Sind die Erzieherinnen überfordert?

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du hast Recht - solche Sachen sollten nicht passieren. Allerdings kenne ich die andere Seite, da ich in einer großen Kita arbeite. Es ist wahnsinnig schwierig, immer an alles zu denken. Vor allem kleine Kinder gehen anfangs schon eher ein wenig unter. Dass ein Kind eingepullert hat, merkt man wirklich nicht, wenn das Kind nicht Bescheid gibt oder es halt sonst einen Anlass gibt.. vor allem, wenn die Kids alle den ganzen Tag draußen toben.

Wegen den Klamotten ist das so ne Sache.. es gibt sooo viele Kinder, die oft unpassend angezogen werden. Ich schaue immer, ob ein Kind noch ein T-Shirt unter dem Pulli hat. Aber ich gehe i.d.R. nicht zur Garderobe um zu sehen, ob es zufällig noch Wechselkleidung im Rucksack hat. So etwas solltest du morgens ausdrücklich dazu sagen, und auch deinem Kind nochmal. Besser: Bei unklarer Wettersituation immer Lagen-Look (dann kann dein Kind sich auch entsprechend selbst umziehen).

Wahrscheinlich ist deine Tochter im Moment (noch) ziemlich ruhig, und fällt daher weniger auf. Sollte nicht so sein, aber bei so vielen Kindern kann man das einfach nicht vermeiden. Du kannst das aber ruhig mal ansprechen - meine Erfahrung ist, dass du dann zwar als "unbequeme" Mama wahrgenommen wirst, aber ab dann wird bestimmt ein wenig genauer auf dein Kind geschaut!

Du kannst es ja auch einfach so formulieren: "Wie läuft das denn hier, wenn ich meiner Tochter ein T-Shirt zum umziehen mitgebe falls es warm wird, reicht das wenn ich Ihnen das sage, oder soll ich es irgendwo speziell hinlegen..?) Dann fühlen sich die Erzieherinnen nicht angegriffen und du hast trotzdem gesagt, was du sagen wolltest.

Hallo Fruity1989, Du kannst ja mal einen Tag im Kindergarten hospitieren, um zu wissen, was eine Erzieherin leisten muss. Gerade jetzt, wo die zweijährigen Windelkinder noch dazu kommen. Unsere Erzieherinnen sind mit 25 Kindern zu zweit tätig. Es gibt Tag, die sind wie verhext: Ein Kind fällt hin und blutet, ein zweites schafft es nicht auf Toilette, ein Drittes dreht den Wasserhahn kräftig auf und ein Viertes muss auf Toilette, nebenher muss das Frühstück abgeräumt werden oder mit den Vorschulkindern motorische Übungen gemacht werden. Ich habe selber ein Praktikum im Kindergarten gemacht und ich ziehe meinen Hut vor vielen Erzieherinnen, die einen guten Job machen. Wenn die Erzieherinnen deiner Tochter Empathie und Wärme haben, ist das schon die halbe Miete. Wenn du mit ihnen redest, behalte bitte im Hinterkopf, was für ein anspruchsvoller und anstrengender Job von ihnen geleistet wird. Da können auch Fehler unterlaufen...Verstehe aber nicht, warum du deinem Kind zwischen Kindergarten und Einkaufen nichts zu trinken gegeben hast....? Nicht böse gemeint. Und um noch mal auf deine Frage einzugehen...klar sind Erzieherinnen teilweise überfordert, genauso wie Altenpfleger, Krankenpfleger, Sozialarbeiter oder Lehrer, aber im sozialen Bereich wird ja stets gerne gekürzt...

DH-realistische Einschätzung von der "anderen Seite"

weil wir gleich nach dem kiga einkaufen gegangen sind ( Ist gleich nebenan) :) Deswegen stelle ich mir die frage ja weil ich die erzieherinnen nicht gleich verurteilen möchte. Es sind 4 Erzieherinnen mit 25 Kindern.

@Fruity1989

Macht für jede Erzieherin 6 Kinder---immer noch nicht ohne...aber glücklicherweise konntest du es ja mit ihnen klären:)

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß viele Erzieherinnen auch einfach desinteressiert sind. Sie sind also nicht überfordert sondern haben einfach keine Lust, ihren Job vernünftig zu machen. Bei denen wirst Du auch nichts erreichen, wenn Du sie darauf ansprichst.

Andere Erzieherinnen wiederum kümmern sich sehr intensiv, sobald sie um gewisse Probleme wissen.

Und noch wieder andere Erzieherinnen (die leider viel zu selten sind) sind so engagiert, daß sie schon von sich aus drauf achten, daß alles gut läuft und alle Kinder trocken, zufrieden und satt sind, genug trinken und sich nicht totschwitzen.

Ansonsten sind alle Kindergärten darauf aus, Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen. Nur schießen leider viele dabei über das Ziel hinaus bzw. vergessen, daß sie es wirklich mit Kleinkindern (mit anderer Denkweise und anderen Empfindungen) zu tun haben.

Hallo Fruity1989,

ich arbeite in einem Kindergarten. Bis vor kurzem war ich Gruppenleiterin und habe jetzt aber aus persönlichen Gründen die Einrichtung gewechselt. Mir ist es sehr wichtig, dass es jedem Kind gut geht und versuche auf alles zu achten. Bisher hatte ich auch noch keine Klagen. Jedoch ist es so, dass die Gruppen immer größer werden, die Kinder teilweise jünger (Ausbau von U3 Gruppen), der Verwaltungsanspruch immer größer (Dokumentieren, QM, und Auflagen über Auflagen...) und dennoch die Personalstunden gekürzt werden. Und dann kommt es je nach Einzugsgebiet des Kindergartens darauf an, welche Ansprüche die Eltern haben. Ich habe mal in einer Einrichtung gearbeitet in der die Kinder sehr spät gebracht wurden und um 12uhr wieder abgeholt werden. In der kurzen Zeit waren die Ansprüche der Eltern sehr hoch!: Das Kind muss schneiden lernen, zur Toilette gehen können, malen, turnen und spielen können. Es hat aber noch nicht gefrühstückt und nach draußen bei dem Wetter soll es ja auch noch gehen. Natürlich erwarten die Eltern dann noch ein Produkt, welches das Kind mit nach Hause nimmt. Leider verstehen die Eltern nicht, was wirklich wichtig ist und denken, dass sie mit dem Programm das Beste für ihr Kind verlangen.... Neben den langen Einzelgesprächen zwischen Tür-und Angel, bleibt dann leider wenig Zeit für das einzelne Kind. Also zu deiner Frage: Ja, Erzieher sind dann auch mal überfordert. Du sagst, dass die Gruppe mit 4 Leuten aufgestellt ist. Jetzt weiß ich nicht, was für eine Typ Gruppe das ist. Aber dennoch sind es schon viele Kräfte für die Gruppe. Diese sind jedoch nicht ohne Grund da, denn keine Einrichtung bekommt einfach zusätzliche Personalstunden geschenkt. Vielleicht sind auch noch Integrativkinder in der Gruppe, die dann eine ganz andere Betreuung haben. Ich führe vor der Eingewöhung des Kindes ein intensives Gespräch mit den Eltern, in der genau solche Fragen (wie Wechselwäsche) geklärt werden. Auch nach Wünschen der Eltern frage ich. Grundsätzlich kann es mal vorkommen, dass ein Kind eine nasse Hose hat und es nicht direkt auffällt. Zum Punkt Trinken: Wenn ein Kind nur vormittags für 3 Stunden in den Kindergarten kommt, kann man nicht erwarten, dass in der Zeit der gesamte Wasserhaushalt des Tages aufgefüllt wird. Morgens sollte es etwas trinken, bevor es das Haus verlässt. Eigentlich gehen Kinder auch selbständig trinken, wenn sie durstig sind, da Kinder ein gesundes Hunger - und Durstgefühl haben. Sollte es jedoch so sein, dass das eigene Kind immer wenig trinkt, dann kann man das auch den Erzieherinnen sagen, dass sie dann vermehrt darauf achten. Ich selbst mache aber mit den Kindern regelmäßig eine Trinkpause, weil einige es übertreiben und ohne Ende schwitzen. Leider gibt es aber auch Erzieherinnen, die wirklich nur froh sind, wenn sie den Tag rumgekriegt haben und somit nur das nötigste machen oder auch hoffen, dass jemand anderes etwas sieht, um selbst nicht verantwortlich zu sein. Ich finde das ganz schrecklich. Soetwas direkt ansprechen oder zum Elternrat gehen!!! Lieben Gruß, Sophia

Hallo,

ja leider kommt es immer wieder vor, das die Erzieherinnen überfordert sind, vor allem wenn die KiGa-Gruppen ziemlich groß sind.

Sprich doch diese Vorkommnisse mit den Erzieherinnen an und bestehe darauf, dass man sich besser kümmert. Sollte sich das wiederholen, sprich mit der Kindergartenleitung.

:-) AstridDerPu

ich habe ja alle vorkommnisse schon angesprochen und dann klappt es auch aber muss denn erst was passieren bevor gehandelt wird?

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