nasse aussenwand durch regen

5 Antworten

Bei einem zweilagigen (!) Kalkverputz wird Regenwasser in der obersten, ca. 5mm dicken Putzschicht (Feinputzschicht) zwischengespeichert. Darunter liegt die 15-20mm dicke Grobputzschicht. Diese hat wegen dem gröberen Sand größere Poren. Wasser fließt nur von größeren Pore in die kleinere Pore, deshalb wird der Unterputz (die Grobputzschicht) nicht vom Regenwasser durchnässt.

Wasser (Kondensat) aus dem Mauerwerk jedoch findet aber sehr gut den Weg durch den Aussenputz, da es von der größeren Pore in die kleinere Pore fließt und an der Oberfläche der Fassade verdampfen kann.

Feuchte wandert im Mauerwerk immer mit dem Temperaturgefälle, wenn dem keine sperrenden Schichten (Kunstharzfarben, Zementputze, glasierte Klinker, Beblechungen, Wärmedämmverbundsysteme mit entsprechenden Oberflächen, etc.) entgegen stehen.

Falsche Fassadenbeschichtungen und auch die Wärmedämmverbundsysteme heute führen leider häufig zu Auffeuchtungen des Wandquerschnitts und unter Umständen (fehlende Raumlüftung) zu Schimmel in den Wohnungen.

Der traditionelle zweilagige Kalkverputz an der Außenwand ist somit ein hervorragendes und bewährtes System, um die Wand dauerhaft trocken zu halten, wobei diese den guten Dämmwert über Jahre beibehält.

Also einen Kalkputz würde ich niemals im Aussenbereich verwenden. Aber ich möchte das zwar nicht grundsätzlich verteufeln, da ich es noch nie angewendet habe. Aber mir scheint ein "Test" bei meinen Bauherren als zu riskant.

Lies mal:

http://www.keimfarben.de/fileadmin/pdf/vortraege_denkmal/script_erfurth.pdf

@pharao1961

Danke für die Links.

Für mich überwiegend bekanntes Material (für den einen oder anderen Mitleser vielleicht nicht), da ich selbst Kalkputz an der Fassade habe. Dank großen Dachüberstandes ist dieser auch vor Regen geschützt.

Kalkputz bedarf bei der Erstellung besonderer Sorgfalt, deshalb wird er im Aussenbereich heuite nicht oft angewendet, obwol es beste Entfeuchtungseigenschaften für des Mauerwerk bietet, was nachfolgend gute Dämmeigenschaften des trockenen Mauerwerks beinhaltet.

Nein, die Wände trocknen sehr schnell wieder, auch im Winter, zudem sind in Putzen, Steinen, Farben oder ähnlichen, Silikate mit verarbeitet die den Kapillareffekt verhintern und regelrecht wasserabweisend sind...

blöde frage aber wieso gibt es dann an den innwänden das Schimmel Thema z.b. beim lüften??

Wegen der teperaturunterschiede und der Luftfeuchtigkeit zwischenn drinnen und draußen.

Wenn man z.B. selten lüftet und die Heizung volle Pulle laufen lässt, gibt es extreme Temperaturunterschiede.

ist die feuchtigkeit z.b. im winter auf warme hauswand nicht bedenklich wegen z.b. Schimmel??

Die Wände bzw. das Material haben eine bestimmte Eigenschaft, so dass das Wasser nicht nach innen eindringt.

Der Grad der Durchnässung der Wand hängt von der Aufnahmefähigkeit des verwendeten Materials ab. Putze lassen sich z.B. durch Zuschlagstoffe in ihrer Sperrfähigkeit einstellen. Die aufgenommene Feuchte wird in den trockenen Phasen wieder abgegeben. Ein völlig eigenständiger und wiederkehrender Vorgang. Soweit zu den Vorgängen an der Aussenseite der Aussenwand.

An der Innenseite sieht es etwas anders aus. Hier droht zwar kein Regen, aber die bei der normalen Wohnraumnutzung entstehende Feuchte stellt ein nicht zu unterschätzendes Problem für das Wohnraumklima dar. Draussen bestimmen Wetter, konstruktive und bauphysikalische Eigenschaften der Wand die Trocknungsvorgänge. Drinnen spielt aber der noch der Bewohner eine große Rolle: Er bestimmt durch sein Heiz- und Lüftungsverhalten, ob und wieviel dieser Feuchte wieder abgeführt wird!

http://www.gutefrage.net/tipp/schimmel-vorbeugen-und-beseitigen

Ein Zementaussenputz ist wind- und wasserdicht. Dieser nimmt so gut wie keine Feuchtigkeit auf. Maximal ca. 3-4% diffundieren noch durch den Aussenputz hindurch und das ist auch gut so. Deshalb ist auch die ewige Diskussion nach "atmenden Wänden" völliger Schwachsinn.

ok.

blöde frage aber wieso gibt es dann an den innwänden das Schimmel Thema z.b. beim lüften??

@eddie80

Ich verstehe nicht ganz... Meinst du generell die inneren Wände oder die Innenwände (Aussenwände ausgenommen?). Wenn man lüftet und heizt ist das die beste Vorkehrung gegen Schimmel. Die warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als die kalte und muss hinaus gelüftet werden. Am besten mehrmals am Tag. 5 Minuten mit Fenster GANZ auf reichen. Wenn man länger lüftet kühlen nur unsinnigerweise die Wände aus.

Mit den "atmenden Wänden" ist auch die Eigenschaft der Feuchtevorgänge in der Wand gemeint. 3% der Raumfeuchte werden über die Wände nach draußen entsorgt, wenn keine dichten Beschichtungen dem entgegen stehen.

Zementaussenputz ist auf altem, recht weichen Mauerwerk vor allem rißanfällig, weil er gegen die Regel "weich auf hart" verstößt.

Durch Kapillarrisse wird dann Regenwasser in das Mauerwerk transportiert, was dann wegen dem recht dichten Zementputz nicht mehr nach außen abtrocken kann. Die Folge ist Feuchtestau unter dem Zementputz und eine verstärkte Austrocknung zu den Innenräumen mit Erhöhung der Raumluftfeuchten und Schimmelbildung an den Innenwänden durch geminderten Dämmwert der nunmehr feuchten Wand.

@Onki73

Haarrisse lassen sich oft nicht vermeiden. Vereinzelte Haarrisse bis 0,2 mm sind gemäß DIN 18550-2 zulässig, da sie den technischen Wert des Putzes nicht beeinträchtigen.

In der DIN steht ja auch das, was die Industrie vorgibt, um gutes Geld zu verdienen, da es eine Industrienorm ist und nicht zwangsläufig auf naturwissenschaftlichen Grundlagen steht. Es ist keine Verbraucherschutznorm! Deshalb sind die DIN-Normen, bis auf einige Sicherheitsvorschriften nicht rechtsverbindlich. Mit den DIN-Normen sollte man deshalb immer vorsichtig umgehen.

Der Kalkverputz ist weicher als der Zementputz. Weichere Putze sind etwas bewegungsfreundlicher. Der Kalkputz behält noch wochen- und monatelang nach der Herstellung Kalkteilchen im Inneren, die durch kleine Risse und Regenwasser aktiviert werden und an der Oberfläche mit CO² zu Calziumkarbonat reagieren können. In gewisser Weise ist der Kalkputz damit selbstheilend.

Der Zementputz ist härter und damit rissanfälliger, vor allem auf altem Mauerwerk mit Kalkmörtel in den Fugen der Ziegelsteine, was als relativ "weich" gilt. Durch Rißbildungen hier dringt Regenwasser dann hinter den Putz und sorgt für Auffeuchtungen der Wand. Deshalb ist Zemenzputz auf altem Mauerwerk eben nicht wasserdicht und aus den oben beschriebenen bauphysikalischen Gründen abzulehnen!

Aufgefeuchtete Wände verlieren an Dämmwert und verbrauchen mehr Heizenergie. Zementaußenputz ist damit Energieverschwendung, da dieser im Gegensatz zum Kalkverputz keine schnelle Entfeuchtung der Wand gewährleistet.

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