Wie lange dauert bis der Körper eine Chemotherapie komplett abgebaut hat?

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3 Antworten

Hallo "sonne123",

normalerweise erholt sich der Körper innerhalb von etwa 3 Monaten nach Beendigung der Chemotherapie wieder - das Knochenmark schon nach einigen Wochen;

nur wenn man schon vorher geschwächt war, kann es noch etwas länger dauern.....

Übrigens ist die individuelle "Empfindlichkeit" sehr variabel und manchmal muss die Therapie auch abgekürzt oder gar -gebrochen werden.

Liebe Grüße,  Alois

sonne123 15.11.2015, 17:14

Hallo Alois, Danke.....wenn die Genesungszeit bis 3 Monate betragen kann, dann ist sie ja auch fast mit den Bestrahlungen fertig.Ich denke, das die Bestrahlung den Körper nicht so arg wie in der Chemo strapaziert, trotzdem eine Belastung.....man kann ihr nur das Beste wünschen.

Wie siehst du es mit einer Mastektomie der Brust? Ich meine ich habe leicht reden bin nicht betroffen, aber wäre dadurch nicht die Gefahr eines Rückfall signifikant geringer, zumindest an der betroffenen Brust? Vor allem weil es sich bei ihr um eine sehr aggressive Form handelt....ich habe mit ihr darüber nicht gesprochen, möchte sie nicht noch mehr belasten, trotzdem mache ich mir darüber Gedanken. LG 

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Alois 16.11.2015, 08:43
@sonne123

Nun, eine Bestrahlung kann genauso belastend sein wie eine Chemotherapie - je nach Art, Umfang und Empfindlichkeit sogar belastender;

klar sind die Heilungschancen generell umso besser, je weiter "im Gesunden" entfernt wird - aber Statistik ist im Einzelfall weniger wert als allgemein angenommen und die kosmetischen Folgen spielen bei vielen Patientinnen eben auch eine Hauptrolle.

Lieben Gruß, Alois

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Guten Abend,

ich möchte ehrlich zu ihnen sein. Ein an Krebs erkrankter Körper, dessen Immunsituation ohnehin nicht  optimal ist, kann Zytostatika nur in sehr geringem Maße selbst abbauen. Wenn eine Therapie mit Zytostatika durchgeführt wurde, sollte die Dame nicht nur abwarten, sondern eine gezielte Immunstimulation durchführen lassen. Selen, Zink und Enzyme sollten zudem in eine auf Tumor Erkrankungen abgestimmte Ernährungsform integriert sein, die sie über mehrere Monate durchführen sollte. Es gibt auch Sportgruppen speziell für Krebserkrankte, denen sie sich anschließen könnte. Das, wozu ich der Patientin nicht raten möchte, ist abzuwarten und nichts zu tun, denn dann ist auch das Risiko des Rezidivs sehr hoch. Ob und wie die Patientin ihre Entscheidungen verkraften wird kann ich nicht sagen, da ich ihren Allgemeinzustand nicht kenne. Ich wünsche ihr trotzdem beste Genesung!

sonne123 17.11.2015, 10:51

Danke auch Dir für deine Antwort. Sie hatte sich im Internet schlau gemacht, sozusagen als begleitende Therapie während der Chemo und auch ihren FA gefragt. Dieser sagte, das so etwas nicht in den Leitlinien für Brustkrebs enthalten ist, wobei ich mir sage, das man hier doch manchmal, vom Einzelfall und individuell ausgehen sollte. LG

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Hallo Sonne, ich hatte 8 Chemos und bei den letzten vier musste die Chemo sogar zweimal verschoben werden, weil es mir so schlecht ging. Nach der vierten war ich stationär, musste künstlich ernährt werden. Als alle Chemos vorbei waren, musste ich ein Breitbandbiotikum nehmen, weil die Leukos total am Boden waren. Das ist nicht bei jedem gleich, jeder Körper reagiert anders. Bei mir wurde auch erst Chemo, dann OP, dann Bestrahlung gemacht. Wenn der Tumor sich so sehr verkleinert hat, dann kann man unbedingt brusterhaltend operieren. Bei mir waren die Ränder danach frei, aber die Lympfknoten nicht. Jetzt sinde drei Jahre  vergangen und ich habe ständig Schmerzen in den Füßen, im rechten Bein und in den Schultern. Meine Hände lassen sich nicht zur Faust schließen und die Finger gehen auch nicht ganz gerade. Trotzdem schaue ich immer nach vorn und wenn ich meine anderen "Mitkämpfer" treffe, dann denke ich, dass es mir immer noch ganz gut geht, es geht anderen noch schlechter. Also niemals aufgeben, es wird auf jeden Fall besser. Alles Gute.

sonne123 14.11.2015, 18:11

Vielen lieben Dank für deine Antwort. Wie ich schon schrieb geht es ihr von Chemo zu Chemo immer schlechter....schlapp, verbringt die meiste Zeit im Bett, kann nur kurze Strecken laufen, Muskel und Knochenschmerzen. Magen,  Darm , Nieren ,Leber Probleme...es gibt wohl kaum noch etwas, was sie nicht spürt. Natürlich denkt sie auch viel darüber nach, ob sie es schaffen wird, obwohl die Prognose zu 90% gut sein soll.....dabei war sie so ein Energiebündel. Sie möchte so viel machen, es geht aber nicht....das zehrt sehr an sie. Man kann ihr immer nur wieder Mut machen.

Zur Op.....werden die Lymphknoten noch einmal untersucht? Denn soweit ich weiß war es schon bei ihr der Fall im Vorfeld und der Befund war negativ. Ein Antibiotikum muß sie immer nach einer Chemo nehmen. Dazu noch eine Spritze unmittelbar einen Tag nach der Therapie. Noch zwei mal dann hat sie es geschafft. War die Bestrahlung genauso anstrengend oder ging es dir da schon ein wenig besser? 

Man kann froh sein nicht daran erkrankt zu sein, ich weiß nicht wie ich mich entscheiden würde. Vielleicht ist es dann doch besser, wenn man gar nichts davon weiß und die Zeit ungetrübt genießt.

Liebe Grüße 

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alegna796 16.11.2015, 17:45
@sonne123

Hallo Sonne, die Bestrahlung habe ich direkt als "Entlastung" nach der Chemo empfunden. Mir ging es gut, zwar etwas schlapp und müde, aber gegenüber der Chemo....das war einfach zu ertragen. Zuletzt allerdinges, nach der 28. Bestrahlung habe ich eine Verstrahlung dritten Grades oberhalb der Brust handtellergroß bekommen und das war eine Qual. Ca. 4 Wochen hat es gedauert, bis diese einigermaßen verheilt war und bis dahin hat jede Bewegung mit dem Hals oder Arm Schmerzen verursacht. Ich hatte ca. 2 Jahre danach Probleme, sobald Kleidung darauf kam, ging die Haut wieder auf. Im vorigen Winter habe ich eine Salbe bekommen, die gut geholfen hat. Mal sehen wie es in diesem Winter wird. Die Spritze zum Leukozytenaufbau nach der Chemo ist unangenehm. Man hat danach heftige Schmerzen in den Knochen, vor allem entlang der Wirbelsäule. Aber auch das vergeht. Die Lymphknoten werden nach der Entfernung untersucht ob sie befallen sind. Bei mir waren von 16 Knoten 4 befallen.Die Frage, ob man von seiner Krankheit wissen sollte oder nicht, kann man wahrscheinlich sich selbst kaum beantworten. Ich weiß nur eines, bei einem Rezidiv würde ich die ganze Qual nicht noch einmal durchmachen.

Sei einfach für deine Bekannte da, sag ihr dass es nicht ungewöhnlich ist, wenn es ihr schlecht geht. Sag ihr, dass es auf jeden Fall besser wird. Alles Liebe.

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sonne123 17.11.2015, 10:44
@alegna796

Dann besteht ja Hoffnung, das sie die Bestrahlung besser verkraftet. Vielleicht hat sie dann auch nicht mehr so oft Momente, wo sie sich immer wieder fragt" Werde ich es überleben" ..... Danke :-)

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