Schimmel in der Wohnung! Was jetzt?

Im Schlafzimmer an der Wand - (Gesundheit, Handwerk, Schimmel) Am Sessel - (Gesundheit, Handwerk, Schimmel) Am Stuhl - (Gesundheit, Handwerk, Schimmel) Im Badezimmer - (Gesundheit, Handwerk, Schimmel)

16 Antworten

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Wie aus den Antworten erkennbar ist die Vermeidung von Schimmelbefall inzwischen zu einer Weltanschauung geworden, durch die zusätzlich viele Institutionen viel Geld verdienen wollen. So helfen die Wundermittelchen im Baumarkt nichts, bringen nur zusätzlich Chemie ins Zimmer.

Schimmel entsteht durch feuchte Wände und die entstehen durch unterschiedliche bauphysikalische Vorgänge:

  • Tauwasserniederschlag im Mauerwerk durch aufsteigende Kapillarfeuchte in unzureichend gedämmten Wänden

  • Unzureichende Möglichkeiten des Austritts der Kapillarfeuchte z.B. durch wasserdampfsperrende Anstriche oder Fliesen

  • Unzureichende Entsorgung zu feuchter Luft durch unzureichende Lüftung

  • Unzureichende Heizung

  • Temperaturunterschiede der Raumluft in Bad und Schlafzimmer = Feuchtigkeitsausfall bei sinkender Temperatur

Ursachen können also sowohl in unzureichender Bausubstanz als auch im Nutzerverhalten liegen; in der Regel wird das eine durch das andere verstärkt. Und früher waren die Fenster nicht so dicht wie heute, weshalb neue dichte und hochwärmegedämmte Fenster die Feuchtigkeit im Mauerwerk verstärken, was zwangsläufig zu Schimmel führt.

Die Ursachen von Schimmelbefall sind also so vielfältig dass eine Beseitigung nicht durch Patentrezepte oder gar Wundermittelchen möglich und sinnvoll ist.

Hinzuzufügen wäre noch, dass die neuen, in der Regel luftdichten Fenster, die ja durch die Erhöhung der Raumluftfeuchte die Feuchtebelastung des Mauerwerks verstärken, die Heizkosten steigen lassen, da eine Erhöhung der Feuchtigkeit des Mauerwerks den Dämmwert des Mauerwerks rapide sinken lässt.

  1. Platz schaffen

  2. Tapete und Putz entfernen (abschlagen).

  3. Mauerwerk (z.B. mit Drahtbürste) reinigen.

  4. Lüfter einbauen, auch als mechanische Fensterlüfter mit Wärmetauscher denkbar (Kosten!). Im Bad kann der Lüfter feuchtegesteuert sein, da wird´s Euch nicht stören, wenn der plötzlich angeht.

  5. Türen, Fenster, Elektroanschlüsse etc. schützen / abdecken und Vorspritzmörtel (MG III) netzförmig auftragen.

  6. Neu putzen mit Kalkzementputz, evtl. leicht getönt/pigmentiert.

  7. Kalkanstrich (ohne Stützdispersion, Eindicker u.ä.!), bei Bedarf pigmentiert.

  8. Lüften, Lüften, Lüften ...

Das mit dem Lüften ist gar nicht so einfach. Im Winter ist die Aussenluft kalt und trocken, da ist das Lüften gut für die Wohnung. Im Sommer bei warmer und feuchter Aussenluft kann das Lüften sogar die Ansammlung von Feuchtigkeit an den Wänden begünstigen! Deshalb im Sommer die Kellerräume nur bei Nacht oder sehr trockener Luft lange lüften.

Kommt die warme und relativ feuchte Luft zu den kühlen Fliesen, kann sich leicht Kondenswasser bilden, weil der Taupunkt zu hoch ist. Auch andere Gegenstände, kühle Böden und Wände nehmen die Feuchtigkeit aus der Luft auf und bilden mit dem anhaftenden Staub ideale Nährböden für Pilzsporen.

Wenn ihr also tagsüber nicht regelmässig lüften und ausreichend heizen könnt, würde ich euch als rasche, einfache, wirksame und günstige Lösung zu einem Entfeuchtungsgerät raten.

Lasst euch mal im Baumarkt beraten, wie man die Luftfeuchtigkeit senkt.

Beispiel: http://www.holzfragen.de/seiten/taupunkt.html

Lüften und Heizen ist schonmal eine sehr gute Möglichkeit um Schimmel vorzubeugen. In Kellerwohnungen ohnehin, da die eher zu Schimmel neigen. Informiere dich im Internet über RICHTIGES Lüften. Die meisten lüften nämlich falsch. Um Schimmel zu beseitigen nimmt man besser hochprozentigen Alkohol (Spiritus, Bio- Ethanol). Deine Beschwerden kommen möglicherweise auch von dem Schimmelzeugs, das meist dem Menschen mehr schadet als dem Pilz.

Also - es ist schon richtig, der Schimmel muss tiefer entfernt werden. Mindestend die Tapeten müssen ab, wo es schlimmer ist auch der Putz. Aber bitte ACHTUNG! Besorg Dir 70 bis 80 %igen Alkohol / Isopropanol (Spiritus geht auch, stinkt nur erbärmlich) und sprüh damit die befallenen Stellen erst einmal ein (Blumensprühflasche reicht) damit Du die Sporen abtötest und nicht in der ganzen Bude verteilst! Außerdem - beim entfernen der Tapeten unbedingt Mundschutz tragen! Deine Möbel solltest Du soweit sie das vertragen an den befallenen Stellen auch einsprühen und mit Staubbindetüchern abwischen.

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