Soziale Kontakte quälen mich sehr sehr stark psychisch

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Ich kenn das auch :/ ich bekomms einfach auch nicht wirklich gebacken, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Einerseits will ich ja Freunde haben, aber wenns dann mal soweit ist, dann wär am liebsten mit einem Mal alle wieder los, weil ich einfach nur überfordert bin. Und ich hab auch einfach das Gefühl, Leute mit meiner Existenz eh nur zu belästigen und kanns von daher gar nicht verstehen, wie man mich irgendwie mögen kann... das ist dann auch nochmal son Ding, weshalb ich dann lieber keine Freunde hätt. Ich will mic einfach keinem zumuten... aber wenn ich allein bin und niemanden hab, bin ich auch unglücklich D: es ist für mich einfach extrem schwer, son Gleichgewicht zu finden, dass ich mich nicht so überfordert fühle, aber trotzdem jemanden als Freund haben kann :/

Das nenne ich frühe Störung, weil ich es auch habe. Wir wurden einfach als Kinder nicht sozial erzogen, dann kam die Ausgrenzung in der Schule auch hinzu. Im allgemeinen ist das ein Trend der durch die Weltkriege und das Fernsehzeitalter eingeleitet wurde. Dir wird immer wieder einsuggeriert wie schlecht die Menschen sind, also fühlst du dich schlecht.(Kollektivgewissen) Menschen brauchen Menschen siehst du dort, also brauchst du Freunde(Kollektivsozialität) Das steht im Gegensatz zu unserer Individualpsyche. Wir legen Wert auf unsere Persönlichkeit. Das macht uns stark und mutig und damit solltest auch du zurechtkommen. Du sollst deine Freunde aussuchen und ehrlich sein. Sage was du denkst, sehe den Anderen in die Seele, lerne sie kennen, sofort! So mache ich es, das ist das Beste für die Seele. Die anderen Seelen kennen und respektieren lernen. Mir sollen keine begegnen, die mich ausnutzen oder belügen wollen. Das innere Gleichgewicht ist erlernbar, in jedem Alter. Der größte Fehler ist zu glauben nichts mehr lernen zu können und an Falschem im Kindesalter Erlernten immerzu festzuhalten.

soziale kontakte pflegen ist eben auch arbeit. es ist völlig normal, dass ein gegenüber auch mal an triggerpunkte kommt, das regt auf, kann vorübergehend anstrengend sein. denn bei begegnungen erleben wir nicht nur den anderen sondern auch uns selbst. und das kann eigene grenzen und schmerzen aufzeigen.

antidepressiva decken eher zu und lösen nichts. der schmerz, das problem ist trotzdem da. und so zugedeckt, kann schwerer was heilen, da der kontakt zu sich selbst ungenauer ist. du hast ja schon gemerkt, dass dir tabletten nicht helfen. das ist gut.

ich kann deine innere qual sehr gut verstehen. es gibt manchmal im leben echt schwere phasen. steckt man erst mal drin, ist ein ausweg nicht zu erkennen. doch es gibt immer die möglichkeit einer verbesserung, auch wenn du diese augenblicklich nicht sehen kannst. du schreibst ja auch, dass es sinnvoller wäre, anstatt zu flüchten, sich selbst zu therapieren. dazu gehört im wechsel die ursachen für diese oder jene wunde anzusehen (dafür könntest du dir eine hilfe organisieren) und tägliche übungen selbstständig zu unternehmen.

wichtig ist zuerst der eigene standpunkt. ich kann mich selbst zeitlebens als willenloses opfer und den mangel betrachten oder ich widme mich in aller freiheit dem was da ist, meinen unzähligen möglichkeiten, dem was ich kann und der fülle, der ich ebenso immer wieder begegne, selbst wenn diese nur kurze momente anhalten.

betrachte also nicht dein scheitern sondern verlege dich darauf, die minuten und stunden zu betrachten, in denen du gut für dich gesorgt hast, freundliche gespräche geführt hast, jede verbesserung. du kannst dich aufs agieren verlegen, anstatt nur zu reagieren. es ist gut, manchmal selbst den ersten schritt zu unternehmen, menschen anzulächeln, etwas selbstlos geben. so kannst du ganz allein deine position verbessern und vor allem ein gefühl dafür bekommen, wie es ist, sein leben selbst zu gestalten. du kannst leidenschaften für diese oder jene interessen entwickeln, dazulernen und dich viel an frischer luft bewegen. die natur kann sehr helfen, heilen. und das wiederum stärkt dich für begegnungen mit anderen menschen. achte darauf, dass du in kontakt bleibst mit menschen, die dir gut tun. es geht nur darum, was euch verbindet, was dir kraft gibt. und ignoriere einfach das was schwierig an dem gegenüber ist. niemand ist perfekt. und schütze dich rechtzeitig vor dem, was dich schwächt. das gehört auch dazu. merkst du, es kommt darauf, wo du hinschaust. alles gute dir und gib nicht auf ja!

konfuzius sagte einst: "wenn du die absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden tag" und: "es ist besser, ein einziges kleines licht anzuzünden, als die dunkelheit zu verfluchen"

Klar kannst du das Ziel erreichen, von deiner Kontaktfobie wegzukommen. Es giebt psychologische Hilfe. Bitte nimm sie an. Anders kommst davon nicht los.

Weiter Verhaltenstherapie machen und akzeptieren, dass du unsicher bist. Nur über Akzeptanz geschieht Veränderung. Mit Sicherheit stehst du dir am meisten im Weg und machst dir selbst Stress. Isolieren kann keine Lösung sein. Verwende die Energie darauf dich selbst zu akzeptieren und schau was dir gut tut. Manchmal ist das Leben schwer, aber du schaffst das!

Bei mir ist es irgendwie genau anders rum...Ich BIN sozial isoliert und bete jeden Tag darum, endlich sozialen Kontakt zu haben. Auch ich bin sehr schüchtern und sozial inkompetent.

Empfehlen würde ich eine Psychotherapie, eventuell Psychiater Besuch.

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