Stimmt es, dass dicke Leute öfter Probleme mit der Narkose haben?

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3 Antworten

Doch, das kann im Prinzip schon sein. Es ist so, dass dicke Leute öfter schwer zu intubieren sind. Das heisst, dass es schwerer ist, den Beatmungsschlauch in die Luftröhre einzuführen. Das kann teilweise zu grossen Problemen führen. Es ist auch so, dass gerade bei langen Narkosen die Narkosegase oder andere Medikamente, die gegeben werden, sich im Fettgewebe anreichern und dann langsamer abgebaut werden. Das nennt man Akkumulation. Es kann uU dazu führen, dass der Patient langsamer aus der Narkose aufwacht. Aber mach dir keine Gedanken, denn die meisten Patienten sind heutzutage übergewichtig und damit kommt man auch zurecht, es ist nicht so, als wärst du besonders gefährdet. Zwischenfälle sind ohnehin sehr selten.

Ich weiß nicht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass etwas schief läuft. Ich kann mir nur vorstellen, dass für sehr übergewichtige Menschen keine genauen Wert vorliegen, wie stark oder schwach die Narkose verabreicht werden muss. Im Normalfall geht man ja von "Normalgewichtigen" aus. Das gleiche Problem haben besonders alte Menschen. Auch da fehlt die Erfahrung.

Das Risiko ist dann häufig doppelt so hoch!

Bei Übergewicht/Adipositas ist das Narkoserisiko deutlich erhöht, die Intubation schwieriger, das Thromboserisiko erhöht usw.. Deshalb ist es sinnvoll - wenn möglich -, vor der OP abnehmen-abnehmen-abnehmen!!! bzw. das Gewicht zu verringern!! Damit lässt sich das Narkoserisiko erheblich senken. Sport wie z.B. Laufen, um die Lunge zu trainieren und das Lungenvolumen zu verbessern, sind zu bevorzugen. Je grösser das Lungenvolumen, desto grösser der Sauerstoffaustausch, der bei Übergewicht/Adipositas reduziert ist und sich bei einer OP negativ auswirken kann. Eine entsprechende Ernährung mit viel Obst und Gemüse, starker Reduzierung von Fett und Zucker etc. unterstützt die Gewichtsreduktion.

Alles Gute! Mucker,

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