Wird man als Patient in einer Psychotherapie vom Therapeuten eigentlich manipuliert?

5 Antworten

Manipulation klingt für mich zu stark. Es gibt allerdings in der Verhaltenstherapie suggestive Methoden.

Falls du dich manipuliert fühlst, dann sprich das unbedingt in der Therapie an!

Das, was du beschreibst, sind Angebote des Psychotherapeuten, in denen er seine Sichtweise deiner Sichtweise gegenüberstellt. Wenn das zu viel des Guten war, dann entsteht unbewusst Widerstand (kein Problem, sondern sogar normal, wenn es im Rahmen und bearbeitbar bleibt), wenn es gut läuft, regt dies aber Reflexions- und dann Veränderungsprozesse bei dir an, so du dich darauf einlässt. Lässt du dich mehr oder minder bewusst nicht darauf ein, spricht man von Reaktanz ("Verweigerung" - ich will nur beweisen, dass alles schlecht ist und mir (in meinem krankhaften Narzissmus) absolut niemand helfen kann, ich bin der heftigste Patient von allen, an mir beissen sich alle die Zähne aus (natürlich geht es gerade nicht darum, aber das will ich nicht einsehen), ich bin ein Koryphäenkiller und in der Rolle fühle ich mich wohl und ich bin nur hier, um mich durch diesen "Beweis" gut und wichtig zu fühlen).


Danke für die Antwort. Nein, eigentlich fühle ich mich nicht manipuliert. Allerdings habe ich leider die Erfahrung im privaten Bereich machen müssen, dass ich manipuliert wurde u.a. eben auch von einer ausgebildeten Psychotherapeutin.

Daher meine Frage bzw. meine Sorge, dass ich evtl. innerhalb der Therapie eine mögliche Manipulation nicht wahrnehme. Ich bin im Augenblick leider, allerdings auch verständlicherweise, sehr misstrauisch.

Ne, das stimmt schon das man Beziehungen auf "Augenhöhe" führen kann.

Würde da mal meinem Therapeuten glauben. Die manipulieren nie. Es geht nur um Reflektion.

Also, ich war desöfteren, in der Psychatrie in Behandlung, kann also meine gelebten Erfahrungen mitteilen. Ich habe viele Erfahrungen machen können, da ich im Grunde nur Beobachter war um zu lernen. Meiner Meinung nach findet man automatisch den richtigen Psychologen, oder mitfühlenden Menschen, der soetwas selber schon auf ähnliche Weise durchlebt hat. Man merkt ob es einer mit einem gut meint und wenn nicht, lernt man Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen, wird tolleranter und geht mit den Menschen in Resonanz, die einem gut tun. So kann man Freunde finden, denen es ähnlich geht, das sind zur Zeit meine besten Freunde, ob es mein Nachbar ist, mit seiner Erfahrung, oder ein Hausarzt, der für mich mein Psychologe ist.

Therapeuten manipulieren in der Tat. Therapie ist Manipulation, sonst könnte es ein Schwatz unter Freunden sein.  Aber der Therapeut manipuliert nicht, um den Patienten zu etwas zu machen, das er nicht ist, sondern um ihm zu verhelfen, sich so zu sehen und zu erleben, wie er ist.

Man kann eine Therapie mit einer Wanderung vergleichen. Der Therapeut wird seinen Patienten nicht auf einen WEg zwingen, den er nicht gehen will. Aber er wird ihm sagen: guck mal, da wird es jetzt steil, pass etwas auf. Oder er sagt: "trau dich mal. So steil ist es gar nicht Guck genau hin, dann siehst du die Treppe." etc....

Oftmals werden Gefühle, die man hat, vor sich selbst nicht eingestanden und nicht wahrgenommen.  Dann sagt der Therapeut unter Umständen: "Kann es sein, dass Sie jetzt wütend sind?"  Das ist einfach ein Aufmerksam Machen von dem, was ist. Und was der Patient nicht wahrnehmen kann/will.

Oder der Patient sagt (gerne):  ich habe noch NIE.... ALLE  Menschen sind...NIEMAND mag mich, das Leben hat NICHTS Schönes zu bieten....  dann wird der Therapeut versuchen, dies zu relativieren, damit der Patient lernt, differenzierter hinzuschauen. Denn niemals sind ALLE Menschen..., und NIEMAND ist....  etc...., Das ist immer die einseitige und extreme Wahrnehmung eines Patienten.

Und der Therapeut versucht, den Patienten dazu zubringen, dies wahrzunehmen. Dass einige Menschen gegen einen sind, dass man manchmal blöd aussieht, dass man sich hin und wieder dumm fühlt. Aber eben nicht immer und alle.

Er hinterfragt diese Wahrnehmungen. Das ist sicher eine Form der Manipulation. Darum gehört ein wichtiger Teil der Psychotherapieausbildung der auch dem Thema der Ethik. Damit eben die Manipulation nicht missbräuchlich geschieht.

Wahrscheinlich ist dann die Behandlung beim Arzt auch Manipulation aus dieser Sicht !? (Operation, Impfung etc.)

@Harald2000

Sicher. WEnn man Manipulation erst mal sachlich-wertfrei sieht.

"Aber der Therapeut manipuliert nicht, um den Patienten zu etwas zu machen, das er nicht ist, sondern um ihm zu verhelfen, sich so zu sehen und zu erleben, wie er ist."

So SOLLTE es im Idealfall aussehen. Es passiert aber leider nicht immer so. Beispiel: Ich bin asexuell und das wurde vom Therapeuten nicht akzeptiert. Es wurde ein Therapieplan angefertigt, in dem unter anderem stand, dass ich mir einen Partner suchen soll. Nach langer Diskussion habe ich dem dann "zugestimmt" um meine Ruhe zu haben.

Ich finde das nicht in Ordnung.

@lutiaki

Ja, dann wehre dich doch. DAs darfst du nämlich.

@Dahika

Ja, das werde ich beim nächsten Mal auch machen, falls ich nochmals in solch eine Situation kommen sollte.

Nein.

Man wird nur angehalten, seine Sichtweise mal zu überdenken und vielleicht zu erweitern. Manipulation ist das nicht.

Krankenkasse bleibt unverschämt - soll ich wechseln?

Hallo Leute, mein Sachstand ist gerade nicht vom feinsten und ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin auf der Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten in meinem Wohnort und habe über 20 Therapeuten angerufen, habe die Anrufzeiten und das Datum notiert, und nur zwei haben sich zurück gemeldet, was schwer zu glauben ist. Bei den zwei hatte ich auch ein Erstgespräch, ich entschied mich aber für Therapeut B. Nur weigert sich meine Krankenkasse... die AOK... kreuz und quer meinen Antrag auf Kostenübernahme für eine private Psychotherapie zu übernehmen, nur weil der Therapeut "die Bedingungen nicht erfüllt." Eine SB erklärte mir, wenns nicht anders geht, kann ich einen Sonderantrag stellen, was ich heute versucht habe, aber eine andere Sachbearbeiterin war dreist und unverschämt und weigerte sich meine Bitte nachzukommen. Nun, dass ist nicht das erste Mal, dass die AOK mir auf die Füße trat. Vor einigen Jahren hatte ich einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik gehabt. Es war geplant worden (von meinem Hausarzt aus), dass ich für 10 Wochen da bleiben soll, aber meine Krankenkasse weigerte sich den Vorschlag meines Hausarztes nach zu kommen und wollten mich nach vierten oder sechsten Woche entlassen. Mir wurde auch mehrere male gesagt, von einigen Beamten und selbst vom Gesundheitsamt, dass meine Krankenkasse in meinem Wohnort stur sei und nicht gut anzusprechen ist was "Psychotherapie" betrifft.

Nun Leute, was soll ich tun? Ich bin heute wütend nach dem Gespräch mit einem SB nach Hause gekommen, weil ich meine geplante Psychotherapie nicht starten kann. Ich habe doch schon überall angerufen und alles dokumentiert! Ich habe mich auch beraten lassen und weiß, dass Krankenkassen eigentlich verpflichtet sind ihre Kunden zu beraten und zu unterstützen und nicht einfach so abweisen mit dem Kommentar "Nö, machen wir nicht."

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