Quetiapin - Gewichtszunahme entgegenwirken?

4 Antworten

Ich war zwar schon immer übergewichtig, was auch mit an der Schilddrüse, Psyche, natürlich auch falscher Ernährung liegt, aber seit ich Quetiapin nehme, nehme ich unkontrolliert zu. Da hilft auch L-Thyroxin für die Schilddrüse nichts.

Trotz Ernährungsumstellung, Bewegung, etc. nehme ich immer noch zu. Seit ich täglich 8 Stunden im Büro setze bin ich bei fast 1kg im Monat. Das schlägt auch wieder negativ auf die Psyche, sodass es mir zur Zeit psychisch wieder schlechter geht. Das geht auf die Konzentration, durch Fehler in der Arbeit wieder Schlaflosigkeit, und auch Depressionen werden schlimmer. Zusätzlich zu Quetiapin (abends als retard + kleine Dosis normal zum einschlafen) nehme ich in der Früh Elontril. Die haben, bevor ich zu arbeiten begonnen habe, auch super gewirkt, aber durch den schlechteren Allgemeinzustand der Psyche, wirken auch diese immer weniger. Bei denen sind als Nebenwirkung Gewichtsabnahme und Apettitlosigkeit aufgeführt, die Apettitlosigkeit spüre ich, von der Gewichtsabnahme aber gar nichts.

Einnahme in dieser Konstellation seit Anfang 2014.

Der Arzt sieht die Gewichtszunahme nur deswegen kritisch, weil mein Körpergewicht viel zu hoch ist. Für die Psyche ist das aber für ihn nicht wichtig. Für mich schon, das spüre ich ja jetzt. Auch Diäten, Abnehmkur, alles ohne Erfolg.

Ich überlege langsam, ob es nicht sinnvoll wäre, zusätzlich zu den Medikamenten, Guarana oder gleich Formoline zu nehmen. Vielleicht wirken die den Antidepressiva entgegen.

Ich arbeitete selbst seit einigen Jahren im psychiatrischen Bereich und kann der Antwort von Kajjo in dem Fall nicht zustimmen. Psychopharmaka beeinflussen das Körpergewicht und das hat häufig nichts mit der Ernährung an sich zu tun. Es kann sein das aufgrund der Medikamenteneinnahme ein gesteigerter Appetit vorhanden ist das sich nicht immer mit weniger Essen regeln lässt. Ich hatte Patienten die mit durchschnittlich 60kg in die Klinik kamen und diese mit 110kg wieder verließen. Wenn es darum geht Symptome zu lindern ist die Gewichtszunahme für einen Arzt vernachlässigbar. Schönheitsideale haben in der Behandlung mit Psychopharmaka keine Priorität. Eine Gewichtszunahme passiert auch durch die Ruhigstellung und der damit verminderten körperlichen Aktivität. Auch ist es so das durch Stress im Körper vermehrt Cortisol ausgeschüttet wird. Als Folge des Hypercortisolismus kann es zu einer diabetischen Stoffwechsellage und stammbetonten Fettgewebsdepots kommen. Gewichtszu- und abnahmen lassen sich nicht immer so einfach erklären und genauso folgt in deinem Fall die Gewichtsreduzierung. Ich bin der Meinung du solltest das mit deinem behandelnden Arzt besprechen. Welche Medikamente werden eingenommen, über welchen Zeitraum sollten die Medikamte eingenommen werden, welche Beschwerden treten auf und wie kann man dem entgegen wirken, absetzen oder Medikament wechseln etc. da ist soviel zu klären das ist nicht hier in 5 Sätzen erledigt und zu umfangreich um eine pauschale Antwort darauf zu liefern.

  • Abnehmen tut man immer dann, wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht. Zunehmen tut man ebenfalls nur dann, wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt als man verbraucht. Das ist die Goldene Regel, an der nichts vorbei führt.
  • Für Zunehmen oder Abnehmen st es völlig egal, wann man wie viel wovon isst. Es kommt einzig auf die Energiebilanz an. Alles andere ist esoterisches Gerede ohne naturwissenschaftlich-medizinische Grundlage. Lass Dich nicht verarschen.
  • Du musst keine Angst haben vor der Stoffwechselveränderung. Der Grundumsatz wird bei gleiche Aktivität gleich bleiben. Er sinkt nur, wenn Du auch entsprechend ruhiger, phlegmatischer dein Leben führen würdest und weniger aktiv wärest. Hier könntest Du also gezielt aufpassen, dass Du aktiv genug bleibst und z.B. Sport treibst, der Spaß bringt wie Schwimmengehen (auch mit Rutschen, Wellen, Sauna etc), Radtouren, Wandern, Geocaching und so weiter.
  • Die gewichtssteigernde Wirkung von Antidepressiva beruht fast ausschließlich auf den appetitsteigernden Wirkungen, also der Tatsache, dass man gerne isst, mehr isst, mehr Lust auf Essen hat und öfter das Gefühl hat, essen wäre jetzt genau das richtige. Wenn Du dagegen z.B. genau so viel isst wie bisher auch, wirst Du auch nicht zunehmen. Kalorienzählen und achtsame Ernährung ist genau wie immer beim Abnehmen der richtige Ansatz, ganz egal ob mit oder ohne Antidepressiva. Es kann mit dem Medikament aber psychologisch schwieriger werden, auf Essen zu verzichten und seine Portionen zu kontrollieren und sich zu beherrschen.
  • Es gibt kostenlose Smartphone-Apps wie z.B. MyFitnessPal, bei dem man den persönlichen Kalorienbedarf errechnen, Sport und Training eingeben und die zu sich genommenen Lebensmittel und Kalorien genau erfassen kann. Damit bringt Abnehmen Spaß und man gewinnt eine gute Kontrolle, so dass man Fehler und Gesundheitsgefahren vermeiden kann.

Diese Antwort hat mir mehr geholfen, als jede Internetrecherche die ich diesbezüglich jemals unternommen hatte. Vielen Dank ! :)

@Riodora

Es freut mich, dass ich dir helfen konnte.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg bei der Gewichtskontrolle.

Ich kann dem nur beipflichten! Man muss schon selbst sehr viel dazu beitragen und sich aufraffen um mit Bewegung und vernünftiger Ernährung einer Gewichtszunahme vorzubeugen. Ich nehme selbst Seroquel 100 mg, Dominal 80 mg zum schlafen und noch andere Medikamente für den Tag. Ich gehe 40 Stunden die Woche arbeiten und bin stolz auf mich, dass ich das alles schaffe.