Medikamente bei Reisen ins Ausland

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Ich bin jetzt ganz aktuell in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewesen und da ich ein spezielles Psychopharmakum sowie Schilddrüesentabletten und Marcumar zur Blutgerinnungshemmung zwingend einnehmen muss, habe ich mich ebenfalls in der Botschaft versucht schlau zu machen. Es hat ganze drei Anrufe gebraucht, bis ich endlich mal jemanden an der Strippe hatte, der mir zumindest mal die richtige Anlaufstelle (= E-Mail-Adresse) auf der Webseite des Gesundheitsministeriums nennen konnte. Und auch nur dank guter Englischkenntnisse habe ich dort dann die Antwort erhalten, dass ich zwingend eine Bescheinigung mitnehmen müsse, aus der die Wirkstoffe der Medikamente, die Diagnose, die verordnete Dosis und der verordnende Arzt hervorgehen - das Ganze natürlich in englischer Sprache.

Zusätzlich habe ich mir das dann auch noch im Gesundheitsamt bestätigen und abstempeln lassen (Kostenpunkt 10 Euro), um ganz auf Nummer Sicher zu gehen. Man darf lt. Aussage des Gesundheitsministeriums auch etwa von einem Antidepressivum (= Psychopharmaka) nur eine Monatsdosis mitführen. Meine beiden Ärzte (Psychiater und Hausarzt) waren froh, dass ich die Formulare schon quasi vor ausgefüllt hatte (nachdem ich mir über Wikipedia die englischen Bezeichnungen rausgesucht hatte) und haben alles nur noch unterschreiben müssen.

Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre das vielleicht ein Kriterium gewesen, dieses Ziel nicht zu wählen, denn es ist sehr mühsam, hier (korrekte) Informationen zu erhalten. Die Dame am Telefon der Botschaft in Berlin, mit der ich erst gesprochen habe, gab mir sogar ernsthaft die Telefonnummer der Zollbehörde im Flughafen in Dubai, ich solle doch am besten dort anrufen! Ach ja, man darf zwar freiverkäufliche Medikamente mitnehmen, aber nur in der Verpackung und auch eigentlich keine Schmerzmittel wie Ibuprofen, weil die als Betäubungsmittel gelten. Diese sind dort aber sogar wesentlich günstiger als hier dann frei verkäuflich in der Apotheke zu bekommen. Ich habe am Flughafen ebenfalls noch Ibuprofen 600 sehr günstig in einer 20er-Packung bekommen, es waren aber sogar 800er frei erhältlich.

Das Witz an der ganzen Sache ist aber, dass kein Mensch überhaupt danach gefragt hat und ich auch nicht kontrolliert worden bin - obwohl ich sogar die wichtigen und lebensnotwendigen Medikamente im Handgepäck (Dringend zu empfehlen, falls der Koffer verloren gehen sollte!) hatte und somit die ganze Aufregung völlig umsonst war...

Liebe Grüße Karin

es kommt ja immer auf das Reiseland an, bei den meisten ist das kein Problem, bei arabischen Laendern, zB. VAE sollte man sehr vorsichtig sein und so eine Bescheinigung ist nicht verkehrt, besser als nichts. Dort sollte man notfalls sich sogar andere Medikamente verschreiben lassen, alles was die unter Drogen verstehen (z.B. diverse Schlaftabletten, AHDS Tabletten Ritalin) sollte man gar nicht mitfuehren. Normalerweise wird das auch nicht kontrolliert und ich kenne auch niemanden, bei dem das so war.

Aber es gibt eben auch Faelle, wo Leute halt im Gefaengnis gelandet sind, weil sie eben so was dabei hatten und da sollte man auf Nummer Sicher gehen, denke ich. Wenn es einem nur abgenommen wird, ist das nicht so tragisch, aber im Bau moechte ich nicht landen, wenn auch nur eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit besteht.

Danke für deine superkonkrete Antwort. Hatte die Frage hier aus den Augen verloren, aber die Überlegung ist immer noch sehr aktuell. Hatte daher konsequent alle Golfstaaten vermieden, auch nur zum Umsteigen. Na gut, ich werde mich bei Bedarf in diesen Formularkrieg einarbeiten. Interessieren würde mich die Gegend ja schon.

Ich weiß ja nicht, welche Medikamente du mitführst. Ich hatte meine Schmerztabletten und Malariatabletten im Backpack. Hatte keine Probleme bisher.

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