Stimmt es , dass die "Zeugen Jehovas" nicht zum Arzt dürfen?

25 Antworten

ZJ gehen wie jeder andere Mensch auch zum Arzt. Wie allgemein bekannt ist, wird Blutübertragung (egal ob Eigen- oder Fremdblut) abgelehnt. Hypnose ist auch nicht als Behandlung zugelassen(nach der Bibel, das man sich nicht unnötig in einem Zustand bringen soll).

Organspenden oder -transplantation werden, je nach eigenem Willen, akzeptiert. Genauso bewusstseinsverändernde Medikamente, insofern sie für die Behandlung wirklich notwendig sind.

Dabei sind sie aber sehr in konsequent.

Hier ein Auszug aus MEDICA.DE

Trotz der bekannten Risiken von Bluttransfusionen werden sie noch immer häufig eingesetzt. Ein Team um Dr. Singh Gagandeep vom "University of Southern California-University Hospital" in Los Angeles, USA, hat jetzt gezeigt, dass es auch ohne Bluttransfusionen gehen kann, sogar bei Lebertransplantationen. "Wenn man sogar Lebertransplantationen, die zu den schwierigsten chirurgischen Eingriffen überhaupt gehören, ohne Bluttransfusionen machen kann, dann kann man wohl die allermeisten Operationen im Abdomen ohne Bluttransfusionen überstehen", so der Chirurg. 
Dr. Gagandeep und seine Mitarbeiter erprobten ihre Methode bei 24 Angehörigen der Religionsgemeinschaft der "Zeugen Jehovas" deren Glaube Bluttransfusionen streng verbietet. 19 von ihnen erhielten zwischen Juni 1999 und Juli 2004 Transplantate von Lebendspendern. Zunächst behandelte man diese Patienten mit Erythropoetin und Eisensulfat sowie Folsäure, um deren Hämatokritwert anzuheben. 
Die meisten der Patienten erhielten eine akute normovolämische Hämodilution und wurden unter den Bedingungen einer schwachen Anämie operiert. Außerdem fingen die Operateure Blutverluste auf und reinfundierten das Blut. Selbstverständlich wurden intraoperativ die einschlägigen Parameter der Koagulation geprüft und die Patienten bei Bedarf mit Faktor VIIa behandelt. 
Alle Patienten überlebten die Transplantation ohne Bluttransfusion bis auf zwei der Operierten, die an einer schweren Nierendysfunktion litten. 
Die kalifornischen Chirurgen glauben, damit den Beweis erbracht zu haben, dass die Chirurgie mit weit weniger Bluttransfusionen auskommen kann, als bislang. Selbst wenn man die Transfusion immer sicherer mache, bliebe stets das Restrisiko von Krankheitsübertragungen, schreiben die Mediziner. In zehn bis fünfzehn Jahren, so glauben sie, könne man weitgehend ohne Bluttransfusionen auskommen. 
MEDICA.de; Quelle: Journal of the American College of Surgeons 2005, Vol. 201; S. 412-417

Außerdem fingen die Operateure Blutverluste auf und reinfundierten das Blut.

Fällt dir nichts auf?
Sie "refundierten" das Blut.

So kann man eine Bluttransfusion natürlich auch bezeichnen. Zeugen Jehovas lehnen die Bluttransfusion mit EIGENBLUT ab, weil Blut, welches den Körper verlassen hat, nicht wieder zugeführt werden darf.

Na klar, nennen wir die Eigenbluttransfusion "refundieren" und schon HABEN WIR DOCH RECHT.

...und das ist das einzige, um das es dem Zeugen geht.

Refundieren = Eigenbluttransfusion !!!

Sind das Betonköpfe. Hauptsache Recht haben.

Je haltloser ein Gerücht, umso lieber wird es aufgegriffen und weitergetragen. Zudem häufig noch „verschlimmbessert“. Dabei gibt es für diesen Fall so viele Möglichkeiten, die Betreffenden selbst zu fragen, statt auf das zu achten, was man „gehört“ hat. Das soll nur ein gutgemeinter Tipp von mir sein. Zur Sache selbst: Es geht nicht darum, was Jehovas Zeugen „dürfen“, sondern darum, was sie nach eigener Gewissensentscheidung für richtig halten. Deshalb sind Jehovas Zeugen weltweit dafür bekannt, dass sie im Bedarfsfall gern die Hilfe von Ärzten suchen, annehmen und gut mit ihnen zusammenarbeiten. Allerdings geben sie weder im Wartezimmer eines Arztes noch in der Aufnahmestation eines Krankenhauses ihren Verstand, ihr Gewissen und ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit an der Garderobe ab. Sie entscheiden selbst. Solche Entscheidungen stützen sich dann auf das, was der Schöpfer des Menschen in seinem Wort über den Wert des Lebens im Allgemeinen und über den Umgang mit dem „Lebenssaft“ Blut im Besonderen hat aufschreiben lassen. Diese klare und konsequente Haltung dieser Menschen haben viele verantwortungsbewusste Chirurgen als Herausforderung aufgegriffen und nach Methoden gesucht, „blutlos“ zu operieren. Im Nachhinein haben sie anerkannt, dass nur der Mut der ZJ sie veranlasst hat, in Grenzbereiche der transfusionsfreien Chirurgie vorzustoßen, in die sie sich sonst kaum hineingewagt hätten. Und sie waren dabei erfolgreich. Alle diese Mediziner haben eins gemeinsam: Sie arbeiten sehr sorgfältig. Und dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Mehr als über die ablehnende Haltung der ZJ Bluttransfusionen zu akzeptieren sollte m. E. über die Gefahren, die in dieser Behandlungsmethode lauern publiziert werden. Das ist natürlich den Geschäftemachern, die Blut z.B. in Südamerikanischen Slums billig „einkaufen“ und in der übrigen Welt teuer verkaufen, gar nicht recht. Es gibt buchstäblich weltweit „unzählige“ Transfusionsopfer und Prozesse, in denen es darum geht, dass sich vertrauensselige Patienten Aids, Hepatitis und viele andere Krankheiten mehr bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen eingehandelt haben. Resümee: Genauer hingucken, sorgfältiger prüfen und die möglichen Folgen mit in Betracht ziehen.

Bei Unfallopern mit hohem Blutverlust kommst du mit der Ideologie von der besseren weil blutfreien Chirurgie nicht weiter!

@Abundumzu

Und hier ein sehr interessanter Bericht -

besonders für unsern Freund salzundlicht - (Kommentar weiter unten)"

"DOCH als Vicky anderthalb Jahre alt war, brach für uns eine Welt zusammen. Da sie seit einiger Zeit nicht ganz gesund war, brachten wir sie in ein Krankenhaus. Wir werden nie den Augenblick vergessen, als der Arzt uns mitteilte, unsere Tochter habe akute lymphatische Leukämie, eine Krebsart im Kindesalter, die die weißen Blutkörperchen betrifft.

Es war für uns schwer, zu begreifen, dass unser Töchterchen an einer so bedrohlichen Krankheit litt. Sie hatte gerade erst angefangen, die Welt um sich herum bewußt wahrzunehmen . . . .

**. . . Das ist inzwischen sechs Jahre her, und eine letzte Untersuchung ihrer Rückenmarksflüssigkeit ergab keinerlei Hinweise auf Leukämie.** Vicky ist heute ein fröhliches Mädchen, und von ihrer Krankheit ist nichts mehr zu merken. Es grenzt an ein Wunder, daß sie völlig gesund geworden ist. Wir wissen, daß viele Kinder mit der gleichen Krankheit trotz Chemotherapie und Bluttransfusionen sterben . . .

**. . . Wir haben in unserem Glaubenskampf gesiegt, aber nicht ohne die Hilfe unserer Verwandten, Glaubensbrüder und -schwestern und medizinischer Experten.** . . . .

Der vollständige Artikel ist hier nachzulesen:

http://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/2001282#h=0:0-19:301

und sollte zum Nachdenken anregen.



@Harterkampfer

in manchen Spitälern sehr wohl. Es gibt bereits Chirurgen, die generell kein Fremd-Blut mehr verwenden. Beachte einmal die Interview die man in LKH Linz gibt. Der Trend geht eindeutig weg vom Blut. Transfusionen sind nicht mehr erste Wahl. Wird auch bald keine Frage mehr sein. Das sogenannte künstliche Blut ist bald zu haben.

Das erklärt ihr Hartherzigen alles so überzeugend, dass viele einfach die Tatsache übersehen, dass ihr im Fall eines starken Blutverlustes eurer Kinder, euch dafür entscheidet sie lieber sterben zu lassen.

Weil euch eure selbst geschaffenen Gesetze wichtiger sind als die Barmherzihgkeit, die ja die Frucht der Liebe ist.

Das ist kein Vorurteil, sondern eine Tatsache.

Wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind, sieht es auch in Deutschland, anders aus. Dazu schreiben die Autoren: „Im Klinikalltag kommt es bisweilen vor, daß Sorgeberechtigte ihr Sorgerecht mißbrauchen. Ausgangspunkt ist, daß die Eltern bei der Ausübung des Sorgerechtes ein erhebliches Ermessen haben. … Die Grenze ist aber dort zu ziehen, wo eine Gefährdung des Kindes vorliegt. Eine solche Gefährdung ist generell bei unverständlichem Verhalten der Eltern, gemessen an den Erfordernissen der medizinischen Sorge für das Kind und der überwiegenden Auffassung in der Gesellschaft, gegeben. Das kommt vor allen Dingen bei abweichender und sektierischer Haltung vor, also etwa bei Operationsverweigerung … des Kindes durch Gegner der Chirurgie, bei Ablehnung der Transfusion durch Eltern als Zeugen Jehovas und bei der Weigerung , die notwendigen chemotherapeutischen Mittel zu geben, durch Anhänger einer natürlichen Heilung. Das Vormundschaftsgericht ist gemäß § 1666 BGB verpflichtet, die geeigneten Maßnahmen zu treffen, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes durch mißbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Kindes, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten eines Dritten gefährdet wird. http://www.manfred-gebhard.de/Parsimony.14668.htm

Shalom

Nein, das ist nicht richtig. Aber Bluttransfusionen dürfen sie sich nicht geben lassen. Deshalb wirds bei OP´s oft recht schwierig.

99% aller Operationen können unkompliziert ohne Bluttransfusion durchgeführt werden.

@Befra1980

Wusste ich gar nicht - na, da haben die ja mal echt Glück. :-)

@sonnenlady

solange sie z. B. keinen Unfall mit hohem Blutverlusten hatten, ja....

Gerade aus evangelischen Kreisen sind solche Vorurteile und Lügen leider nicht tot zu kriegen. Aber wie auch, die Evangelische Kirche gibt jährlich 12 Millionen Euro aus um Zeugen Jehovas öffentlich zu verunglimpfen. man sollte sich überlegen, wieso die das wohl tun müssen.

Bin nun 30 Jahre ein Zeuge Jehova. Da hat man nicht nur die ein oder andere Impfung oder Grippe hinter sich. Und ja über diesen medizinischen Fortschritt bin ich froh. Man stelle sich vor ich müsste zu einem Geistheiler oder Bader gehen, der mir dann mit "Magie helfen" würde.

Ich war schon 21x in Lebensgefahr. Autos und ein LKW haben mich angefahren, ein Geisterfahrer hat mein Auto von der Straße gedrängt. Bei der Flucht eines Kriminellen wurde ich durch drei Kugeln getroffen. Ohne medizinische Hilfe wäre ich zwar nicht tot, aber es ginge mir nicht so gut. Und es wäre wohl auch nicht meine Religion, würde diese Medizinische Hilfe verbieten.

Und ja bin "Bluter" und Motorrad Fahrer. Wurde auch schon 3x kurzfristig operiert. So ein radikaler Katholik, hat mir in der Schule den Magen und die Milz aufgeschlitzt weil er Zeugen nicht leiden konnte. An der Leber musste auch schon mal operiert werden. Genauso an Milz. Und nen Herzfehler hab ich auch schon machen lassen.

Aber eben alles ohne Fremdblut. Von dem ja nun langsam auch der Wissenschaft aufgeht, dass es nur Geldmacherei ist und sogar dem Körper schadet. Wer sagt, du benötigst eine Bluttransfusion, der lügt oder plappert Propaganda nach. Würden wir Fremdblut benötigen, hätte Gott es nicht in Apg. für Christen verboten!

Willst du mehr wissen folge roentgen01 auf Youtube und achte auf die Playlists.

Naja hatte es aber auch schon öfter, das ein evangelischer Klinik Pfarrer die Ärzte zwingen wollte mir Fremdblut zu verabreichen! Als die Polypen raus mussten meinte der Arzt ich würde wohl 6-12 Liter Blut verlieren. Die Typen waren gewalttätig und solchen Ärzten sollte die Lizenz entzogen werden! Ein Glaubensbruder der an dem Krankenhaus Arzt war hats gemacht, war weniger als 12g Blut^^ die ich verloren hab.

P.S.: Gute Antwort von Abendvater

Das mit Eigenblut stimmt so nicht! Gewisse Entscheidungen obliegen der persönlichen Entscheidung. Ich habe es auch in Notfällen nicht gebraucht. Die lieben Brüder vom ehemaligen KVK kennen sich da super aus. In Deutschland arbeiten mehr als 2000 Kliniken Y20 Jahre lang mit Zeugen Jehovas blutfrei zusammen. Die zählen alle zu den besten. 100 Kliniken davon arbeiten nun an einer deutschen Studie, nachdem andere Länder hier schon Ergebnisse haben. In 20-35 Jahren wird in Deutschland komplett blutfrei operiert. Bis dahin sterben 20% der Menschen die Fremdblut zu sich nehmen allerdings an dessen Folgen und es kostet den Staat 60 Millionen Monatlich die Folgeschäden zu behandeln.

Aber ja Zeugen Jehovas werden am besten behandelt, da wir uns vorher informieren. Der Gesetzgeber schafft gerade tausende Beratungsstellen um die Arbeit die unser KVK und dami zusammen arbeitende Ärzte freiwillig erfüllen auch der restlichen Bevölkerung zu gute kommen zu lassen.

Wären da nur nicht die Großkirchen. Die haben Angst um ihre monatlichen Gewinne aus Blutbanken etc. (monatlich 60 Millionen Euro). Die stellen Menschenleben dem Geld zurück.

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