aber nicht, aber gesund sind die auch nicht.

Fusel ist ein veralteter Begriff für die bei der Herstrellung von Alkoholischen Getränken aus Früchten entstehenden Begleitalkohole. Als Teilfraktion aus Fuselölen entstehen dabei Methanol, Propanol und Isobutanol, die Butanole, die Amylalkohole und Hexanol. Weil sie ungesund sind, gibt es Richtlinien, wie viel davon jeweils in den einzelnen Alkoholika enthalten sein dürfen. (Je mehr Fuselalkohole, desto stärker der Kater)

Beim Vergammeln beginnt Obst und Gemüse auch zu gären. Weil das ein unkontrollierter Vorgang ist, entsteht dabei in unkontrolliertes Gemisch der verschiedensten Alkohole. Alkohol, der nicht in Getränken verwendet werden soll, z.B. Brennspiritus, wird daher aus gutem Grund unter Zollaufsicht vergällt (durch Geschmacksstoffe ungenießbar gemacht).

Begleitalkohole (Fuselalkohole) sind wesentlich giftiger, als der reine Alkohol Ethanol. Sie schädigen nicht hur die Leber, sondern fast den ganzen Körper.

Also, wenn ich das richtig verstehe, ist der Alkohol mit 2 C-Atomen gut, der aus 1 oder 3 und mehr schlecht, im Sinne von schlecht verträglich bis gesundheitsgefährdend?

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