Wie groß ist die Chance, dass man wirklich Knochenmark spenden soll?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo! Ich finde es sehr gut, dass du dich registrieren lassen willst. Gerade in den letzten Wochen ist hier bei uns in der Gegend viel zum Thema Knochenmarkspende berichtet worden, da eine junge Frau an Leukämie erkrankt ist und ein Spender gesucht wurde. Man hat sogar eine große Typisierungsaktion gestartet (in einem kleinen Dorf haben sich an dem Tag über 1000 Leute typisieren lassen und es wurden über 30.000 € gespendet). Zum Glück hatte man kurz vorher schon einen Spender für die junge Frau gefunden. Aber daran sieht man, wie wichtig es ist, dass es immer wieder Menschen wie dich gibt, die bereit sind, sich typisieren zu lassen!

Näher informieren kannst du dich auf der Seite der Knochenmarkspenderdatei (dkms).

Dort findest du z.B. folgendes:

Nicht jeder Spender wird alle Schritte durchlaufen. Nach unserer Erfahrung kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender, die vollständig typisiert sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit, Stammzellen zu spenden, etwa 1 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung.

(...)

Für den Fall, dass eine Übereinstimmung zwischen den ersten HLA-Befunden eines Patienten und denen von Spendern festgestellt wurde, wird bei diesen Spendern eine weitere Gewebetypisierung, die so genannte HLA-DR-Typisierung, vorgenommen.

Stellt sich heraus, dass Sie aufgrund Ihrer Gewebemerkmale für einen Patienten als Stammzellspender in Betracht kommen, erhalten Sie einen ausführlichen Gesundheitsfragebogen, damit mögliche Ausschlusskriterien frühzeitig erkannt werden können. Anschließend erfolgt eine Bestätigungstypisierung (CT), bei der Ihre Blutprobe nochmals mit der des Patienten detaillierter verglichen wird. Des Weiteren wird Ihr Blut auf bestimmte Infektionserreger wie z. B. HIV oder Hepatitisviren geprüft. Anhand dieses Ergebnisses wird entschieden, ob Sie der passende Spender sind und möglicherweise so zum Helden werden können.Schritt 5: Endgültige Entscheidung

Falls die Bestätigungstypisierung zeigt, dass man tatsächlich für den Patienten der gesuchte "genetische Zwilling" ist, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie sich endgültig entscheiden müssen, ob Sie für den Patienten zur Verfügung stehen. Nach einer gründlichen gesundheitlichen Untersuchung und Aufklärung durch einen Arzt erfolgt eine schriftliche Einverständniserklärung zur Spende. Etwa eine Woche vor dem für die Transplantation angesetzten Termin, beginnt für den Patienten die Vorbereitungsphase, bei der sein krankes Knochenmark durch Chemo- und unter Umständen auch durch Strahlentherapie zerstört wird. Ab diesem Zeitpunkt kann der Patient ohne nachfolgende Übertragung gesunder Stammzellen des Spenders nicht überleben.

(http://www.dkms.de/spender/stammzellspende/index.html)

Bei den häufig gestellten Fragen findest du außerdem dies:

Kann man mehrmals Stammzellen spenden?Ja. Es gibt Spender, die bereits häufiger Stammzellen - für "ihren" Patienten und auch für andere - gespendet haben. Grundsätzlich achtet die DKMS jedoch darauf, dass die Belastung für Spender nicht zu groß wird. Um den Spender, der bereits Stammzellen für "seinen Patienten" gespendet hat, bei einem möglichen Rückfall für eine weitere Spende zu "reservieren" und um ihn zugleich vor Mehrfachspenden für andere Patienten zu schützen, sucht die DKMS über das Replacement Donor Program für jeden Lebensspender einen "Zwilling" mit identischen Gewebemerkmalskombinationen.

Viele Grüße!

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