Kann eine Attestpflicht aufgetragen werden, wenn die Fehlstunden durch eine psychische Erkrankung entstanden sind?

3 Antworten

Wenn man das nicht glauben will, kann das verlangt werden. Dann gehe zu deinem Arzt und erstellt dir die Krankmeldung aus. Erkrankungen geht niemanden in der Schule etwas an. Dann sorge nur dafür, dass der kurze Zettel die Schule bekommt. Der große Zettel ist, wenn du arbeiten gehst, für die Krankenkasse. Sie enthält Krankendaten, die niemanden etwas angeht, außer die Krankenkasse, wegen dem Krankengeld, wenn du arbeitest und du länger als 6 Wochen krankgeschrieben wirst.

Hi du,

ich werde dir jetzt mal bisschen was von der harten Wahrheit erzählen, auch wenn du das vielleicht nicht hören magst. Here we go.

Erstmal: ja natürlich darfst und solltest du eine Attestpflicht aufgrund psychischer Krankheiten und Symptome bekommen. Sonst könnte ja jeder aus Jux und Tollerei zu Hause bleiben und sagen er hat da was psychisches.

Dann: Wie lange deine Krankheit besteht und wie sie sich entwickelt sowie den heftigen aktuellen Stand hast du ja selbst erläutert. Ebenso, dass die Therapie, die du schon lange machst, dir nicht groß hilft.

Tu tust aktuell also aktiv nichts, damit es dir besser gehen könnte. Stattdessen lebst du deine Krankheit aus und erwartest jetzt noch, dass erst die Schule dich durch tolerieren der Fehlzeiten und nun die Ärzte durch Krankschreibungen dabei unterstützen, die Misere aufrecht zu erhalten. Nichtmal abholen wollen würdest du die Atteste, weil es 'unangenehm' ist. Das zu tun würde immerhin n minimales Maß an Verantwortung zeigen.

Dazu kommt, dass mittlerweile deine Gründe nicht mehr ausreichen. Da du nichts unternimmst, um die Situation zu ändern, gibts auch keinen Grund dich krank zu schreiben, wenns dir nach zuviel Kotzerei schlecht geht.

Und nun das schlimmste: du sagst, dass du die Bulimie dich nicht noch ein Schuljahr kosten lassen wirst. Weißt du, was es dich stattdessen kosten wird, wenn du so weiter machst? Richtig viele Lebensjahre oder zumindest die Chance auf ein Leben mit einem erträglichen gesundheitlichen Zustand. Mit Sicherheit hat dich bereits jemand über die vielen schlimmen körperlichen Folgen informiert, die aus Bulimie resultieren können? Ich vermute mal ja. Aber das merkst du dann erst, wenn es soweit ist. Und dann ist vieles zu spät.

Und hinzu kommt natürlich der bisher von mir noch nicht erwähnte psychische Schaden. Willst du, dass es dir dauerhaft psychisch scheiße geht? Selbstwertgefühl null, hoffnungslos sowieso?

Es tut mir wirklich leid, dass es dir so schlecht geht. Und ich wünsche dir von Herzen, dass du da raus kommst. Aber das muss an diesem Punkt die Priorität sein.

Ist doch top, dass du in der Schule gut mitkommst, das wird also auch zukünftig kein großes Problem sein. Und n weiteres Jahr ist gar nichts im Vergleich zu allem, was noch kommt. Es ist absolut null wichtig, wie schnell man mit der Schule fertig ist, wenn man krank ist. (übrigens auch sonst meistens nicht).

Also gib dir nen Ruck, kümmere dich um nen Platz und geh jetzt in ne Klinik! Es gibt so viele gute Kliniken, die auf Essstörungen spezialisiert sind. Lass dir helfen. Und wenn du schonmal in einer warst und es nicht geholfen hat dann fuck it, hats halt nicht geklappt. Dafür dann diesmal. Mach es.. Und gib dir selbst die Chance auf n glückliches und möglichst gesundes Leben. Und auf Freude und Liebe und Leichtigkeit und all den guten Kram.

Lg

PS: falls du dich dabei erwischst zu denken 'was erzählt die mir hier, die hat doch eh keine Ahnung wie sowas ist' - da liegst du falsch.

Woher ich das weiß:Hobby

Also: Vor allem psychosomatische Erkrankungen haben einen höheren Stellenwert als als spontane "hin und wieder" Erkrankungen, ein Arzt, welcher dir eine AU deklariert, wird im Konflikt mit dem Arbeitgeber stehen, sofern dieser vor hätte dich zu entlassen, und im Zweifel schenkt man dem Mediziner mehr Glauben als dem Direktor oder Chef ;-)

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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