Verdacht Verletzung Kahnbein - immer gleich Gips?

3 Antworten

Kahnbeinfrakturen sind heikel. Die Blutversorgung des Kahnbeins ist ziemlich doof, was die Frakturheilung angeht.

Erstens heilen die Brüche superlangsam, das heisst den Gips würdest du ganz schön lang brauchen. Und Ruhigstellen lässt sich das Kahnbein auch nur schwer, das heisst der Daumen muss mit ruhiggestellt werden.

Zweitens kann es sein, dass der Bruch genau so verläuft, dass die Blutversorgung des abgebrochenen Stücks nicht mehr gewährleistet ist. Dann muss man auf jeden Fall operieren, um zu verhindern, dass der Knochen abstirbt (und das wär blöd, das Kahnbein ist nämlich nützlich). Operation ist hier ein bisschen "dramatisch" ausgedrückt, es braucht nur einen ganz kleinen Schnitt und eine Schraube.

Wenn das also nicht besser wird (mit Kühlen, Schonen, ...) solltest du das auf jeden Fall einem Arzt zeigen. Um das Kahnbein rum gibt es auch Bänder, die man sich verletzen kann, und auch das müsste man rechtzeitig behandeln.


Um Spätfolgen einer ausbleibenden Knochenheilung zu verhindern, muß es
oberstes Ziel sein, die Ausheilung des Kahnbeinbruches zu sicher zu stellen. Entscheidend dabei ist die Einteilung der Kahnbeinbrüche in stabile und nicht stabile Brüche. Stabile Kahnbeinbrüche können in einem speziellen Unterarmgipsverband mit Einschluss des Handgelenkes und des Daumengrundgelenkes ruhiggestellt werden. Die Gipsbehandlung dauert in der Regel, wegen der langsamen Knochenheilung, ca. 6-12 Wochen.  Wünscht der Patient eine kürzere Behandlungsdauer, kann auch der stabile Kahnbeinbruch operiert werden. Instabile Brüche sollten wegen dem hohen Risiko für ausbleibende Heilung mit Ausbildung einer Pseudarthrose immer operativ stabilisiert werden.

Alle stabilen und die Mehrzahl der instabilen Brüche können heutzutage  minimalinvasiv versorgt werden. Durch einen ca. 0,5 cm langen  Hautschnitt  über dem körperfernen Kahnbeinpol wird nach Platzierung eines Führungsdrahtes der Bruch unter Einbringung einer kanülierten  Titanschraube stabilisiert. Eine Gipsruhigstellung ist danach noch  maximal für 1-2 Wochen in der Regel  nötig, je nach Schmerz reicht auch  ein elastischer Verband aus. Das Handgelenk sollte bei diesem Verfahren bis zu 6 Wochen geschont werden. Eine Entfernung der Schraube ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Das entscheidet der Arzt, aber bei dieser Verletznung wird es wohl Gibs werden.

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