muß ich ein harnsäuremedikament (milurit) immer nehmen?

3 Antworten

Ein Medikament sollte immer nur dann eigenommen werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, da Medikamente neben Wirkung auch Nebenwirkungen haben können. ( aber das weiß ja Deine Ärztin sicher auch ) . Milurit ( Wirkstoff Allopurinol) wird vom Arzt verschrieben, wenn die Harnsäure im Blut durch gestörten Purinstoffwechsel sehr stark erhöht, und durch Ernährungsumstellung nicht gesenkt werden kann. Die Harnsäurekristalle lagern sich dann an verschiedenen Körperstellen insbesondere in Gelenken ab , was zu akuten Gelenksentzündungen ( Gichtanfällen ) führen kann. Daher sollte man Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt stark einschränken oder vermeiden. Dazu zählen ( einen Teil hat ArchEnema schon aufgeführt, ergänzend : Hülsenfrüchte, Mrinaden, Schalen und Krustentiere, Spargel ). Was den Zuckerstoffwechsel anbelangt, kann ich aber dieser Antwort nicht zustimmen. Es wäre mir neu, daß beim Zuckerstoffwechsel Purine entstehen. --- Erst wenn durch diese Maßnahmen über längere Zeit keine Senkung des Spiegels erreicht werden kann, söllte man ein Medikament nehmen.

Fructose verbraucht bei der Umsetzung große Mengen ATP. Dabei werden Purine frei. Auch Haushaltszucker (Saccharose) besteht zur Hälfte aus Fructose (andere Hälfte ist Glucose). Glucose wird anders verstoffwechselt, treibt dafür den Insulinspiegel hoch, was auch meistens nicht so gut ist.

Große Mengen Früchte können jedoch wegen der enthaltenden Fructose ebenso wie die Zuckeraustauschstoffe Sorbit und Xylit den Harnsäurespiegel kurzfristig steigen lassen, da beim Abbau von Fructose der unter anderem aus Purinen aufgebaute Energieträger ATP verbraucht wird. Glucose dagegen beeinflusst die Harnsäurekonzentration im Serum kaum.

Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=31942

@ArchEnema

Ich dachte eher an Glucose !!!!

Es sollte Marinaden heißen ! Entschuldigung !!

Zu hohe Harnsäurewerte entstehen bei falscher Ernährung,und wenn Du deine Ernährung nicht umstellst dann musst Du die Milurit immer nehmen!Ich denke mal Deine Ärztin hat Dir Infomaterial mitgegeben,wenn Du bei der Ernährung darauf achtest purinarme Lebensmittel bevorzugt zu essen dann sinkt der Harnsäurewert auch wieder und Du brauchst das Medikament nicht mehr,das liegt in Deiner Entscheidung.

Der Wirkstoff Allopurinol ist eine reine Symptombehandlung und wird daher die Ursachen der erhöhten Harnsäurewerte nicht beheben.

Zu hohe Harnsäurewerte können von

  • einer übermäßigen Purinaufnahme (Verzehr von zellkernreichem Gewebe, etwa Haut, Innereien, Hefe, usw. oder direkt von Purinen: Kaffee, Tee, Kakao, ...),

  • einer verminderten Ausscheidung (zuwenig Trinken, zuviel Alkohol, Nierenschäden, ...),

  • vermehrtem Aufkommen körpereigener Purine (erhöhter Zellumsatz; Gendefekte; kohlenhydratreiche Ernährung: Zucker, Fruchtzucker, Stärke, ...)

herrühren.

Also stehen die Chancen eigentlich sehr gut, dass du das mit einer Ernährungsumstellung und mehr Trinken (Wasser, Kräutertee) in den Griff kriegen kannst.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperurik%C3%A4mie

die Hülsenfrüchte nicht unterschätzen: http://www.dr-barbara-hendel.de/bewusstes-leben/ernaehrung/tabellen/puringehalt-tabelle/

Sojaprodukte stehen normalem Fisch oder Fleisch nicht nach. (von den Extrembeispielen Innereien/Geflügelhaut mal abgesehen)

@koch234

Besonders der Einfluss von Zucker (insbesondere Fruchtzucker!) wurde bisher unterschätzt. Erhöhte Harnsäurewerte sind meist nicht auf über die Nahrung aufgenommene Purine zurückzuführen, sondern auf vom Körper selbst produzierte! Gerade die Energiegewinnung aus Zucker hinterlässt sehr viele Purine als Abbauprodukte. Eiweiß ist hier viel gesünder. Ideal sind Milchprodukte (eiweißreich aber purinarm). Auch Eier und sogar Muskelfleisch (möglichst frei von Haut) sind viel besser als ihr Ruf.

http://www.springermedizin.at/artikel/31901-gicht-und-ernaehrung

Gichtgeplagte sollten vielleicht gar nicht so sehr den Fleischkonsum (erst recht nicht den Eiweißkonsum) reduzieren, als vielmehr den Zucker- und Getreidekonsum...

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