was bedeutet mein MRT Bericht?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Mich würde interessieren, was die Spritzen bringen sollen. Die Infiltrationstherapie kenne ich nur insofern, dass ich weiß, dass sie nur bei enormen Schmerzen durchgeführt wird.

Doch wenn bei Dir die Schmerzen bereits nachlassen und gut auszuhalten sind, dann ist mMn eine konservative Therapie aus dem vielfältigen Bereich der Physiotherapie und der physikalischen Therapien deutlich angebrachter. Denn dabei wird der Heilungsprozess unterstützt und Du bist i. S. Empfindungen "dabei".

Damit meine ich, dass Du den Rücken und die (zurückgehenden) Schmerzen spürst und dass Du Dich deshalb auch entsprechend ergonomisch korrekt verhältst. Denn der nicht zu unterschätzende Nachteil der Infiltration ist, dass dabei unser "Alarmsystem", der Schmerz, ausgeschaltet ist. Dadurch ist der schmerzfreie (in Wahrheit lediglich betäubte -) Mensch automatisch der Meinung und auch in der Lage, all die Bewegungen und Belastungen durchzuführen, die für den Rücken und die nötige Heilung überhaupt nicht gut sind. Es besteht somit sogar die Gefahr sich so zu belasten, dass der Schaden an der Bandscheibe noch schlimmer wird, ohne es zu merken, - vorerst jedenfalls. Lässt dann nach einiger Zeit die Wirkung der letzten Spritze nach, dann kommt das böse Erwachen :-/ Nicht selten ist dann die OP fällig geworden.

Da ist es doch besser, man hat seine Kontrolle in Form von (erträglichem) Schmerz, denn dadurch lässt man die schädlichen Bewegungen und Belastungen sein.

Eine andere Frage ist, wie die Ärzte/der Arzt mit den/dem Bandscheibensequester umgehen wollen. Wollen sie diese losen Knorpelteilchen drinne lassen und auf die natürliche Lyse (Auflösung) hoffen, oder ist da eine minimalinvasive Absaugung angedacht? Oder soll mit der Spritzentherapie eine Nuklelyse, bzw. Sequesterlyse durchgeführt werden? Frag die Ärzte.

Desweiteren rate ich Dir viel (3L tgl.) reines Wasser zu trinken, damit die Bandscheiben ihre Dehydrierung wieder etwas abbauen können. Das bedeutet, dass die Bandscheiben, besonders die eine im Segment LWK 4/5, können/kann wieder etwas dicker werden, dadurch verringert sich mit etwas Glück die beidseitige Nervenwurzeltangierung durch das Bulging (Vorwölbung). Falls auch noch zu hohes Körpergewicht im Spiel ist, wäre Gewichtsreduktion klar von Vorteil.

Mit Sicherheit hast Du auch im HWS-Bereich Probleme, diese müssen unbedingt in den Behandlungsplan der Physiotherapie eingebunden werden. Denn die Kompensationshaltung belastet immer die HWS über Gebühr mit, - und umgekehrt. Oft weiß man nicht was zuerst da war, die Beschwerden oben in der HWS die dann die LWS mitbelastet, oder umgekehrt (Huhn/Ei-Prinzip). Ist aber eig. auch egal, - man muss immer beides zusammen behandeln.

Oft sind solche WS-Probleme neben der genetischen Veranlagung zusätzlich auch beruflich bedingt, also durch die Haltung am Arbeitsplatz provoziert. Auch dort ist ein weiterer Hebel anzusetzen, dies geht oft durch eine Optimierung der ergonomischen Bedingungen, - sprich mit dem Chef.

Die Psyche ist bei Bandscheiben-/Rückenproblemen ein wichtiges Thema, auch wenn man sich das nicht vorstellen kann, is aber so! Hast Du also in dieser Richtung Probleme, lass sie auch behandeln, schätze das nicht als Pille-Palle gering.

In der Physiotherapie wird ganz sicher auch Deine allg. muskuläre Konstitution ein Thema. Du wirst dort lernen müssen, welche Muskeln Du stärken-, und welche Du lockern musst. Es muss die muskuläre Dysbalance abgebaut werden. Dies geht recht gut nach guter Instruktion an Kraftmaschinen, erst in der Physiopraxis, später selbstständig in der Muckibude.

Je nach Alter und je nach Jahren der Arbeit ist auch über eine Reha "zwecks Erhalt der Teilhabe an der Arbeit" nachzudenken. Ich selber habe trotz sechs Bandscheibenvorfällen keine OP gebraucht, und bin in der Reha wieder fit für die Arbeit gemacht worden. Du kannst den Antrag auch ohne Arzt online downloaden, ausfüllen und an die Deutsche Rentenversicherung schicken, - hab ich auch so gemacht, obwohl/weil mir mein Arzt sagte, dass ich keine Reha genehmigt bekommen würde. Er irrte, nur wenige Wochen später war ich in Bad Oyenhausen.

Soweit die Tipps des Praktikers und selber Betroffenen, ich hoffe ich konnte helfen. LG

Herzlichen Dank für die ausführlichen Informationen! Schmerzen haben leider wieder zugenommen im rechten Bein. Vor allen Dingen nachts muss ich mich wieder quälen. Heute ist die dritte Woche rum, vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig. Hab mein ganzes Leben sehr viel Sport getrieben, Rennrad, Moutainbike, Joggen, Fitnessstudio und trotzdem dieser Verschleiß.

LG

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@Lilly591
Vor allen Dingen nachts muss ich mich wieder quälen. 

Das ist ein sehr guter Hinweis. Das richtige Bett ist für die Wirbelsäule eminent wichtig.

Um nicht alles erneut schreiben zu müssen, gebe ich Dir unten einen Link auf meine Antwort zu einer anderen Frage, dort ist der Fall ähnlich gelagert. Falls Du eine neue Matratze vor kurzer Zeit gekauft hattest, ist es dennoch möglich, dass Du nicht richtig liegst, denn neue Matratze heißt leider noch lange nicht richtige Matratze. Ich empfehle Dir, lies meine Antwort/Kommentar des Links gründlich durch und überlege, ob es nicht auch für Dich ein w/richtiger Rat sein kann.

Sport ist leider kein Garant für eine problemfreie Wirbelsäule, - schlimmer noch; viele Menschen haben durch (falschen) Sport die Bandscheiben ruiniert. Auch ich habe früher viel Leichtathletik (Sprint) betrieben und habe jetzt sechs Bandscheibenvorfälle, und das als Physiotherapeut.

Wenn Du Dich auf Grund der Schmerzsituation doch für die Schmerzbetäubung entscheidest, dann nimm so wenig wie möglich davon und lasse Dich für diese Zeit unbedingt krank (au) schreiben. Denn wie bereits geschrieben entstehen viele Rückenprobleme am Arbeitsplatz, unter Betäubung würdest Du es nicht spüren. Gute Besserung

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@Winherby

Vielen lieben Dank! Sechs Bandscheibenvorfälle...das ist ne echte Hausnummer, ebenfalls alles Gute!

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@Lilly591

Tja, wenn schon, denn schon richtig, bin ja schließlich vom Fach ;-)) Aber danke für die Wünsche. LG

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Wenn keine massiven Sensibilitätsausfälle oder -störungen vorliegen, nur konsequente Physiotherapie und dann Bauchmuskelaufbau an Geräten, wie Winherby auch schreibt.

Vielen Dank für die hilfreiche Information.

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