Demenz: Was wenn Großmutter mich nicht erkennt?

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Auch wenn es nicht schön, sogar sehr schwer werden kann, Angst muß Du nicht davor haben. Ich habe einige Fälle erlebt in letzter Zeit, und will Dir sagen, wie es bei mir war (ist ja nicht jeder Mensch - dement oder nicht - gleich).

Ich antwortete immer ganz ehrlich , wenn mich die Person etwas fragte, war es mein Name, der ihr entfallen war oder anderes. Immer und immer wieder. Diese dementen Menschen werden auch die Erklärung ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr verstehen. Trotzdem, oder genau deshalb ist Geduld angesagt. Es wird eine bittere Erfahrung für Dich werden , diese Demenz so hautnah zu erleben, besonders, wenn Dich ein geliebter (?) Mensch nicht mehr erkennt. Auch werden körperliche Ausfälle zu beobachten sein, die nicht wirklich schön sind. Doch mit viel viel Liebe und Geduld, Zusammenhalt und gegenseitigem Stützen untereinander werden ihr das schaffen können. Vergiß dabei nie, wie Deine Großmutter war, als sie noch nicht dement war, und versuch ihr zu helfen. Auch wenn's mal bitter wird.

Danke für die Antwort!

An Liebe und Zusammenhalt wird es in unserer Familie bestimmt nicht scheitern. Es ist nur momentan eine extrem schwierige Situation, weil es extrem schnell gegangen ist in den letzten Wochen.

@felih99

Bitte, gern geschehen. Das ist sehr gut, wenn ihr den Zusammenhalt habt! Das erleichtert die Situation etwas für die einzelnen. Ich wünsche Dir und Deiner Familie die nun nötige Gelassenheit und Ausdauer für die kommende Zeit.

LG, antn

Selbst wenn sie nicht mehr zuordnen kann, wer du bist und wie du heißt und in welchen Verwandtschaftverhältnis ihr steht, so kann sie sich doch an das Gefühl erinnern, dass du in ihr auslöst. Wenn ihr euch liebgehabt habt, als sie noch "bei Sinnen" war, so wird sie sich wohl fühlen, wenn sie deine Stimme hört oder du ihre Hand hältst.

Was sie zuerst erlernt hat in ihrem Leben, verlernt sie als letztes. Was sie als letztes erlernt hat, verlernt sie als erstes. Es heißt das an Demenz erkrankte Menschen alles vor dem 30. Lebensjahr Erinnerungen abrufen können, alles danach verschwimmt so langsam. Arbeite selbst in der Pflege und es ist echt faszinierend was demente noch wissen können!

Das kann dir vermutlich niemand genau sagen, weil das bei jedem unterschiedlich ist... aber lies doch mal das buch: http://www.amazon.de/Der-alte-König-seinem-Exil/dp/3446236341

Es ist wirklich gut und zeigt die Demenz... finde ich...

Dieses Problem habe ich im Moment auch. Nur ist meine Ur-Oma die Betroffene. Sie ist momentan im Krankenhaus und ich habe auch totale Angst, wenn ich sie besuchen werde (was ich bisher noch nicht getan habe). Ich würde ihr einfach ganz ruhig sagen, dass du ihre Enkelin bist. Bestimmt wird es ihr nicht direkt wieder einfallen! Vielleicht wird sie auch nicht sofort glaube, dass du ihre Enkelin bist, aber versuche es ihr ruhig zu erklären. Ich weiß nicht, ob das hier alles stimmt, was ich schreibe, aber ich habe versucht die ein bisschen weiterzuhelfen!:) Viel Glück!!!:)

Vielen Dank für deine Liebe Antwort :) Meine Oma ist noch in einem recht frühen Stadium, weshalb es vermutlich sowieso noch einige Zeit dauern wird bis es dazu kommt, aber die Angst vor diesem Moment besteht einfach. Es muss ein grausames Gefühl sein, wenn dich eine Person die dich seit 14 Jahren so gut wie jeden Tag gesehen hat & dich liebt, nicht mehr erkennt ...

Dir auch ganz viel Glück ! :)

@felih99

Danke!!!:)

Mit 19Jahren schon Demenz?

Hi, Ich, männlich, 19 Jahre habe Angst an Demenz erkrankt zu sein. In letzter Zeit habe ich, wenn auch nur ein Paar, Sachen vergessen. Angeblich soll ich meiner Mutter als auch meinem Vater gesagt haben, dass ich letzten Freitag aus irgendwelchen Gründen frei gehabt hätte, was aber nicht der Fall ist und erinnern das gesagt zu haben kann ich mich auch nicht. Das war das erste "Ereigniss", was in mir "Angst" auslöste. Seit dem achte ich darauf was ich so vergesse. Folge dessen habe ich ein paar Tage danach vergessen einen Kumpel morgens mitzunehmen und es erst auf halber Strecke bemerkt. Einmal habe ich vergessen die Brille beim fahren aufzusetzen (Muss mit Brille fahren)... Eben grade habe ich meinen Freunden was erzählt (Dass ich grad einen Tee trinke) und es ihnen nach 2Minuten nochmal erzählt und konnte mich nicht mehr dran erinnern es davor schon gesagt zu haben, obwohl ich es jetzt wieder weiß... Einen leicht schlechten Orientierungssinn hab ich auch in letzter Zeit, hatte die Ausfahrt beim Autofahren verpasst, da ich dachte es wäre noch einen Block weiter etc...Und noch viel mehr so kleine Dinge. Dazu verwechsel ich oft Wörter beim reden korrigiere mich aber dann sofort. Mein Schlafrythmus ist auch nicht der beste, schlafe immer wieder mal in einer Nacht nur 6-7h was für meine Verhältnisse nicht so super ist. All diese Anzeichen machen mir ziemlich Angst, denn mit 19 Jahren sein Gedächtnis zu verlieren ist ziemlich "blöd". Als Kind hatte ich schon ADS und musste dementsprechend Tabletten zur Konzentrion einnehmen, welche ich aber mit 15 Jahren nicht mehr genommen habe. Und verpeilt soll ich wohl schon immer gewesen sein, aber dass mit dem kompletten Vergessen von ein paar dieser eben genannten Dinge macht mir schon mächtig Angst, da ich mich ja trotz aufmerksam machen nicht mehr dran erinnern konnte :((. Ich hoffe es ist nichts ernstes und dass es wieder vorbei geht, aber was man im Internet so ließt :/. Was meint ihr, kann dass schon eine Demenz sein? Danke im Vorraus PS: Einen Termin beim Neurologen werde ich morgen machen.

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Demenz - was tun bei Weglaufen? Heim oder Nicht-Heim?

Hi, Community,

folgendes Problem: ein Onkel ist dement und in der Phase, in der er stundenlang spazierengeht. Nun ist es passiert, dass er erst nach zwei Tagen dank eines aufmerksamen Spaziergängers im Wald, Kilometer vom Wohnort entfernt, wiedergefunden werden konnte. Ein paar Stunden später, und er wäre an Dehydrierung und Unterkühlung gestorben.

Jetzt sind in der Familie heiße Diskussionen darüber entbrannt, was zu tun ist. Keiner von uns "Kindern" kann die Tante in der Form unterstützen, wie sie es bräuchte, wir sind alle beruflich vollausgelastet. Nun machen uns große Sorgen um die Tante, die ist nervlich am Ende. Fest steht, die Tante kann ihn nicht 24 Stunden am Tag beaufsichtigen und vor sich selber schützen. Das kann aber auch keine Pflegeeinrichtung.

Wer hat dieses Problem auf welche Weise praktisch lösen können? Ich weiß, es gibt GPS Sender, aber Uhren und so Kram trägt er nicht.

Oder muss man an dieser Stelle tatsächlich zwischen Risiko Lebensgefahr und Risiko Pflegeheimdepression entscheiden? Kurzum, zwischen Regen und Traufe?

Leider ist die Tante stur und verweigert jedes Nachdenken darüber, ob es nicht doch besser sein könnte, den Onkel in ein Pflegeheim zu geben. Ich denke, es wäre für beide besser. Meine Cousine hat es bereits erfolglos versucht mit: es geht jetzt um Dich, aber da winkt die Tante ab und meint: "Sche....egal, was mit mir wird. Wichtig ist, dass er sich wohl fühlt".

Man wird sie also nur überzeugen können, wenn man ihr klar macht, dass es für den Onkel besser ist. Aber ist es das wirklich? Die Frage ist: welche Gründe könnten von der Warte des Onkels aus dafür sprechen, ihn jetzt in ein Pflegeheim zu geben. Was spricht ggf. dagegen? Brauche dringend Argumente zur Meinungsbildung, möglichst aus eigener Erfahrung gewonnen.

Danke!

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