Muss der Rettungsdienst ihn mitnehmen?

11 Antworten

Ich kann mir keinen Hausarzt vorstellen, der bei einem diagnostizierten Herzinfarkt den Patienten für 4 Tage nach Hause schickt.

Klar, es kommt oft vor, dass ein Hausarzt einen Herzinfarkt nicht erkennt und deshalb auch nicht adäquat reagiert.

Also da stimmt was ganz gewaltig nicht!

Zur Sache mit dem Rettungesdienst: Wenn der Patient nicht mit dem Rettungsdienst gefahren werden will, nimmt ihn der Rettungsdienst auch icht mit. Du hast doch geschrieben, er wäre am nächsten Morgen selbst zum Arzt gefahren. Wenn er noch so fit ist, wird kein Rettungsdienst eine Veranlassung sehen ihn mitzunehmen. Da werdet ihr ihn schon selbst fahren müssen, wenn er nicht fahren will.

Was bitte ist das für ein Hausarzt??? Oder war es der örtliche Dorfschmied? 

Bei Symptomen die auf ein AKS hindeuten (EKG Veränderungen, Schmerzen in der Brust, Luftnot etc), wäre eine sofortige RTW Einweisung in eine Klinik angezeigt (KTW reicht hierfür wegen fehlender Überwachung und Medikamente nicht aus)! Eventuell sogar mit Notarzt Begleitung. Dann in eine Klinik mit HKL. Dort wird dann mit Blutuntersuchung ein Schnelltest (Troponin) gemacht, dann eventuell Herzkatheder Untersuchung um einen Gefäßverschluss zu bestätigen oder eben nicht. 

Also sollten die Symptome nochmal auftreten unbedingt die 112 anrufen!!!

Leider kooperiert er gar nicht und bestellt diesen sofort ab. Seine Frau hat ihm zum Hausarzt gebracht und der meinte dann, sie sollen nochmal in 4 Tagen für ein erneutes EKG kommen. Dazu kommt auch, dass man mit diesem zwar Herzinfarkte sieht, jedoch keine Schlaganfälle (denke ich mal).

@keineidee99

Das ist richtig, denn ein Kolbenriss am Motor ist auch was anderes wie ein Kabelbruch am Zündverteiler.... also verschiedene Ursachen und Wirkungen.

Nein. Der Rettungsdienst ist nicht für solche Fahrten gedacht, die ein Hausarzt anordnet.

Das macht dann ein Krankentransportunternehmen, wenn der Hausarzt einen transportschein ausgestellt hat.

Das wird er warscheinlich nciht gemacht haben und somit müsst ihr ihn selber zum Hausarzt bringen.

komisch ....

in meiner Zeit im Rettungsdienst haben des öffteren Hausärtze Fahrten ins Krankenhaus angeordnet ....

auch am Wochenende ....

wir haben keinen einzigen Patienten verweigert ...

@wurzlsepp668

Wir transportieren nur, wenn der Arzt einen Transportschein ausgestellt hat.

Außer es sind Notfälle, was aber hier nicht der Fall ist.

Es ist lediglich eine Anordnung vom Arzt, das er in 4 Tagen noch mal in die Praxis kommen sollte.

@Deepdiver

Grundsätzlich ist der Rettungsdienst da, um Notfallpatienten zu behandeln und zu transportieren. Es spielt keine Rolle, ob diese sich in einer Arztpraxis, im Wald, in der Wohnung oder sonstwo befinden.

Grundsätzlich: Wenn derjenige nicht will DARF ihn der RD nicht mitnehmen. 

Ein Herzinfarkt (bestätigt oder nicht) muss immer klinisch behandelt werden. In dem Fall liegt die Schuld beim Hausarzt. Er war der medizinische Erstkontakt und hat nix veranlasst. 

Du kannst jederzeit den RD rufen. Aber ohne die Kooperation mit dem Patienten geht nichts. 

PS: Herzinfarkt und Schlaganfall sind zwei vollkommen unterschiedlich Sachen.

"(...) darf ihn der RD nicht mitnehmen", richtig, deshalb würde man bspw. bei Verdacht auf ACS mit akuter STEMI die Polizei hinzuziehen, die den Transport in die nächste CPU dann ermöglicht.

@Adrian593

Nein. Jeder hat das Recht, für seine Gesundheit frei zu entscheiden. ZB lehnen die Zeugen Jehowas Bluttransfusionen ab. Das ist auch zu respektieren, auch wenn derjenige stirbt.

Die Polizei kommt nur ins Spiel (kleine Abweichungen vom jeweiligen Bundesland möglich) bei Eigengefährdung (bzw Fremdgefährdung) durch eine psychische Erkrankung oder eine Suchterkrankung. Da wäre die Kardiologie nur eine Zwischenstation. Endstation ist in einem solchen Fall immer die Psychiatrie - um die Eigengefährdung aufgrund der psychischen Erkrankung zu behandeln. 

Wenn keine Sucht- oder psychische Erkrankung vorliegt, kann die Polizei auch nichts machen. 

Ausnahme: eine richterliche Betreuung liegt vor. Dann kann der gesetzliche Betreuer die Polizei hinzurufen. Weil er dann die Entscheidung trifft.

Wenn der Patient frei entscheiden kann und darf, ist es sein gutes Recht am Infarkt zu Hause zu sterben. 

PS: Bei einem STEMI wäre ein Transport direkt ins HKL angezeigt. Nur bei allgemeinem ACS bzw V.a. NSTEMI würde man die CPU ansteuern.

Habe bisher von einigen Kollegen gehört, dass, dann allermeist die Polizei hinzugezogen wird und der Patient in der Regel und alleine schon wegen der Präsenz mitfährt.

@Adrian593

Das ist ja auch nur eine psychologische Sache. Habe ich ja oben geschrieben. In diesem Fall hier stelle ich mal die Frage, was die Polizei bei einem so sturen Patienten ausrichten soll? Nix.

Wenn der Patient nicht will, darf ihn der RD gar nicht mitnehmen. Er muss einen Aufklärungsbogen unterschreiben und erklärt sich somit bereit für die Konsequenzen die Verantwortung zu übernehmen.

Deutschland ist ein freies Land und jeder hat das Recht seine Krankheit nicht behandeln zu lassen.

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