Bonitätsabfrage durch den Zahnarzt?

9 Antworten

Meines Wissens ist eine Schufa-Anfrage nur dann zulässig, wenn der Betroffene (Privatperson!) zugestimmt hat. Wenn z. B. eine Bank nur eine Anfrage stellt ohne etwas zu melden, benötigt sie dafür die Zustimmung des Kunden. Auch Vermieter, die sonst ja keine Schufaauskunft anfordern können, beschaffen sich die Auskunft, indem sie von den Mietinteressenten eine von diesen bei der Schufa eingeholte Selbstauskunft verlangen.

Vielleicht gibt es aber auch die Möglichkeit, dass Firmen, die öffentlich zugängliche Informatinen, z. B. Schuldnerverzeichnis sammeln und speichern, diese auf Anfrage weitergeben/verkaufen dürfen. Bei Firmen gibt es diese Möglichkeit; wie es bei Privatpersonen aussieht, weiß ich leider nicht.

Das machen leider viele, man sollte´jedoch vorher informiert werden und dem zustimmen. Nach meiner Ansicht dürfte es aber mit dem Datenschutz Probleme geben. Ich würde den Zahnarzt mal darauf ansprechen und ggf. einen neuen suchen.

Das ist ein Fall für den Datenschutzbeauftragten des Bundeslandes, in dem Du wohnst! Jede Bank, bei der Du einen Kredit beantragst, lässt sich von Dir schriftlich bestätigen, dass sie über Dich eine Schufa-Auskunft einholen darf. Das gilt für alle anderen natürlich auch! Wo kommen wir denn hin, wenn jeder von Dir oder von mir solche Auskünfte einholen dürfte, ohne uns danach zu fragen! Ich würde den Zahnarzt über die Machenschaften seiner Abrechnungsgesellschaft informieren und ihn auf den Datenschutz hinweisen. Wenn er fachlich gut ist, würde ich ihn nicht wechseln, aber darauf drängen, solche Machenschaften seiner Abrechnungsgesellschaft künftig nicht mehr zu dulden.

Bitte zwei Dinge nicht verwechseln:

  1. Eröffnet man z. B. ein Girokonto kommt man nicht darum herum der Bank schriftlich zu genehmigen, dass einige persönliche Daten an die Schufa übermittelt werden. Für diese Datenverarbeitung/Datenübermittlung benötigt die Bank und die Schufa eine schriftliche Einverständniserklärung.

  2. Sind die Daten dann bei der Schufa, benötigen die Schufa und der Vertragspartner der Schufa (Zahnarzt) keine extra Genehmigung für die Auskunft an den Zahnarzt. Der Zahnarzt oder die Abrechnungsstelle werden bei der Schufa vermutlich als sogenannter B-Vertragspartner geführt. Das bedeutet es werden nur ggf. vorhandene Negativmerkmale mitgeteilt. Hat man z. B. ein abweichendes Zahlungsverhalten, schon mal die eidesstattliche Versicherung abgeben müssen oder ein Verbraucherinsolvenzverfahren laufen, wird das von der Schufa mitgeteilt. Die beiden letzten Umstände sind allerdings sowieso öffentlich bei Gericht einsehbar.

Auf welcher rechtlichen Grundlage soll der Zahnarzt ohne Zustimmung des Patienten eine Schufa-Auskunft erhalten? Allein der Umstand, dass das oft so gehandhabt wird, heisst noch lange nicht, dass das wirklich rechtens ist!

@Rolfe

Nicht alles was üblich ist, ist auch rechtens. 100 % richtig. Leider willigt der betroffene Verbraucher mit seiner Unterschrift in ziemlich viel Kleingedrucktes, ziemlich pauschal ein. Ob das Kleingedruckte in letzter gerichtlicher Instanz dann auch Bestand hätte ... man weiß es nicht. Es hat ja auch kaum jemand die Ausdauer, das Geld und den Biss es mal durch die Instanzen zu versuchen...

Jeder, der für dich arbeitet, oder bei dem du Geld leihen wollst, kann eine Bonitätsprüfung einholen. Wenn also dein Zahnarzt für dich tätig wird, hat er das Recht, auch ohne dein Wissen, eine Schufaanfrage zu starten, um sicherzustellen, ob du seine Rechnung auch bezahlen kannst.

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