Erfahrungen mit Triptanentzug/ Schmerzmittelentzug?

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Mach doch mal auf www.miginfo.de den Kopfschmerztest. Der testet verdeckt auch auf einen Verdacht auf Medikamentenkopfschmerz. Wenn dieser Test dies für möglich hält, kannst du fast davon ausgehen, einen zu haben. Die Site ist übrigens eine der umfangreichsten Migränewebsites der Welt.

Ferner: Lese dir die Seiten dort durch, oder das (teure) Migränebuch des Betreibers oder (reicht einigen auch) sein preiswertes Übergewichtsbuch ("Wie Übergewicht entsteht ... und wie man es wieder los wird"). Ist der gleiche Grund wie bei Migräne, hat etwas mit dem Gehirnstoffwechsel zu tun. Ein Gehirn, das nur von Glukose lebt, hätte die Altsteinzeit nicht überstanden. Wir muten es uns aber heute zu.

Auch wenn hier viele immer etwas von Auslösern und allem möglichen Brimbaborium reden. Das trifft es alles nicht. Du musst dein Gehirn an den Fettstoffwechsel anschließen, eine andere Chance hast du nicht, speziell wenn du unter Stress leidest. Bei Migräne handelt es sich um einen temporären Energiemangel im Gehirn (deshalb raten die Neurologen immer, ständig etwas mit Kohlenhydraten zu essen, was genau falsch ist).

Bei Epilepsie - der Schwesterkrankheit - ist diese Erkenntnis übrigens längst Standard.

Sehr interessant! Dankeschön! Trotzdem fehlt mir die Alternative noch immer wie ich erst mal von den Triptanen los komme ohne Entzugsklinik oder Psychopharmaka in mich reinzustopfen..... :-(

@sonnig0815

Da gibt es nur wenige Möglichkeiten:

  1. Entzug (in einer Schmerzklinik). Ist hart. Danach wirst du auf einen neuen Medikamentencocktail eingestellt. Irgendwann geht der gleiche Mist von vorne los.
  2. Versuchen die Anfallshäufigkeit durch eine medikamentöse Prophylaxe zu reduzieren und die Anfälle abzuschwächen, sodass einige z. B. durch Ibuprofen behandelt werden können.
  3. Alternative Maßnahmen wie Akupunktur etc. Kann helfen, ist aber selten.
  4. Die medikamentöse Prophylaxe von www.miginfo.de. Das ist auch eine Prophylaxemethode, nur halt per Ernährung.

Das Forum dort ist eins der aktivsten Migräneforen in Deutschland. Wer sich dorthin verirrt, hat meist alles ausprobiert und gilt als austherapiert. Viele waren vorher schon in Kiel. Ein Medikamentenkonsum, wie du ihn hast, würde dort - unter den Anfängern - als wenig auffällig gelten. Dennoch geben diejenigen, die das Forum seit Jahren moderieren (ehemalige Betroffene, nicht identisch mit dem Betreiber) an, dass ca. 1/3 davon so sehr profitiert, dass sie sagen: Tschüss, ich hab nichts mehr. Ein weiteres Drittel stellt eine signifikante Reduzierung und Abschwächung der Anfälle fest. Und dem üblichen letzten Drittel helfen die Maßnahmen nicht. Das gilt aber für die Triptane im Übrigen auch: Auch die wirken nur bei ca. 70%.

@Ursulala

Schau mal, das Gehirn kann mit unterschiedlichen Energieträgern betrieben werden:

Glukose (Zucker)

Ketonkörper (Fett)

Siehe: http://www.dgem.de/termine/berlin2003/lochs.pdf, Seite 18.

Isst du normal, braucht das Gehirn ca. 2 - 5 Tage, um sich umzustellen. Diese Zeit ist schrecklich und im Allgemeinen reich an Migräne und Kopfschmerzen. Danach tritt im Allgemeinen eine Leichtigkeit ein, die vielen Menschen völlig unbekannt ist.

Man kann in diesen Zustand durch echtes Fasten (Heilfasten, Hungern), oder durch Kohlenhydratfasten wie bei Aktins Phase I kommen.

Was der Betreiber der Migränesite (Herr Mersch) nun allerdings behauptet, ist das Folgende: Um Migräne zu vermeiden, musst du nicht ständig in dem (ketogenen) Zustand sein. Du musst dein Gehirn lediglich so trainieren, dass es im Bedarfsfall sofort umschaltet. Es geht darum, die 2-5 Umstellungstage zu vermeiden. Denn die Migräne kommt, weil das Gehirn einen Energiemangel erleidet und noch die 2-5 Umstellungstage benötigt, um an richtige Energie zu kommen.

So, und das können die dann. Herr Mersch behauptet, er könne sich an einem stressigen Tag entscheiden, den ganzen Tag nichts zu essen. Er würde keinerlei Einbruch in der mentalen Leistungsfähigkeit erleiden. Weil sein Gehirn sofort von den Energien des Fettstoffwechsels (und allen in den Fettdepots gespeicherten Energien) Gebrauch machen kann. Das ist schon das ganze Geheimnis.

Meines Erachtens ist das auch eine hervorragende Alzheimer-Prophylaxe, die er da vorschlägt.

@Ursulala

Das hört sich nach einer ECHTEN Alternative an!

Die Punkte 1-3 oben scheiden bei mir aus, da ich weder auf Akkupunktur angesprochen habe, noch auf Prophylaxe mit Amytriptilin. Schmerzcoctail ist ja auch eher contraproduktiv....

Dann werd ich wohl wirklich versuchen mein Gehirn umzustellen um das alles in Bahnen zu lenken, die erträglich sind. Stelle mir das allerdings unwahrscheinlich kompliziert und schwierig vor, aber einen Versuch ist es wert. Danke für die vielen umfangreichen Infos!

@Ursulala

interessanter beitrag.

wir starten gerade einen eigenversuch mit kokosfett bei alzheimerpatienten.

kokosfett wird wohl schneller, als andere fette in ketone umgewandelt und kann so einen nährstoffmangel im gehirn vorbeugen.

einfach mal nach kokos und alzheimer googlen, da kommt massenweise infos zum thema. gibt wohl auch eine amerikanische ärztin, die ihren alzheimerkranken mann so benahdelt hat und zwar mit erfolg, die alzheimer wurde rückläufig, das schafft kein aktuelles alzheimer medikament.

Habe selbst durch über 20 Jahre Schmerzmitteleinnahme gegen stressbedingte Nackenschmerzen mit über 40 Jahren heftigste Migräneanfälle bekommen.Das übliche Programm mit noch stärkeren Schmerzmitteln,Amitryptilin und Epilepsietabletten brachte garnichts.Dann probierte ich autogenes Training,das vorübergehend half,beruhigende Tees usw.Erst ein Schmerzmittelentzug über 2 Monate hat die Anfälle von ca.15 im Monat auf 5 gesenkt.Meine Arbeit bin ich schon lange los...Die Anfälle sind manchmal derart,dass ich mit Entspannung alleine auskomme.2-5mal nehme ich noch Triptane im Monat.Also eigentlich war die Erkenntnis ausschlaggebend,mein Leben ändern zu müssen,nein zu sagen,Verständnis zu verlangen.Der Körper sagt mit der MIgräne stop.Bei jedem sind die Ursachen sicher anders.Diese Krankheit ist letztlich ein Symptom.Alles Gute für dich

Vielen Dank für die autentische Antwort.. Bei mir ist es leider noch fast tägliche Einnahme von Triptanen, damit der Körper "funktioniert". Da sich in dieser Gesellschaft leider alles um das "goldene Kalb" dreht, ist es sehr schwer einmal NEIN zu sagen. Ich weiss, dass die Migräne ein Warnhinweis des Körpers ist etwas langsamer zu machen, aber es ist sooo schwierig das zu befolgen. Vor allem das gesellschaftliche Umfeld macht mir hier schwer zu schaffen. Selbst in der Familie ist Verständnis Fehlanzeige.....

Entspanungstechniken + Wärmekissen helfen manchmal gegen die "Entzugsschmerzen", die ja anders sind als die richtigen Migräneattacken. Trotzdem habe ich auch schon aus diesen Gründen von Hartz 4 leben müssen, bevor ich mich dann selbständig gemacht habe. Kein Arbeitgeber macht das auf Dauer mit, wenn die Angestellte bis zu 8x im Monat Attacken mit Sehstörungen+ neurologischen Ausfällen (AURA) hat. Somit blieb nur die Selbständigkeit. Wenn ich aber 3 Wochen ausfallen würde wegen Klinik, dann wäre das eine Katastrophe für mein Geschäft!!

So bleibt mir wohl nur auf ein Wunder zu hoffen, oder irgendwann mit einem Infarkt ins Grab zu springen, da die Triptane auf Dauer ziemlich auf die Pumpe gehen. :-(

ich würde mir an deiner stelle unterstützung beim heilpraktiker/ homöopathen holen. es gibt tatsächlich homöopathisches was gegen migräne hilft. ich habe auch globulis gegen kopfschmerzen und welche gegen migräne, sie wirken nicht immer, aber ich kann mindestens bei der hälfte der anfälle auf triptane verzichten

Dafür muss ich aber die Triptane ERST einmal entziehen und ob das mit ein paar Globuli gelingt wage ich zu bezweifeln. Wie ich in der Frage schon geschrieben habe, bin ich durch unbedachten übermässigen Gebrauch von den Triptanen abhängig geworden, so dass ich durch den Schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz in einem Teufelskreis von Medikament und Schmerzen bin.

Danach kann ich mir das durchaus vorstellen. Allerdings bin ich bei Homöopathie aus Erfahrung in meiner früheren Praxis in der ich gearbeitet habe äusserst skeptisch... Ich würde wohl eher die Nahrungsmittelumstellung in Kombination mit Bewusstseinserweiterung bevorzugen. Trotzdem vielen Dank für die Antwort und den Tip!

Wurde bei Dir Migräne diagnostiziert? Und seit wann leidest Du unter Kopfschmerzen? Bei mir fingen die Kopfschmerzen vor ca. vier Jahren an. Erst waren es nur leichte Kopfschmerzen, die aber von Mal zu Mal immer schlimmer wurden (teilweise drei Tage flach gelegen). Ich nahm natürlich, wie soll es anders sein, auch diverse Schmerztabletten ein. Habe die ganze Palette an Triptanen und frei verkäuflichen Tabletten durch. Je mehr Schmerzmittel ich nahm umso öfter und intensiver wurden meine Kopfschmerzen.
War auch bei etl. Ärzten und keiner konnte helfen oder hatte wirklich Ahnung. Kann Dir nur den Rat geben, verlass Dich nicht auf die Ärzte (dann bist Du verlassen). Zu Deiner Frage ob Du Dir einen medikamenten induzierten Kopfschmerz eingehandelt hast, würde ich ein klares Ja sagen. Seh zu, dass Du sofort alle Schmerzmittel absetzt (nicht nur die Triptane) Ist verdammt schwer, aber einen anderen Weg gibt es leider nicht. Der Entzug dauert in der Regel so etwa eine Woche aber dann wird es besser. Versuch herauszufinden, warum Du Kopfschmerzen hast. Habe alle Untersuchungen gemacht (Hormone prüfen lassen usw.) nix bei rausgekommen. Heute weiß ich, dass meine Kopfschmerzen von stinknormalen Nackenverspannungen herrühren. Habe anfangs gar nicht registriert, dass ich welche habe. Gibt aber hier im Internet diesbezüglich sehr viele Berichte, was Nackenverspannungen alles auslösen können und wie sie entstehen. Bin z.Zt. damit beschäftigt, meine Muskelverspannungen in den Griff zu bekommen und meine Kopfschmerzen sind schon viel besser geworden. Mir ging es so schlecht, dass ich fast jede Woche mindestens zwei Tage flach gelegen habe. Ich habe lange gedacht, dass ich Migräne habe. Heute weiß ich, dass es das nicht war. Ich kann nur jedem den Rat geben, versucht selber herauszufinden, woher die Kopfschmerzen kommen. Jeder Schmerz hat irgendwoher seinen Ursprung. Ich habe meinen Gott sei Dank nach vier Jahren gefunden.

Vielen Dank auch Dir für deinen Beitrag. Bei mir ist es 100% Migräne, da ich ja auch unter den bekannten Aura-Symptomen leide. Sehstörungen und Taubheitsgefühle der Hand/ Gesichtshälfte und Sprachstörungen. Die Schmerzen, die ich bei der typischen Migräne habe sind aber anders, als die Spannungsschmerzen durch die Schmerzmittel. Komisch nur, dass dabei auch NUR die Triptane wirken, obwohl die Weisskittel ja behaupten, dass Triptane NUR bei Migräne wirken.

Habe letzte Woche den Tip mit dem "ausschleichen" der Triptane probiert und bis heute hat es super funktioniert. (morgens erst nur ne halbe und dann ne viertel Tab)Seit Mittwoch KEIN einziges Mal benötigt. Hab es auch mit Körnerkissen im Nacken probiert. Sah zwar komisch aus, wie ich da in meinem Büro sass, aber zum hinlegen hab ich leider keine Zeit. Die Schmerzen wurden besser. Nur abends ist es die Hölle... kann ich im Moment noch um 20.00 ins Bett und könnte schreien vor Schmerz! Einschlafen geht dann aber und morgens ist es auch wieder besser.

Den Ärzten traue ich überhaupt nicht!! Die rennen auch nur dem Kapitalistischen Sch... System hinterher und der Rest kümmert die nen feuchten Mist. Keine Zeit mehr für die Patienten und nur die Pharmaindustrie im Nacken... zum K+--tzen sowas....

Deshalb nehme ich ja auch die Psychopharmaka oder Antiepileptika nicht ein, sondern mach lieber den kalten Entzug der Schmerzmittel.

Dir weiterhin Gute Besserung!

Hallo sonnig0815,

es ist gut möglich, dass bei dir ein schmerzmittel-induzierter Kopfschmerz vorliegt. 21 Triptantabletten im Monat sind immerhin das Doppelte der empfohlenen monatlichen Höchstdosis. Ein Neurologe, der so große Mengen Triptan verschreibt, handelt unverantwortlich, denn der Schmerzmittelkopfschmerz ist da schon vorprogrammiert. Er hätte dich auch vorher darüber aufklären müssen …aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern.

Eigene Erfahrungen mit Schmerzmittelentzug habe ich zwar nicht, aber ich weiß, dass manchen Migränikern die medikamentöse Migräneprophylaxe gut hilft. Das müssen keine Psychopharmaka oder Epilepsiemedikamente sein - es gibt noch andere, die für dich möglicherweise besser passen. Da die Wirkung einer Prophylaxe meistens erst nach ein paar Wochen voll einsetzt, könnte man vielleicht diese Zeit dazu nutzen, die Triptane langsam zu reduzieren. Wenn du dann irgendwann die Prophylaxe nicht mehr nützen möchtest, ist zumindest dein Triptan-Level niedriger als jetzt. Ich habe dazu – wie gesagt - keine eigene Erfahrung, aber es wäre evtl. einen Versuch wert mal mit (d)einem Neurologen zu besprechen, ob das möglich ist.

Die Schmerzklinik Kiel hat eine sehr gute Homepage, was Migräne betrifft. Auf der Seite über Migräneprophylaxe kannst du mehr darüber lesen. Weiter unten - in der Tabelle - ist aufgeführt, zu welchen Migräne-Begleiterscheinungen welches Prophylaxe-Medikament passt – z. B.: Migräne + Stress = Betablocker.

http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/vorbeugung/

Hallo Emelina, mein Neurologe selbst verschreibt mir nicht so viele Triptane, aber wenn man "funktionieren" muss, dann hat man genug Möglichkeiten sich das Gift zu besorgen. Hausarzt etc... Genau so lief das bei mir auch. Ich wusste schon, dass es nicht gut ist, aber ich bin eben immer in der Zwickmühle. Schmerz aushalten und ruhen, oder kurz ne Happy-Pille and the show must go on....

Jetzt muss ich die Suppe auslöffeln, die ich mir eingebrockt habe! Betablocker hab ich auch schon bekommen, aber leider nicht vertragen. Die haben mich so wirr und müde gemacht, dass ich 2x an einem Tag beim Bäcker stand, weil ichs vergessen hatte, dass ich schon da war grins

Danke aber für den informativen Link! Werde ne Lösung finden!

@sonnig0815

Gerade bei der Migräneprophylaxe ist oft die Dosierung entscheidend – vielleicht war die bei den Betablockern nicht gut genug an dich angepasst….

Ich denke, in deinem Fall wäre auch eine Untersuchung in einer Schmerzklinik eine Überlegung wert. Dort arbeiten die Ärzte aus den verschiedenen, relevanten Fachbereichen eng zusammen. Bei Migräne dürften das Neurologe, Psychologe, Orthopäde, usw. sein. Ich war wegen meiner Rückenprobleme in einer Schmerzklinik. Dort wurde ich von 4 verschiedenen Fachärzten jeweils 1 Stunde sehr genau untersucht und befragt. Danach haben sie sich 1.5 Std. beraten und mir daraufhin eine Kombination aus verschiedenen ambulanten Behandlungen vorgeschlagen. Ich konnte wählen zwischen 4 Wochen Ganztags-Behandlung oder berufs-begleitender Behandlung. So weit ich informiert bin gibt es das auch für Migräne – hier wären u. a. auch Stressbewältigung und Tablettenkonsum Thema. Ob du die Behandlungen dann wirklich machen möchtest, entscheidest du. Sich dort noch Informationen zu holen, fände ich zumindest besser, als sich nur auf einen Arzt zu verlassen, der allzu schnell den Rezeptblock zückt… Vielleicht kann dir deine Krankenkasse nähere Auskunft geben – ich hatte den Tipp von meiner.

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