Verdient ein Arzt daran, wenn er Medikamente verschreibt?

5 Antworten

Nein, ein Arzt verdient an einer Verordnung überhaupt nichts extra. Ganz im Gegenteil, bei Kassenpatienten können wir fast garnichts mehr abrechnen da alles in einer Grundpauschale abgegolten wird. Ganz egal ob 1 Patient ein mal kommt oder 10 mal, der Arzt verdient daran trotzdem nur 1 mal was mit der einmaligen Pauschale! Der Arzt hat ein bestimmtes Budget was er an Medikamenten verordnen darf, wenn das Budget überschritten wird, zahlt er sogar drauf!

LG

moment mal.. aber wenn ich 10 mal im quartal hingehe,bekommt er vielleicht nur einmal eine pauschale fürs verordnen, aber die beratung und das was er sonst geleistet hat wird doch vergütet nach ziffern,oder?

@eichhoernchen74

Nein außer du bist Privatversichert, dann kann er einzelne Ziffern abrechnen. Ich weiß soviel ich arbeite momentan in einer ganz normalen Allgemeinarztpraxis und es gibt vielleicht insgesamt für uns noch 10 aktuelle Ziffern die wir abrechnen können und früher waren es mal 50 oder 60! Verbände, EKG, Gespräche, Pflaster, das alles ist in der einmaligen Pauschale enthalten die er abrechnen kann wenn du das 1. mal im Quartal kommst, kommst du dann zum 6. oder 7. mal und (es geht zum Beispiel immer noch um das selbe Krankheitsbild, d.h. es findet nur ein Gespräch statt und du bekommst ein Rezept) dann können wir NICHTS abrechnen!!!!

Traurig aber wahr! Und genau aus diesem Grund sind wir Arzthelferinnen auch so miserabel bezahlt, weil der Arzt selber kaum noch was verdient, wir nix mehr abrechnen können aber dafür 5x soviel Papierkram und Aufwand haben!

@eichhoernchen74

Nein. Es gibt die Grundpauschale, die bei jedem Patienten anfällt, und bei chronisch Kranken Patienten, die auch die letzten vier Quatale gekommen sind eine zusätzlich Chronikerpauschale. Diese Pauschalen decken fast alle Leistungen ab. Gesondert können nur Ultraschall, Lungenfunktion, geriatrisches Basisassessment, Langzeit-Blutdruck, Belatungs- u. Langzeit-EKG abgerechnet werden. Auch Vorsorgeleistungen werden gesondert honoriert.

@Isartaucher

ja ich habe ja nichts anderes behauptet!

@LaMariposa

Meine Antwort bezog sich ja auch auf das Posting von eichhörnchen74

Kann doch nicht sein. Wenn ich in die Arztpraxis komme wird als erstes meine Karte eingelesen. Angenommen der Besuch findet am Quartalsanfang statt und ich besuche die Praxis während dieses Quartals 5 mal. Dann muss der Arzt 5 mal Leistungen erbringen. Kann mir nicht vorstellen, dass der Arzt da nur einen Pauschalbetrag bekommt, weil doch die Leistungen unterschiedlich sein können. Mal weniger Aufwand, mal mehr.

Es ist doch ein Unterschied ob er 5 mal Blutdruck messen lässt, oder eine Verletzung behandeln muss, die in der Folge mehrere Praxisbesuche erforderlich macht, die unterschiedliche Leistungen von ihm verlangt.

Wenn ich deine Anmerkung lese, wäre das dann so, dass der Arzt für einen Patienten z. B. eine Pauschale von 120.--€ bekommt und dafür 1 mal Blutdruck messen liess. Der Patient dann aber nicht mehr kommen muss, weil alles in Ordnung ist. Er aber für die Behandlung einer Verletzung mit mehrmals erforderlichen Praxisbesuchen auch nur 120.--€ bekommt.

Kann mir nicht vorstellen, dass dem so ist.

Ich weiß nicht, woher du deine Vorurteile nimmst ;-) Ein "verschreibungswütiger" Arzt wäre finanziell ganz schnell am Ende. Zum ersten bekommt ein Kassenarzt für die Ausstellung eines Rezeptes kein gesondertes Honorar. Zum zweiten hat jeder Kassenarzt ein Medikamentenbudget, welches er tunlichst nicht allzu weit überschreiten sollte. Pro Patient darf ein Kassenarzt im Quartal einen bestimmten Betrag für Medikamente "ausgeben". Altersgestaffelt liegt dieses Budget zwischen etwa 20 und 120 €, wobei aber eine Mischkalkulation besteht. Was man bei einem Patienten spart, kann man beim anderen zusätzlich verordnen.

Wer als Kassenarzt sein Medikamentenbudget jedoch um über 25% überschreitet, und keine guten Gründe dafür angeben kann, muss den zuviel verordneten Betrag aus eigener Tasche zurückerstatten.

Des weiteren darf ein Arzt kein Honorar von Pharmavertretern annehmen. Dies wäre Bestechlichkeit und daher ein Verstoß gegen geltendes Recht, der ganz schnell zum Verlusst der Kassenzulassung, wenn nicht sogar zur Approbation führen kann. Üblich sind aber paharmagespronsorte Fortbildungsveranstaltungen (aber auch nicht auf Hawaii).

Ein Arzt muss sich an sein Budget halten, aber er erhält sicher Prämien von der Pharmaindustrie, wenn er bestimmte Medikamente bestimmter Firmen verschreibt.

Er hat sicher das Medikament verschrieben, um Dir bei der Heilung von irgendwas zu helfen. Natürlich verdient er auch daran, das ist schließlich sein Beruf.

Ein Arzt bekommt dann völlig legal Geld von der Pharmaindustrie, wenn er bestimmte Medikamente verschreibt und an einer "Anwendbarkeitsbeobachtung" der Pharmaindustrie teilnimmt.

D.h. je öfter der Arzt ein bestimmtes Präparat verschreibt, desto höher die Zahlungen. Dafür liefert der Arzt der Industrie dann Daten über den Verlauf mit diesem Medikament. Was die Industrie dann mit diesen Daten macht, ist wieder eine andere Frage.

Das System ist für Patienten nicht durchschaubar. Als Patient weiß ich nicht, warum, mir der Arzt gerade dieses Präparat verschreibt. Ob der Arzt dafür eine Zahlung erhält, oder nicht.

Gestritten wird über die Frage: Dienen diese Anwendbarkeitsbeobachtungen tatsächlich der Produktverbesserung, oder sind sie lediglich ein Instrument, damit Ärzte für die Verschreibung bestimmter Produkte legale Zahlungen erhalten können.

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