Ist es wirklich schädlich, mit dem Teleskop den Vollmond anzusehen?

5 Antworten

Schädlich nicht, aber es ist schon ziemlich unangenehm...man wird von der hellen Mondoberfläche, die von der Sonne angeleuchtet wird, doch ziemlich geblendet, d.h. man sieht in der Dunkelheit einige Zeit nichts mehr und evtl. bekommt man auch Augenschmerzen bei längerer Betrachtung. Daher empfiehlt sich ein Mondfilter, der die Helligkeit auf ein erträglicheres Maß reduziert.

Normalerweise nicht. Es sei denn man betrachtet den Vollmond durch ein Riesentelekop von 3,5 Metern Durchmessern !

Ein derartiges Teleskop sammelt 400000 so viel Licht wie das menschliche Auge. Alles würde 400000 mal heller erscheinen. Der Vollmond wäre damit so hell wie die Sonne mit bloßen Auge.

Das Anschauen des Vollmondes durch ein Teleskop ist nicht schädlich. Man ist jedoch so geblendet, dass man für einige Minuten Probleme bekommt, im Dunkeln etwas zu erkennen.

Aber warum den Vollmond durch ein Teleskop anschauen? Es bringt effektiv nichts, mit und ohne Filter. Auf dem Mond sind fast keine Einzelheiten zu erkennen. Sonst erkennt man auch fast nichts am Himmel, allenfalls die Planeten machen noch Spaß.

Ein Mondfilter gehört fast schon zur Grundausstattung der Billigteleskope. Im Gegensatz zum ebenfalls beiliegenden Sonnenfilter kann man ihn aber guten Gewissens verwenden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Tony Mayer mit seinem 10- oder 12-Zöller den Mond mit Filter nicht heller sieht, als die Besitzer eines 76-mm-Newton oder 60-mm-Refraktor ohne Filter.

Hallo,

ein Mondfilter in grün ist unangenehmer in der Farbgebung wie ein einfacher Graufilter, der verändert nicht die Einfärbung.

Z.B. als einfacher Filter: http://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Filter-Adapter-Buecher/Farbfilter-Mondfilter/Mondfilter-Professional-Grau-%2325-31-75-mm-1-25-Graufilter::112.html

Ein variabler Polfilter lässt sich individuell in der Helligkeitsdämpfung einstellen und so der Mondhelligkeit anpassen.

Gibt es auch als Farbfilter die gewisse Kontraste steigern können.

Grüße!

Gabriel

Es ist nicht zu befürchten, dass man bei der direkten Mondbeobachtung durch ein Teleskop gesundheitliche Schäden davon trägt. Aber...

Der Mond ist schon für das unbewaffnete Auge ein sehr helles Objekt. Wenn man nun bedenkt, dass jedes optische Gerät wesentlich mehr Licht sammelt als unser Auge und dieses Licht ins Auge fällt, kann man sich sehr leicht vorstellen, welche Anstrengung es für das menschliche Auge darstellt, mit einer solchen Lichtfülle klar zu kommen.

Unter den Astronomen ist es daher üblich, den Mond nur unter Verwendung entsprechender, lichtreduzierender Filter (Graufilter) zu beobachten. Und das hat auch einen relativ leicht zu durchschauenden Hintergrund. Je heller das beobachtete Objekt ist, um so schwieriger ist es Einzelheiten zu erkennen. Daher wird die Lichtmenge durch Filter eingedämmt.

Ich ergänze das mal durch einen Text aus meiner astronomischen Homepage-Seite http://www.ajoma.de/html/filter.html

Graufilter und Polarisationsfilter werden zur farbneutralen Helligkeitsdämpfung benutzt. Man kann sie ineinander schrauben und so die Filterwirkung summieren. Durch die Helligkeitsreduzierung werden die sogenannten Überstrahlungseffekte mehr oder weniger verhindert. Der Beobachter seigert damit den Beobachtungskontrast und auch die Wahrnehmung feiner Einzelheiten. Jeder, der einmal seinen Blick durch sein Teleskop auf den Mond gerichtet hat wurde mehr oder weniger von der Helligkeit des Mondes geblendet. Es dauert unendlich lange, bis sich dieser Effekt so weit zurück gebildet hat, daß man sich wieder mit Aussicht auf Erfolg anderen Objekten zur Beobachtung zuwenden kann. Angewendet werden solche Filter immer dann, wenn ein zuviel an Licht gedämpft werden soll, also bei der Mondbeobachtung, der Planetenbeobachtung und der Sonnenbeobachtung. Die Beobachtung von Doppelsternen kann mit Graufiltern ebenfalls effektiver gestaltet werden, und zwar dann, wenn die Überstrahlung durch den helleren Stern gemildert werden soll.

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