Stimme überlastet, ab wann gefährlich?

2 Antworten

Wo darf denn schon wieder so viel gesungen werden, dass man sich heiser singen kann? Gerade für den Gesang gibt es doch trotz aller Lockerungen immer noch sehr hohe Anforderungen...

Grundsätzlich ist es so, dass du, wenn du vom Singen heiser wirst, möglicherweise eine falsche Stimmtechnik hast und/oder dich falsch oder nicht genug einsingst. Bei einer entsprechenden Stimmpflege sollte eine Heiserkeit gar nicht erst entstehen. Dazu gehört auch, nach so einer langen corona-bedingten Singpause nicht von 0 auf 100 wieder einzusteigen, sondern das Pensum langsam zu steigern.

Wenn du schon heiser bist, dann musst du auf jeden Fall erstmal eine Stimmpause einlegen. Denn wenn du immer weiter machst, trotz Beschwerden, dann kann sich das auf Dauer negativ auf deine Stimmbänder auswirken und ggf. zu Stimmbandknötchen (umgangssprachlich Sängerknötchen) führen.

"Stimmlippenknötchen können entstehen, wenn die Stimme längere Zeit überlastet wird. Sie führen zu Heiserkeit und einem veränderten Stimmklang. Die kleinen gutartigen Knötchen verschwinden meist wieder, wenn man die Stimme schont oder eine Stimmtherapie macht. Nur sehr selten ist es nötig, Stimmlippenknötchen operativ zu entfernen. [...]

"Eine übermäßige Belastung der Stimme führt zu einer Schwellung der Schleimhaut und des darunter gelegenen Gewebes. Die Stimmlippen passen dann nicht mehr genau aneinander und es entstehen unregelmäßige Schwingungen, die den Stimmklang verändern. Dadurch ist die Bildung von Tönen erschwert; man wird heiser oder die Stimme versagt ganz. [...]

Wer beim Sprechen unbewusst immer zu viel Kraft aufwendet, beansprucht die Stimmlippen ebenfalls stark. Dies kann passieren, wenn jemand sehr angespannt ist oder immer in die Brust und nicht in den Bauch atmet. Auch eine ungünstige Körperhaltung kann zu Stimmproblemen beitragen. Berufsgruppen, die viel mit ihrer Stimme arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko für Stimmlippenknötchen: Bei Sängerinnen und Sängern kann neben dem häufigen Einsatz der Stimme eine ungünstige Gesangstechnik die Ursache sein. Die Knötchen werden deshalb auch Sängerknötchen genannt. [...]

Vorbeugung

Vor allem für Menschen, die oft und viel sprechen oder singen, ist es wichtig, ihrer Stimme zwischen den Belastungen genügend Pausen zu gönnen. Dies kann helfen, Stimmlippenknötchen vorzubeugen.

Wenn die Stimme schnell ermüdet oder heiser wird, könnte eine Stimmtherapie helfen, bleibenden Stimmproblemen vorzubeugen. Dabei lernt man zum Beispiel, seine Haltung und Atmung besser wahrzunehmen und seine Stimme mit Stimm- und Atemübungen belastbarer und tragfähiger zu machen."

(https://www.gesundheitsinformation.de/stimmlippenknoetchen.html#Ursachen-und-Risikofaktoren)

Du solltest also erstmal langsam deine Stimme wieder an das Singen gewöhnen und immer wieder Pausen einlegen, in denen du deine Stimme schonen kannst. Dann überlege, ob es ggf. sinnvoll wäre, mal ein Stimmtraining zu machen, damit du lernst, eine schonende Stimmtechnik einzusetzen. Ansonsten ist es auch wichtig den Rachen immer feucht zu halten, also viel trinken und immer mal wieder was zu lutschen. Ich nehme gerne Salbei- oder Holunderbonbons, viele schwören auch auf Ipalat oder Gelo Revoice, was ich persönlich aber ziemlich ekelig finde, aber das ist natürlich Geschmackssache. ;-) Ach ja, und Rauchen kann auch die Stimmbänder reizen, da solltest du - falls du rauchst - versuchen, zumindest weniger zu rauchen, noch besser aufzuhören.

Übrigens: Husten und Schnupfen könnten auch Corona-Symptome sein, also zur Sicherheit vielleicht einfach mal testen lassen (und hoffentlich vor den Chorproben auch).

Ansonsten: viel Spaß beim Singen und tolle Konzerte. (Wir haben gerade Sommerpause und machen in 3 Wochen weiter und haben in 7 Wochen ein Konzert)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Vielen Dank. So viel singen geht, weil ich teil national youth chois Österreich bin und wir in Slowenien bei Europa Cantat mitwirken🙈 ich hab 1 ½ Tage Mal komplett Pause gemacht und die Heiserkeit ist komplett weg. Husten und Schnupfen auch fast, aber kein Corona, wir werden fast jeden Tag getestet.

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@Mbeck360

O.k. dann scheint ihr in Österreich weniger Sicherheitsmaßnahmen zu haben als wir in Deutschland. Selbst wenn wir für so einen Wettbewerb proben würden, gäbe es gewisse Auflagen.

Aber wenn ihr so "professionell" probt - habt ihr dann kein vernünftiges Einsingen? Denn wenn man gut und richtig eingesungen ist, dann dürfte man eigentlich nicht heiser werden (ich habe mal in New York an zwei Tagen hintereinander jeweils 5 Std. am Stück ohne Pause Probe gehabt, am dritten Tag 3 Std. Probe und Abends Konzert und meine Stimme hat dort überhaupt nicht gelitten).

Wenn es jetzt besser ist, ist ja gut. Aber pass auf, dass du jetzt nicht direkt wieder mit 100% einsteigst, dann ist das auch schnell wieder vorbei. Und denke wirklich langfristig mal über eine Stimmschulung nach.

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Eine Überlastung der Stimmbänder macht sich durch Heiserkeit bemerkbar.

Stimmbänder schonen durch Gesangspause.

Die übrigen Symptome können Anzeichen eines grippalen Infektes sein.

Beschwerden symptomatische behandeln, Beratung in jeder Apotheke !!

Das wird nicht gefährlich !!

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