Zungebändchen durchtrennen - Erfahrungen?

15 Antworten

So ich möchte auch mal meine Erfahrung hier kundtun, da das bei den Suchergebnissen dazu ziemlich weit oben steht.

Ich habe mir meins vor ein paar Tagen auch mit einem Laser bei einem MKGchirurgen machen lassen. Die Behandlung hat 39€ gekostet, war medizinisch nicht sehr dringend erforderlich, aber dennoch vom Arzt bestätigt, dass es zu kurz geraten ist. Ich hätte es so lassen können, da es mich sprachlich nicht beeinflusst hat, aber sonst im alltäglichen Leben. Das fängt beim Eisessen an und hört beim Küssen auf.

Ich habe eine lokale Betäubung bekommen (Spritzen) und dannn gings los. Der Eingriff mit dem Laser hat vielleicht 5 Minuten gedauert. Der Arzt hatte bei mir allerdings Probleme, da meine Schleimhaut sehr dünn ist, erstmal nur den Mundboden gemacht, da ich sonst eine eine große offene Wunde gehabt hätte, die bei jeder Bewegung mit der Zunge aufgegangen wäre. Daher hat man das in 2 Eingriffe geteilt und den nächsten auf die nächste Woche verlegt, sofern alles abgeheilt ist. Das Nähen hat dann nochmal 25 Minuten in Anspruch genommen (was glaub ich nicht auf jeden zutreffen wird, da ich ja diese dünnen Schleimhäute habe)

Gespürt hab ich die Operation über nichts. Das einzig unangenehme war das lange Mundoffenhalten. Danach kann man erstmal weder reden noch ordentlich schlucken. Sobald die Betäubung nachlässt, sind Schmerzmittel auch dringend zu empfehlen.

Im Großen und Ganzen ist der Schmerz nicht wirklich schmerzhaft sondern mehr nervtötend. Ich fand ihn furchtbar anstrengend. Ätzend sind immer noch meine geschwollenen Speicheldrüsen, also das Laken ist beim Schlafen dann auch unschwer nass zu kriegen, wenn man nicht gerade auf dem Rücken liegt.

Letzlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass es kein schlimmer Eingriff ist und ich dafür dann keine Probleme mehr mit einer zu kurzen Zunge haben werde =)

Gruß, Ich

PS: Da interessiert mich doch gleich, ob der Fragesteller es nun eigentlich gemacht hat oder nicht? Ist ja immerhin schon fast 2 Jahre her...

Ich denke es ist an der Zeit meine Erfahrung mit dieser Operation zu vervollständigen.

Aus dieser einen simplen OP sind 3 geworden. Die erste habe ich bereits oben beschrieben. Eine weitere war nötig, da sich mein Zungenbändchen entgegen der Behauptung des Arztes noch weiter verkürzt hat. Da ich Beschwerde eingelegt habe, kam der Chefarzt höchstpersönlich und gab mir Recht. Er hat auch die beiden anderen Op's durchgeführt.

Die zweite Operation hat nur 7 Minuten gedauert, wobei ich hier aber unbedingt dazu rate, solltet ihr noch etwas fühlen, darauf zu bestehen, noch eine Betäubungsspritze zu bekommen, bzw. den Beginn zu verzögern. Ich durfte den Schmerz aushalten und musste mich zusammenreißen, nicht rumzuzappeln. Als Kröung fragte man mich dann auch noch, ob mir irgendwas weh tun würde. Daraufhin erst bekam ich noch eine Spritze, die den weiteren Verlauf etwas angenehmer gestaltete. Dies sollte natürlich nicht der Regelfall sein!

Die Wunde ist nun schneller verheilt als beim ersten Mal (da waren es knapp 2 Wochen). Schmerzen hatte ich auch kaum.

Einer dritten OP habe ich mich unterzogen, da ich meine Zunge nur minimal weiter rausstrecken konnte als am Anfang. Der Grund dafür ist eine "außergewöhnliche Wundheilung". Mein Arzt sagte, dass ihm sowas noch nie untergekommen sei (das Zungenbändchen wird durchgeschnitten, meins hat sich allerdings nach wenigen Stunden wieder zusammengezogen und ist vernarbt).

Ich möchte an dieser Stelle aber nochmal sagen und hier auch den Chefarzt mit langer Praxiserfahrung zitieren: Der Normalfall besagt, dass es ein simpler Eingriff von 10 Minuten ist. Ich hatte einfach mal Pech.

Ein Dreivieteljahr danach kann ich mit Recht behaupten: Es war keine Fehlentscheidung (trotz der 3 Eingriffe), ich kann meine Zunge weit rausstrecken und bin sehr glücklich damit.

Von daher empfehle ich es jedem, der Probleme mit seinem Zungenbändchen hat.

Gruß, Ich

@Eleth

es ist übrigens nicht ungewöhnlich, daß es beim Abheilen kürzer wird wenn man die Zunge anfangs nicht genug bewegt...

Hey Eleth! Konntest du danach aber die Zunge weit rausstrecken? Wieviel vom Bändchen wurde bei dir geschnitten? LG ;)

wenn es dich wirklich stört, und du schmerzen hast, würde ich es sicher machen lassen. Gegen die OP schmerzen kannst du schmerztabl. nehmn. Übrigens verheilen Schleimhäute sehr schnell! Lass dich mal beim Arzt beraten! Bei meiner freundin wurde es mit dem Laser gemacht und sie hat ein paar std. danach wieder essen können. Bekommst eine spritze wie beim Zahnarzt.

Ich habe zwar keine eigenen Erfahrungen damit, aber nachdem, was ich jetzt gelesen habe, ist es ja nur ein minimal Eingriff. Er wird ambulant durchgeführt und besteht ja eigentlich nur aus einem Schnitt. Ich denke mal nicht, dass er grossartig schmerzhaft sein wird, ausserdem wirst du sicherlich etwas gegen die eventuellen Schmerzen nach dem Eingriff bekommen. http://www.medinfo.de/index-r-1167-thema-Zungenband+verkuerzt.htm

wir machen das regelmäßig bei Erwachsenen - je nach Technik dauert es keine 30 Sekunden und braucht ca 1 - 2 Wochen zum Abheilen.

Spiele auch mit dem Gedanken. Meine Zunge ist sehr breit. Aber da kurze Zungenbändchen stört mich immens beim Liebesspiel, da es immer an den unteren Schneidezähnen reibt und einreißt. Brennt dann sehr lange sehr unangenehm. Komme mit der Zunge gerade mal 1cm über die Unterlippe. Das nervt mich tierisch. 

Ist es wahr, dass man danach die volle Länge der Zunge nutzen kann? Das wäre ein Traum. 😀

Grüetzi, ein weiterer Erfahrungsbericht auch von mir. Ich war am 06.09.2016 beim Kieferchirurgen. Der Op ging eine Begutachtung voraus, Ergebnis: Zungenbändchen zu kurz (stark verkürzt). Kurz zu mir: Männlich, 26 Jahre, hervorragende Aussprache, aber wie oben und in anderen Foren und Artikeln beschrieben konnte ich kein Eis lecken wie alle anderen, ich habe es immer abbeißen müssen, beim Küssen bekam ich teils Krämpfe in der Zunge weil ich sie nicht heben konnte und zum Schluss litt auch mein Sexleben. Wenn die Dame des Herzens nicht direkt nach 2 Minuten kommt, sondern der Herr sich (gerne bis dato) minutenlang "abkämpfte" bis sie ihren Höhepunkt erlebte und man danach ständig ein überreiztes und teils entzündetes Zungenbändchen hatte, nervt das nicht nur einen selbst, auch sie fühlte sich danach unter Druck gesetzt und das Liebesleben litt. Also musste Abhilfe her. Ich habe lange und viel gegoogled, es noch einige Monate aufgeschoben, aber es am Ende nicht ausgehalten mich und meine Partnerin unglücklich sterben zu lassen. Also die Zahnärztin meines Vertrauens gefragt wie und wo, auf zum Chirurgen und dieser bestätigte mir das mein Zungenbändchen stark verkürzt sei. Nach dem ersten Termin verging noch ein Monat, da die Praxis im Urlaub war. Dienstag war dann der Tag, mit einem leicht mulmigen Gefühl bin ich zum Doc, mit einem Spray betäubte die Assistentin den Bereich rund um das Zungenbändchen, der Doc setzte 10 Minuten später einige Stiche mit der Spritze, die ich aber schon nicht mehr spürte. Er sagte mir es dürfe absolut nichts weh tun, wenn doch, Hand heben und er würde nochmal nachspritzen. Er musste wirklich zweimal nachlegen. Die Schmerzen während bzw. kurz davor waren aber minimal. Die erste Aktion nach der Betäubung war, ein "Band" wie es auch später zum nähen verwendet wurde durch das oberste Ende des Bändchens zu ziehen, mit dem die Assistentin ohne die von mir beschriebenen Krämpfe in der Zunge diese einfach hochziehen konnte um dem Doc die Arbeit zu erleichtern. Die ganze Op hat ca. 10 Minuten gedauert, und endete damit das der Doc mir mein Zungenbändchen auf seinem Op-Tisch zeigte. Er hat es komplett rausgeschnitten. Ich durfte 20 Minuten nach der Op alleine nachhause gehen. Ein Info-Blatt gab mir etliche Hilfestellungen für jeden Fall der Fälle (Blutungen, Schmerzen, Essen, Trinken, Nachbehandlung). Ich brauchte am ersten Tag fünf 400er Ibus um der Schmerzen Herr zu werden. Heute am Mittwoch waren es nur noch 3. Die Nähte spüre ich heute kaum noch. Ich habe die erste Nacht wie auch oben schon erwähnt recht viel Speichel verloren, habe aber gut geschlafen und bin auch morgens ohne Schmerzen aufgewacht. Im Verlauf des Tages ging das Sprechen immer besser, aber auch da habe ich bis jetzt (Mittwoch 23 Uhr) ein nicht sehr sexy Lispeln drin. Mein S ist absolut matschig und Freunde fragten mich ob ich getrunken habe. Der Arzt sagte mir aber dass das durch die (bei mir recht starke) Schwellung der Zunge bedingt sei. Diese kann bis zu fünf Tagen anhalten und "eigentlich" sollte sich danach die Aussprache wieder zügig normalisieren. Laut ihm kann in einigen Fällen aber auch eine "Therapie" beim Logopäden anstehen. Das wird sich zeigen. Zur Nachbehandlung: Vom Arzt wurde mir natürlich nur zu absolut weicher und flüssiger Kost geraten, so lange wie die Fäden drin sind. Ich sollte und tue es wirklich, 10-20 mal am Tag mit kaltem Kamillentee den Mund für ein bis zwei Minuten spülen (kalter Kamillentee schmeckt nichtmal soooo schlecht). Und er verschrieb mir quasi Wassereis bis ich brechen muss. Seitdem lutsche ich 24h Wassereis, und es hilft wirklich. Meine Zunge ist immer noch dick und unförmig, aber sie fühlt sich von Stunde zu Stunde besser an. Die Op war wie gesagt am Dienstag, heute am Mittwoch war ich zur Kontrolle. Die Nähte sahen wunderbar aus sagte der Arzt, aber ich solle trotzdem Donnerstag und auch Freitag noch mal zu ihm. Ich hoffe das alles gut wird, was ich aber heute schon feststellen kann, die Bewegungsfreiheit meiner Zunge ist unfassbar. Ich kann, wenn auch aktuell mit leichten Schmerzen verbunden, meine Zunge gerade herausstrecken. Das ging vorher nicht. Ich kann sie an meinen Gaumen drücken und bin freudig gespannt darauf was alles geht wenn ich sie uneingeschränkt und ohne die Fäden nutzen kann. Fazit: Mit den Schmerzen müsst ihr Leben, Ibuprofen hilft aber zuverlässig. Wegen der Aussprache und der Empfindlichkeit werdet ihr sicher krankgeschrieben. Ich bereue es bis heute nicht, bin aber vor allem gespannt auf die Zeit nach der Heilung. Lasst euch Untersuchen und Beraten wenn ihr unsicher seid.

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