Wählt man bei einem Armbruch den Notruf (theoretische Frage!)?

3 Antworten

Ich habe Patienten erlebt, die mit einem gebrochenen Arm zurück zum Stall geritten sind, das Pferd parat gemacht haben und dann mit dem Auto in die Notaufnahme kamen.

Andere Patienten hatten so starke Schmerzen, dass wir aus dem Rettungswagen einen Notarzt zur Schmerztherapie nachfordern mussten, weil ein Transport sonst unzumutbar gewesen wäre.

Wenn die Schmerzen aushaltbar sind und der Bruch gerade steht, kann man durchaus eine Armschlinge anlegen und dann ins Krankenhaus fahren.

Bei starken Schmerzen sollte man den Rettungsdienst alarmieren. Dafür ist er da.

Eine einheitliche Aussage kann man nicht machen.

Ein Ausbilder vom Roten Kreuz hat uns beim Erste-Hilfe-Kurs gelehrt: „Wenn man überlegt, ob man einen Notruf tätigen sollte oder nicht, hat man die Antwort schon: also anrufen!“
Es kommt ja normalerweise niemand auf die Idee, bei einer Schürfwunde am Knie, sich Gedanken zu machen, ob man einen Krankenwagen braucht. Bei einer Kopfverletzung aber schon.
Außerdem gehört beispielsweise der Armbruch zum Inhalt der Ersten Hilfe. Genau wie Herzinfarkt oder Insektenstich im Mund. Also kann man bzw. muss man einen Notruf absetzen.
Keine Leitstelle würde beim Armbruch antworten, gehen sie bitte zum nächsten Hausarzt. Anders, wenn man wegen Lippenherpes den Notruf tätig.

Also ich bin ganz normal zum nächsten Krankenhaus gelaufen. Sollte das aber vor lauter Schmerzen nicht mehr möglich sein, da einem schwarz vor Augen wird u.ä, unbedingt Notruf alarmieren.

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