Mein Unterkiefer steht zu weit hinten und soll operiert werden. Hat jemand Erfahrung mit solchen kieferorthopädischen Operationen?

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Hallo erst mal. Ich hatte genau das gleiche. Als Kind Zahnspange, doch die Zähne wurden nicht gerade. Im Oberkiefer standen die Schneidezähne vor- und hintereinander, Kreuzbiss und eine große Zahnlücke im Unterkiefer. Als ich vor etwa 11 Jahren (damals gerade 18 Jahre alt) einen Kfo aufsuchte, erzählte der was von Zahn ziehen, der zweite von Gaumen spalten um ihn zu weiten... das wollte ich alles nicht. Wieso gesunde Zähne ziehen, wenn man im Alter um jeden Zahn, der einem bleibt froh ist? Und weil es mich so abgeschreckt hat, habe ich das ganze Projekt erst mal zur Seite gelegt. Vor etwa 1 1/2 Jahre startet ich einen neuen Anlauf (die Optik störte mich extrem - gelacht wurde nur mit der Hand vorm bzw. mit geschlossenem Mund) und habe eine super netten Kfo gefunden!! Er schaute sich meine Kiefer und Zahnstellungen an und sagte sofort, dass er das ohne Zahn ziehen und Gaumenspalte hinbekommt, allerdings müsste ich mich dennoch operieren lassen, da ein Überbiss (den ich auch hatte) im Erwachsenenalter nur operativ zu beheben ist. Ich machte mir natürlich sorgen bezüglich der Kosten. Die Klammer muss man im Erwachsenalter zahlen (aber nach erfolgreicher Behandlung bekommt man einen winzigen Teil zurück. Bei mir war es nicht kosmetisch sondern medizinisch notwendig, doch da sagt die KK trotzdem "Nein". Er bat mir an, die Kosten der Spange in monatlichen Raten zinsfrei abzuzahlen. Was ich dankbar annahm, da diese Spange (Damon-System) nicht gerade günstig ist (3.300 €) aber dafür schneller und schonender arbeitet. Doch die OP (sagte er von vorne herein) wäre das einzige, was die Kasse im Erwachsenenalter übernimmt. Da sie medizinisch notwendig ist. Es kann für die KK nämlich bedeutend teurer werden, wenn sie die Kosten der aus einer Kieferfehlstellung resultierenden Nebenwirkungen zahlen müssen (Rücken-, Nacken, Schulterprobleme, Kopfschmerzen). Aber ein Antrag hat er bei der KK trotzdem stellen müssen. Zusammen mit dem Gutachten des Kieferchirurgen, der ja für die OP zuständig ist. Aber er meinte auch gleich, dass das kein Problem darstellt. War's auch nicht. Nach 2 Wochen hatte ich die Zusage im Briefkasten obwohl ich die Anträge nicht mal zu Gesicht bekommen habe. Ich hab also nun seit 15 Monaten ein feste Spange und meine Zahnbögen sind so gut wie perfekt ausgeformt. Also kam der OP-Termin immer näher.

Vor 3 Wochen hatte ich meine OP in der mein Unterkiefer nach vorne verlagert wurde. Keine Angst, es war zwar nicht super angenehm, aber auch nicht sooo schlimm. Die OP wird unter Vollnakose durchgeführt, so dass man davon schon mal nix mitbekommt. Danach kommt man in dem Aufwachraum und von da dann aufs Zimmer. Das erste was ich wirklich mitbekommen habe, war mein Freund, der an meinem Bett saß und gelesen hat. Ich hatte einen ganzen Infusionsständer voll Zeugs. Schmerzmittel, Antibiotika und Kortison. Meine Unterlippe und das Kinn waren komplett taub. Es fühlte sich durch die Schwellung an, als ob die Unterlippe runterhing. Was aber nicht der Fall war. Aus meinem Mund hingen auch Schläuche. Diese waren dazu da um das Blut aus den Wunden abzuleiten. Meine Kiefer waren zusammengedrahtet. Ich konnte also nur die Lippen öffnen und mehr nuscheln als sprechen. Aber das klappte gut. ;-) Um 8 Uhr wurde ich operiert und Mittags bekam ich schon Suppe - per Strohalm. Anfangs war es schwierig aber den Dreh hatte ich schnell raus. Zähne putzen geht nur vorsichtig und nur von vorne. Für den Rest gibts eine antiseptische Mundspülung. "Immer schön spülen..." Die Nacht war grauenvoll. Schlafen mit hochgeklappter Rückenlehne (das muss leider, damit es nicht so doll anschwillt). Ich bin sonst ein absoluter Bauchschläfer und musste nun gezwungenermaßen auf dem Rücken liegen. Das war aber auch das schlimmste daran. Und die Nachtschwester, die alle 2-3 Stunden rein kam, um nach den Infusionen zu sehen. Am zweiten Tag wurden die Schläuche im Mund gezogen. Das war sehr unangenehm, aber es ging auch schnell vorbei. Schmerzmittel bekam ich nur am ersten Tag (OP-Tag). Ich hatte auch wenig schmerzen. Da man den Kiefer ja nicht öffnen kann, schmerzt die Wunde auch nicht. Kann aber auch an der Taubheit gelegen haben. Am dritten Tag durfte ich Heim. Ich war froh! Das Bett im KH war sowas von unbequem, dass ich echt Rückenschmerzen hatte. Zuhause konnte ich mich dann auf dem Sofa legen, das war tausend mal besser.

Nach einer Woche wurden die Drähte entfernt. Eine Wohltat!! Und nicht schmerzhaft. Seitdem muss ich Gummis zur weiteren Kieferfixierung tragen. Den Zähne bekomm ich etwa 2 cm auf, sodass ich zumindest Kartoffelpürree und ähnliches essen kann. Ungetoastetes Toast mit Nutella geht auch wunderbar, wenn man es (wie für Kleinkinder) in Happen schneidet. Die Taubheit lässt langsam nach. Ich kann wieder etwas auf der linken Seite der U-Lippe spüren und es Kribbelt wie verrückt. Ein gutes Zeichen! Ich würde es dir echt empfehlen. Ich würde es noch mal machen lassen. Viel Erfolg für deine Entscheidung. Yvonne

Hallo Yvonne, bist du auch heute noch mit deiner Entscheidung zufrieden und wo und von wem wurdest du operiert?

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Hallo Ich bin mittlerweile 27 jahre alt habe seid 1 1/2 jahren eine feste zahnspange ... Leider hat mir mein zahnarzt damals kei spange empfohlen. Hatte einen vorbiss im Unterkiefer und er oberkiefer war zu weit nach hinten, seitlicher kreuzbiss. Vor 10 jahren als ich meine ausbildung zur zahnarzthelferin angefangen habe musste ich mir eine krone machen lassen dann viel meinrm zahnarzt mein biss auf ... Er riet mir von einer spange ab da es nur mit op ging... Also war das thema vergessen ... Mich hat der biss aber sehr belastet es sah nicht schön aus mein kinn stand zu weit vorne,abbeissen war schwierig hatte oft muskelkater beim essen, kieferknacken beim essen.. habe lange ueberlegt und bin dann zu einem sehr gut kieferorthopaeden gegangen ... Hatte meine op vor 5 wochen .. unterkiefer wurde zurückgesetzt oberkiefer nach vorne, kinn wurde reduziert ... Ich sag dir gleich die op ist keine kleinigkeit ich hatte sehr starke schmerzen konnte nachts nicht schlafen kaum atmen hab soviel schmerzmittel eingenommen das kaum was noch geholfen hat ... Mein gesicht war total angeschwollen ... Die beiden kiefer wurden durch gummis fixiert hatte zahnschmerzen durch den druck, 2 wochen lang nur suppe, faeden ziehen war sehr unangenehm und schmerzhaft ... Am freitag werden es 6 wochen kann den mund noch nicht richtig oeffnen darf seid 1 woche weiche kost essen geht aber nur sehr schwierig habe zahnschmerzen durch die gummis und auch schmerzen in der Nacht gesicht ist immernoch angeschwollen nach fast 6 wochen !!! Überleg es dir gut du bist hinterher 4 wochen krank geschrieben .. hatte 1 woche lang eine schiene zum fixieren im mund was sehr unangenehm war ... Das ergebnis hinter ist super und all die schmerzen haben sich gelohnt ... Ich wünsche dir viel glück

Hallo das gleiche habe ich auch. Mein Unterkiefer sitzt zu weit hinten. Mir sagte man damals auch, dass hier nur die Möglichkeit einer Operation bestehen würde. Kiefer durch, Platte dran und für 4-6 Wochen ne Mundschiene tragen die Ober- und Unterkiefer miteinander verdrahtet. Ja jetzt kannst du dir vorstellen was du dann die 4-6 Wochen essen kannst.. Flüssignahrung. Mir sagte man vor ca. 3 Jahren das ich noch die Möglichkeit in den folgenden 10 Jahren dazu hätte.

Aber ganz im Ernst, wenn dein Gesicht nicht vollkommen durch den Kieferrückstand verunstaltet ist, lass es besser. Ich fände es viel schlimmer im Nachhinein ein Neandertal-Kiefer zu haben. Ich bleib lieber so wie der liebe Gott mich geschaffen hat und hab ehrlich gesagt keine lust 6 Wochen mit so ner doofer Schiene rumzurennen.

Ich hoffe ich konnte dir was helfen :)

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