Dürfen Eltern ihrem Kind gegen ärztlichen Rat eine notwendige medizinische Behandlung verweigern?

5 Antworten

Solche Fragen kann man nicht mit ja oder nein beantworten. Dazu müsste man mehr über den Fall wissen.

Man müsste wissen, ob das Kind durch eine Operation eine Chance auf Genesung hat oder ob es sowieso aussichtslos ist und durch die Op nur sein Leiden verstärkt wird.

Es gibt ja auch sehr oft den umgekehrten Fall, bei dem per Gerichtsbeschluss der Tod befohlen wird. Grad eben ja noch passiert in England. Die Eltern hâtten sehr gerne schon vor Monaten eine Therapie in Amerika versuchen wollen, durften aber nicht.

Persönlich bin ich der Meinung, dass alles versucht werden sollte, um Genesung, Verlängerung des Lebens oder wenigstens Linderung des Zustandes zu erreichen.

Sollte das aber sowieso nicht möglich sein, und das Kind wirklich durch Therapien nur noch länger leiden würde, dann sollte es auch in Ruhe sterben dürfen.

ABER: es ist IMMER das Kind der Eltern und das Verhältnis ARZT-ELTERN sollte IMMER so sein, dass die Eltern den Ärzten vertrauen können. Möglicherweise bedeutet das auch, dass man den Eltern mehr Zeit geben muss.

Eine Schwarzweiss-antwort gibt es in diesen Fragen nicht. 

Also ich finde das schrecklich. Wäre ich ein kind dieser eltern würde ich mich irgendwie nicht geliebt fühlen. Denn wenn gott mich wirklich holen wollen würde, hat er die macht, das trotzdem zu tun, auch wenn ich mir jetzt schon operationen untergezogen hätte.

Viele sterben ja trotz den chemos die sie gemacht haben, aber viele überleben dann halt auch.

Ich finde es kommt stark drauf an, woe weit fortgeschritten der tumor wäre und wie hilfreich die chemos sein würden. Also wenn der arzt mir wenig hoffnung gibt, oder gar keine, dann finde ich, ist es sinnlos dem kind schmerzen beizubringen, wenn es letztendlich zu 99% nicht geheilt wird. Dann würde ich mir einfach noch eine schöne fürs kind shmerzlose zeit wünschen.

Wenn es hoffnung auf heilung gibt, dann sind die ärzte verpflichtet dem kind, egal in welchem alter es sich befindet, zu helfen und können das gericht informieren, das den eltern die entscheidung über das kind und deren behandlung nicht mehr bei den eltern liegen würde. Dann wird ihnen in diesem bereich das sorgerecht entzogen.

Für mich finde ich auch wichtig in welchem alter sich das kind befindet. Ob es ein baby, kleinkind oder gar eine teenagerin ist.

Es gibt aber fälle, wo eltern entscheiden dürfen, ob sie das kind operieren lassen wollen, oder mit nach hause nehmen wollen und es dort in den tot begleiten möchten.
Ich hab das selbst erlebt.
Meine Tochter hat einen sehr schweren herzfehler bei dem man mehrmals operieren muss damit sie überlebensfähig ist.

Als ich schwanger war, wurde mich gefragt, ob ich es abtreiben möchte oder nicht. Als das kind auf der welt war, wurde mich gefragt, ob ich es mit nach hause nehmen möchte, ohne medizinische behandlungen. Dann würde es in der regel nach wenigen stunden oder Tage versterben.
Ich entschied mich für einen langen nicht so schönen weg. Ich wollte meiner tochter das leben geben, und habe sie nachdem sie 4 tage alt war gleich operieren lassen (überleben konnte sie diese 4 tage nur durch etliche maschinen).

Warum sie mich fragen ob ich sie nach hause nehmen möchte oder sie behandeln lassen möchte, ist der grubd, da dieser herzfehler sehr schwer ist, und nach der ersten operation bis zur 2. Operation kann es durchaus sein, das das kind nicht überlebt. Auch danach können probleme kommen, aber es gibt auch kinder die mit diesem herzfehler soweiz gut leben können, einfach eingeschränkter. Andere können nicht eine herztranspantation ungehen oder brauchen einen herzschrittmacher.

Es gibt also schon erkrankungen, wo du gefragt wirst, ob du sterbehilfe haben möchtest, oder medizinisch betreut werden möchtest, auch wenn die eltern sich zu sterbehilfe entscheiden und das kind vielleicht nach den operationen glücklich wäre.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du mich gerne anschreiben.

Also im grossen und ganzen ein schwieriges thema, für mich kommt es sehr darauf an, wie die heilungschancen sind und wie oft man das kind am leben zu erhalten schon versucjt hat. Meine schwester mit leukämie die es nun zum 3. Mal hat, würde ich ganz und vollkommen verstehen, wenn sie sagen würde, als minderjährige, das nicht mehr durchmachen zu wollen.

Du hast in Deutschland das Recht, mittels einer Patientenverfügung jede medizinische Behandlung abzulehnen.

Eltern haben das Sorgerecht und treffen Entscheidungen im Sinne ihrer Kinder. Ihnen ist damit das gleiche Verweigerungsrecht gegeben.

In Amerika sieht die Sache schon deshalb anders aus, weil das Gesundheitssystem anders aufgebaut ist. Man kann dich ja nicht zwingen, eine Behandlung durchführen zu lassen, wenn du dabei auch noch die teilweise erheblichen Kosten bezahlen musst.

Dein Leben, deine Entscheidungen. Im Falle der Eltern: ihre Entscheidung im Sinne des Kindes.

Mich da mit einer Meinung urteilend zu äußern, halte ich für unpassend. Es ist Teil ihres Glaubens und sie müssen den Verlust des geliebten Kindes auch ertragen. Wenn Glaube aber beinhaltet, dass man in den Himmel kommt oder ins Paradies, wieso dann so ein Stress wegen dem Sterben?

Freier Wille ist eben vor allem eines: frei. Und da muss ich Entscheidungen anderer respektieren, auch wenn ich anders entscheiden würde. Lasse ich nur Entscheidungen zu, die auch mit meinem Willen übereinstimmen, ist das kein freier Wille mehr.

@PieOPah: Wie kommst du auf die Idee, in Deutschland hätten Eltern die Entscheidung über Leben und Tod ihrer Kinder?

Natürlich sind die Kinder ihren Eltern nicht schutzlos ausgeliefert! Wenn Eltern ihnen medizinische Hilfe verweigern, kann ihnen für die Dauer der Behandling das Sorgerecht entzogen werden.

Und das ist wohl das Mindeste. Ich wäre sogar dafür, dass ihnen das Sorgerecht auch nach der Behandlung nicht so ohne weiteres wieder gewährt wird, sondern erst wenn man gute Gründe zur Annahme hat, dass sie keine (auch anderweitige) Gefahr mehr für ihre Kinder darstellen.

Die Entziehung des Sorgerechts ist möglich. Dazu muss aber ein Gericht entscheiden, dass die Eltern ihrer Sorgepflicht nicht nachkommen. In religiösen Fragen ist das kompliziert. Denn Freiheit des Glaubens bedeutet auch, die daraus resultierenden Entscheidungen zu akzeptieren. Kann man seine Entscheidung klar benennen, sind einem Richter die Hände gebunden.

Grüß Dich Viki2012!

Soweit ich weiss:

Eine Zwangsbehandlung ist nicht möglich wenn die Eltern als Erziehungberechtigte sich verweigern. In der Regel wird das aber nicht erfolgen. Der Arzt jedoch kann eine Anzeige erstellen wegen unterlassener Hilfeleistung bzw. Behinderung einer möglichen erfolgreichen Behandlung. Bei sterbenskranken Kindern kann auch eine Intensivbehandlung durch Patientenverfügung geregelt werden.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Nein, dürfen sie nicht. Der behandelnde Arzt hat die Pflicht sich für die Gesundheit des Kindes einzusetzen. Die Eltern haben zwar ein Entscheidungsrecht, merkt der Arzt allerdings, dass dies dem Kind schadet, so kann für die Zeit der Behandlung per Gerichtsentschluss kurzzeitig den Eltern das Sorgerecht entzogen werden.

Meine Meinung dazu: So und nicht anders. Religiöse Toleranz hat dann ein Ende, wenn das Leben eines Dritten betroffen ist (in dem Fall das Kind) .

Götter in Weiß.

Nein, Ärzte und Krankenhäuser müssen Gewinnbringend arbeiten. Da bleibt oft genug das Wohl des Menschen auf der Strecke. An jeder Opperation, wird ein Haufen Geld verdient, und ist sie noch so überflüssig.

Bei einer schweren Opperation kann dir kein Arzt eine Garantie geben, das nach der OP alles wieder i.o. ist. Schriftlich schon garnicht.

An einem Krebspatienten, der nur noch sterben kann, ist nichts verdient. Wenn er aber aufgeschnitten wird, und was gemacht wird, aber dennoch stirbt, hat das Krankenhaus wenigstens noch was verdient. So sieht`s nämlich aus.

Zu einer OP kann niemand gezwungen werden. Zumal dann nicht, wenn eine Patientenverfügung vorliegt.

@naaman

Ich habe zufällig auch Ärzte im Bekanntenkreis. Sei bitte vorsichtig mit Deinen Mutmaßungen sie wären vermehrt auf Gewinn aus und spielen mit dem Leben der Patienten.

Richtig ist, sie müssen wirtschaftlich arbeiten (nicht zwingend gewinnbringend), im Normalfall sollte die Abrechnung mit Krankenkassen für die ausreichende Entlohnung sorgen. Ich weiß, die Praxis sieht manchmal anders aus.

Im obigen Fall wurde die Annahme gemacht, dass das Kind durch die Operation zweifelsfrei überlebt. Wir sprachen hier nicht über Grenzsituationen am Sterbebett, bei der kein Arzt der Welt eine Garantie geben kann, ob die Person in nächster Zeit noch am Leben ist.

Zu eine OP kann niemand gezwungen werden. - Babys werden gezwungen, Kleinkinder in der Regel auch (weil sie den Ernst der Lage selten begreifen), ab einem gewissen Alter kann das Kind in die Entscheidung miteinbezogen werden. Patientenverfügung ist glaub ich erst ab 18 möglich. Und bei einer dementen Person dürfte sehr wahrscheinlich auch die Familie die Entscheidung treffen (sofern keine Pat-Verfügung vorliegt). Ganz zu schweigen von Notfällen in denen der Arzt im Zweifel davon ausgehen muss der Patient hätte in die OP eingewilligt.

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