Gibt es das Phänomen Muttersöhnchen in der Psychologie?

2 Antworten

Psychotherapeutisch behandelt werden muss ein Muttersöhnchen eigentlich nur, wenn er selbst darunter leidet, und das ist eher selten der Fall. :o) Sich wie ein Muttersöhnchen zu verhalten, hat verschiedene, unterschiedlich starke Erscheinungsformen und diverse Ursachen, ohne dass man deshalb von etwas Pathologischen ausgehen müsste.


"Muttersöhnchen" wird kein Mann gerne geschimpft und mit dem Begriff "Muttersohn" ist eigentlich die extreme Form der Abhängigkeit des Sohnes von der Mutter gemeint. Dieser Sohn bleibt Zeit seines Lebens bei seiner Mutter wohnen und verbringt auch die meiste Zeit mit ihr.

Solche Männer haben meist überhaupt keine Partnerschaften und bleiben der Frauenwelt somit erspart. Die abgeschwächte Form des Muttersohnes ist somit die viel "gefährlichere". Starke Bindungen zwischen Mutter und Sohn stellen einfach für deren Frauen eine immense psychische Belastung dar. Wenn nur Mutters Essen gelobt wird und Termine dauernd nach dem Terminkalender der Mutter orientiert sind, sich die Ehefrau laufend ihrer Schwiegermutter gegenüber zurückgestellt fühlt, ist die Partnerschaft in hoher Gefahr.

Mögliche Gründe und Ursachen

Wie wird Mann zum Muttersöhnchen ? - Einer der Gründe, wieso Söhne sich oft nicht genügend von ihren Müttern ablösen, ist Psychologen zufolge das schlechte Gewissen. Mütter haben ihr halbes Leben für ihre Söhne "geopfert" und ihnen alle Wünsche erfüllt. Nun ist es an dem Sohn, sich zu revanchieren und es ihr recht zu machen. Bei manchen könnte auch der fehlende oder sich aus welchem Grunde auch immer im Hintergrund haltende Familienvater Ursache der verstärkten Bindung zwischen Mutter und Sohn sein. Fehlt die väterliche Autorität, so kann Experten zufolge keine Freiheit geschaffen werden, die den Söhnen den Weg ins Leben außerhalb der Familie zeigt.

Wandel der Zeit

Welcher der vielen komplexen Gründe auch immer für die starke Bindung zwischen Mutter und Sohn und die fehlende Ablösung schuld sein mag, es wird sich vielleicht in den nächsten Jahrzehnten ändern. Kinder, die heutzutage mit einer berufstätigen Mutter aufwachsen, sind das laufende Umsorgtsein von Kindesbeinen an nicht so sehr gewohnt und somit selbständiger.

Den Muttersöhnen von heute jedoch sei eines mit auf den Weg gegeben: Wenn ihnen ihre Partnerschaft wichtig ist, so sollten sie das gute Verhältnis zu ihrer Mutter beibehalten, sich aber eindeutig abgrenzen und ihr eigenständiges Leben führen.

Dies und mehr hier: http://www.familie-und-tipps.de/Maenner/Muttersoehnchen.html

Das geht wohl in Richtiung Ödipus-Komplex. Aber ich schätze von außen kann man schlecht sagen, ob eine Mutter-Sohn-Beziehung irgendwie pathologisch ist.

Eine sehr gute Antwort. So etwas lässt sich mit Sicherheit nicht online einschätzen.

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