Warum bekommt man vom Filterkaffee Magenschmerzen?

5 Antworten

Kaffee ist nicht für jeden so einfach verträglich. Ist wahrscheinlich bei vielen so die nur gelengtlich Kaffee trinken. Viele haben nach dem Kaffeetrinken einen höhen Harndrang als sonst, ist zumindest bei mir öfters so, das ich Kaffee eher nur in der Woche aber nicht täglich trinke. Am Wochende fast nie. Es gibt ganz gute Informationen auf http://kaffeemaschine-mit-mahlwerk.de/filterkaffeemaschine-test-vergleich.html zu lesen. Dort kannst du auch verschiedene Filterkaffeemaschinen anschauen.

Bei einem Kaffee bzw. Espressogetränk aus einer Espressomaschine besteht folgender Vorteil: Das heiße Wasser wird durch eine Pumpe mit hohem Druck (15bar Pumpe, Wasserdruck am Kaffeekontaktpunkt 9bar) durch das fein gemahlene und "getamperte" Kaffeepulver gedrückt. Durch die kurze Kontaktzeit des heißen Wassers mit dem Kaffeepulver bleiben die Bitterstoffe im Kaffeepulver - und werden nicht in die Tasse gespült wie bei einer normalen Kaffeemaschine. Eine Kaffeemaschine "tröpfelt" das heiße Wasser durch das Kaffeepulver - durch diesen langwierigen Prozess werden auch alle Bitterstoffe aus dem Kaffee in die Tasse gespült. Ein Kaffee/Espresso aus einer Espressomaschine hat etwa 80% weniger Bitterstoffe und 40% weniger Koffein und ist damit um Welten magenfreundlicher wie ein Kaffee aus einer normalen Kaffeemaschine. Das ist der einzige grund warum Du "bei Oma" Magenschmerzen bekommst.

Alles andere, wie etwa, dass die Magenschmerzen an den Bohnen liegen, ist kaum anzunehmen. Espressobohnen werden nicht schonender geröstet, eher im Gegenteil. Sie werden länger geröstet und enthalten dadurch einen intensiveren und lange nachhaltenden Geschmack, haben durch die längere Röstzeit etwas weniger Säure aber etwas mehr Bitterstoffe. Espresso wird gerne mit Arabica (besseres Aroma, weniger Koffein) und Robusta Bohnen (weniger Aroma, mehr Koffein) gemischt.

Empfehlungen wie Tchibo, Jacobs und alle anderen Supermarktflöten stoßen mir übel auf. Das sind Großöstereien denen es um Profit geht. Diese rechnen in TONNEN Kaffee. Jede Sekunde ist Geld, also werden die Röstöfen auf eine höhere Temperatur gefahren um den Röstvorgang zu beschleunigen. Die ideale Rösttemperatur liegt bei 200 bis 260°C. Großröstereien drehen locker mal auf 400°C hoch um schneller zu rösten. Hierbei kann aber der Kaffee sein komplziertes Aroma kaum entfalten, der Kaffee wird zu kurz und zu heiß geröstet. Was an Aroma fehlt, macht die Chemie aber wieder wett. Besonders vor Kaffeesorten mit Vanillearoma oder dergleichen sollte man einen großen Bogen machen...und wenn die verrösteten Bohnen dann eben nach Gurken schmecken oder Tomaten - sie werden in den Handel gebracht und teuer verkauft. "Magenschonder Kaffee" ist eher ein Mhytos, die uns die tolle Werbung in die Ohren gesetzt hat. Arabica- Sorten sind in der Regel vielleicht etwas magenfreundlicher, weil sie etwas weniger Koffein enthalten. Aber das macht zu wenig aus, es liegt in diesem Fall wirklich an der Maschine.

Am Besten ist es die Bohnen oder das Pulver bei Privatröstereien oder auch im Bio Laden zu erwerben. Sehr viel teurer ist es da auch nicht und wenn es auch ein paar Euro sind - das darf es einem wert sein!

Das Thema Kaffee ist eine Wissenschaft... Im internet kann man da schon mal Studen verbringen um sich darüber zu belesen. Kaffee ist aber auch ein kompliziertes Getränk - von der Bohne bis in die Tasse. Nachlesen kann man zum Beispiel auf folgenden Seiten:

vorwiegend Espresso u. Espressomaschinen: auf kaffeewiki.de

hier wird mehr der Kaffee allgmein beleuchtet, von der Pflanze, über die Ernte, zum Transport, in die Röstung und bis in die Tasse: kaffeeverband.de

Abschließend noch was zur Frage: Es gibt eine Menge Menschen, die von einem normalen Kaffee Magenscherzen bekommen. Nicht alle, aber viele. Eine Espressomaschine mit Pumpendruck ist da die Ideallösung. Meist ein recht teurer Spaß, aber wer Kaffee genießen will, für den ist es eine lohnende Anschaffung. Auch sind Vollautomaten oder Siebträger Espressoautomaten nicht ganz pflegeleicht. Aber in Kombination mit einer seperaten oder integrierten Mühle, mit der man die Kaffeebohnen mahlen kann (schmeckt viiieel frischer als gekauftes Pulver) ist es in jedem Fall eine Anschaffung für die Geschmackssinne - und den Magen. Kaffee mochte ich noch vor einigen jahren nie - und nach einiger Skepsis ließ ich mal auf einen Kaffee von einem Vollautomaten ein - seitdem bin ich zu einem Kaffeejunkiie geworden, sogar meinen Kaffee röste ich mittlerweile selber - aber Kaffee aus normalen Kaffeemaschinen bleibt mir immer noch ein Greuel.

Gruß

Peter

Tolle, ausführliche, informative Antwort. Danke!

Ein Espresso ist magenfreundlicher, weil das heiße Wasser unter großem Druck schnell durch das Espressopulver gedrückt wird. Die "Röstreizstoffe", die Dir Magendrücken bereiten und die Magensäure fördern, gelangen erst bei dem (längeren) normalen Kaffeebrühverfahren in die Tasse. Dein Eindruck ist also ganz richtig. Wenn Oma nicht auf "magenfreundliche" (gibt es das tatsächlich?) Kaffeesorten für Dich umsteigen will, hilft wirklich nur viel Sahne im Kaffee. Oder Du schenkst Oma eine Espressomaschine... ;o)

Ja, es gibt reizarme Sorten. Weiss aber die Marken nicht mehr. Sicher jacobs, Schweiz Haag.

@Bruno

Sorry, aber bei Jacobs wäre ich vorsichtig. Diese Sorte vertrage ich gar nicht, davon bekomme ich echt Magendrücken. Dagegen Tchibo finde sehr bekömmlich. LG

So ist es. Ich kann auch keinen Kaffee mehr aus einer normalen Kaffeemaschine trinken.

@Ritamaid: Lass vielleicht mal klären, ob Du was mit der Galle hast (Steine oder Gries in der Gallenblase), da verträgt man nämlich Kaffee schlecht.

@evistie: Durch die Menge an Milch oder auch Sahne lässt sich bei mir übrigens die Bekömmlichkeit nicht steuern. Und: Es gibt reizstoffreduzierten Kaffee, z.B. Sana von Tchibo oder Eduscho (?).

@soust

Bei mir offenbar doch. Schwarzer Espresso dreht mir auch noch den Magen rum, blonder nicht. Schwarzer Kaffee, da kann ich gleich Salzsäure trinken. Mit Milch: ein Tässchen schaffe ich ohne Beschwerden. Aber kann ja auch Einbildung sein. :o)

@evistie

Hauptsache, sie wirkt... (:-)!

@evistie

Also das mit der Salzsaeure lass mal. Echt, Du wuerdest uns fehlen. LG

Die Magen(un)verträglichkeit hat auch was mit den Säuren zu tun. Der Chlorogensäureanteil ist in Filterkaffee in der Regel höher. Das hat an sich etwas mit der Bohne zu tun, da Filterkaffee meist aus Robusta-Bohnen hergestellt wird. Diese haben im Vergleich zu den Arabica-Bohnen (bei Espresso bevorzugt) von Natur aus einen höheren Säureanteil. Dann wurde bereits oben die längere Kontaktzeit mit Wasser angesprochen. Bitterer und unverträglicher wird Kaffee nach natürlich auch, je länger er auf warmgehalten wird. Wurde ja auch schon erwähnt ;-)

Espresso ist zu unrecht als magenunfreundlich verschrieen. Es kommt auf die Zubereitung und auf die Brühdauer an. Auch der Röstgrad der Kaffeebohnen ist entscheidend. Ab besten entschärfst du Omis Kaffee mit gut Milch.

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