Frage von Eva1811, 148

Hallo alle zusammen, ich bin 29 Jahre und habe seid langem extreme Schmerzen im Rücken. Nun war ich im MRT, könnte mir jemand bitte den Bericht erklären ?

Paramedian betonter Prolaps der degenerierten Bandscheibe HWK 5/6 mit reaktiven Signalveränderungen in den Wirbelabschlussplatten sowie Aufbrauchen des ventralen Subarachnoidalraums und Pellottieren des Myelons von ventral. Dabei keine Zervikalkanalstenose, keine Myelopathie.

Flache Protrusion der dehydrierten Ban´dscheibe HWK 3/4 sowie gering auch der Bandscheibe HWK 6/7. Jeweils werden Myelon- und Nervenwurzel nicht beeinträchtigt.

Streckfehlhaltung der HWS und des kraniozervikalen Übergangs.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StephanZehnt, 105

Hallo Eva,

Du hast einen Bandscheibenvorfall  der Bandscheibe zwischen den Halswirbelkörper 5 und 6 also untere Halswirbelsäule. Nun degeneriert heisst in dem Fall z.B. das die Bandscheibe deutlich an Wasser verloren hat.und auch sonst im schlechten Zustand ist

Die Folge ist das die genannten Wirbelkörper Kontakt haben! der ventralen Subarachnoidalraums liegt zwischen dem Rückenmark und den Wirbelkörpern (Richtung Bauch). Hier ist kein Platz mehr.

Bedingt durch den Bandscheibenvorfall erfolgt auch eine Eindellung des Rückenmarkes (Bauchseite). Wie stark die ist ob sie nur die Dura Mater betrifft?

Keine Verengung des Rückenmarkskanals genauso auch keine Schädigung bzw. krankhafte Veränderung  des Rückenmarkes.

Die Bandscheibe zwischen Halswirbelkörper 3 und 4 hat eine Vorwölbung sie ist genau so degeneriert also hat stark an Wasser verloren. wie die oben genannte! Das gleiche allerdings nicht in dem Umfang trifft auch auf die Bandscheibe zwischen Halswirbelkörper 6und 7 zu!

In dem Fall wird weder das Rückenmark noch die Nervenwurzeln beeinträchtigt!

Da hast eine Streckfehlhaltung im Übergangsbereich Kopfgelenk und Halswirbelsäule.  Also im besten Fall könnte man die Wirbelsäule mit drei S -Bögen vergleichen der oberste Bogen ist bei Dir etwas flach. Ich weis nicht was Du beruflich machst.......

Nun habe ich von Dir nur diesen Befund weis nicht ob Du Physiotherapie bekommst und in einer Schmerzambulanz behandelt wirst da solche Schmerzen mit der Zeit chronisch werden können. (Schmerzprotokoll einmal ausfüllen für einen Zeitraum .....).

Wenn es die Überlegung gibt zu einer OP ist es absolut wichtig genau hin zu sehen wie oft da schon eine HWS operiert worden ist  Ich kann Dir zur Not Kliniken nennen.

Ich weis nicht ob Du eine Wärmepackung hast - es gibt so Moorpackungen die man immer wieder aufwärmen kann. (ca. 10 €). Das löst etwas die Muskelverkrampfungen im Schmerzbereich.

Bevor Du irgendwelchen Übungen zu Hause machst solltest Du die Dir zeigen lassen. Das Problem wenn man die Übungen falsch macht kann es noch schlechter werden!

Gruss Stephan

Kommentar von Eva1811 ,

Hallo Stephan ich bedanke mich für deine Antwort. Ich befinde mich leider noch nicht in Therapie, denn mein Ärztin sieht keinen Handlungsbedarf. Ich war vor 4 Wochen im MRT der Brustwirbelsäule aufgrund extremer Schmerzen an der rechten Schulter und einer Stelle Höhe BWS:

Befund des MRT BWS:

Flache rechtskonvexe Skoliose der BWS. Residier eines Morbus Scheuermann.

Keine Thorakalkanalstenose. Keine Myelopathie. Der Conus medullare bei LWK1.

Rechtsbetonte Hypertrophie der ligg. flava BWK 10/11 und BWK 11/12 ohne Myelon zu bedrängen.

Mehrsegmentale degeneration der Bandscheiben.

Meine Ärztin meinte es wäre nix, nachdem ich ihr berichtet habe das meine Arme kribbeln hat Sie nun die HWS im MRT machen lassen!

Vielleicht könntest du mir auch hier nochmal erklären was das alles bedeutet

Bin etwas ratlos, wie es nun weiter geht!

Vielen Dank vorab Eva 

Kommentar von StephanZehnt ,

Hallo Eva ich kann Dir den Text übersetzen allerdings den Schluss daraus ziehen musst Du selbst.

Also Du hast eine rechtskonvexe Skoliose (Cobbwinkel bzw. Scheitelpunkt ? ) Die Skoliose ist flach es liegt also keine Torsion der Wirbelsäule im Bereich der Skoliose vor.

Die Frage ist wie ausgeprägt die Skoliose ist Hintergrund - > eine Skoliose hat andere Belastungsverhältnisse. Bei einer geraden Wirbelsäule liegt die Belastung gleichmässig auf der Bandscheibe verteilt im Idealfall.

Bei einer Skoliose sieht das Belastungsschema deutlich schlechter aus das heisst  eine deutlich kleinere Fläche muss das gleiche Gewicht tragen Wie man hier auf den Skizzen (Link) deutlich  sehen kann

http://www.medizinfo.de/ruecken/skoliose/cobb.shtml

Dann steht da  Residier (bleibend?)  eines Morbus Scheuermann.

https://www.dr-gumpert.de/html/morbus_scheuermann.html

Rechtsbetonte deutliche Vergrößerung des Bandes Flava (gelbe Bänder) sie halten Jeweils die Verbindung zwischen den Wirbelbögen und stabilisieren so die Wirbelsäule.

Diese Vergrößerung betrifft die untere Brustwirbelsäule also von Brustwirbel 10 bis 12  dabei wird das Rückenmark nicht bedrängt!

https://www.behance.net/gallery/20510699/Ligamentum-Flavum-Anatomy

Auch hier gibt es deutliche degenerative Veränderungen der Bandscheiben also nicht nur einer sondern einer ganzen Reihe!

Der Conus medullaris ist schlicht das Ende des Rückenmarkes. Das heisst  danach beginnt der Plexus lumbosakralis also ein Nervengeflecht dabei der Nervus ischadius (Ischiasnerv).

Also Du hast eine Skoliose - Morbus Scheuermann in Anfängen wenn ich das richtig verstanden habe. Also Du hast nicht nur ein Problem für Dich ist es gerade zu zwingend das Du etwas tust.

Physiotherapie aber auch selbst Übungen die man Dir zeigen sollte. Im Moment läuft dies nach dem Motto ob es Heute oder Übermorgen schlechter wird nicht unser Problem. Wenn man etwas tun würde kann man Probleme zumindest hinauszögern.

Wenn ich versuche die Muskeln im Umfeld der Probleme zu stärken kann ich damit einiges abfangen. Es könnten sich Schmerzen verringern. Allerdings sind Schmerztabletten billiger!

Wenn Du nun die genannten Probleme hast. Wäre es wichtig das Du sagst ich muss etwas tun und das laut und deutlich gegenüber der Ärztin sagst.  Oder dann halt die Konsequenzen ziehst.  Ja und  Dir eine / n anderen Orthopäden suchst.

Das ist sicher nicht lustig man hat Schmerzen usw. und muss sich dann auch noch mit den Ärzten streiten um die richtige ärztliche Versorgung.

Alles Gute Stephan

Kommentar von Eva1811 ,

vielen Dank für deine tolle Erklärung 

Kommentar von Eva1811 ,

Hallo Stephan heute war Befund-Auswerung und was soll ich sagen, ich bin depremiert! Ich habe nichts, der Bandscheinvorfall ist nix, die Vorwölbungen sind nicht zu erkennen und die weiteren Auffälligkeiten sind auch lächerlich...

Ich habe nach langem verhandeln eine Überweisung zum Neurochirugen bekomm en. Keine Schmerzmittel, keine physio-nichts. Ich kann es nicht glauben das sie sich die Bilder nicht angeschaut hat, erst auf Drängen von mir viel der Ärztin doch auf das da was ist. Sie hat noch nicht mal auf dem Überweisungsschein geschrieben, dass ich 1 Vorfall habe. Einzig habe ich flüchtig radikuläre Sympthome, führend Aufbrauchen des subarachnoidaler Reserveraum

Ich hoffe auf Hilfe beim Neurochirugen!

Sorry fürs auskotzen herzliche Grüße 

Antwort
von Hooks, 72

Gib doch einfach mal die Wörter ein bei einem medizinischen Wörterbuch, dbei lernst Du eine Menge über Deinen Körper. Ich finde immer, jeder Patient sollte zu einem Lerner werden.

Deine Bandscheibe zwischen 5. und 6. Halswirbel ist degeneriert (deutet auf schlechte Ernährung hin, lernte ich in der Kur; kümmere dich mal um "vitalstoffreiche Vollwertkost"), dort gab es einen Vorfall. Darüber und darunter scheint es eine Vorstufe davon zu geben.

Außerdem hältst Du den Kopf falsch, Fehlhaltung an der oberen Halswirbelsäule. Da weiß man nicht, was war zuerst da, die Fehlhaltung oder die Bandscheibenstörung.

Kümmere Dich unbedingt um gute Haltung, aber auch um ständiges Abwechseln! Es ist nie gut, eine dauernd gleiche Haltung einzunehkmen, DIE gute Haltung gibt es nämlich nicht. Wir sind auf Bewegung angelegt.

Vermutlich sitzt du viel, bewege wenigstens die Schultern dabei, nach hinten kreisen, hochziehen und fallenlassen, Anspannungsübungen nach "isometrischem Training" bringen Kraft da hinein.

Spätestens (!) nach einer Stunde für einige Minuten aufstehen und Bewegungsübungen machen.


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