"Medikamente testen!"hat jemand damit erfahrungen?

7 Antworten

Hi, bubu1992

Zwar werden durch die Pharmafirmen mittlerweile viele Tests in externe Testinstitute (z.B. Parexel) ausgelagert, einige Firmen haben aber noch eigene Forschungs- bzw. Studienabteilungen, wo sie selbst Studien mit Probanden durchführen.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, bei den in Frage kommenden Firmen einfach mal anzufragen, ob sie in absehbarer Zeit Interesse / Bedarf an neuen Probanden haben.

Meine Erfahrung ist: Die Firmen kümmern sich meist besser um die Probanden als die Testinstitute, weil sie direkter an den Ergebnissen und zuverlässigen Probanden interessiert sind.

Nebenbei: Als potenzieller Proband wird man -bevor man überhaupt in die Nähe der ersten Studie kommt- sehr gründlich untersucht. Und wenn man die Leute fragt, kriegt man meistens die Untersuchungsergebnisse auch kopiert, was alleine schon mal klasse ist.

Über die anstehenden Versuche wird man sehr ausführlich aufgeklärt und beraten und hat dann jederzeit die Möglichkeit, aus dem Test auszusteigen, selbst wenn man schon mittendrin ist, und dann "kalte Füße" bekommen sollte.

Und ja, es gab vor einigen Jahren mal deutsche Probanden, die in England durch eine Testteilnahme gestorben bzw. ernsthaft erkrankt sind. Der Test, um den es ging, wäre in D so nicht durchgeführt worden, da sind die entsprechenden Richtlinien nochmal deutlich strenger.

Jeder wünscht sich daß Medikamente, wenn man sie denn schonmal brauchen sollte, an Menschen getestet wurden, damit man möglichst Ereignisse wie bei Contergan nie wieder erleben muß. Ich finde es prinzipiell gut, wenn sich der eine oder andere zumindest mal mit der Thematik (Proband) näher beschäftigt.

Es schadet nicht, sich über den Inhalt der Studie (man bekommt ja Informationen über den Wirkstoff bzw. die Methode, um die es geht) im Voraus zu informieren, wenn man sich über die Teilnahme nicht so sicher ist.

Meine Erfahrungen sind ein paar Jahre her, aber durchaus positiv: Die Studienteilnahme (mehrere Studien innerhalb von ca 5 Jahren hat mir ein Teil des Studiums finanziert und ich habe viel gelernt. HTH

Seit vielen Jahren nehme ich regelmässig als Proband an klinischen Studien teil und werde es auch wieder tun, sobald ich dafür Zeit habe. Um an einer Studie für gesunde Probanden teilnehmen zu können, musst du natürlich gesund sein. Dies wird vorher mittels einer umfangreichen Untersuchung überprüft. Die Laborergebnisse (z.B. Blutanalysen) kannst du dir zusenden lassen. Somit kannst du dich kostenlos über deinen Gesundheitszustand informieren lassen. Bei den meisten Studien kann man nur als Nichtraucher teilnehmen; manchmal werden auch Wenig-Raucher akzeptiert. Im Durchschnitt bekommt man 100 - 130 EUR pro Tag Klinikaufenthalt. Ich bin gerade dabei eine neue Internetseite "Probandus" für Probanden einzurichten auf der Probanden und andere Interessierte ihre Erfahrungen mit klinischen Studien bekannt geben können: www.probandus.de

Die Faustregel lautet: Je gesundheitsschädlicher und gefährlicher, desto mehr Geld bekommst du. Das würd ich an deiner Stelle aber lieber sein lassen. Man kann auch anders als Versuchperson Geld machen:

  • Versuchsperson für neue MRT-Geräte. Man geht davon aus, dass MRT völlig ungefährlich für den Menschen ist, da es ja nicht mit Röntgenstrahlen arbeitet. Verdienst: Etwa 10 Euro pro Stunde

  • Proband bei Psychologiestudien: Da gehts zum Beispiel um Wahrnehmungsstudien (Beispiel: Du sitzt vor einem PC und msst immer wenn das rote Dreieck auftaucht, Knöpfchen drücken) - gibt auch oft ganz nette Aufwandsentschädigung, für 20 Minuten meist so 5 Euro

  • Am tollsten: Im Vorfeld von Medikamentenstudien Blutabnahme und Urin abgeben - das wird dann durchgetestet, ob du als Proband in Frage kommst. (Wenn ja, sagst du natürlich, du hast es dir anders überlegt) oder einfach auf bestimmte Gene hin untersucht und gibt einfach mal so 20 Euro auf die Kralle, auch wenn du nachher bei der Studie nicht mitmachst.

Klar, das ist alles nicht so viel Kohle, aber dafür setzt du auch deine Gesundheit nicht aufs Spiel.

"Die Faustregel lautet: Je gesundheitsschädlicher und gefährlicher, desto mehr Geld bekommst du."

Das kann ich -aus eigener, jahrelanger Erfahrung nicht bestätigen. Vielmehr setzte sich die Vergütung für die Testteilnahme im wesentlichen aus folgenden Punkten zusammen:

  • Wie lang dauert die Studie?

  • Wieviele Stunden/d bzw. wie viele Übernachtungen am Studienort (z.b. wg. Langzeit-EEG)

  • Blutabnahmen, wie häufig - bzw. 'peripherer' Venenzugang?

  • u.v.m.

Daraus setzte sich, wie in einem 'Baukastensystem' die Vergütung zusammen.

Ich habe es einmal gemacht und dafür 1450€ bekommen. Die Studie ging über 4 Wochen mit 8 Tagen stationärem Aufenthalt. Der Aufwand hat sich dafür echt nicht gelohnt und Nebenwirkungen traten bei mir auch auf. Ich rate dir also davon ab, wenn dir deine Gesundheit etwas bedeutet.

Versuchskaninchen sterben im Allgemeinen deutlich früher!

wenn dir das wurscht ist für 500 Euronen - mach mit.

Bitte vorher aus der krankenkasse austreten, weil ich keine Lust habe, deine Geldgier mitzufinazieren - es sei denn, wir teilen uns deine Gage

lass die Finger davon

Wenn Du mit Versuchskaninchen Probanden meinst, dann hätte ich gerne mal einen Beleg dafür, dass diese "im Allgemeinen deutlich" früher sterben.

Und zu deinem Einwurf wg. Krankenkasse:

Für Probanden in Arzneimittelstudien wird eine Versicherung abgeschlossen, die in dem seltenen(!) Fall einer gravierenden Nebenwirkung oder Schädigung für die entstehenden Kosten aufkommt. Da bleibt nix für die Krankenkasse übrig.

Manchmal könnte es helfen, sich vorher schlau zu machen, bevor man hier kommentiert.

@beamer05

ich sprach von Versuchskaninchen im Allgemeinen, nicht von Probanden speziell.

Es ist doch klar, dass negative Ergebnisse einer Studie verschwiegen werden oder einfach eingestampft werden.

Die Schweinegrippe hat ja auch dafür gesorgt, dass die Versuchskaninchen voller Angst nach dem Impfstoff griffen, der nun mal nachgewiesenermaßen nicht voll ausgetestet war, sonst wäre er nicht auf den Markt gekommen und sonst hätte es nicht so viele Todesopfer gegeben, die an den Folgen der Impung und nicht an den Folgen der Schweinegrippe starben.

und bitte - was ist eine "gravierende" Nebenwirkung?

@Raimund1

Du schreibst: "ich sprach von Versuchskaninchen im Allgemeinen, nicht von Probanden speziell"

Dann nimm doch bitte zur Kenntnis, daß Versuchskaninchen (wenn du GENAU die meinst) in der Regel länger leben, als ihre freilebenden Artgenossen.

Paßt aber leider auch nicht in die gängigen Verschwörungstheorien...

Und nein, ich werde jetzt nicht über die Lebensbedingungen von Versuchstieren in Laborumgebung diskutieren...

Und bei der Ausgangsfrage ging es ja um Probanden (Medikamente testen), nicht um Karnickel.

Die Ergebnisse einer Studie und die Gesundheit eines Probanden haben nur sehr wenig miteinander zu tun. Wenn Du das genauer wissen möchtest, empfehle ich die eingehendere Beschäftigung mit der entsprechenden - übrigens Pharma-unabhängigen Fachliteratur, das werde ich hier nicht seitenlang ausbreiten.

eine gravierende NW könnte z.b. schon eine Allergie- Induktion auf einen getesteten Wirkstoff sein, die dazu führt, dass dieser Wirkstoff auch später bei diesem Menschen nicht eingesetzt werden darf (falls das getestete Medikament dann auf den Markt kommt)

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