Eine Frage an Rollstuhlfahrer. Ist Luftbereifung oder Vollgummi einfacher zum Selbstfahren?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wie schon Sternenmami sagte, du hast wahrscheinlich das ganz normale Kassenmodell. Das sind in der Regel Pflegerollis und nicht dazu gedacht damit größere Strecken zu bewältigen. Auch wenn man einzelne Teile anpassen lassen kann, echte angepasste Rollis sind einfach völlig was anderes. Der Unterschied ist, dass du dir dann einen Aktivrollstuhl verschreiben lassen musst. Du wirst begeistert sein über den Unterschied im Handling. Aber setz dich dann wirklich gut mit den Modellen auseinander, da gibt es unglaublich viele Möglichkeiten. Ein Rolli is einfach wie ein Schuh, wenn er nicht passt wird man nicht glücklich. Du läufst doch auch nicht Monatelang mit drückenden Schuhen rum. Beim Rolli ist die Anschaffung nur wesentlich teurer und somit kauft man dann halt nicht schnell nen neuen wenn man merkt, dass er eben doch nicht ganz genau passt.

Das Antragsprozedere bei einem Aktivrolli ist oft sehr langwirig, da du erst mal mit einer Ablehung der Krankenkasse rechnen musst, dann Widerspruch etc. plane also wirklich ausreichend Zeit ein das zu schaffen und dann braucht es auch noch mal Zeit den richtigen für dich zu finden und diesen dann auch produzieren zu lassen. In der Regel ist man gut beraten, wenn man sich einen Anbieter sucht der wirklich Erfahrung mit Aktivrollis hat und nicht ins SAnitätshaus um die Ecke geht. Die Sanitätshäuser mit eigener Werkstatt, die die Anpassungen mit eigenen Fachkräften machen, die dann auch an der Beratung teilnehmen sind meist die Besten. Dafür lohnt es sich auch etwas weiter zu fahren.

Ich (also die Fragestellerin) bin Sternenmami.

Ich habe zur Zeit einen Aktivrollstuhl, den ich übers Internet bestellt habe (allerdings eine doch recht günstige Variante ... schieben lässt er sich gut, aber selber fahren ist Mist). Natürlich ist das kein Vergleich zu einem vom Sanitätshaus (wir haben übrigens zwei tolle Sanitätshäuser mit eigener Werkstatt in der Nähe, welche auch hauptsächlich die hiesigen Krankenhäuser und Rehakliniken beliefern, aber im Moment wollte ich mir diesen Antragskram ersparen, weil schon so einige Anträge bzgl. Zuerkennung Kennbuchstaben und Erhöhung Pflegegeld laufen).

Ist von der Krankenkasse aus wirklich auch dann mit Ablehnung zu rechnen, wenn man den Kennbuchstaben "aG" hat (zur Zeit habe ich bereits Kennbuchstaben "G", aber da sich mein Zustand drastisch verschlechtert hat, habe ich jetzt "aG" beantragt) und die Pflegestufe auf 2 oder sogar 3 angehoben wurde? Da mein Gesundheitszustand momentan extrem unstabil ist, muss rund um die Uhr jemand bei mir sein, weil bei mir zur Zeit aus ungeklärten Gründen ein Blutwert total verrückt spielt und die Herzfunktion in Mitleidenschaft zieht. Sollte dem wirklich so sein, dass die von der Krankenkasse Theater machen, werden sie feststellen, dass ich einen verdammt langen Atem haben kann (meine Lunge funktioniert nämlich noch ganz gut ... ist auch so ziemlich das einzige, was noch richtig funktioniert). Mit Anträgen kenne ich mich inzwischen super gut aus. War schon so ein riesiges Theater, bis ich endlich unbefristet berentet war. Die befristete Berentung war ja schnell geschafft, aber die unbefristete Berentung hat doch viel Zeit und Nerven gekostet.

Ich danke Dir aber für Deine Antwort. Wenn es bei mir wirklich doch so werden sollte, dass auch die kleinen Wege nicht mehr ohne Rolli gehen, werde ich mir auf jeden Fall einen maßgeschneiderten Rolli beantragen (und ihn auch bekommen ... die werden mich schon kennenlernen ;-) ). Da bin ich doch ziemlich optimistisch.

Vielen Dank und alles Gute

@Sternenmami

ja, das ist leider bei Krankenkassen so, auch mit aG und Pflegestufe 2. Dann wird dir ja schon unterstellt, dass du so pflegebedürftig bist, dass du eh nicht mehr so am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kannst und so ein teures Teil gar nicht brauchst. Blödsinn, aber wird leider oft so gehandhabt. Fang deshalb rechtzeitig an mit Anträgen und Arztbriefen sammeln und so weiter. Ich drück dir die Daumen, ein eigener Aktivrolli ist einfach gold wert. Wenn sich das Teil das du jetzt hast gut schieben lässt, aber nicht gut selbst fahren, hat es vielleicht den falschen Winkel von deinem Arm zum Rad. Wenn die Kraftübersetzung nicht gut funktioniert, weil eben der falsche Winkel entsteht, dann geht es bei selbst fahren schwer. Oft sind das die Rollis mit den Armlehnen, weil du so Entenarme machen musst um überhaupt ans Rad zu fassen. So kannst du deine Kraft nicht gut einsetzen und musst dich irre anstrengen. Besser sind die Rollis ohne Armlehne, nur mit Seitenabgrenzung zum Rad, damit das Rad dir die Kleidung nicht komplett dreckig macht. Weißt du was ich meine? Irgendwie habe ich diesmal keine Nachricht bekommen, dass du geantwortet hast, deshalb habe ich die Antwort erst nach der hilfreichsten Antwort bemerkt. Vielen Dank fürs Sternchen. Wenn du noch Fragen hast wäre vielleicht eine persönliche Nachricht gut, sonst merke ich es womöglich nicht.

Das kommt darauf an wo er überwiegend genutzt wird.

Auf absolut glatten Flächen (wo gibt es die schon) wäre einer mit Vollgummi ausreichend.

Im "Gelände" dagegen ist Luftbereifung besser.

So die Meinung und Erfahrung meines Mannes der sich mit einem vollgummibereiften Rolli abplagt.

Danke für die Antwort. Genau das wollte ich nur wissen. Wirklich ebene Flächen gibt es hier nämlich kaum und ich musste bei meiner ersten Rollifahrt am Sonntag feststellen, dass das erstens ein ganz schönes Geschaukel ist und ich selber kaum in der Lage war, mich fortzubewegen. Ich wollte wissen, ob das mit Luftbereifung besser ist, aber laut Antwort Deines Mannes scheint das ja der Fall zu sein. Dann werde ich mir noch ein Paar Luftreifen dazu bestellen. So teuer sind die ja nicht.

also ich bekomme einen Rolli, der Vollgummi-Reifen besitzt. ich habe selber noch keine Erfahrungen damit gemacht, aber die Typen im Sanihaus meinten, dass es besser wäre, weil es wohl kaum einen Unterschied beim Fahren machen und es ist eifnacher, weil diese Reifen nicht so schnell kaputt gehen

Ich danke Dir für Deinen Rat.

Bislang haben mir viele Leute mitgeteilt, dass es etwas leichter ist, wenn man Luftbereifung nimmt, insbesondere, wenn der Untergrund nicht so eben ist, bzw. es viel Kopfsteinpflaster gibt. Letztendlich soll es aber wohl einen riesigen Unterschied machen, ob man einfach so einen Rollstuhl kauft oder sich diesen auf den Leib anfertigen lässt. Man hat mir gesagt, das wäre wie Schuhe kaufen. Da nimmt man auch nicht irgendwelche, sondern passt sie vorher an.

Ich wünsche Dir alles Gute und drücke die Daumen, dass der Rollstuhl für Dich eine große Erleichterung im Alltag darstellt.

Vollgummireifen gibt es gar nicht: einige Faltrollis werden allerdings mit kleinen Hartplastik-Vorderrädern ausgeliefert, die aber den Nachteil haben, dass man schon bei verhältnismäßig flachen Türschwellen im Haus kaum noch vorwärts darüber rumpeln kann. Auf jeden Fall ist man mit solchen Dingern draussen absolut unkomfortabel unterwegs und ständig in der Gefahr aus dem Sitz herausgerüttelt zu werden.

"vollgummireifen" für Rollis gibt es gar nicht.manche Rollis sind an den vorderrädern mit hartkunststoffrollen ausgestattet, die aber zum draussen fahren VÖLLIG UNGEEIGNET sindNach über zehnjähriger Rollierfahrung habe ich mir für meinen NEUEN gleich "pannensichere Bereifung" rezeptieren lassen, weil ich mit Luftreifen grundsätzlich vor Feiertagen mindestens EINEN Platten hatte, wenn KEIN Sanitätshaus mehr arbeitet. Nach MEINER Erfahrung verhalten sich die pannensicheren Reifen "komforttechnisch" genauso, wie die luftgefüllten

Danke für Deine Antwort, auch wenn Du eine ziemlich identische Antwort schon mal auf meine Frage gegeben hattest. Siehe andere Antworten.

Luftbereifung ist sicher besser. Ein deutlicher Unterschied macht aber ein Massrollstuhl. Das würde ich mir auf jeden Fall leisten.

Von den Maßen her bin ich mit meinem Rollstuhl ganz gut zufrieden. Habe die Breite an meine Maße anpassen lassen und von daher kann ich diesbezüglich nicht klagen. Du meintest doch einen Maßrollstuhl, also einen, der auf die Maße des Benutzers abgestimmt ist, oder?

Ich denke, ich werde mir jetzt einfach noch einen Satz mit luftbereiften Rädern anschaffen und dann sehe ich ja, welche besser funktionieren.

Danke aber erst mal für Deine Antwort.

@Sternenmami

Gerne! :-) Zwischen einem halbwegs angepassten und einem ganz und gar auf den Nutzer abgestimmten Rollstuhl liegen Welten. Auch für den der schiebt. Das Teil ist leicht, rollt viel einfacher und ist auch leichter im Auto zu verstauen. Ich würde mich da intensiv beraten lassen.

@Goodnight

Na, im Moment ist es ja glücklicherweise noch eher ein Notbehelf. Sobald ich das Teil aber immer häufiger benötige, werde ich mir definitiv einen anfertigen lassen, der voll und ganz meinen Bedürfnissen gerecht wird. Ich hoffe aber, dass das noch ein wenig Zeit hat. Die kleineren Wege erledige ich momentan noch zu Fuß ... hoffentlich noch länger, aber ich habe ja gesehen, wie schnell sich das ändern kann.

Jetzt muss erst mal der ganze Papierkram und sämtliche Anträge erledigt werden und wenn das über die Bühne ist, kümmere ich mich um einen für mich geeigneten Fahruntersatz. Für den Notfall bin ich ja erst mal versorgt.

Du hast aber schon recht ... leicht im Auto verstauen lässt sich das Teil nicht, obwohl es schon ein leichteres Modell ist. Mein Mann ist aber glücklicherweise groß und kräftig!  ;-)

@Sternenmami

Denke daran, dass eine Massanfertigung viele Wochen dauert. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute!

@Goodnight

Dankeschön!

Ich werde das nachher mal mit meinem Hausarzt besprechen und ihn nach seiner Meinung fragen. Ich denke aber auch, dass es nichts bringt, einen solchen Rollstuhl zu beantragen, wenn es mir noch verhältnismäßig gut geht. Da ist die Ablehnung schnell ausgesprochen und hat man die erst einige Male bekommen, wird es schwierig, dann eine Genehmigung zu bekommen, wenn es mir wirklich besch*** geht.

Ich denke, ich warte jetzt erst mal ab, wie es mit der Zuerkennung der Kennbuchstaben "aG", "H" und "RF" läuft (habe bereits "G" und "B") und ob mein Antrag auf Pflegestufenerhöhung durch geht. Danach wird es evtl. einfacher, eine Genehmigung für einen Rollstuhl zu bekommen.

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