Ist frisches Brot wirklich nicht so gesund?

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"Du bekommst einen Blähbauch und Bauschmerzen, wenn du so viel frisches Brot isst", warnte meine Oma mich immer. Ich war damals der Meinung, sie wolle nur Brot sparen. Heute frage ich mich: Hatte sie wohl doch recht? (fragt Armin P. aus Hettstedt)

"Wer keine Probleme mit seiner Verdauung hat, dem machen im Normalfall weder frisches Brot noch warmer Kuchen etwas aus", erklärt der Ernährungswissenschaftler und Autor Uwe Knop.
Menschen mit angeschlagenem Verdauungssystem dagegen sollten generell,
also auch bei sehr frischem Brot und warmem Gebäck, bewusst langsam
essen oder aber auf den Genuss verzichten, um Bauchschmerzen zu
vermeiden.

"Was in Einzelfällen zu Völlegefühl oder Blähungen
führen kann, ist nicht, wie irrtümlicherweise immer wieder geglaubt
wird, die Hefe im Teig, die im Körper weiter aufgeht, sondern eher das
schnelle und übermäßige Essen von frischen, sehr leckeren Backwaren",
sagt Knop. Denn weil frische Backwaren appetitlich duften, weich und
locker sind und besonders gut schmecken, neigen manche Menschen dazu,
diese schneller zu essen und wenig zerkaut zu schlucken. So gelangen
viele große Brocken, die kaum vorverdaut sind, in den Magen. Der muss
dann Schwerstarbeit leisten. Zudem wird bei hastigem Essen wesentlich
mehr Luft verschluckt, die in Einzelfällen zum Problem werden kann. Da
Frischgebackenes den Appetit anregt, kann also eher die Menge als die
Frische zum Verdauungsproblem werden.

Verdauung beginnt im Mund

Nicht nur altes, sondern auch Vollkornbrot muss besser und länger gekaut werden.

Altbackenes Brot dagegen muss wesentlich gründlicher gekaut werden als frisches, bevor es geschluckt werden kann. Da die Verdauung bereits im Mund
beginnt – der Speichel spaltet die Nahrung schon auf -, ist das Risiko,
davon Bauchschmerzen zu bekommen, wesentlich geringer. Längeres Kauen
führt auch zu langsamerem Essen, so ist der Hunger schneller gestillt.

Die Warnung vor frischem Brot, die tatsächlich viele Großmütter
ausgesprochen haben, war wohl in erster Linie zur Einschüchterung der
Kinder gedacht und hatte eher mit dem Wert und der sinnvollen
Rationierung von Brot zu tun als mit dem Schutz der kindlichen
Verdauung.

Danke für die ausführliche und fundierte Antwort.

Das ist ein Irrtum, bzw. ein Mythos, der Kindern eingeredet wurde - aus der Not geboren.

Wenn frisches Brot fertig gebacken war, dann war meist vom alten Brot noch etwas übrig, was schon alt und hart war. Die Kinder wollten aber lieber das frische Brot essen. Da man es früher als Verbrechen angesehen hat, Brot bzw. Lebensmittel an sich wegzuwerfen, hat man den Kindern eingeredet "vom frischen Brot bekommst du Bauchweh, man muß warten, also esse erst das alte" - sonst wäre das frische Brot schnell verzehrt worden und das alte wäre noch härter und älter und ungenießbarer geworden.

hat bei meinem bruder und mir nie etwas gebracht...die frischen kuppen waren immer rechts und links vom frischen brot abgeschnitten und geraubt  :-)))

@catweasel66

Wenn ich Brot holte, kam das zu Hause auch ohne Ränftel an ;)

@beangato

Ich hab die Enden auch unterwegs immer abgeknibbelt und gegessen. :)

Das entbehrt jeglicher Grundlage.

Ergänzend zur richtigen Antwort von TorDerSchatten sei noch angemerkt, daß frisches Brot nicht satt macht und man scheibenweise essen kann, im Gegensatz zu einem älteren Brot.

Wenn wir frisches Brot im Haus haben, essen wir alle mehr davon, als wenn es einen Tag, oder älter ist. Und das ist keine Binsenweisheit, sondern geht vielen so.

Kein "Irrtum" sondern eine Notlüge, die verhindern sollte, dass Kinder, die frisches Brot vom Bäcker holen sollten, das oft noch warme, lecker duftende Brot auf dem Heimweg schon anknabberten.

Nop stimmt nicht. Würde immer nur an die Kinder weiter erzählt, damit sie auch das Brot vom Vortag essen

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