Kann eine Frau, die unter dem Borderline-Syndrom leidet, eine Beziehung leben?

7 Antworten

Die einzige Frage ist, ob die betreffende Person sich in Therapie begibt. Selbst mit Therapie ist das Leben herausfordernder als wenn diese Person gesund wäre. Aber Schicksalsschläge kommen auch bei gesunden Menschen vor. Also wenn sich er oder sie in Behandlung begibt dann ist eine Beziehung möglich. Wenn nicht dann würde ich von ihr/ihm abraten. Es hilft sich selber zu dem Thema zu belesen und einen Therapeuten als Hilfe zu haben. Dies schreibe ich als Betroffener mit jahrelanger Lebens-, Leidens- und Therapieerfahrung (stationär/ambulant). Auf die Liebe und die vorhandene Kraft kommt es an. Und wenn Kinder vorhanden sind kann das durchaus sehr anstrengend werden und auch mal einen Therapeuten erfordern. Wenn (wie oftmals) noch weitere Erkrankungen vorhanden sind, erfordert es manchmal schier übermenschliche Kräfte um den Alltag zu meistern. Viel Erfolg.

Hallo,
ich habe mich vor einigen Jahren in eine Frau mit Borderline verliebt. Wir sind innerhalb von kürzester Zeit zusammengezogen und am Anfang lief alles prima. Ich dachte sie wird die Liebe meines Lebens. Zu der Zeit ging alles relativ schnell – ich lernte ihre Eltern, sie meine usw. Ich bin als Mensch schon immer unternehmungslustig, fröhlich, sehr gepflegt und liebte mich mit vielen Menschen zu umgeben.

Heute ist es leider das Gegenteil. Lebe mittlerweile zurückgezogen, keine Spur von Lebensfreude, Freunde haben sich von mir distanziert. Bin leider in ein schwarzes Loch gefallen, wo ich leider total hilflos mit dieser Situation bin und trinke sogar. Der Job ist auch zur Nebensache geworden. Ich werde von ihr ständig angegriffen und hab angefangen mich im Internet über dieses Thema zu beschäftigen, mittlerweile bin ich sogar auf der Suche nach einer Therapie. Ich glaub, dass ich keine andere Wahl sehe als mich von ihr zu trennen...
Ich bin ebenfall über einen interessant Beitrag gestoßen, der sehr aufschlussreich: https://www.derneuemann.net/borderline-beziehung-spaltung/7993 war.
Er zeigt, eigentlich genau das was ich damals/heute durchmache.

Gruß

Meine persönliche Meinung dazu: Nein, definitiv nicht, wenn sie nicht dauerhaft eine Therapie á la DBT macht, aber selbst die ist nur für einen Bruchteil der Borderliner geeignet, bei manchen hilft sie gar nicht, muss mit Medikamenten ergänzt werden oder es helfen nur Psychiatrie und Medikamtente.

Ich habe gerade knapp 5 Jahre Beziehung, davon über 3 mit gemeinsamer Wohnung mit einer Ex-Partnerin hinter mir, die meines Erachtens an einer Persönlichkeitsstörung leidet, sei es Borderline oder eine dissoziale Persönlichkeitsstörung. Anfangs fielen die Narben an Armen und Oberschenkeln auf, angeblich alles nur eine Episode während der Trennung der Eltern. Später fiel mir ihre extreme Eifersucht auf und due Angst vor dem Alleinsein bzw. Verlassenwerden. Ihr Studentenappartement war sehr unordentlich und auch nicht sonderlich sauber. Es gab Wäsche- und Krempelberge auf dem Boden, Chaos in den Regalen, ihr Leben schien sich zwischen Bett und Schreibtisch abzuspielen.

Später kam sie mit einer Geschichte von einer angeblichen Vergewaltigung durch ihre Ex-Freund um die Ecke. Aber das halte ich inzwischen für ein Märchen und Heischen nach Aufmerksamkeit. Häufiger gab sie sich kränklich, weil ich sie dann umsorgte und gesundpflegte. Eigentlich hatte ich eher eine halbe Tochter oder einen Pflegefall als eine Partnerin und die Wochenenden waren eher anstrengend und auslaugend als schön und entspannend.

Leider machte ich dann den Fehler, mich zum Zusammenziehen überreden zu lassen. Ich lehnte das im Hinblick auf die nicht virhandenen Haushaltsfähigkeiten erst immer wieder ab ab, nach x-fachen Zusicherungen ihrerseits gab ich aber irgendwann leider nach - ein fataler Fehler. Dann ging der Hardcore-Teil mener Leidensgeschichte los. Natürlich klappte das mit dem Haushalt nicht, es war meistens dreckig und unaufgeräumt. Kochen konnte sie nach eigenen Angaben auch nicht, so dass auch das meistens an mir hängen blieb, während sie sich auf das Ein- und Ausräumen der Spülmaschine beschränkte. Zur Miete trug sie natprlich auch nichts bei, kaufte nur jede Woche etwas für beide ein, das wars. Und as hielt sie für legitim. Ansonsten blieb alles gleich oder wurde schlimmer, also das häufige Kränkeln - keine Ahnung, ob echt oder gespielt - oder häufige Angst, innere Leere, Ziel- umnd Anstriebslosigkeit, Wutausbrüche, häufige Streits, Null Empathie und Einsicht ihrerseits etc

Ergebnis, nachdem ich sowohl die gemeinsame Wohnung als auch die Beziehung kürzlich beendet habe: Ich habe in der ganzen Zeit weit über 34.000 Euro Miete, Strom, Telefon usw. weitgehend alleine bezahlt und habe dafür in Sachen Partnerschaft, Haushalt und Menschlichkeit eine totale Niete mit absolut Nichts erhalten. Im Gegenteil, ich habe so viel an Zeit, Kraft und Nerven verloren, dass ich 2 Mal fast in einen Burnout gerannt bin und dann zuletzt ein schwerer längerer Schub meiner CED zurückkam. Selbst dann zahlte sie nicht, aber ich konnte wenigstens endlich die Kündigung der gemeinsamen Wohnung herbeiführen. Dennoch habe ich neben den Wohnkosten noch wesentlich mehr verloren. Da ich nicht in der Nähe des Wohnortes gearbeitet habe z.B. jeden Tag Stunden an Fahrtzeit und natürlich die Kosten fürs Fahren. Oder aber auch getätigte Investitionen in fünfstelliger Höhe für einige Projekte, darunter für ein Buch und ein Startup, die ich letztlich auf Grund einer Kombination der schwierigen gesundheitlichen Situation sowie Zeitverlust durch Wohnungsuche und Umzug abschreiben mußte und nicht mehr retten konnte.

Kurzum, mein Leben ist in den paar Jahren so ziemlich den Bach runtergegangen, während die eiskalte Borderline-Braut auf meine Kosten lebte, mit sehr guten Noten Bachelor und Master abschließen konnte, bis heute auf größeren Summen ihrer Familie sitzt (da sie sich ja bei mir durchschmarotzt hat) und keinerlei Unrechtsbewußtsein oder gar Empathie an den Tag legt. Daher bin ich nun dabei, die Mietanteile gerichtlich beizutreiben und ich kann nur jedem raten: Finger weg von Borderlinern, die machen nicht nur sich, sondern auch Euch und Euer Leben kaputt!

Schon wenn man sieht, dass jemand Narben vom selbstverletztenden Verhalten hat oder anderes einschlägiges Verhalten zeigt: Abstand halten und das Weite suchen, mag er / sie noch so nett oder lieb oder was weiß ich sein. Im Innern aber lauert ein furchtbares Monster, das Dich aussaugt und auffrisst, damit es selbst leben und sich selnst spüren kann. Und wenn Du am Ende bist, kommt der / die nächste dran.

Bleib gesund, hüte Dich vor Borderlinern!

Verallgemeinern hilft doch auch wenig! Nicht jeder Borderliner ist so. Die Erfahrung die du gemacht hast tut mir sehr leid, aber nur weil jemand psychische Probleme hat, heißt das nicht, dass man mit ihm keine Beziehung führen kann!!

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Ich finde das immer wieder grausam zu lesen wie Borderliner, egal ob Mann oder Frau, Ja es gibt beiden Geschlechtern welche mit dem krankheitsbild, immer wieder so nieder gemacht werden.
Dabei sind gerade Borderliner sehr warmherzige Personen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die gibt es überall. Ich kenne genug Borderliner und Angehöriger von Borderliner.

SIe sagen alle das selbe. Das es schwer ist und man stark sein muß aber sie diese Person nie mehr missen wollen würden weil sie soviel Liebe zu verschenken haben, man sich immer auf sie verlassen kann und und und. Nur positive Rückmeldungen.

Manche der Angehörigen dazu zählen auch Partner haben sich selbst in eine Therapie begeben um mit der Krankheit und der daraus folgenden Persöhnlichkeit ihres Partners zurecht zu kommen. Sie kämpfen um ihre Liebe

Also ein klares JA, MAN KANN mit einem Borderliner eine Beziehung führen. Die älteste Borderlinerrin die ich kenne ist jetzt 63 und seit 36 Jahren verheiratet. Hat mit ihrem Partner drei Kinder bekommen und auch großgezogen. Alle Kinder sind kerngesund auch psychich.

Also Borderliner sind auch nur Menschen. Manche Leute sind so verbittert und haben so einen Tunnelblick entwickelt das sie sowas von Vorurteilhaft sind... Das ist als wenn man sagen würde das alle Homosexuellen am besten eingesperrt und gemieden werden sollten...etc

Und JA man kann das miteinander vergleichen. Sowas bezeichnet man als Faschistoid.

Also wenn ihr eine Person kennt oder kennen lernt die Borderline hat, lasst euch davon nicht abschrecken sondern lernt die Person einfach kennen. Und wenn sich daraus eine Beziehung entwickelt dann seit gewiss das man auch die in den meisten Fällen meistern kann. Man sollte nur Geduld, Kraft und Liebe mitbringen und sich dabei sich selbst nicht aus den Augen verlieren.

Und wenn man es mal genau betrachtet dann kann man behaupten das eine Beziehung mit einem Borderliner sich nicht von der mit einem Menschen ohne psychiches Leiden unterscheidet. Auch da gibt es Probleme, auch da kann es schwer werden und auch da kann man selbst krank werden. Und auch da funktioniert nicht jede Beziehung.

Ja Borderliner sind keine einfachen Menschen, sie sind sehr vom Leben geprägt, aber wenn sie etwas sind, dann sehr liebenswerte Menschen.

Soviel zu meiner Erfahrung mit Borderlinern.

@daniel77 tut mir leid, dass du solch eine Erfahrung machen musstest, aber deine Wortwahl in deiner Antwort zu der Frage ist sowas von respektlos. Du hast schon vor dem zusammenziehen gemerkt, dass es problematisch werden kann und einfach nichts für dich wäre. Niemand hat dich zu diesem Schritt gezwungen, du hättest dich mehr auf sie einlassen können o. ggf einfach etwas zum Thema menschliche psyche lesen können, denn wie schon gesagt hast du ja gemerkt das offensichtlich etwas nicht mit ihr stimmt. Selbst nach langen Überredungsversuchen ihrerseits, hättest du einfach ablehnen können. Es war DEINE Entscheidung also rede sie nicht schlecht wenn du von der Erkrankung keinen blassen Schimmer hast, sowas ist ekelhaft. Klar traurig um dein Geld, aber ich hoffe für alle borderliner, dass sie nicht an jemanden wie dich geraten der so wenig Integrität, Empathie und Akzeptanz wie du besitzt. Ich freue mich, dass sie trotz ihrer Erkrankung den Bachelor und Master geschafft hat, drauf kann sie stolz sein! Da deine Antwort vor ca 8/9 Jahren verfasst wurde, hoffe ich dennoch auch für dich (ich als borderliner bin ja kein unmensch (; ) das du wieder einigermaßen auf die Beine gekommen bist. Ich wünsche mir für dich, dass du daraus gelernt, ein paar positivere Charaktereigenschaften erlangt hast und auch reflektierter geworden bist. Schadet dir nicht. ;)

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