Wenn man sich selbst nicht ernst nimmt, wie können anderen einen dann ernst nehmen?

5 Antworten

Ich habe mehrere Traumata hinter mir und fühle emotional kaum noch etwas. Mir ist bewusst, dass die physikalischen Gegebenheiten immer noch da sind, aber für mich ist das alles nur grau. Ich habe gelernt, dass da zum Schutzmechanismus dazu gehört und dass man es akzeptieren muss. Gäbe es diesen Mechanismus nicht, würden Menschen in meiner Situation wahrscheinlich mit zu vielen Emotionen geflutet. Man kann nicht nicht fühlen (solange keine physikalischen Verbindung gekappt werden oder das Gehirn nicht verletzt ist), aber wie wir Emotionen wahrnehmen, kann sich durchaus verändern.

Trotzdem kann ich natürlich lachen, oder weinen, oder Witze machen etc. Für mein Umfeld bin ich eine ganz normale Person. Für sie ist es also gar nicht belastend, für mich an manchen Tagen schon. Es ist anstrengenden, wenn man diese Maske zu lange trägt.

Sich selbst nichts zuzutrauen, kann von einer Depression oder mangelndem Selbstbild kommen. Die betroffene Person möchte in den meisten Fällen etwas tun, fühlt sich aber so klein, unbedeutend oder untalentiert, dass sie es erst gar nicht versucht. Oder sie will alles tun, um das Rampenlicht zu vermeiden. Bei einer Depression oder bei mangelndem Selbstbild ist es manchmal, als hätte man eine Stimme im Kopf, die einem all das schlechte an einem aufzählt. Man fühlt sich wertlos. "Warum versuchen? Ich schaff es doch eh nicht". Gegen diese Stimme, sich selbst, anzukommen, ist sehr sehr schwierig. Es einfach zu lassen, ist einfacher. Es kostet nicht so viel Kraft.

Diese Menschen brauchen ein positives Umfeld. Jemand, der Geduld mit einem hat und gegen die Stimme in uns ankämpft, wenn wir es nicht können. Es geht also gar nicht darum, wer Recht hat oder nicht oder um jemandem etwas zu beweisen. Es geht darum sich an diesen positiven Menschen festzuhalten, nur ein bisschen, um eine Treppe zu meistern. Damit die Stimme sieht "ich kann es doch!" und damit Dinge wie "ich habe es einmal geschafft, ich schaffe es wieder" viel viel öfter vorkommen.

Ich weiß nicht, in wie weit Ärzte wissen, dass jemand zurechnungsfähig ist oder nicht.

Aber die meisten Menschen mit psychischen Krankheiten, die sowas sagen wie "Ich will keine Hilfe" meinen es nicht so. Das, was da spricht, ist die Krankheit.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Intensive Beschäftigung mit der menschlichen Psyche

Ich kenne keinen Menschen, der im Ansatz mitgemacht hat, was ich mitgemacht habe. Deswegen kann ich nur für mich sprechen. Wenn es mir schlecht geht, denke ich nicht "ich will nicht mehr leben", sondern "ich will so nicht mehr leben". Das ist ein gewaltiger Unterschied. Die meisten Menschen, die sich aufgeben, haben einfach zu oft versucht Hilfe zu erhalten, aber wurden enttäuscht oder sitzen gelassen. Irgendwann verliert man die Hoffnung. Es ist auch oft ein viel zu steiniger und langer Weg bis zur Besserung. Wenn jeder Schritt schmerzt, wie soll man dann einen riesigen Berg erklimmen? Vor allem wenn man selbst nicht an sich glaubt oder was man überhaupt auf diesem Berg soll.

Es braucht ein sehr sehr gutes Umfeld, gute Therapeuten, die Unterstützung von Freunden und Familie, viel Geduld und Tränen um das zu überstehen.

Und ich habe großen Respekt vor allen, die dies aushalten, die trotzdem noch hier sind, auch wenn sie nicht wissen wie oder warum. Egal, ob psychologische oder physikalische Schmerzen. Ihr seid großartig.

Das wollte ich nur Mal loswerden.

Mediziner halten sich an Kriterien, daraus erfolgt die Diagnose.Wenn ein psychisch Kranker keine Hlfe möchte, muss er damit rechnen , das es eher schlimmer wird. Natürlich kann man keinen zwingen, es sei denn er wird zur Gefahr für sich und andere.Aber ist es das wirklich wert, das es einem dauerhaft nicht gut geht?

Klar kann man Gefühle verlernen , durch KH oder Traumen und ähnliche Ereignisse. Das strahlst du dann auch nach aussen aus.Und dazu gibt es Therapeuten.

Hallo, liebe videre!

Das sind ja reichlich Probleme auf einmal.

Am leichtesten ist noch der Part über die Zurechnungsfähigkeit. Diesbezüglich hat der Arzt seine konkreten Erfahrungen und Bewertungskriterien - unter Umständen auch durch neurologische Untersuchungsergebnisse.. Die Zurechnungsfähigkeit wird dann abgesprochen, wenn der Arzt erkennt, dass von dem Kranken für sich oder andere Menschen eine Gefahr ausgeht. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob der Kranke gewillt ist, sich helfen zu lassen, ob er dazu überhaupt in der Lage ist.. Gerade im psychischen Bereich spielt die aktive Mithilfe des Patienten bei seiner Genesung eine große Rolle - und wenn er nicht will, bleibt der Mediziner in der Regel erfolglos.

Wie Liebe zu anderen Menschen erst durch die Eigenliebe entstehen kann, ist es auch mit der Akzeptanz durch andere Menschen. Erst wenn ich mich selbst akzeptiere, das dafür notwendige Selbstbewusstsein aufbringe, kann ich erwarten, dass ich von anderen Menschen akzeptiert werde.

Eine weise Antwort, LG.

@PicaPica

Danke - LG zurück.

Alle Menschen sind verschieden, also werden manche dich ernst nehmen, auch wenn du dich nicht ernst nimmst, andere werden dich nicht ernst nehmen, auch wenn du dich ernst nimmst, und andere nehmen dich nur ernst, wenn du dich auch ernst nimmst. Du solltest unabhängig von den Anderen dich ernst nehmen. Und deine Gefühle können zwar abstumpfen, aber trotzdem bleiben sie immer. Ein Arzt darf eigentlich nicht für dich entscheiden, weil du ein freies Wesen bist, aber auf dieser Erde und in diesem System gelten andere Regeln. Diesen Regeln sollte man sich beugen, wenn man nicht ständig in Schwierigkeiten geraten will. Deine Fragen wirken etwas verwaschen, kannst du dich konkreter ausrücken?

Hm.. ehrlich gesagt verstehe ich deine Frage(n) nicht zu 100 %, da ich das Gefühl habe, du willst eher eine Antwort auf die Fragen in deinem letzten Absatz, als auf deine Hauptfrage und irgendwie sind die meisten deiner Fragen auch Aussagen :') Könntest du das bitte nochmal spezifizieren, worauf du nun genau eine Antwort haben möchtest?

Und wie definierst du den psychisch Kranken? Also wie stark ist der Grad der psychischen Erkrankung bei dem Menschen?

Gehirnoperation - wie kann ich das Angstgefühl beiseite legen?

Hallo, ich würde mich sehr über Antworten freuen.
Kurze Vorgeschichte: Ich leide seit ca. 14-15 Jahren an fokaler Epilepsie, und egal was wir versucht haben, nichts hat geholfen, keine Medikamente. So wurde mir vor 1 1/2 Jahren eine Gehirnoperation empfohlen. Hierfür wurden auch schon Tests durchgeführt, und bislang spricht aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Operation. Nun ist es so, um die eigentliche Operation durchführen zu können, ist zuerst eine sog. Testoperation erforderlich, hier werden 8-12 Elektroden ins Gehirn eingesetzt, ich werde die Hälfte meiner Haare verlieren, und bin eine Woche am Bett. Bei dieser Operation stellen sie sicher, ob die eigentliche Op durchgeführt werden kann, und wo sich genau die Epilepsie im Gehirn befindet.
So, der Termin steht fest, in 1 Monat ist es soweit. Und je näher der Termin rückt, umso größer wird meine Angst irgendwie. Ich bin am Hin- und Herüberlegen, ich tendiere stark dazu die Op zu machen, aus mehreren Gründen. Doch ich hab da auch große Angst vor, ich weiß nicht ob ihr mich verstehen könnt.
Ich denke mir so, ist es das überhaupt wert, dass ich das mache? Also mit der Epilepsie zu leben ist auf Dauer sehr schwer, ich denke an meine Zukunft, ich möchte heiraten, ich möchte Kinder, wie soll das dann werden mit der Epilepsie, das ist nicht gerade ein Zuckerschlecken, vor allem wenn mehrere aufeinander folgen.
Der Großteil meiner Familie und Freunde rät mir, die Op zu machen, und hätte ich da nicht so eine große Angst, dann könnte ich dem auch einfach zustimmen. Was würdet ihr an meiner Stelle tun???
Ich habe so Gedanken wie: Was, wenn es schief läuft? Oder was, wenn es dann voll um sonst war? Und der Termin rückt immer näher...

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