Tochter will sich wegen Depressionen krank schreiben lassen.

8 Antworten

Hallo, ich werde dir aus Sicht meiner eigenen Erfahrung antworten, da ich an stelle deiner Tochter dasselbe schon hunderte Male gemacht hat, und meine Mama dasselbe gesagt hat wie du. Ich Versuch dir zu erklären wie es deiner Tochter geht, ich bin zwar 4 Jahre älter aber mache das auch schon mit seit ich 12 bin. Ich selbst bin in Therapie und nehme Tabletten, und habe viele fehlstunden in der Schule wegen Depressionen. Es ist mit dieser Erkrankung einfach meistens nicht möglich, einen langen Tag egal ob Schule oder Arbeit, durchzuhalten. Ich hoffe deine Tochter hat nebenbei keine Leistungsprobleme in der Schule die sie zu diesem Verhalten bringen. Ich verstehe leider deine Aussage nicht, dass deine Tochter quasi selbst schuld ist.. Das habe ich selbst schon oft gehört und glaub mir das macht es nur schlimmer. Ich weis es ist schwer für dich deine Tochter so zu sehen, aber ich denke niemand außer wir selbstbetroffenen verstehen das. Depressionen verschwinden nicht durchh medis und Therapie, es kann sein dass sie immer wieder kommen. Deine Tochter geht nicht früher von der Schule heim weil die kein Bock hat oder schwätzen will.. Das sind keine Depressionen. Sie hält den Tag einfach nicht durch, Depressionen lösen eine innere Leere (quasi Antriebs und Gefühllosigkeit) aus und deine Tochter hält dies eben nicht den ganzen Tag aus. Ich kenne das sie ist damit nicht allein. Ich kann euch nicht raten was besser ist, aber ich selbst lasse mich demnächst ein Jahr von meiner Ausbildung wegen Depressionen krank schreiben und es ist die richtige Entscheidung. Ich hoffe deiner Tochter wird es besser gehen, setze sie nicht unter Druck und rede offen mit ihr 

Hallo,

wusstest du, dass Depression die tödlichste Krankheit ist und mehr Opfer bringt als Krieg, Armut und Krebs zusammen? Dazu gibt es unendlich viele Studien ... viele Jugendliche, die Depressionen haben und deshalb nicht zur Schule gehen wollen haben Ängste, soziale Ängste (Phobien) und damit ist nicht zu spaßen. Sie können soweit führen, dass Betroffene nicht mehr das Haus verlassen. Es können noch andere Störungen dazukommen, wie zum Beispiel Panikattacken. Viele Depressive sind suizidal. Klar kann es einem Angst machen, denn Schule ist ja so wichtig, das kann man leider nicht ändern. Aber Gott sei dank gibt es in Deutschland das Recht auf Bildung, was ermöglicht, jeden Schulabschluss nachholen zu können. Wenn du das Beste für deine Tochter willst, was ich hoffe ich mit Recht nicht bezweifle, da du dir ja schon Sorgen zu machen scheinst, gib ihr ein Gefühl von Verständnis. Und dann könnt ihr nach einer anderen Lösung suchen. Es gibt therapeutische Wohngruppen, Klinikschulen, deren Zeugnis wie ein normales aussieht, wo man auch seinen MSA machen kann usw... und Medikamente ... es wurde schon mehrfach bewiesen, dass diese nicht gut sind. Manche haben diesen Placebo Effekt, aber ein komplett gesunder Mensch spürt dabei keine Wirkung, was eigentlich gut ist, denn ganz oft trickst der Geist den Körper aus... Es ist sehr wichtig, dass sie nicht gezwungen wird, das macht alles noch schwieriger. Und natürlich gibt es eine Schulpflicht, aber der zuständige Psychiater darf einen wegen Depressionen krankschreiben.

Und die Depression macht sie selber ??? Tut mir leid, das ist kein Angriff und auch keine Beleidigung an dich. Ich finde es nur schade, dass viele Menschen nicht viel über Depressionen wissen, wobei es doch schon alltäglich ist. Die Depression lauert quasi in jedem, aber die Umwelt ist dafür verantwortlich, dass sie aufwacht. Sie wartet nur darauf. Ich empfehle dir ein sehr gutes Buch "Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben" von Matt Haig. Bitte bitte lese es dir durch. Evolutionspsychologen gehen sogar schon davon aus, dass der Grund für die hohe Anzahl an Betroffenen bei der Entwicklung der Welt an sich liegt. Unser "Höhlenmenschengehirn" kommt einfach nicht hinterher. Statt seine Apps etc. upzugraden, sollte man lieber sein Gehirn upgraden ... Aber so ist das alles leider. Aber je früher sie damit anfängt, sich mit sich auseinanderzusetzen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass alles besser wird. Denn je später sie damit anfängt, oder gar nicht, desto schwieriger wird es. Klar kann die Therapie helfen, aber wenn sie es trotzdem nicht schafft zur Schule zu gehen, dann ist das so. Sie wird es sich ja bestimmt nicht aussuchen und sie wird doch bestimmt daran in der Therapie arbeiten. Nacht sie die Therapie freiwillig? Das wäre nämlich schon mal der erste super Schritt, denn das ist Hilfe zur Selbsthilfe. Und wenn sie diese annimmt, scheint sie da ja noch sehr hoffnungsvoll zu sein.

Ich spreche aus meinen Erfahrungen. Ich bin bei der sechsten Medikation, in meiner vierten WG und war schon 6 Mal in der Klinik. Besuche meine sechste Schule und werde wahrscheinlich nochmal wechseln müssen. Ich stecke immer noch tief drinnen und habe jetzt erstmal eine langfristige Pause begonnen und das,was ich immer runtergeschluckt habe zu verdauen. Umso mehr sich anhäuft, umso länger dauert die Verdauung. Und das alles hat bei mir schon in der Kindheit angefangen. Suizidversuche und Selbstverletzung gehören auch zu meinem Leben, leider auch Narben. Ich hoffe es hat einen leichten Schockeffekt, denn sowas wünscht man seiner Tochter doch nicht, oder?

Wenn du bis hirhin durchgehalten hast, Respekt. Ich würde so gerne mit deiner Tochter sprechen, ich bin selber 17 und habe viel durchmachen müssen. Es ist wichtig darüber zu reden. Selbsthilfegruppen gibt es auch.

Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen und wünsche euch alles Gute.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Ich helfe wo ich helfen kann. Vielleicht hilft es mir ja auch weiter. :)

Liebe Grüße, Samaska

Hallo, klar besteht in Deutschland Schulpflicht, aber wenn man krank ist, geht die Gesundheit doch eindeutig vor! Psychische Krankheiten werden genauso akzeptiert wie körperliche. Es bringt auch nichts, wenn du deine Tochter in die Schule schickst und es ihr nicht gut geht. Sie wird sich doch nur noch mehr 'stressen' und weiteren Druck aufbauen. Rede mit dir, denn man erkennt den Unterschied wenn das Kind 'keinen Bock' auf Schule hat oder wirklich ein Problem hat.

Viel Erfolg

Depression ist eine Krankheit und nichts, was man sich selbst macht, es kommt von innen und man kann selbst nichts dagegen tun. Ich kenne Mädchen, die sich das Leben genommen haben. Soll deine Tochter das gleiche Schicksal erleiden? Sie muss in ärztliche Behandlung. Der Arzt muss feststellen, was weiter geschieht. Auf alle Fälle braucht sie Hilfe und keine Bevormundung und noch weniger dumme Sprüche.

Ich bin zwar erst 13, aber mache gerade genau das gleiche mit meiner Schwester duch. Ich würde den Therapeuten fragen, ob sie sich auch wirklich öffnet. Wenn nicht sollte dringend ein anderer therapeut gefunden werden, denn sonst bringt die Therapie nichts außer, dass sie ihr Geld rausschmeißen. Meine Schwester hat große Schulangst, vielleicht geht es ihrer Tochter genau so. Meine Mutter hat gemeint(sie war auch depressiv), dass das normal ist, aber überwunden werden kann. Geben sie ihrer Tochter halt, aber passen sie auf, dass sie nicht immer wieder neue Ausreden findet nicht in die Schule zu müssen.Sonst geht sie nicht mehr. Es kann auch an den Medikamenten liegen, die vielleicht genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie bewirken sollen. Wenn das der fall ist, einfach ein anderes Medikament ausprobieren. Ich wünsche ihnen viel glück!!! Ich weiß wie anstrengend und traurig es als Verwandter sein kann.

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