Kind klammert

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Es liegt nahe, dass das Kind durch den Tod der Oma Ängste entwickelt hat, die es nun auf die Mutter projeziert. Sprich: die Oma ist nicht mehr da, hoffentlich bleibt Mama wenigstens bei mir. Es ist deshalb eine äußerst schwierige Zeit. Die Mutter könnte mit dem Kind eine klärende Aussprache führen, ihm erklären, dass sie ihn nicht verlassen will, sich auch gerne um ihn kümmert, jedoch von Zeit zu Zeit auch alleine etwas unternehmen möchte. Das ist nicht nur gut für sie selbst, sondern auch für das Kind, weil sie dann viel entspannter dem Alltag und den Sorgen mit ihrem Kind begegnen kann. Erklärungen allein sind natürlich nicht genug, sie muss ihre Freizeit oder andere außerhäusliche Verpflichtungen durchsetzen. In der Anfangszeit wäre es hilfreich, auf fremde Aufsichtspersonen zu verzichten, der Vater sollte das übernehmen. Das Kind wird sich wohl dagegen wehren, dass die Mutter das Haus verläßt, aber er wird sich auch daran gewöhnen, wenn sie es konsequent tut und sich nicht beirren läßt. Ich möchte sogar soweit gehen und sagen, das Handy der Mutter bleibt ausgeschaltet. Der Junge muss sich daran gewöhnen, dass die Mama nicht jederzeit erreichbar und für ihn greifbar ist. Der Vater hat in dem Moment die Aufsicht und deshalb ist ein ständiges Anrufen bei der Mutter nicht nötig. Es verlängert nur den "Abschiedsschmerz". Es klingt vielleicht ein wenig hart, aber ich spreche aus eigener Erfahrung. Meine Kinder wollten teilweise nicht einmal ohne mich in der KITa bleiben, es gab jedesmal Kämpfe und Weinen. Aber wir blieben hart und es dauerte gar nicht soo lange, bis alles seinen gewohnten Gang weiter ging. Alles Gute für Deine Freundin.

Im Prinzip entwickelt ein Kind dann Angst, wenn die gewohnte Umgebung oder der gewohnte Tagesablauf zu oft oder zu einschneidend verändert wird. Deswegen lieben Kinder Rituale wie bestimmtes Essen, immer die gleichen Geschichten etc. In der mittleren Kindheit (8-11 Jahre) kann eine Verunsicherung durch schlechte Leistung in der Schule oder im Sport dazu kommen.

Falls sich das Klammern durch eine bestimmte Ritualisierung des Tagesablaufs und/oder durch Verbesserung der Leistungen in Schule oder Sport nicht bessern sollte, wäre ein Gespräch in einer Familienberatungsstelle angebracht.

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