Wächst man wirklich nicht mehr, wenn man als Teenager raucht?

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Dass Rauchen schädlich ist, ist inzwischen allgemein bekannt. Dass ein im Wachstum befindlicher Jugendlicher empfindlicher gegen Schädigungen dieser Art ist als ein Erwachsener, ist ebenfalls nachvollziehbar.

Ich halte dieses "griffige" Argument Deiner (und anderer) Eltern für eine besorgte Kurzfassung all der Nachteile, die zwischen Rauchen und Nichtrauchen liegen.

Folgende Gedankengänge eines Jugendlichen finde ich interessant:

Rauchen gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Lebens vieler Jugendlicher. Dass es ungesund ist, weiß jeder. Aber warum tun es dann trotzdem so viele?

...dass viele Minderjährige schon chronischen Husten haben, weil sie rauchen, ist für manche schon normal. Wie sich ihre Stimme mit 40 anhören wird, kann man noch nicht ahnen. Denn unsere Elterngeneration hat schließlich nicht so früh angefangen.

Wissenschaftlich belegt sind die gesundheitlichen Folgen des Nikotins allemal. Auch in den Schulen wird ausdrücklich darauf hingewiesen. Im Biologieunterricht bekommen die meisten Klassen Dias oder Filme von Geschwüren und Raucherbeinen gezeigt. Anfürsich sehr abschreckend, müsste man annehmen. Doch die anderen rauchen ja auch und ist soll ja nur ein bestimmter Prozentsatz sein, der irgendwann mal krank wird. Schade, dass viele von uns nicht daran denken wollen, was in zwanzig Jahren ist. Denn es wäre ja schön wenn man da immer noch jung und gesund wäre.

Das Rauchen lässt mit der Zeit auch die Haut älter aussehen. Wenn man aber nur an die Gegenwart denkt, bleibt zu erwähnen, dass die tägliche Packung Zigaretten Unmengen an Geld verschlingt. Was man sich davon alles leisten könnte!

Es scheint ja so vieles gegen das Rauchen zu sprechen. Warum tun es trotzdem so viele? Einerseits vielleicht weil sie grundsätzlich das machen wollen, was ihnen als unmoralisch angepriesen wird. Wenn in der Zeitung steht, rauchen ist total ungesund, dann tun es viele weil sie etwas Unmoralisches machen wollen. Tatsächlich glauben 17 % der 13-16-jährigen, dass rauchen cool ist (Quelle: Internet). Und fast 40% der jugendlichen Raucher tun es, weil es Freunde tun.

Nach jedem Jahr rauchen müsste sich die Lunge 7 Jahre regenerieren. Man stirbt also nicht gleich und je weniger man raucht, desto weniger schädlich ist es. Hört man also mit 17 auf, wenn man langsam alt genug wird, um zu merken, dass das gar nicht cool ist, sondern viele sogar abschreckt? Meistens nein.

Sechs von zehn jungen Rauchen denken öfter mal ans Aufhören. Doch die wenigsten können es. Was man anfangs nicht glaubt, wird dann doch klar. Es ist verdammt schwer, aufzuhören. Das ist nämlich der Grund, warum viele 18-Jährige rauchen. Nicht aus Gruppenzwang oder weil man es gut fände. Nein, man kommt nicht mehr davon weg.

Wenn man eine Weile nicht raucht, wird man nervös, es fehlt einfach etwas, woran sich der Körper gewöhnt hat. Deshalb verlangt er danach. Zigaretten wirken auf viele beruhigend. Vor allem wenn man Stress hat, ob in der Schule oder bei den Eltern, greift man viel schneller wieder zu der Packung und überlegt nicht lange, wie gut man das eigentlich findet oder nicht. Aus einem Spaß wird plötzlich eine Abhängigkeit, die einem schon irgendwo nervt.

Wenn man täglich 15 Zigaretten raucht, verliert man im Jahr rund 1000 Euro. Mit dem Geld wäre in gut einem Jahr schon mal der Führerschein bezahlt.

Eine Studentin erzählt uns, dass sie heute rauche, weil es ihre Eltern schließlich geduldet hätten. Hätten sie es verboten, hätte sie es sich wohl nicht angewöhnt. Die Schuld muss man nun nicht unbedingt den Eltern geben. Sie wollten halt nicht zu streng sein und hielten die Tochter für erwachsen genug, sich nicht von so etwas abhängig zu machen.

Wer verliert schon gerne seine Unabhängigkeit? Doch wenn die Eltern immer toleranter werden, sinken auch die Grenzen der Teenies. Was erlaubt ist, ist sowieso schon selbstverständlich. Es werden immer neue Tabus gebrochen. Wenn das Rauchen bei einigen Eltern und Schulen nicht schon länger toleriert würde, fielen vielleicht nicht weitere Grenzen. Nicht wenige haben auch schon anderes als Tabak geraucht. Ob uns das nicht den Weg schwerer macht, unsere eigene Welt mal fortschrittlicher und dynamischer zu gestalten, als die unserer Eltern?

Wer trinkt oder kifft, muss nicht gleich ein Loser sein und muss auch nicht an der Nadel enden, das ist klar. Aber auf Dauer ist es echt vorteilhafter, sich mit Dingen zu entspannen, die einem nicht irgendwann das Leben schwer machen. Doch bis viele so erwachsen sind und das begreifen, sind sie meist schon nikotinabhängig und können nicht mehr anders. „Keine Macht den Drogen“ könnte schließlich auch heißen: „Alle Macht für mich!“

http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20100930094230AAor2Kr

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