Kinn und Unterlippe Taub!

4 Antworten

Du hast doch sicherlich mit Deinem Zahnarzt darüber gesprochen. Was sagt er denn? Im Unterkiefer passiert es leider immer wieder - da kann der ZA auch nichts dafür - daß der Nerv, der dort im UK entlang läuft verletzt wird. Dadurch ist meist die Zunge und der halbe Kiefer taub. Manchmal dauert es nur ein paar Tage bis das normale Gefühl wieder zurückkehrt, manchmal dauert es 2 Jahre und manchmal bleibt dieses taube Gefühl für immer.

Dem ZA ist das ganze so gut wie total egal er hat nicht einmal richtig auf geklärt ich glaube ich muss damit Leben aber trotzdem Danke sehr nett

@dilaca

gern :-)) Es kann aber immer noch sein, daß sich der Nerv wieder regeneriert. Ich drück Dir die Daumen.

Ich hatte am 15.02.2015 eine Wurzelspitzenresektion und seit dem die gleichen Taubheitsgefühle wie du. Ich habe inzwischen verscgiedenste Ärzte aufgesucht, um alle Informationen zu dem Thema zu bekommen, damit ich weiß was ich machen kann und woran ich bin. Bei einer Wurzelspitzenresektion im Unterkiefer wird die Wurzelspitze in der Nähe des Kiefernervs (Nervus mandibularis) abgeschnitten. Hierfür muss dieser Nerv freigelegt werden, damit der Arzt ihn sieht und nicht verletzt. Bei einem sehr geringen Prozentsatz von Menschen (hauptsächlich Frauen) reicht dies bereits aus, um den entsprechenden Nerv zu traumatisieren. D.h. die OP kann ganz normal verlaufen und der Nerv ist trotzdem angegriffen. Je nachdem welcher der Äste des Nervs betroffen ist (insgesamt gibt es drei und es hängt davon ab an welchem Zahn die OP war) kann z.B. die Zunge betäubt sein und keinen Geschmack mehr empfinden oder aber wie bei mir die Zähne des Unterkiefers, die Unterlippe und das Kinn taub sein. Leider kann man nicht anhand des Grades der Taubheit unterscheiden, ob bei der OP der Nerv nur traumatisiert wurde, tatsächlich verletzt (z.B. angeschnitten) oder gar komplett durchtrennt wurde. Mein Nerv z.B. ist nicht durchtrennt worden, aber ich hatte überhaupt kein Gefühl mehr in der Lippe, auch nicht, wenn man mit einer Nadel reingepiekst hat. Es kann auch sein, dass der Arzt bei der Betäubung versehentlich direkt in den Nerv gespritzt hat und ihn somit längerfristig (bis zu 10 Wochen) betäubt hat. In allen Fällen bis auf den der kompletten Nervdurchtrennung besteht eine sehr hohe, fast 100% ige Chance, dass der Nerv sich regeneriert und die Betäubungen zurückgehen!!! Ob dies immer komplett ist oder ob kleinere Areale betäubt zurückbleiben ist nicht vorhersagbar. Es gibt nichts, was man tun kann, um diesen Prozess zu beschleunigen! In einigen Quellen findet man hierfür zwar Vitamin B12 genannt, aber dies ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Der Nerv soll allerdings keinen starken Erschütterungen ausgesetzt werden, d.h. z.B. Sport wie Zumba oder auch Joggen meiden. Der Prozess kann zwischen 3 Monaten und 12 Monaten dauern, wobei er in den ersten 3 Monaten am schnellsten voranschreitet und nach 6 Monaten nur noch sehr langsam. Ist der Nerv bei der OP durchtrennt worden, besteht kaum eine Chance, dass dieser sich wieder von alleine regeneriert. In diesem Fall können die beiden Nervenenden aber wieder zusammen genäht werden. Passiert dies in den ersten 3 Monaten nach der Durchtrennung, besteht eine 50%-ige Wahrscheinlichkeit für eine Heilung. Passiert es später, werden die Chancen deutlich geringer. D.h. was du tun kannst, ist so schnell wie möglich klären, ob der Nerv durchtrennt wurde. Falls dies dem Zahnarzt passiert ist, hat er es euch sicher gesagt. Ist er sich nicht sicher oder traut ihr der Aussage nicht, kannst du die Leitfähigkeit des Nervs bei einem Neurologen messen lassen. Ist diese vorhanden, dann ist der Nerv nicht durchtrennt. Ich habe dies z.B. in der neurologischen Abteilung der Uniklinik in Frankfurt machen lassen. Dabei kam heraus, dass der Nerv leitet, aber mit einer gewissen Latenzzeit gegenüber dem gleichen Nerven auf der nicht betäubten Seite. Schlussfolgerung war, dass der Nerv nicht durchtrennt ist, aber offensichtlich traumatisiert oder eventuell sogar verletzt (die Latenzzeit kann beides bedeuten). Die Messung ist übrigens schmerzlos. Was auch möglich ist, ist dass immer noch etwas auf den Nerv drückt und die Betäubung auslöst wie z.B eine Entzündung oder ein Bluterguss. Um dies zu klären, kann man ein MRT oder CT machen. Dort sieht man, ob irgendetwas den Nerv einengt. In dem Fall muss nämlich auch schnell gehandelt werden, damit der Nerv keinen längerfristigen, echten Schaden nimmt. Jetzt noch etwas zum Thema Regenerierungsprozess des Nerven und Schmerzen. Ich habe bereits nach wenigen Tagen plötzlich eine starke Spannung in den betäubten Zähnen gehabt, die dann immer stärker und richtig schmerzhaft wurde und im Lauf von ca. 2 Wochen wurde es zu starken, brennenden Schmerzen insbesondere am betäubten Zahnfleisch. Selbst die stärksten Schmerzmittel haben nicht geholfen. In der Uniklinik in Mainz Abteilung Kieferchierurgie habe ich dann erfahren was los ist. Die Schmerzen, die ich hatte, waren sogenannte neuropathische Schmerzen, die aufgrund der Regeneration des verletzten Kiefernervs entstanden sind. Bei 90% aller Menschen verläuft diese Regeneration . Bei 90% aller Menschen verläuft diese Regeneration völlig schmerzfrei, 10 % bekommen unterschiedlich starke neuropathische Schmerzen. Diese verschwinden wieder, wenn der Nerv sich regeneriert hat! In der Zwischenzeit helfen nur die passenden Schmerzmittel. Die normalen Medikamente gegen z.B. Zahnschmerzen helfen hier überhaupt nicht. Es gibt allerdings 4 verschiedene Arten von neuropathischen Schmerzmittel, die zum Einsatz kommen können. Bei mir hat Pregabalin geholfen und inzwischen nach ca. 8 Wochen kommt langsam wieder etwas Gefühl in die Lippe.

Danke das du dir Zeit genommen hast das detaillierter zu schreiben

Mir wurde bei einer OP am Hals ein Nerv beschädigt und ich war danach auf der einen unteren Gesichtshälfte vom Kinn bis fast zum Ohr taub. Es hat knapp 2 Jahre gedauert bis ich wieder das volle Gefühl auf der Seite hatte. Also keine Sorge, dass kommt schon wieder aber stell dich darauf ein das es noch eine ganze Weile dauern wird!

Danke

Das hört sich nach einem verletzen Nerv an... Nicht gut! Reparabel? Eher nicht, sorry! Geh noch mal zum behandelnden ZA, aber viel Hoffnung gibt's nicht!

Stimmt Gott sei Dank nicht.

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