Stimmt es dass man blutdrucksenkende Medikamente nicht mit Grapefruitsaft einnehmen darf?

4 Antworten

Gefährliche Pampelmusen

Dass ein Inhaltsstoff von Grapefruits die Wirkung zahlreicher Medikamente zum Teil gefährlich beeinflusst, ist schon seit 1995 bekannt. Dennoch sind sich viele Ärzte dieses Risikos nicht bewusst.

Die Kombination von Grapefruit-Saft und einer Vielzahl von gängigen Medikamenten kann der Gesundheit schaden und sogar tödliche Folgen haben. Zwar ist die Wechselwirkung zwischen Pampelmusen und einer ganzen Reihe verschiedenster Medikamente in Fachkreisen schon seit etwa zehn Jahren bekannt. Viele Patienten und Hausärzte seien sich dieses Risikos aber nicht bewusst, sagt der Pharmakologe Professor Thomas Eschenhagen vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf.

Wechselwirkung mit zahlreichen Medikamenten Gerade bei gesundheitsbewussten Menschen sind Säfte aus den Vitamin-C-reichen Pampelmusen sehr beliebt. Dass diese kalorienarme Zitrusfrucht, die auch im Rahmen vieler Diätkuren empfohlen wird, in Verbindung mit dutzenden Medikamenten lebensgefährlich sein kann, wissen die meisten Menschen aber wohl nicht. Grapefruits beeinflussen die Wirkungsweise zahlreicher Medikamente verschiedenster Kategorien: Darunter sind Antidepressiva, Herzmittel und Antibiotika, Immunsuppressiva, Schmerzmedikamente und Potenzmittel, Blutdrucksenker, Krebsmittel und die Anti-Baby-Pille.

Besonders gefährlich ist die Kombination etwa mit Cholesterinsenkern und Antiallergika, die schon mehrere Todesfälle verursacht hat. So berichtet die Wissenschaftlerin Amy Karch von der Universität Rochester von einem US-Bürger, der Statine einnahm, um seinen Cholesterinspiegel zu senken. Der Mann trank täglich arglos zwei bis drei Gläser Grapefruitsaft. Zwei Monate später "litt er plötzlich an Muskelschmerzen, Müdigkeit und Fieber und begab sich in die Notaufnahme eines Krankenhauses", schreibt Karch im "American Journal of Nursing". Kurz darauf starb der Patient an Nierenversagen.

Grapefruit-Inhaltsstoff blockiert wichtige Enzyme Von einem anderen tödlichen Fall berichtete die deutsche Herzstiftung. Dabei starb ein 29-jähriger Mann, der gegen seinen allergischen Schnupfen das Antiallergikum Terfenadin einnahm. Bei der Autopsie fanden Mediziner im Blut des Mannes, der täglich Grapefruitsaft getrunken hatte, eine um das 30-fache erhöhte Konzentration des Medikaments. Die Ursache für die Wechselwirkung ist der Fachwelt schon seit einigen Jahren bekannt: Pampelmusen werden in Dünndarm und Leber von dem gleichen Enzymsystem verstoffwechselt, das laut Eschenhagen am Abbau von mehr als 50 Prozent aller Medikamente eine Rolle spielt. Diese Cytochrom-P450-Enzyme werden durch einen bislang unbekannten Inhaltsstoff von Grapefruits blockiert. Die Folge: Die Medikamente werden nicht abgebaut und reichern sich im Blut mitunter in bedrohlichen Konzentrationen an.

Bei dem Antiallergikum Terfenadin wirkt diese Enzymblockade besonders fatal: Denn das Mittel an sich wirkt stark herzschädigend und wird erst durch die Cytochrom-P450-Enzyme zu einer Substanz abgebaut, die Allergien bekämpft. Ist das Enzymsystem allerdings blockiert, bleibt der herzschädigende Effekt des Präparats erhalten. Wegen der gefährlichen Wechselwirkung mit Grapefruits wurden laut Eschenhagen bereits mehrere Medikamente wie etwa das Magenmittel Cisaprid vom Markt genommen.

Nicht alle Beipackzettel warnen vor Kombination Auch gängige Antibiotika können in Verbindung mit Pampelmusen gefährlich werden. So gibt es Hinweise darauf, dass Erythromycin, ein gewöhnlich gut verträgliches Mittel, in Verbindung mit Grapefruits die Gefahr für den plötzlichen Herztod erhöht. Laut Karch beeinträchtigen Grapefruits zudem die verhütende Wirkung der Anti-Baby-Pille. In den USA müssen inzwischen alle neuen Präparate vor der Zulassung auf ihre Wechselwirkungen mit der Zitrusfrucht geprüft werden. Die Amerikanerin Karch rät in ihrem Bericht, die Beipackzettel von Medikamenten immer sorgfältig zu studieren. In Deutschland warnen jedoch Eschenhagen zufolge nicht alle Packungsbeilagen betroffener Medikamente vor der Kombination. Die früher ausgegebene Empfehlung für Nutzer von Medikamenten, ganz auf Grapefruitsaft zu verzichten, erscheint Eschenhagen übertrieben. Dem Experten zufolge sollten Patienten, wenn sie etwa um 08.00 Uhr morgens Medikamente einnehmen, aber unbedingt bis Mittag warten, ehe sie zu dem Fruchtsaft greifen. Lediglich bei manchen Retard-Medikamenten, die ihren Wirkstoff nur langsam abgeben, rät der Pharmakologe zur Meidung von Pampelmusen.

Quelle: http://www.stern.de/wissen/gesund_leben/wechselwirkung-gefaehrliche-pampelmusen-536005.html

Hallo Lena,

es ist nicht nur so das man keinen Grapefruitsaft trinken sollte auch Grapefruitmarmelade usw. kann solch ein Problem verursachen.
In der Grapefruit sind sogenannte Furanocumarine die den Abbau der Medikamente verhindern und damit die Wirkung des Medikaments verstärken.

http://www.hr-online.de/website/rubriken/ratgeber/index.jsp?rubrik=55889&key=standard_document_40735983&seite=2

Es ist aber nicht nur die Grapefruit sondern auch andere Lebensmittel udgl. die hier Probleme machen könnten!

Antibiotika und Milchprodukte: Milch, Quark, Jogurt und Käse und Antibiotika passen nicht zusammen. Die wichtige Medikamentengruppe der tetrazyklischen Antibiotika wie Doxycyclin können mit dem Kalzium aus Milchprodukten Verbindungen eingehen, die der Körper nicht mehr aufschließen kann.

Antibiotika und Koffein: Häufig werden bei Blasen- oder Niereninfektionen Antibiotika verschrieben, die Gryasehemmer enthalten. Mit Koffein, wie es in Kaffee, Cola oder Tee enthalten ist, kann es zu Erregungszuständen, Herzrasen und Schlafstörungen kommen, denn das Medikament hemmt den Abbau des Koffeins.

Eisentabletten und Koffein: Medikamente gegen Blutarmut sind nutzlos, wenn sie zusammen mit Kaffee oder Tee geschluckt werden. Die Gerbsäure der Getränke bindet die Eisenionen im Magen an sich. So wird das Eisen ausgeschieden, statt über die Darmwand im Blutkreislauf zu landen. Schwangere z.B., die ihr Eisenpräparat zum Frühstück zu sich nehmen, sollten mindestens zwei Stunden vor und nach der Einnahme der Tabletten keinen Tee oder Kaffee trinken.

Lakritze und Diuretika: Diuretika sind Mittel, die den Körper entwässern. Dabei schwemmen sie gleichzeitig Vitamine und Mineralstoffe aus. Nehmen Lakritzliebhaber entwässernde Arzneien über einen längeren Zeitraum, kommt es zu einem verstärkten Kaliumverlust.

Asthmamittel mit Theophyllin und schwarzer Pfeffer: Der Pharmahersteller Madaus warnt: Wer gerne mit schwarzem Pfeffer scharf würzt, sollte besonders vorsichtig sein, denn das darin enthaltene Piperin hemmt den Abbau von Theophyllin, das hauptsächlich bei schwerem Asthma bronchiale verordnet wird.

Antidepressiva und Wein bzw. Käse: Antidepressiva enthalten häufig sogenannte MAO-Hemmer. Diese hemmen das Enzym Monoaminoxidase (MAO), das bestimmte Botenstoffe abbaut. Quelle gesundheit.de/medizin/medikamente/anwendung-und-einnahme/risiko-nahrungsmittel-wechselwirkungen-mit-medikamenten

Ich würde gar kein Medikament mit Grapefruit oder O-Saft einnehmen; ebensowenig, wie mit Milch.

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