Wie entgegnet man Angst etwas zu fragen?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich nehme an, Du gehst inzwischen schon ziemlich verkrampft mit solchen Situationen um, was die Sache nicht einfacher macht. Zunächst mußt Du Dir aber klarmachen, daß Du bei Dir kein "Normalmaß" anlegen darfst, denn ganz offensichtlich sind von Deinem Burn-out Defizite zurückgeblieben, die Du jetzt spürst (mangelnde Konzentration, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, etc).

Einem gesunden Menschen würde ich sagen: stärke Dein Selbstbewußtsein, und dann trau Dich. So schlau, wie Du denkst, sind andere auch nicht immer. Manche können auch nur gescheit gucken... ;o)

Generell schadet man sich selbst, wenn man nicht gleich klärt, was man nicht verstanden hat. Denn alles Weitere baut auf dem vermeintlich vorhandenen Wissen und Verständnis auf, und irgendwann geht dann gar nichts mehr, weil schon die Basis wegbricht.

Ich verstehe, daß Dir das "outen" unangenehm ist, weil Du vielleicht öfters als andere fragen mußt. Aber zu Deinem eigenen Weiterkommen muß es Dir einfach wurscht sein, was andere von Dir denken!

Du sollst und willst wieder ins Berufsleben zurück. Was Du früher gemacht hast, wirst Du - wegen Deiner selbst festgestellten Defizite - wohl nicht mehr erreichen. Du mußt und wirst eine Arbeit finden, die Du bewältigen kannst, ohne erneut "auszubrennen". Aber dazu gehört, daß Du das, was Du jetzt im Rahmen von Umschulung, Förderungskursen etc. lernst, auch wirklich verstehst und beherrschst. Da kommst Du ums Fragen nicht mehr drumrum! Sag Dir immer wieder: nachfragen ist nicht dumm - dumm wäre, nicht nachzufragen!

Nutze bitte auch jedes Hilfsmittel, welches Dir weiterhilft. Schreib Dir alles mögliche auf, genier Dich nicht! Dein "Arbeitsspeicher" im Kopf ist nicht beliebig groß - entlaste ihn, indem Du aufschreibst, was Du Dir merken willst.

Und sag Dir immer wieder: es ist mir wurscht, was Andere von mir denken!

Sei nicht so ungeduldig mit Dir, ja? Der Weg zurück ins Berufsleben ist steinig und mühsam. Aber Du willst ihn gehen - nur das ist wichtig!

Alles Gute für Dich. Du schaffst das! :o)

Danke evistie. Ich gehörte auch mal zur schnellen Truppe. Es ist und bleibt für mich schwer zu begreifen wie sich das geändert hat. In manchen Dingen habe ich kein Defizit, aber alles zusammen genommen, schon. Ich bin beeindruckt wie flink die junge Generation im Vergleich zu mir ist. Mir wird schon schwindelig beim zusehen. Währenddessen die anderen schon fertig sind, bin ich noch am wursteln und verkrampfe, wenn ich nicht mehr durchblicke. Will mich ungern als lahme Ente orten und zugeben, daß ich nicht mehr so helle bin. Es ist mir leider nicht egal was andere von mir denken, das macht es viel schwieriger. Dann halte ich lieder den Mund und hoffe, daß es niemand gemerkt hat. Sogar meine Frau beschimpft mich, wenn ich schon wieder was vergessen habe. Aber das macht mir bei Ihr nichts aus, bei anderen aber schon. Bin zu stolz um zuzugeben daß ich Defitzite habe.

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@neuhaus

Was ist Dein Stolz wert, wenn er Dir nur schadet?

Wenn Du Dich ständig mit Jüngeren und Gesünderen mißt, kannst Du nur verlieren.

Wenn Du Dich selbst nicht akzeptierst, kannst Du nicht erwarten, daß andere es tun.

Versuche, das Beste aus den Dir zur Zeit zur Verfügung stehenden Ressourcen zu machen. Damit erwirbst Du Dir Anerkennung und Respekt für Deine Leistung, nicht mit Deinem Stolz.

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Hallo, neuhaus, ich sehe gerade deine Frage und habe die kommentare gelesen. Denen habe ich so einiges Wichtige auch entnommen.

Mein Rat kommt noch von einer anderen Seite: Ich sehe, dass du Blockaden hast, die dich selbst in die Knie zwingen. Diese Blockaden kommen noch aus der burn-out-Situation und sind die Relikte der von außen kommenden Störungs-und Stressimpulse. Die kann man eine ganze Zeit lang ertragen - bis auf einmal Schluss ist, dann ist man am Ende und weiß nicht mehr, wer man eigentlich ist. Schluss mit der Freude an der Arbeit, mit dem Arbeitsumfeld und am Ende steht ein gewaltiger Selbstzweifel, der dich schließlich zur Preisgabe deiner eigentlichen Leistungsfähigkeit und - was noch schlimmer ist - deines Ich- Selbstverständnisses führt.

Diesen Ich-Offenbarungseid trägst du noch immer in dir herum, massive Selbstzweifel, die aus der Ich-Zerstörung durch andere kommen.

Du hast zwei Möglichkeiten:

1) Alles bleibt so, wie es ist.

2) Du versuchst, diese früheren !!! Niederlagen in dein Ich zu integrieren und sagst dir:" DAS WAR EINMAL. Das bin aber nicht wirklich Ich, das war ein Ich, das andere von mir haben wollten. Aber das ist vorbei, und ich kann das alte Kapitel abschließen und ein neues anfangen."

Erkennst du jetzt die Zwangssituation, die dich noch immer beherrscht? Sag dir diesen Satz: "Ich bin gut, ich kann mich konzentrieren, ich höre zu und kann das !"

Dass du dich damals nicht mehr konzentrieren konntest, war purer Selbstschutz vor so vielen Angriffen : du musstest WEGHÖREN !

Aber jetzt greift dich niemand mehr an, und das erlernte Weghören brauchst du nicht mehr !

Wenn ein bisschen etwas von dem, was ich sage, stimmt, hilft es dir vielleicht weiter.

Ganz darüberhinaus, empfehle ich dir:

Lass dir ein paar Hypnosen geben, die deine Blockaden lösen, dich befreien von dem alten Mist, und dich wieder zu dir selbst zurückführen. Du wirst wieder locker und fröhlicher.

wenn du willst. guck mal hier: www..finzerconsult.de

Alles Liebe!

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