Kann man OHNE Magen leben?

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Es geht auch ohne!

Zweifelsohne hat der Magen wichtige Aufgaben bei der Verdauung unserer Nahrung. Doch auch, wenn der Magen entfernt wurde, kann die Verdauung stattfinden. Führt man sich die Veränderungen im Verdauungstrakt vor Augen, die mit der Entfernung des Magens auftreten, so können einige Umstellungen im Ernährungsverhalten Abhilfe bei den meisten Beschwerden schaffen.

Grundsätzlich können Sie alles essen, was Sie vertragen und wozu Sie Lust haben. Probieren Sie es selbst aus und lassen Sie sich den Genuss des Essens nicht verderben.

Da der Magen als Reservoir für die Nahrung fehlt, sollte diese Funktion durch die Häufigkeit der Mahlzeiten gesteuert werden. Essen Sie lieber viele kleine (6-8 oder mehr), statt 2-3 große Mahlzeiten.

Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich. Bedenken Sie, dass Ihr Magen die Funktion der Durchmischung und Zerkleinerung nicht mehr übernehmen kann.

Trinken Sie nur wenig zu den Mahlzeiten, sondern eher zwischen den Mahlzeiten, um ein frühzeitiges Sättigungsgefühl zu vermeiden. Achten Sie aber insgesamt auf eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern.

Ernähren sie sich eiweißreich und fettarm. Bevorzugen Sie deshalb mageres Fleisch und Fisch, magere Wurstsorten (z. B. Geflügelwurst, Kochschinken, roher Schinken ohne Fettrand, Corned Beef), magere Milch- und Milchprodukte.

Meiden Sie größere Mengen zuckerreicher Speisen und Getränke wie z. B. Süßigkeiten, Marmelade, Kuchen und Limonaden. Diese Produkte führen leichter zu einem Dumpingsyndrom. Verwenden Sie anstatt Zucker besser Süßstoff. Testen Sie eventuell Diabetikerprodukte als Ersatz für Süßigkeiten aus.

Manche Lebensmittel können in der Anfangsphase Unverträglichkeiten hervorrufen: blähende Obst- und Gemüsesorten (Trockenobst, Kohlsorten und Hülsenfrüchte), Milch, frittierte Speisen, kohlensäurehaltige Getränke, scharfe Gewürze, zu heiße oder zu kalte Speisen. Testen Sie bei diesen Lebensmitteln vorsichtig die individuelle Verträglichkeit aus.

Trinken Sie Alkohol mit Vorsicht, möglicherweise reagiert Ihr Körper durch die veränderte Situation anders als Sie es gewohnt sind.

Eine Aufgabe der Magensäure ist die Abtötung schädlicher Keime in der Nahrung. Da diese Funktion wegfällt, achten Sie auf eine hygienische Verarbeitung der Speisen und bewahren Sie Reste immer abgedeckt im Kühlschrank auf, um die Aufnahme von schädlichen Keimen möglichst gering zu halten.

Lassen Sie regelmäßig Vitamin D, Calcium, Folsäure und Eisen kontrollieren und nehmen Sie diese bei Bedarf als Ergänzung ein.

Denken Sie daran, dass ¼ jährlich Vitamin B12 vom Hausarzt gespritzt wird.

Bei den meisten Patienten können die genannten Ratschläge Abhilfe bei bestehenden Beschwerden schaffen. Manchmal ist aber eine darüber hinaus gehende individuelle Beratung erforderlich. Ziehen Sie hierzu eine/n qualifizierte/n Ernährungsberater/in zu Rate.

Herzlichen Dank für die Mühe und die ausführliche Antwort. Ich werde es weiterleiten an die betreffende Person. Das wird sie beruhigen.

@skywizard

Danke für den Stern!

An alle Schlaumeier hier.... Ich bin jetzt 29 und mir wurde 2015 der komplette Magen entfernt und ich muss Keine Medikamente nehmen oder Diät halten... Diät is auch quatsch man nimmt ab wie bekloppt da is ne Diät wohl nicht grad passend und ja man kann ohne Magen Leben bei mir ist alles wie vorher ich kann alles essen nur eben kleine Portionen und alle drei Monate Vitamin b12 spritzen lassen

Ja, kann man. Problemlos ist übertrieben, aber es geht. Zunächst lernt man auf der Reha wie und mit was man sich in der ersten Zeit ernähren soll. Dann weitet sich nach und nach ein Stück des Darmes und bildet einen "Ersatzmagen". Wird das alles schon in jungen Jahren gemacht, kann es - wenn der Betroffene gut mitarbeitet - fast wieder zu einer normalen Lebensführung kommen. Mein Vater hat leider nicht gut mitgearbeitet, aber leben konnte er deswegen trotzdem noch viel Jahre damit.

http://www.aliqs.de/forum/index.php?topic=6363.0

Ohne Magen ist die Verdauung unvollständig, denn der ist eben nicht nur eine bloße Vorratskammer, wie das einige meinen herauswittern zu wollen, sondern auch ein Organ, das Salzsäure, Pepsin und den Intrinsic Faktor bildet. Ich gehe mal davon aus, dass bei einer vollständigen Magenresektion eine Diät allein noch nicht ausreicht, vielmehr Medikamente (Enzyme etc.) lebenslang zusätzlich eingenommen werden müssen.

Ja, das geht - der Dünndarm wird dann direkt an die Speiseröhre angeschlossen. Sie muss dann ihre Ernährung etwas umstellen, weil ja ein wichtiger Teil der Verdauung fehlt, aber es funktioniert. Die Nährstoffe werden ja im Dünndarm aus der Nahrung gezogen, der Magen verarbeitet das vorher aber, damit die Extraktion leichter vonstatten geht. Das fällt nun weg - deswegen sollte man schwer verdauliche Sachen nicht mehr essen. Trotzdem ist ein qualitätsvolles Leben auch ohne Magen möglich.

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