Kann man bei einer vermuteten Lebensmittelvergiftung einen Notarzt rufen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das man auf keinen Fall den Arzt rufen soll ist kompletter, lebensbedrohlicher Quatsch!

Übermäßig häufiges Erbrechen und Durchfall kann zu Kreiislaufkollapsen und Dehydrierung führen und ist so, vor Allem wegen Ersterem, ernst zu nehmen.

Außerdem können die Symptome sehr vielfältig sein, weshalb, sofern die genaue Ursache nicht bekannt ist, das rufen oder aufsuchen eines Arztes dringend anzuraten ist.

Das dein Mann an Silvester nicht unbedingt die Notrufzentrale mehr belasten möchte als notwendig ist sowohl lobenswert als auch töricht, noch dazu wo du einen Arzt verlangt hattest, denn wenn ärztliche Hilfe benötigt wird, dann wird sie benötigt.

Trotzdem kann ich verstehen, dass in derartigen Situationen oft andere Entscheidungen getroffen werden als rückblickend.

Alternativ zum Notruf hätte auch eine Bereitschaftspraxis aufgesucht oder der ärtztliche Notdienst(116 117) verständigt werden können.

Auch hier: Es ging genau um diese Nummer, nicht um den Rettungsdienst 112.

@undercover2017

Das ist mir, nachdem ich deine Kommentare unter den anderen Antworten gelesen und sogar einen Kommentar geschrieben habe, indem ich einem anderen Antworter darauf hinwies, durchaus bewusst.

das war es allerdings nicht, als ich meine Antwort schreib, da der Nachtrag in der Frage zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden war.

Was meine Meinung bezüglich des konkreten Falles betrifft ändert das allerdings eher wenig...

@Destranix

Ich wollte es hier der Vollständigkeit halber auch noch erwähnen. Ich bedanke mich herzlich für deinen Kommentar und habe einen Daumen hoch gegeben. Sollte nicht böse gemeint sein.

Der Rettungsdienst ist eine Dienstleistung, um Menschen in medizinischen Notfällen ins Krankenhaus zu bringen, und nötigenfalls vorher Maßnahmen zu ergreifen, die einer Verschlechterung der Situation vorbeugen.

Erstes Merkmal eines Notfalls ist die Zeit: Wenn du schon 2h überlegt hast, ob du jetzt Hilfe brauchst oder nicht, dann hättest du in der Zeit auch locker selbst ins Krankenhaus fahren können; kann nicht so schlimm sein.

Zweites Merkmal eines medizinischen Notfalls: Man braucht medizinische Hilfe, weil sonst (bleibende) gesundheitliche Schäden oder Lebensgefahr zu befürchten sind.

Wenn man nun "ein Bisschen" Durchfall und Erbrechen hat, dann ist das in aller Regel nichts, womit man nicht zurecht käme. Der gesunde Menschenverstand gebietet, dass man reichlich trinkt und sich nicht von der Keramik entfernt. Ansonsten wartet man in der Regel einfach ab, bis es vorbei ist. Nur, dass es alle 5min kommt und du es deshalb nichtmal mehr bis auf die Couch schaffst, macht daraus keinen Notfall. Es geht bei "Notfall oder nicht" nicht um Komfort.

Problematisch wird das Ganze bei Menschen, die kreislaufmäßig schlecht auf den Flüssigkeitsmangel reagieren und obendrein Schwierigkeiten haben, den Verlust wieder auszugleichen. Da kann es zu Kreislaufproblemen kommen. Aber die kommen normalerweise auch nicht von jetzt auf gleich, sondern mit der Zeit... wodurch sich auch wieder die Gelegenheit ergäbe, den Hausarzt kommen zu lassen oder dergleichen.

Und ja, auch für gesunde, fitte Erwachsene wirds irgendwann problematisch, wenn der Brechdurchfall tagelang anhält und man deswegen keine Nahrung zu sich nehmen kann und der Flüssigkeitshaushalt in die Binsen geht. Allerdings auch hier wieder die Frage: Wenn mans zwei, drei Tage lang ausgehalten hat... warum braucht man dann unbedingt den Service, der nach 10min da ist, und kann nicht noch die 2h auf den Hausarzt warten?

Ich meine wenn man ne Grippe hat, dann geht man doch auch zum Arzt und holt sich Medizin, damit man nicht so leiden muss.

Du meinst nen grippalen Infekt... und ja, das macht man. Und jeder würde sich lächerlich fühlen, wenn er den Rettungsdienst ruft, weil seine Nase läuft.

Wenn man eine Lebensmittelvergiftung hat und man deswegen nicht zum Arzt kann bedeutet es, dass man keine Medikamente die helfen bekommen kann.

Nein. Der Hausarzt oder seine Vertretung kommt im Bedarfsfall zu dir und viele Apotheken liefern mittlerweile Medikamente nach Hause. Und normalerweise ist auch niemand so einsam auf der Welt, dass er niemanden zur Apotheke schicken kann.

Meine persönliche Erfahrung mit Lebensmittelvergiftung ist die, dass man auch noch hunderte Kilometer Autobahn fahren kann. Ich hab dann halt an jedem zweiten Parkplatz angehalten, um wieder ne gefüllte Spucktüte wegzuwerfen... Aber irgendwann ist der Magen halt leer.

Es geht nicht darum jetzt einen Arzt zu rufen, das wäre lächerlich, weil ich jetzt wieder auf den Beinen bin. Es ging um den Zustand in dem ich mich befand. Und auch hier nochmal: Ich meinte nicht den Rettungsdienst 112 sondern den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117. Da ich kaum in der Lage war es zum WC zu schaffen finde ich es anmaßend zu behaupten, man könne in so einem Zustand noch Auto fahren.

Normalerweise ist das problematischste ja, dass man dehydrieren kann. Bei einem Tag passiert das bei einem sonst gesunden Menschen aber nicht. Die Verursacher der Probleme werden über das Erbrechen und den Durchfall ausgeschieden. Normalerweise bekommt man also eh keine Medikamente. Erst wenn es länger anhält.

Du nimmst Medikamente damit du nicht leiden musst?

Ich weiss, dass das viele machen, ist aber Geld i die Taschen der Pharmafirmen gesteckt. Es gibt genug Hausmittelchen.

Zum Arzt geht man, wenn man in einer Lebens- und Gesundheitsgefährdenden Situation ist.

Eine kleine Erkältung und eine Magenverstimmung von einem Tag ist das meist noch nicht.

Wenn es allerdings Vergiftungserscheinungen gibt, heisst ausser Erbrechen und Dünnschiss richtig schlecht geht, waehlt man den Notarzt. Aber sicher nicht um sich besser zu fühlen, sondern nur um sein Leben zu retten. Und ja, wenn man das Gefühl hat, es ist ernst lieber einmal zu viel anrufen.

Auch bei Erbrechen Durchfall länger als zweit Tage wird es gefährlich, je nachdem wie schlimm man austrocknet, wegen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.

Aber auch da gilt, nicht um sich besser zu fühlen, sondern um ernste Schäden abzuwenden.

In deinem Fall viel trinken, Tee, Obstsaft, salziges, gegen Dünnschiss, wenn es geht waessrigen Reis, Haferschleimsuppe. Und wenn es wenn alles draussen ist nach ca 10 Stunden nicht besser wird und es gleich schlimm ist, ab zum Arzt notfallmässig.

Und sofort Hilfe suchen, wenn man Fieber hat, zittert,Ohnmächtig wird, Blut iwo raus kommt, Nervenprobleme (Zuckungen, Taubheit)auftreten usw. man Fisch, selbstgesammelte Pilze usw. gegessen hat

Es war keine kleine Magenverstimmung. Das steht fest. Ich habe zum ersten mal so gegen 23.30 Uhr gespuckt und zuletzt gegen 8 Uhr morgens. Ich habe am Anfang dazwischen immer versucht etwas Wasser zu trinken, da es aber immer wieder raus kam, habe ich es dann gelassen. Dazu kam bis gestern Abend noch wässriger Durchfall.

@undercover2017

Trotz Deiner Beschwerden/Symptome ist es fraglich, ob es eine Lebensmittelvergiftung war. Wahrscheinlich hast Du Dir ein Virus eingefangen.

Was für Medikamente meinst du denn? Man gibt bei sowas keine Medikamente, man lässt den Patienten viel, viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, und gut ist.

Nur wenn die Flüssigkeit auch immer wieder rauskommt, muss man eine Infusion legen.

Also kann man sich auch zuhause selbst behandeln und ruft nur dann den Hausarzt/Bereitschaftsarzt, wenn der Patient total auszutrocknen droht.

Halt irgendwas das hilft. Z.B. Elektrolyte, etwas gegen das "Gift" oder halt ein Mittel gegen Erbrechen. Es würde ja prinzipiell auch reichen, wenn das Gift nur über den Darm ausgeschieden wird. Ich weiß es nicht wirklich.

@undercover2017

Elektrolyte kann man zuhause nehmen. Ein Teelöffel Salz in den ansonsten gezuckerten Tee reicht da völlig aus.

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